Willkommen bei Jogi-wan...

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Mittwoch, 15. Januar 2014

Augen auf beim Träumen!

In Deutschland soll es noch geschätzte 300.000 Pfeifenraucher geben. Eine Zahl, die in "unseren Kreisen" als eine Art Mantra unterwegs ist. Warum wird sie so häufig genannt? Damit wir glauben können, wir seien doch noch wer? Dabei ist die Zahl keinen Pfifferling wert. Wenn Sie diese Zeilen lesen, gehören Sie zu den "Leidenschaftlern". Zu den Leuten, denen Pfeife mehr bedeutet, als "nur rauchen". Wenn wir, Sie und ich ganz viel Glück haben, sehen vielleicht 3 % der oben genannten 300.000 das Thema Pfeife ähnlich. Der Rest hat was zu rauchen, kümmert sich einen Matthes um Feinheiten und qualmt glücklich und zufrieden "Black Luxury" und " Danish Vanilla".


WIR sind also ein Nichts, wir sind das gallische Dorf. Das Problem: Wer lange genug in diesem Dorf lebt und nur unter Gleichgesinnten der Leidenschaft nachgeht, verliert schnell den Blick für die tatsächlichen Begebenheiten. Ich möchte Ihnen so einen Menschen vorstellen. Einen Menschen, der, ohne es zu merken, die Realität durch Wunschdenken ersetzt hat: MICH!

Beispiel Youtube: Ich fand die Chance so toll, durch gemeinschaftliche Arbeit die Aufmerksamkeit der Industrie zu erregen. Quasi einen dauerhaften Synergie-Effekt anzustreben... eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen engagierten Fans und der Branche. Ich war überzeugt, dass das möglich ist. Wie sieht die Realität aus? Die Pfeifen-und Tabakindustrie interessiert es einen Pups, was irgendwelche Freaks auf dieser Plattform veranstalten. Unsere Leidenschaft wäre nur dann interessant, wenn sie möglichst schnell möglichst viel Geld in die Kassen spült. Tut sie aber nicht mehr... und da in der Branche heute nur noch "effektiv" gedacht wird (eine vornehme Umschreibung für die Beschränktheit, nur von 12 bis Mittag denken zu können!) werden wir eher als Zoo, denn als Partner betrachtet.

Kein Branchenriese investiert auch nur einen Cent mehr, als unbedingt nötig in den "toten" Markt Europa. Schon gar nicht in einen Fliegenschiss, wie uns paar Pfeifenraucher. Asien, Afrika... da spielt die Rumba... Wachstumsmärkte, Sie verstehen? Wir sind mehr ein lästiger Klotz am Bein, der mit einem Minimum an Aufwand bei der Stange gehalten werden soll. So erklären sich auch die Reaktionen der Firmen-Repräsentanten. Sei es, dass man sie einzeln anspricht oder im Rudel, wie auf der Intertabac. Man nähert sich ihnen, macht ihnen Vorschläge, unterbreitet Ideen, bittet um Berücksichtigung. Was ist die Reaktion? Der Mund öffnet und schließt sich tonlos (bis auf ein, Interesse heuchelndes, "Äh.." oder "Aha..."), wie bei einem Karpfen auf dem Trockenen. Die Augen aber verraten den Wunsch hinter der Stirnplatte: "Mannnn, wann verschwindet der Freak endlich?" Gelegentlich ist auch ein "Guck' mal, ein Pfeifenraucher... die gibts noch?" zu lesen.

Die noch existierenden, engagierten Händler sind die armen Schweine, die dieses Verhalten der Industrie dann ausbaden dürfen. Einmal leiden sie unter dem Desinteresse der Produzenten und zum Zweiten unter uns "Fans". Wir kommen, mit Hoffnung im Herzen und Rosinen im Kopf zum Händler und erwarten uns Futter für unsere Leidenschaft. Mal ein feines Pröbchen, zur "Anfütterung", mal ein schickes Prospekt... zum schwärmen, planen, freuen... und sind entsprechend enttäuscht, wenn es nichts gibt. Ja, wo soll der Händler es her nehmen? Soll er auf seine Kosten ein paar Päckchen Tabak spendieren, damit wir Proben haben? Bei der beschissenen Marge, die Tabak überhaupt noch abwirft? Unser Zorn trifft den Händler. Schuld sind aber die Leute, die uns mit unseren Rauchhölzern kaum noch wahrnehmen. ...und nun? Wollen wir jetzt schmollen? Wollen wir jammern, dass früher alles besser war?

Um Malmsheimer zu zitieren: "Früher war alles besser? Blödsinn!... aber früher war vieles gut... und das wäre es geblieben, hätte man die Finger davon gelassen!"

Hat man aber nun mal nicht. Es geht um Produktions-Optimierung, Anpassung an den weltweit gültigen "Mainstream-Geschmack", um effektive Handlungen zur Mehrung von Gewinn. Wir Pfeifenraucher sollten kapieren, dass für uns nicht extra ein "Lummerland-Reservat" aufrecht erhalten wird. Das ein Unternehmen wie Mac Baren in solchen Zeiten noch eine Serie wie die HH-Tabake präsentiert, sollte für uns Grund genug sein, das Unternehmen unter Absingen sämtlicher Psalmen durchs Dorf zu tragen. Das ist nicht die Normalität, wie wir sie evtl. aus unserem Blickwinkel zu erkennen glauben... das ist schon eine Sensation. Erkenntnis kommt von erkennen... also bitte mal runter mit der Anspruch erzeugenden, rosaroten Brille... und den Blick schärfen, für die Realität.

Ja, es ist schon schmerzhaft, festzustellen, dass das Pfeife rauchen auf dem Weg von der Normalität zur Subkultur ist... wenn nicht gar dort längst angekommen. Doch, es hat auch sein Gutes. In diesen "Freak-Bereichen" bildet sich zumeist eine Szene der Klein-und Kleinstanbieter... wie wir es im Bereich unserer Leidenschaft auch längst feststellen können. Nicht nur bei den Pfeifen, auch bei den Tabaken finden sich kleine, individuell agierende Produzenten, die im Herzen genauso bekloppt nach der Pfeife sind, wie ihre Kundschaft. Das bringt Vorteile. Persönliche Kontakte, überschaubare Strukturen, kurze Reaktionszeiten. Eingeschworenheit, die besondere Kräuter und Ideen hervor bringt.


Es macht Sinn, sich darüber zu freuen. Stattdessen wird Dan Pipe vorgeworfen, in diesem Jahr "nur" drei neue Tabake präsentiert zu haben. Ich schließe mich da lieber dem Chef, Dr. Heiko Behrens, an, der trefflich bemerkte, dass man eigentlich keinen neuen Tabak hätte bringen sollen - schlicht, weil es nur die Kosten erhöht, ohne notwendig zu sein. Da wird dem deutschen Ausnahme-Tabakblender Hans Wiedemann vorgeworfen, er stünde ja nicht selbst an den Maschinen um seine Kreationen herzustellen. Wenn das mal keine sinnvolle und praxisnahe Kritik ist. Da wird Herbert Motzek in Kiel bei Teilen der Szene immer noch als Geheimtipp gehandelt... obwohl der Mann bereits seit etlichen Jahren hochinteressante Tabake mischt, die man geraucht haben sollte. Wer ihn und die anderen Idealisten unserer kleinen, aber qualitativ hochwertigen Gemeinschaft immer noch nicht wirklich wahrgenommen hat, verlässt sich wahrscheinlich immer noch darauf, die besten Tipps, werbewirksam aufbereitet, von den "Großen" zu bekommen... doch, die Zeiten sind längst vorbei.



Ich würde gern ein schlichtes, aber lautes "AUFWACHEN" in den Raum rufen. Statt sich über eine kleine, aber gute und rührige Szene zu freuen, nölen sich selbsternannte "Experten" und halbinformierte Kurzdenker aus Profilierungssucht ins Koma. Bei diesen Leuten fällt mir gern das Zitat von Dieter Nuhr ein: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ...........!" Solange man berücksichtigt, dass die Anbieter von ihrer Arbeit auch leben können müssen, solange man nicht erwartet, dass kleine Händler und Produzenten Wunder wirken können, solange man fair und positiv das Geleistete beurteilt... solange kann man sich an der kleinen "Spezialisten-Szene" in der deutschen Pfeifen-und Tabakwelt erfreuen - und stolz darauf sein. Jenseits der wurschtigen, blasierten Großindustrie, die uns allenfalls noch für "lästigen Bestand" hält! Fans und Liebhaber, wie wir, wissen es besser: Die Pfeife hat Zukunft - natürlich!


Ihr Ralligruftie

Autor: Ralf Dings




Kommentare:

  1. Lieber Ralf,

    danke für diesen Kommentar! Er ist eine treffliche Analyse des Markts, so wie er sich auch mir darstellt. Ich mag Deine Vorstellung von einer Subkultur (das ist für mich kein Unwort!), die aus sich heraus neue Werte schafft und nicht darauf hofft, dass aus industrieller Fertigung tatsächlich neue Impulse für leidenschaftliche Pfeifenraucher kommen.

    Menschen wie Hans Wiedemann müsste es noch viel mehr geben, den großartigen Pfeifenbauern und -künstlern müsste eine viel bessere Bühne gebaut werden, als sie das selbst können oder die Händler möchten. Die http://pfeifen-galerie.de ist da eine erfreuliche Ausnahme, dieses Blog ebenso.

    Dass ein Markt aus einer Subkultur entstehen kann, ist keine Fantasterei, sondern Fakt. Wir erleben es gerade auf zwei anderen Spielfeldern der Genusswelt: Kaffee und Bier.

    Beim Kaffee wird von der Third Wave gesprochen, die - mit Ursprung New York - weltweit angetreten ist, Kaffee wieder zu einem echten Genuss werden zu lassen. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland unzählige Kaffeeröstereien, die ihre Räumlichkeiten und Maschinen mit anderen Kleinstanbietern teilen, die Mut zum Experimentieren und Leidenschaft für guten Kaffee vereinen. Allein hier in Frankfurt gibt es gut ein halbes Dutzend dieser Röstereien, etwa Hoppenworth & Ploch, Frankfurter Kafferösterei, Gorilla Kaffee, Wissmüller, Wacker, etc. pp.!

    Beim Bier ist es die Craft-Beer-Bewegung, die angetreten ist, dem immer gleichen, charakterlosen und allseits gefälligen Industriebier den Garaus zu machen. Kleinstbrauereien in den USA, aber auch zunehmend hier in Deutschland, experimentieren mit Hopfensorten, Malzen und verschiedensten Rezepten, um neue, ganz großartige Biere (wieder) ins Leben zu rufen. Kaum ein Mensch hier weiß, wie toll ein gutes IPA (z.B. vom Braukunstkeller in Michelstadt) oder ein Rotbier (z.B. von Ratsherrn) schmeckt.

    Beide Szenen funktionieren und entwickeln sich, weil die Vernetzung gegeben ist und gegenseitige Unterstützung. Wie letzteres gelebt werden kann, zeigen ganz großartig die Macher von Premium-Cola, die als Unternehmer ein Mission Statement formulieren, wie es wahrscheinlich den wenigsten Einzelhändler-Riesen über die Lippen kommen wird, aus Angst vor den Shareholdern: "Premium will die Welt verbessern, indem wir ein menschliches und nachhaltiges Wirtschaftsmodell besser funktionierend und tragfähig vorleben und verbreiten."

    Und: "Wer es genauer wissen will: Premium ist eine kleine Getränkemarke ohne Büro, die seit über elf Jahren existiert und vieles bewusster regelt als die "normale" Wirtschaft. Das Projekt wird von einem Internet-Kollektiv nach dem Prinzip der Konsensdemokratie gesteuert und bis in Details wie z.B. "Anti-Mengenrabatte", "feste Umsatzanteile in die Alkoholismusvorsorge" oder "veganer Etikettenleim" optimiert - und bis zum freien Premium-Betriebssystem entwickelt. Das setzen wir auch für andere Getränke ganz oder teilweise um, gründen Kooperationen, ..."

    In einem solchen Modell sehe ich eine große Chance für unsere wunderbare Subkultur! Statt dem typisch deutschen Reflex des Jammerns nachzugeben, können wir die Situation durchaus als Chance verstehen, etwas ganz großartiges aus der Not heraus entstehen zu lassen. Der Phönix aus der Asche. Die Third Wave der Tabakblender. Die Handcraft-Bewegung der Pfeifenbauer.

    Wir brauchen Unternehmertypen genauso wie Künstler an der Werkbank und der Tabakpresse. Menschen mit Ideen und Know-how. Leidenschaft ist vorhanden. Dieses Netzwerk der Pfeifenbegeisterten sollte groß genug sein, um die Richtigen zu finden. Let´s go.

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    1. Hallo Thilo,
      ich sehe das sehr ähnlich und vergleichbar positiv. Zumal "unsere Szene" bereits eindrucksvoll beweist, dass es geht.
      Über das Planungsstadium sind wir hinaus...und der Zuspruch gibt der Bewegung recht. Erfolgreiche Messen, wie Lohmar, Speyer, Büdingen, engagierte UND erfolgreiche Pfeifenmacher und Tabakblender, Gesprächsrunden, Stammtische und eine rührige "Medienabteilung"...alles Zeichen, die einen positiv in die Zukunft sehen lassen.
      Nur, es darf keine GEGEN-Bewegung werden. Ein wichtiges Ziel muss sein, den Fachhandel einzubinden und die Bemühungen um die Industrie nicht einzustellen. Gerade der zweite Punkt mag frustrierend sein, doch, man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben!
      Lieben Gruß, RALF

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  2. Lieber Ralf,
    was du in Hinsicht des Umgangs der Industrie mit dem Thema schreibst, kann ich aus beruflicher Erfahrung zu 100% so unterschreiben. Es gibt in jedem der Häuser den ein oder anderen Mitarbeiter, der das Thema (meist eher aus nostalgischen Gründen) etwas emotionaler Betrachtet, als die reinen Quartals-Umsatzzahlen, aber das war´s dann schon mehr oder weniger.
    Das wäre eigentlich ein Grund mehr für die "Freaks", konstruktiver und kooperativer zusammen zumindest den Versuch zu wagen, etwas in die richtige Richtung zu bewegen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich etwas reißen lässt. ;)

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    1. Lieber M.
      meine Überlegungen und Erkenntnisse der letzten Zeit verdanke ich dem wichtigen Einblick, den Du mir gewährst. Das war und ist mir sehr wichtig, um wirklich konstruktive Überlegungen überhaupt anstellen zu können. Teil dieser Überlegungen ist, wie schon oben erwähnt, dass eine "alternative" Pfeifenszene keine Gegenbewegung werden darf. Der Fachhandel muss mehr als bisher eingebunden werden...auch und gerade bei der Planung von Messen und Co. Der Kontakt zur Industrie MUSS weiterhin gesucht werden. Vielleicht gibt es ja wirklich ein paar Leute, die weiter sehen können, als nur bis zu ihrer Nasenspitze!
      So, wie die Entwicklung zur Zeit ist, ist sie NICHT gut- sie führt zur Spaltung und das muss verhindert werden. Sonst könnte sich die alternative Pfeifenbewegung rasch als "elitärer Handarbeits-Zirkel" präsentieren. So erstrebenswert eine Pfeifensubkultur aus eigener Kraft auch sein mag...sie muss für Jedermann interessant bleiben.
      Lieben Gruß, wir hören uns
      RALF

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  3. Hallo Ralf,

    danke für diesen Beitrag. Du sprichst mir aus der Seele.

    Vielleicht liegt genau in dieser "übersichtlichen Subkultur" die Chance der Zukunft.

    Immerhin ist in der letzten Zeit hier und da von neuen Interessenten am sowie Wiedereinsteigern ins Pfeife rauchen zu hören oder zu lesen.

    Vg
    Christian

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    1. Danke Christian !
      Ich habe allein im Jahr 2013 mit etwas 100 Leuten Kontakt gehabt, die neu (bzw.wieder) in die Leidenschaft Pfeife eingestiegen sind. Viele junge Leute sind darunter. Die Behauptung, die Pfeife sei tot, ist eine glatte Lüge.
      Nur, sie lebt auf einem Niveau, dass den Grossen nicht mehr lukrativ genug ist. Deshalb: JA, eine kleine, gesunde Szene ist eindeutig der richtige Weg.
      Lieben Gruß, RALF

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  4. Hallo,
    ein sehr schöner Kommentar.
    Muß ich als Neueinsteiger beim Pfeifenrauchen auf einmal feststellen, dass ich auf einer Insel der Glückseligen wohne?
    Wir haben hier im Ort einen Tabakhändler, der noch weiß, was er macht.
    Wo sich die Verkäuferinnen nicht zu fein sind, bei einem neuen Tabak auch mal den Kunden zu fragen, wie dieser Tabak sich rauchen läßt, um ihn dann auch mal selber zu testen.
    Nein, dass so etwas nict normal ist war mir vorher schon klar.
    Es ist der Zeitgeist, in dem unternehmerisches Denken bedeutet, den Kunden von seinem Liebsten, sprich dem Geld, zu trennen und schnell wieder vor die Tür zu bringen.
    Es ist noch nicht so lange her, da stellte ein Reporterteam fest, dass das Fleisch eines großen deutschen Lebensmittelhändlers beim Braten 20% Gewicht verliert.
    Der Händler wurde damt konfrontiert und erklärte: Wo ist das Problem, es entspricht doch unseren Qualitätsrichtlinien?
    Konsequens für einen an der Materie interessierten Kunden kann also nur bedeuten, solche Unternehmen zu meiden.
    Und weil ich Beratung und einen netten Plausch beim Tabak auswählen mag, laufe ich also lieber zum weiter entfernten Tabakhändler.
    Meinen Hund freuts.
    Schöne Grüße
    Marcus

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    1. Lieber Marcus,
      nun, zumindest bist Du mit einem solchen Händler wesentlich glücklicher dran, als viele "Mit-Pfeifler". Übrigens eine Sache, die ich hier vehement fördern möchte. Wer einen engagierten Händler hat, der vielleicht noch nicht den Bekanntheitsgrad hat, den er verdient: Bitte sendet Infos an den Blog. Wir stellen gern diese Händler vor...damit sich deren Mühe und Liebe zur Sache herum spricht...und so vielleicht auch andere Pfeifenraucher Nutzen davon haben !
      Es macht mehr Sinn, Energie für Lob, als für sinnlose Kritik zu verwenden...und Deine Konsequenz kann ich nur teilen !
      Lieben Gruß, RALF

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  5. Hallo Ralf,
    sehr schöner Artikel, der mir aus der Seele spricht.

    Während es in anderen Branchen durchaus noch möglich ist, als Kunde auch mal nichts "von der Stange" zu bekommen. wird man als Pfeifenraucher da von so manchem Händler im Regen stehen gelassen. Oder man soll dann statt 1 Pouch des Tabaks, den man gerne mal probieren möchte, gleich 5 nehmen. Weil der Großlieferant keine kleineren Chargen liefert.

    Zum Glück gibt es da noch kleine, aber feine Läden in den sprichwörtlichen Seitengassen, in denen das Bestellen einzelner Pouches/Dosen kein Problem ist. In denen man mir auch andere Tabake empfiehlt und zwar nicht, weil sie gerade neu oder "in" sind (Blue Sambuca), sondern weil der Händler inzwischen meinen Geschmack kennt. Aber die sind selten geworden. Ebenso wie die Akzeptanz in der Öffentlichkeit.

    Umso schöner ist es zu sehen, dass es immer wieder Pfeifenfreunde gibt, die sich um diese schöne Leidenschaft bemühen.

    In diesem Sinne herzlichen Dank und ganz liebe Grüße
    Anja

    www.grizzlymausbears-wife.blogspot.com

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    1. Liebe Anja,
      wir bemühen uns nicht nur um unsere Leidenschaft, wir werden es schaffen, eine gesunde und rührige Szene zu hegen und zu erhalten. Die Anfänge sind gemacht und erfolgreich. Wir lassen uns nicht unterkriegen. :-)

      Liebe Grüße, RALF

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  6. Hallo Ralf,

    besser hätte es man nicht ausdrücken können. Aber was sind wir paar Hundert vielleicht die sich in Foren, Blogs und FaceBook rumtreiben. Wenns die anderen 300.000 ? nicht gäbe, wären wir arm dran.
    Gruß

    Gerd

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    1. Das stimmt schon, Gerd ! Ich wollte auch nicht den Eindruck erwecken, die "Freaks" seien die Elite oder besser als der Rest.Ich achte jeden Pfeifenraucher. Wenn WIR aber mehr wollen, als den Durchschnitt, wenn mir mehr wollen, als nur geduldet werden...dann müssen wir selbst etwas tun.
      Wer weiss...vielleicht gelingt es uns, durch steigende Attraktivität unserer kleinen Truppe Zuwachs aus dem Gros der "normalen Pfeifenkonsumenten" zu "rekrutieren".:-)
      Wär`doch toll...
      Liebe Grüße, RALF

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  7. Trifft einiges zu & kann manchen zustimmen.

    ABER, geht man zB bei einer AutoMesse auch zu den Herstellern wie Mercedes, Audi/VW, Fiat/AlphaRomeo & Co. und sagt ihnen, was sie zu verbessern haben oder WIE sie bauen sollen bzw. gibt 'gutgemeinte' "Tipps" [(-wie Du/Sie selbst sagst-) von selbsternannten "Experten] über ihr(!) Geschäft ?!?!
    Oder 'verlangt' nach einem "Pläusch'chen" (Gespräch :-)) ... ???
    -> glaub' ich nicht bzw. würde mich selbst dass nicht "getrauen" !?!?
    [ Zuerst wg. zuwenig Hintergrund- und Detailwissen. Aber auch wenn ich vermeintlich genug hätte, wäre ich nur ein leidenschaftlicher Hobby'autonarr' oder dergleichen, sprich ein Dilettant (übrigens im UrsprünglichenSinne gemeint !!! ]

    • dito bei anderen 'Dienstleistern' / Branchen

    Bezüglich Tabak, mein Opa paffte in den 80ern/90ern und schwärmte fast immer um die "Besseren" der vorangegangenen Dekaden ... ;-) - obwohl man 'weiß', das diese nicht sooo "bekömmlich" waren ...

    -> ich denke, Anfänger oder solche die noch nicht soooo lange dabei sind, erfreut diese Vielfalt und vorallem DIESE (manche, aber meiste) Qualität ! Und später werden's genau diese herbei sehnen, da die später Neueren 'MindererQualität' seien und es 'nur' ums Geld ginge bzw. diese 'verdammten' Bürokraten/Zentristen und/oder die 'böse' Globalisierung ... ;-) --- ob es DASS nicht auch schon vorher gab ?!? :-D


    Dazu passt ebenfalls ein Zitat eines Schriftstellers:
    • "Die späteren Generationen schwärmen über die Zeit bzw. glorifiziert diese, in der wir HEUTE leben"

    oder eines Malers:
    • "In der Gegenwart wird über die Vergangenheit mit dem goldenen Pinsel gemalt"


    Trotzdem DANK für Dein/Ihr ENGAGEMENT,
    LG. Gerald

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    1. Hallo Gerald,

      nun, bei den (versuchten) Gesprächen mit der Industrie ging es nicht gerade um generelle Änderung der Unternehmensführung und auch nicht um "Stammtisch-Ideen", wie man hochkomplexe, technische Vorgänge besser lösen könne.
      Es ging um den Versuch, Gedanken und Ideen mitzuteilen, die die "Pfeifengemeinde" umtreiben.
      Im Gegensatz zum meist fensterlosen Elfenbeinturm, in dem die Industrie sitzt, verbringe ich pro Jahr einge 100 Stunden damit, mit Leuten "an der Basis" zu schreiben und zu sprechen, mich mit Fachhändlern, Machern, kleinen Produzenten und Branchenprofis auszutauschen. Das führt zum Erkennen von Wünschen und Strömungen, von denen die Industrie profitieren könnte, wäre sie nicht so einfalls-und instinktlos...oder so abgehoben. Das auf zurückhaltende Art zu vermitteln ist mein Wunsch, wenn ich solche Gespräche suche. Trotz reichlicher Rückschläge zu versuchen, vielleicht doch irgendwo Gehör zu finden...und die Einsicht, dass es da durchaus Geld zu verdienen gibt.
      Wenn beide Seiten profitieren können, ist es Dummheit, wenn eine Seite nicht einmal darüber nachdenkt- finde ich.

      Den Rest kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich habe bewusst vermieden, die Vergangenheit zu glorifizieren. Dazu besteht tatsächlich selten Grund...aber, ich erlaube mir, die Gegenwart zu kritisieren...und das nicht aus nostalgischer Verbohrtheit, sondern, weil ich Argumente habe, die die Kritik untermauern.
      Hierzu auch ein Zitat: "Wer sich mit der Gegenwart zu schnell zufrieden gibt, schädigt die Zukunft,"
      In diesem Sinne möchte ich diesen Beitrag verstanden wissen.

      Lieben Gruß, RALF

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  8. HABE NOCH "wichtiges Detail" VERGESSEN:

    • "Die späteren Generationen schwärmen über die Zeit bzw. glorifiziert diese, in der wir HEUTE leben" --- ZITAT VON ~1912/13 oder 1914 ;-)
    --> PASST IRGENDWIE, Stimmung & Zeit :-D

    Gerald

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  9. Es ist immer eine gewisse "Gefahr" dabei, wenn man aktuelle Zustände und Entwicklungen kritisiert, dass dadurch der Eindruck ensteht, die Vergangenheit wäre eine goldene Ära gewesen. Es ist jedoch eine Tatsache, dass sich die Strukturen gravierend geändert haben, zumindest in Deuschland. Wenn ich meine erste Zeit mit der Pfeife, in den Jahren 1992-1994 betrachte und mit der Situation seit meiner Rückkehr zur Pfeife, seit 2009 vergleiche, stelle ich doch fest, dass die Überallerhältlichkeit von Pfeifentabak so nicht mehr gegeben ist. Zumindest in meiner Heimatstadt mit +500.000 Einwohnern. Damals hat praktisch jeder Händler mit Tabak im Sortiment auch mehr oder weniger Pfeifentabak geführt und es gab mehr Fachhändler. Tabak-Proben zu erhalten war überhaupt kein Problem und die Beratung war hervorragend. Für eine vernünftige Auswahl an Pfeifen musste man auch nicht ans andere Ende der Stadt. Alle diese Punkte haben sich verschlechtert. Gut, dafür verfügen wir heute über das Internet und die Auswahl ist dadurch um ein vielfaches größer. Nur: würde ich allein wegen der Möglichkeiten, die das Internet bietet, HEUTE mit dem Pfeiferauchen anfangen? Nein.
    Ralf kann natürlich nicht auf jeden Punkt explizit eingehen und sein Essay ist zurecht sehr allgemein gehalten, es soll ein grundsätzlicher Denkanstoß sein.
    Ich bringe jedoch mal ein exemplarisches Beispiel: warum nimmt Hersteller XY (nicht wenig) Geld in die Hand, um dem Handel eine aufwändige Produktübersicht auf hochwertigem, dicken Papier, mit Ringlochung, Hochglanz Druck zu bieten, in der man dann Seite für Seite liest: "fruchtiges Aroma". Wie soll man damit interessierte Kunden beraten? De facto kann das Ding kein Händler gebrauchen, da er sich in der Beratung ja nur lächerlich machen würde. Ließe sich noch lange fortsetzen...

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  10. "fruchtiges Aroma" und dergleichen "sinnfreier" Text bzw. (fast) immer das gleiche, was auch die Mischungen angeht ==>>> gebe ich vollkommen zu und dann hätte das ganze Sinn & 'Recht' IMHO ...

    Tabaksproben und dergleichen, leider(!) richtig. Nur wir leben halt im Zeitalter der 'Gesundheit' und somit werden Trafiken und vorallem (fast jeder) Tabak 'uninteressant' - für die Mehrheitsgesellschaft und somit wiederum der Industrie ... (ausser ein paar Trendys wie jetzt Shischa's)
    -> siehe dito dazu, dass Thema "Trafikensterben (in Ö.) und die sogenannten 30.000€ 'Rückzugsgeld'" - anderen/(vor)letzten Beitrag

    DASS ist leider auch(!) die Realität - und es wird mehr (davon) kommen !!!?!!!
    -> und zwar nicht von bzw. den Politikern, Wirtschaft oder Konzerne - WIR, die (Mehrheit der) Gesellschaft wünscht diese Änderungen ... !!!?!!! - [das meiste 'LEIDER']

    Gerald

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  11. Der Artikel ist einfach nur KLASSE !!! Weiter so, ich bin dabei.
    LG Norbert

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  12. Treffender hätte man die Situation nicht in Worte fassen können!
    Chapeau, lieber Ralf! Meine ungeteilte Hochachtung für diese Zeilen!
    Max

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  13. Sehr tiefgründig und beeindruckend.
    Es spiegelt jene Leidenschaftler die in Vergessenheit scheinen.
    Doch der Schein trügt!
    Die "Alten" und "Neuen" Pfeifenliebhaber sind wieder im kommen.
    Auch wenn der Pfeifenliebhaber Stiefmütterlich behandelt wird (auch wie im oberen Beitrag beschrieben), ist es auf lange Sicht vor allem für die Tabakindustrie, bald ein wichtiger bestandteil.
    Viele der Zigarettenraucher (diese liefern zur Zeit den Hauptumsatz) stellen aus Kosten gründen das rauchen ein. Die Tabakbesteuerung macht das rauchvergnügen auch nicht billiger, sondern wie ebenfalls dieses Jahr auch wieder teurer.
    Der geringere Teil dieser Raucher stellt dann fest, das ihm Pfeife schmaußen doch sehr behagt, dass die Zeit beim Pfeifenschmauß keine Rolle mehr spielt und man sich völlig dem Genuss widmen kann.
    Ein paar wenigen gelingt es dann tatsächlich dieses Feuer der Pfeifenleidenschaft in sich zu entdecken.
    Bisher habe ich "nur" viel mitgelesen und mich über die vielen Meinungen gefreut, da werde ich mich gerne anschließen



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  14. Hi!

    Ich bin einer der Neulinge und habe das Glück bin einer nicht näher zu bezeichnenden Hansestadt an der Elbe einige gute Tabakhändler mit geschulten Verkäufer_innen (gegendert weil zutreffend) habe. Proben? Klar hier hast du 5! Beratung? Nimm den nicht, der ist zu langweilig!

    Ich fühl mich da gut aufgehoben und durch die tollen Youtuber und Blogger werde ich zusätzlich gebildet.
    Außerdem ist die Pfeife das nächste Hipster Ding, man beachte die Berichte in der Heritage Post und dem prominenten Pfeife Rauchen in "Hell on Wheels" von verdammt coolen Hauptdarstellern.

    Ob das "gut" ist? Naja es fuhrt Menschen an die Pfeife und an den Genuss und wenn es nur zeitweise ist.

    Grüße

    Fabian

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