Willkommen bei Jogi-wan...

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Samstag, 30. November 2013

Kohlhase & Kopp - Winter 2013

Ja, ja, ich weiß, Winter-, Sommer-, Jahres-, und wie sie alle heißen, -Tabake. Wie oft habe ich schon gehört, „Mensch Cord, lass die Finger davon, das ist alles nicht das Wahre“, ja ich weiß!

Aber trotzdem bin ich wahrscheinlich einer der ewig Unverbesserlichen, die jedes Jahr doch eine Dose zum Probieren kaufen und ich bin auch schon sehr positiv überrascht worden, z.B. der Peterson „Winter 2012“, der war richtig gut. Aber nun zu unserem jetzigen Patienten, dem K & K „Winter 2013“.


Kohlhase schreibt auf der Dose:

Die Winter Edition macht es Ihnen leicht, sich mit der kalten Jahreszeit anzufreunden. Brauner und schwarzer Cavendish garantieren ein sanftes Rauchvergnügen des Wintertabaks. Goldener und brauner Virginia sowie eine Spur per Hand zerriebener Flake verfeinern diese Komposition. Die Mischung verführt mit Akkorden von gerösteten Mandeln, süßem Nougat, winterlichen Zimtaromen und kandierten Kirschen.

Soviel zum Dosentext, hört sich ja recht vielversprechend an, oder!? Gut, also auf die Dose und mal gerochen und geschaut, optisch ist das Bild, wie erwartet, eine recht bunte Mischung aus Cavendish und Virginia. Nur den Flake suche ich vergebens. Aber der soll ja auch zerrieben sein.

Der Duft ist im ersten Moment sehr betörend und stark, die kandierten Kirschen und den Zimt rieche ich sofort, von Mandel und Nougat ist aber nichts zu erschnuppern. Kommt vielleicht beim Rauchen mehr zum Tragen, mal sehen. Das Stopfen ist, wie erwartet, absolut kein Problem, auch das Anzünden geht gut von der Hand. Sofort macht sich das schon als Geruch bekannte Aroma von den kandierten Kirschen und dem Zimt bemerkbar. Nougat und Mandel: Fehlanzeige. Das ganze bleibt auch so bis zur obligatorischen Füllungsmitte, denn da zeigt sich ja fast immer was ein Aromat so taugt. Und tatsächlich, es kommt das NICHT Erhoffte, aber Befürchtete. Der Tabak bricht völlig ein. Ab der Hälfte verschwindet das Aroma komplett und es bleibt nur noch heiße Luft. Und wie sagt Jogi immer so schön: “Qualmgetöse. Schade, war „nix“!"


Fazit: Der K & K „Winter 2013“ ist so einer. Einer von den Tabaken, die ich besser nicht gekauft hätte und es tut mir auch ein bisschen um das Geld leid, aber ich bin ja auch selbst schuld, ich Unbelehrbarer. Ich höre sie jetzt schon wieder sagen, „habe ich doch gleich gesagt“ ! Ja, habt Ihr, ABER ich weiß auch, das ab und zu ein echter Knaller dabei ist, siehe Petersons' „Winter 2012“, von dem ich glatt vier Dosen verraucht habe. Also werde ich unverbesserlicher Optimist weiter suchen und irgendwann finde ich wieder einen, der aus dem Einheitsbrei heraus sticht. Soviel ist sicher!



Autor: Cord Markiewicz

Mittwoch, 27. November 2013

DTM - Shannon Mellow Flake

Man muss wahrscheinlich schon ein Tabakmeister sein, ein überdurchschnittliches Begleitwissen über die Göttlichkeit des Krautes haben oder eine blühende Fantasie besitzen, wenn man darstellen möchte, warum und wieso die Tabake aus der Serie „Treasures of Ireland“ ein „tribute to Irish tobacco blending tradition“ sind. Nun ja, „Limerick“, „Galway“, „Donegal“, „Killarney“ und „Shannon“ sind Städte und Ortschaften in einem höchst interessanten Land mit malerischen und zugleich schroffen, sowie rauen Landschaften. Und mit dem „Shamrock“ als dreiblättriges Kleeblatt, einer Beigabe des heiligen St. Patrick, setzt DTM namenstechnisch der gesamten Serie die Haube auf.


Als ich vor etlichen Jahren zum ersten Mal in den heiligen Geschäftsräumen der Firma in Lauenburg weilte, forderte ich am Verkaufstresen einen galanten und fruchtigen Tabak. Mit dem Hinweis, dass sich dieses Döschen recht großer Beliebtheit erfreut, überreichte mir der nette Angestellte den „Shannon“. Das war ein ready rubbed-Tabak mit vereinzelten Flakestückchen. Durchaus duftig und beerig roch es aus der Dose, im Geschmack leicht bis mittelstark, ziemlich einfach runter zu rauchen mit einem fruchtigen Aroma und einer sehr anständigen Raumnote. Aber: Es folgte die Zeit, in der ich mich vom aromatischen Rauchkraut immer weiter entfernte. Ich glaube, ausschlaggebend dafür war eine Füllung von einem Bellini, der mich ziemlich hastig zur Noträumung veranlasste und auch den „Shannon“ aus meinem Repertoire strich und mit in den Abgrund zog, obwohl dieser es eigentlich gar nicht verdient hatte.

Jahre später, also jetzt, bietet uns DTM den „Shannon Mellow Flake“ an. Selbiger Tabak, so der Hersteller. Einzig, Michael Apitz, der norddeutsche Lausbub in Sachen Aroma, hilft der Mischung nochmals auf die Sprünge, in dem er sie presst. Heraus kommt der Virginia/Burley/Black Cavendish in lockerer Flakeform. Genau so weich, genau so „dunkelfruchtig“, nur etwas mehr verdichtet, um den Katalog zu zitieren.


Jetzt könnte es natürlich passieren, dass der eine oder andere Interessent davon ablässt, weil er sich mit einem Flake einfach nicht anfreunden kann und/oder will. Diese Sorge ist unbegründet, denn schon beim ersten Stopfen landet die Portion zerbröselt auf den Knien, ohne dass man etwas dafür kann. Das, was zu retten ist, füllt man locker in den Pfeifenkopf, drückt ein wenig an und entzündet das Rauchopfer mit max. einem oder zwei Zündhölzern. Mir ist, als wenn das Fruchtaroma während der ersten Hälfte der Rauchdauer etwas sanfter, ausgewogener und lieblicher ist, im Fortgang zeigt der „Shannon“ durchaus auch einen Hauch von natürlichem Tabakgeschmack. Aufmerksamkeit erfordert er vom Bediener des Rauchinstrumentes auf alle Fälle, ansonsten kann es heiß in der Hand werden. Die Raumnote ist immer noch mitbewohnerfreundlich. Es gibt also von mir nichts zu mäkeln. Einzig, aber das ist mein eigenes Problem: Ich mag Fruchtaromen immer noch nicht besonders gerne. Daran ändert auch Michael Apitz mit seiner Tabakpresse nichts!



Autor: Ralf Ruhenstroth

Dienstag, 26. November 2013

Tabak: Erik Nørding - Hunter Blend "Labrador"

 
Das dänische Pfeifenmacher mitunter gerne auch ihre eigene Tabaklinie auf den Markt bringen ist bekannt. Ebenso, das Pfeifenmacher Pfeifenserien zu bestimmten Themen fertigen, wie z.B. Erik Nørding seine bekannten Jagdpfeifen seit 1995 eine bekannte Sache sind. Aber eine Tabakserie von Erik Nørding, die sich als Hunters Blend bezeichnet und Jagdhunderassen gewidmet ist, machte mich stutzig. Einerseits interessiert, andererseits ungläubig, ließ ich mir von einem Freund diesen von McClelland gemischten US-Tabak besorgen. Einige Wochen später standen die Dosen bei mir auf dem Tisch: Labrador, Retriever und Pointer. Wer allerdings einen erdigen, nach Wild, Wald, Jagd und Hundeschweiß riechenden Tabak vermutet hat, wie es der Name vermuten lässt, ist auf dem Holzweg. Erik Nørding’s Hunter Blends sind nämlich eine Serie von aromatischen Tabaken. 

Da ich gerne naturbelassene und englische Mischungen rauche, war ich sehr gespannt auf diese aromatischen Hunde-Mixtures. Ein Labrador riecht normalerweise nach Schlamm, Wasser, wenn er draußen seiner Arbeit als Apportierhund nach geht, zumindest tut unserer es. Nørding’s „Labrador“ hingegen hat ein wunderbares Aroma von Karamell, Haselnuss und einer leichten Note von Kaffee, den er beim Öffnen der Dose verströmt. Die Mixture besteht aus aromatisiertem Black Cavendish, süßen Virginias und mildem Burley. Aber Vorsicht: Der Tabak hat es in sich und ist bei Leibe keine leichte Mischung. Der Burley sorgt für einen ordentlichen Nikotingehalt und gibt, abgerundet mit den Virginias, der Mischung einen vollen, schönen aromatischen Geschmack.
Der Tabak lässt sich gut stopfen und brennt gleichmäßig und problemlos ab. Nach den ersten Zügen stellt sich ein wunderbares Aroma von leichter Süße, Haselnuss, Karamell und Kaffee ein, die das erste Drittel der Füllung über dominieren. Im zweiten Drittel treten der Burley und der Virginia in den Vordergrund und geben dem Tabak Körper und Kraft. Der „Labrador“ lässt sich angenehm und kühl rauchen, wird niemals unangenehm und der Black Cavendish ist ein angenehmer, aber nicht aufdringlicher Begleiter. Selbst für eingefleischte Raucher englischer Mischungen, die hin und wieder Abwechslung bei den Aromaten suchen, ist der Hunters Blend „Labrador“ von Erik Nørding eine lohnenswerte Empfehlung. Bei mir gehört er in jedem Fall zum ständigen Begleiter in meiner Tabakbar; und unserem Labrador gefällt er auch...


Grüße aus dem Werdenfelser Land

Autor: Torsten Wieczorek

Montag, 25. November 2013

HU-Tobacco - Nashville County

The South will rise again

Hören Sie die Musik im Hintergrund? Nein, nicht das Thema der "Glorreichen Sieben"... das ist wilder Westen und damit eine ganz andere Baustelle!

Genau... da läuft "I walk the line "… der knarzige Bariton vom "Man in Black". Baumwolle, Mais, Tabak... und die berühmten Feuerwasser von Jack Daniels und George Dickel.. we`re down in Tennessee. Hier, wo Burley so ausgesprochen wird, als habe man eine Halsentzündung.


Wer Hans Wiedemanns "Nashville County" probiert, kann nur zum Südstaatler werden. 60% satter Kentucky-Burley widerlegen klar, dass sich dieser runde, würzige Tabak nur für Beimischungen eignet. Selbstbewusst trägt er hier seinen kernigen Charakter zur Schau, röstig-süß, malzig, voll... unterstützt von roten Virginias ist das ein Fest für die Freunde gehaltvoller Tabake.

Doch, da ist schon "Dampf" hinter... schön kühl geraucht, gern aus voluminösen Köpfen, offenbart sich aber eine Fülle an dunklen, deftigen,satten Aromen, die einen gedanklich die Fahne mit den 13 Sternen begeistert schwenken lässt... ob das nun politisch korrekt ist oder nicht.

Gut, das Raumaroma trifft nicht überall auf ungeteilte Begeisterung... doch wir sind ja in erster Linie Raucher und nicht Riecher.


Beginner sollten respektvoll am Übergang warten, bis dieser "Orange Blossom Special" durchgerauscht ist... und Aromatenfans finden bei HU sicher bessere Alternativen. Für den Rest gilt: MUST TRY!



Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Sonntag, 24. November 2013

Tabak: Motzek - Herbst 84

Die letzten Föntage bei uns im Alpenvorland sind endgültig vorüber. Die Gipfel der Berge mit dem ersten Schnee bedeckt, die Felder abgeerntet. Die prächtige Färbung des Laubs ist von den Bäumen verschwunden, die letzten Sonnenstrahlen des Tages wärmen nur noch spärlich. Die Herbststimmung verblasst langsam; der Winter naht.
So ganz verschwunden ist die herbstliche Stimmung noch nicht, zu mindestens in meiner Pfeife wird sie noch wachgehalten. Seit gut zwei Wochen rauche ich die Mischung „Herbst 84“ von Herbert Motzek täglich und fühle mich stark an den wunderschönen Herbst, den wir hier hatten, erinnert. Viele der herbstlichen Gerüche und Aromen, von frisch geernteten Feldern, erdigen und moosigen Düften eines Waldspaziergangs im Oktober, finden sich beim Rauchen dieses Tabaks wieder oder wecken Reminiszenzen.

Beim Öffnen entströmt dem Beutel ein angenehmer, erdiger, leicht torfiger Geruch, der stark an herbstliches Laub, Waldboden und frisch geerntete Felder erinnert. Man erkennt die nicht zu breit geschnittenen Virginias, den Orienttabak und den Latakia, die dieser englischen Mischung zugrunde liegen.
Der Tabak lässt sich ohne Probleme stopfen und entzünden und bis zum Schluss durch rauchen, bis nur noch ein kleines Häufchen hellgrauer Asche am Boden des Pfeifenkopfes zurückbleibt.
Schon nach den ersten Zügen schmeckt man die milde Süße der Virginias, die in der ersten Hälfte der Füllung im Vordergrund steht, stets angenehm, aber nie aufdringlich. Die Orienttabake und der Latakia geben der Mixture eine angenehme dezente Würze, die vor allem in der zweiten Hälfte in den Vordergrund tritt, aber ebenfalls nicht dominant ist.
Ich habe den Tabak in mehreren Pfeifen mit Filter und ohne geraucht, wobei in den oFi Pfeifen der Tabak durchaus ein wenig Kondensat bildet. Insgesamt lässt er sich aber sehr kühl rauchen, beißt nicht, auch wenn man mal die Pfeife etwas heißer raucht. Die Raumnote des Tabaks ist durchaus kräftig und typisch für eine englische Mischung, aber trotzdem nicht aufdringlich.
Zu beziehen ist dieser wunderbare Tabak bei Herbert Motzek in Kiel, Knooper Weg 46, 24103 Kiel, Tel.: 0431 554162 oder über das Internet unter www.deintabak.de und herbert@deintabak.de .
Viele Grüße aus dem Werdenfelser Land

Autor: Torsten Wieczorek

Freitag, 22. November 2013

Tabak: Pöschl - Hansa Krüll

Ein Tabak als Zeitreise

Jetzt ist der Kerl völlig übergeschnappt und kommt uns mit so einem bescheuerten "Zurück-zur-Natur-Ding". Fällt dem nichts mehr ein?"


Nein, nein, nein... stop! Dieser Blog dient auch dazu, weniger bekannte, aber verdiente Tabake vorzustellen... und solch einer ist auch der "Hansa-Krüll". Mag sein, dass er kaum noch einer lebenden Seele bekannt ist, mag auch sein, dass die moderne Zeit dieses Kraut längst überholt hat. Mittlerweile steht er, wie ein "Schmuddelkind", im äußersten Eck des Tabakregals (wenn überhaupt) und ist wohl vom Großteil der Pfeifenwelt vergessen worden. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass er gut ist... und eine selten gewordene Alternative darstellt.


"Holländische Mischungen"... da werden die alten Hasen wissend nicken, die jüngeren Raucher aber den verständnislosen Blick aufsetzen. Alllllso: Es geht um einen Mix aus Virginias (nicht oder weniger süß), einigen anderen, abrundenden Tabakkräutern UND … Java! Dieser zigarrig-würzige Bursche war früher häufiger in Mischungen vertreten und sorgt für kräftig-runden Geschmack, macht den "Hansa" aber nicht stark. Der Werbespruch, den Pöschl der Mischung mitgibt, ist genauso puristisch, wie der Tabak selbst... und treffend: "Tabak, der nach Tabak schmeckt".


Tabakig, kernig, vollaromatisch, ehrlich - so steht er da. Wie ein kleiner Fels in der Brandung. Gefühlte 1000 Jahre der unterschiedlichsten Tabak-Moden sind spurlos an ihm vorbei gegangen. Süßschnäbel gehen ihm besser aus dem Weg, zur Akzeptanz der Raumnote ist eine gewisse Toleranz erforderlich und raucht man ihn zu hektisch, beißt er zu, wie eine gereizte Bulldogge... aber, hey... wir suchen doch wieder vermehrt nach Charakter in dem ganzen Einheitsbrei, den man uns heute zumutet. Bitte: Hier gibt es Unverwechselbarkeit mit der Bauschaufel. Ob nun selige Erinnerungen auf einem Nostalgietrip wecken... oder Neuentdeckung einer längst ausgestorben gewähnten Tabakgattung... mit dem "Hansa-Krüll" geht es... und der "Reisepreis" ist mit 5,10,--Euro für 50 Gramm sicher erschwinglich. Trauen Sie sich doch mal...

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Sonntag, 17. November 2013

Tabak: Timm (DTM) - Planter's Punch

Irgendwer muss irgendwann den „Planter's Punch“ aus Timms „West Indian Cocktails“-Serie zum Klassiker erklärt haben. Deshalb die Auferstehung dieser aromatischen Mixture im Jahr 2012 im Hause Dan Pipe, nach dem Michael Apitz noch einmal Hand angelegt hat. Mit diesem Hinweis informiert uns sowohl der Katalog, als auch die Website im Netz.

Die Dose ist außergewöhnlich geschmackvoll, sie macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Innen drin ruht ordentlich verschweißt die 100 g-Packung. Eine Mixture aus hellem Virginia, etwas Burley und schwarzem Black Cavendish. Es riecht fruchtig, eher wie Tee, als nach Alkohol. DTM macht darauf aufmerksam, dass hier echter Jamaica Rum beigemengt wurde (ob das stimmt??), dazu Essenzen von reifen Früchten. Ein sehr angenehmer Duft.


