Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Samstag, 11. Januar 2014

Kärnbach - 300 (Virginia Flake)

Der helle, als Strang ver­packte Virginia-Flake sieht lecker aus, riecht lecker und schmeckt auch so. Er ist einer der vie­len Tabake, als deren „Urmutter“ der „Orlik Sliced“ bezeich­net wer­den darf. Der heuige Geruch und die Andeutung von Süße und Frische, die helle Farbe und der leise Verdacht, dass dem Flake eine Spur von Aroma beige­fügt wor­den ist… all das macht für mich einen all­tags­taug­li­chen Flake aus. Zumal ich die hel­len VA-Flakes meist lie­ber mag als die dunk­len, lang gepress­ten. Die sind zwar oft süßer und süf­fi­ger… aber häu­fig auch anspruchs­vol­ler beim Rauchen. Das ist für die spä­ten Stunden des Tages, wenn ich Zeit und Ruhe habe, ein Buch lesen kann und mich ent­span­ne… dann mag ich die dunk­len mehr. Doch sonst greife ich gern zu den hel­len VA-Flakes.


So auch bei die­sem hier. Es macht mir Spaß, von den lan­gen Strängen Fitzelchen abzu­rei­ßen, die ich dann rela­tiv lose und grob in die Pfeifenköpfe stopfe. Das wird dann eine Art ready rub­bed - der Tabak ist auch tro­cken genug (was dafür spricht, dass K & K tat­säch­lich nur Vertreiber und nicht Hersteller ist). Dazu: Er klebt nicht an den Fingern. Die Tabakfetzen las­sen sich ein­fach ent­zün­den und glim­men gut.

Mit wach­sen­der Erfahrung gelingt das Rauchen immer bes­ser. Wenn ich vor zehn Jahren diese hel­len VA-Flakes mehr­fach am Tag ohne Filter geraucht hätte, hätte ich anschlie­ßend meine Zunge über die Leine hän­gen kön­nen. Diese Probleme habe ich heute nicht mehr. „Atmen durch die Pfeife“. Ich denke, lang­sam lerne ich das. Denn je küh­ler - sprich: lang­sa­mer - man einen sol­chen Tabak wie den „Kärnbach 300“ und ähn­li­che Flakes rau­chen kann, desto grö­ßer wird der Genuss. Denn rich­tig gut - näm­lich aro­ma­tisch, leicht süß mit einem Hauch von Rauchigkeit - schmeckt der Flake nur, wenn er kühl geraucht wird - immer kurz vor dem Erlöschen. Dann ver­zeiht er auch mal einen zu hef­ti­gen Zug.

Für die, die das noch nicht so gut hin­be­kom­men emp­fehle ich aller­dings, den Tabak mit min­des­tens einem Papierfilter, bes­ser jedoch mit Meerschaumfilter, zu rau­chen. Denn er kann schon - wenn man nicht acht­sam ist - ordent­lich die Zunge gril­len. Und es trös­tet sicher­lich, dass der Geschmack durch die Nutzung von Filtern nicht allzu sehr abbaut (gegen­über dem fil­ter­lo­sen Rauchen), es feh­len etwas die „Spitzen“, die ich an den hel­len Virginias so mag. Aber der Tabak bleibt lecker.

Denn im Geschmack - fast mehr als im Geruch am Tabak in der Dose - kommt mir immer so ein wenig die Assoziation nach Honig und Anis. Ich bin mir abso­lut nicht im Klaren dar­über: Ist das Natur oder wurde nach­ge­hol­fen? Allerdings ist das wirk­lich neben­säch­lich. Denn der Tabak schmeckt und schmeckt und schmeckt. Nämlich so, wie man (na gut: wie ich) sich den Geschmack eines guten, nicht her­aus­ra­gen­den, aber guten Virginia-Flake vor­stellt. Der „Gold Cut RR“, den ich letz­tens reviewte, ist ähn­lich, geht aber doch ein wenig mehr in die süf­fi­gere Ecke der Virgina-Mischungen. Die Nummer 300 ist strai­gh­ter.

Ich bin zufrie­den, mal wie­der so einen grund­ehr­li­chen Tabak, der wirk­lich hält, was er ver­spricht, in der Pipe zu haben.

Autor: Nic Frank
Besuchen Sie auch Nics Bloghaus

PS: Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster… und behaupte, dass ich den Tabak bereits unter ver­schie­de­nen Namen kenne: Direkt vom Hersteller ist er als Stanwell „Mischung No. 88“ bekannt. Bei Huber in München heißt er „Virginia Flake“, Tabak & Pulver in Berlin nennt ihn „No. 10“bei Frau Habel habe ich ihn auch schon gekauft (dazu gibt es aber kein Review). Und ver­mut­lich ist auch Keistlers „Greenewell’s Glory“ mit ihm iden­tisch. Man darf also guten Gewissens davon aus­ge­hen, dass er auch bei ande­ren Händlern, die K & K-Tabake im Sortiment haben, unter ande­ren Namen ver­füg­bar ist.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen