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Mittwoch, 1. Januar 2014

HU-Tobacco - Brullende Leeuw

Der brüllende Löwe oder die Odyssee eines Forumstabaks. Das holländische-belgische Pijprokersforum feiert in diesem Jahr sein fünfjähriges Bestehen. Aus diesem Grund reifte bei einigen Mitgliedern vor einem guten Jahr die Idee drei eigene Forumstabake zu kreieren; einen Flake, eine aromatische und eine englische Mischung.

Mit dem Wunsch begann die Odyssee, da sämtliche Anfragen an die großen Tabakkonzerne, wie DTM, Kohlhase & Kopp und Planta nach kurzzeitigem Interesse im Sande verliefen und zu guter Letzt die holländischen Pfeifenfreunde bei Hans Wiedemann von HU Tobbaco landeten, mit dessen Hilfe sie dann endlich in der Lage waren, die drei Tabake zu entwickeln. Alle drei Forumstabake wurden von Kohlhase & Kopp verarbeitet und mit Hilfe von Hans Wiedemann nach den Vorstellungen der Forumsmitglieder veredelt. Den Virginia Flake, „Janneman“ hat Ralf Ruhenstroth ja bereits ausführlich in diesem Blog besprochen.

Jetzt geht es um den „brullende Leeuw“, eine mittelstarke, englische Mischung. Sie basiert auf einer bereits existierenden Standardmischung von Kohlhase & Kopp. Der „brullende Leeuw“ ist herrlich ausgewogen und wurde aus Red Virginia, Latakia, Orient, etwas Black Cavendish, und einer Prise Perique nuanciert gemischt.


Beim Öffnen der Dose verströmt der Tabak einen erdigen, ledrigen Duft, der an Wald, Laub und Moos denken lässt und mich leicht an die Dunhill „My Mixture 965“ erinnert hat. Das Tabakbild ist dunkel, geprägt vom Latakia, den langfaserigen Red Viriginias, dem Black Cavendish, versetzt mit hellen Sprenkeln der Orienttabake und lässt sich problemlos stopfen und anzünden.

Nach dem Anglimmen und den ersten Zügen verbreitet sich ein voller, cremiger Rauch. Man schmeckt gleich die Würze der Red Virginias und des Latakias, der aber dezent im Hintergrund bleibt und nicht aufdringlich wirkt. Es bleibt eine leichte Torfnote, der Geruch von Leder, Herbstlaub, geröstetem Brot und eine leichte Süße verbunden mit einer herzhaften Würze in der Nase und im Gaumen. Der Perique verleiht dem Tabak beim Rauchen eine angenehme Säure, die Red Virginias geben dem Ganzen eine unterschwellige, leichte Süße und die Orienttabake sorgen für die Komplexität der Aromen. Die ganze Füllung über bleibt der delikate Genuss des Tabaks gleich spannend, wobei die Komplexität der Aromen im letzten Drittel etwas abnimmt und die dunklen, torfigen Noten leicht überwiegen.

Ich habe den Tabak in Pfeifen mit mittelgroßen Köpfen ohne Filter probiert und war angetan von der Balance und Ausgewogenheit der Mischung. Es ist eine reife, sehr nuancierte Mischung, die trotz des Latakia-Anteils auch für diejenigen geeignet ist, die nur selten eine englische Mischung rauchen oder eine solche gerne mal probieren möchten.

Een echt lekker kruid! – Gut gebrüllt, Löwe!

Grüße aus dem Werdenfelser Land!


Autor: Torsten Wieczorek


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