Nach dem Entzünden spürt man ein deutliches, sehr wohl dosiertes Aroma auf der Zunge, den Rum kann man sich vorstellen. Noch deutlicher schmeckt es nach Pfirsich und süßen Feigen, wobei die Auswahl der feststellbaren Früchte der persönlichen Fantasie entsprechen dürfte. Deutlich ist eine nussige Note, die vom Burley stammen könnte. Das Ganze raucht sich problemlos runter, der Tabak macht einen leichten Eindruck, das hochwertige Aroma hält fast bis zum Ende durch. Letzteres ist man ja bei DTM gewohnt. Im Raum macht sich eine sehr angenehme Note breit.

 
Im Ergebnis bin ich jetzt eigentlich auf die beiden anderen Tabake der „West Indian Cocktails“-Serie neugierig. Denn das hier ist ein bemerkenswerter Aromat, der zum Naschen ausgezeichnet geeignet ist.


Autor: Ralf Ruhenstroth

Donnerstag, 14. November 2013

DTM - Cock Robin

Ich ver­liebe mich offen­bar immer in die fal­schen Tabake… immer in sol­che, die, kaum habe ich ein posi­ti­ves Review geschrie­ben, nicht mehr her­ge­stellt wer­den.
So ist auch der Ascanian No. 3 „Smooth Latakia“ aus dem aktu­el­len Katalog ver­schwun­den. Eine leise Ahnung, was uns Rauchern damit ver­lo­ren ging, gibt der „Cock Robin“ aus dem glei­chen Hause. Natürlich kommt er nicht an die unglaub­li­che Qualität des Ascanian heran, aber trotz­dem ist das ein rich­tig fei­nes Kraut, dass ich, seit die Dose offen ist, fast unun­ter­bro­chen vor mich hin rau­che.



Auf dem Foto ist auch eine kleine Tonpfeife abge­bil­det - das zeigt, dass der Tabak trotz sei­nes Schnittes auch aus klei­nen Köpfen geraucht wer­den kann. Größere sind aller­dings bes­ser. Aber auch so geht das sehr gut, der Rauch brennt nicht auf der Zunge. Selbst dann nicht, wenn man, wie ich, ab und an ohne Aufmerksamkeit die Pfeife raucht (zum Beispiel - wie gerade jetzt - beim Schreiben am Computer oder beim Lesen eines span­nen­den Buches).


Da der Tabak recht grob geschnit­ten ist - er besteht aus auf­ge­rubb­tem Flake - braucht es beim Stopfen etwas Sorgfalt. Je klei­ner der Kopf der Pfeife, desto vor­sich­ti­ger sollte das erfol­gen. Durch den gro­ben Schnitt kommt es schnell zu „Luftlöchern“ - und dann glimmt der Tabak wie Zunder. Da er aber auch eine gute Feuchte hat, darf er nicht zu fest gestopft wer­den, der Tabak möchte atmen. Ergo, hier emp­fiehlt sich, was in vie­len Anfängerbüchern steht: Die gestopfte und noch nicht ent­zün­dete Pfeife auf Zug che­cken ehe der Genuss beginnt.

Denn der kommt! Sicher! Nach drei, vier Anzündversuchen (der Tabak bäumt sich anfangs sehr auf) umschmei­chelt der Geschmack eines zwar süßen und wei­chen, aber nicht zu süßen und zu wei­chen Virginias die Zunge, unter­malt von einem spür­ba­ren Hauch „lata­kiani­scher“ Würze. Diese Abstimmung ist wirk­lich gut gelun­gen! Kleiner Pro-Tipp: Je küh­ler der Rauch desto erfreu­li­cher der Latakia-Anteil, desto bes­ser die Verbindung der Aromen. Übrig bleibt nach lan­gem Genuss ein klei­nes Häufchen hel­ler Asche und ein wirk­lich ange­neh­mer Raumduft.

Dan Pipe schreibt ohne viel Werbe-Lyrik über den Cock Robin: „Englisch ist … der Tenor die­ser Ready Rubbed Mixture mit viel druck­fer­men­tier­tem Virginia, der für eine süß­li­che Grundnote sorgt, und einem dezen­ten Anteil Latakia, der einen Hauch rau­chi­ger Würze bei­steu­ert.  Im Rauch sanft und kühl, im Raum mit unauf­dring­lich tabakech­tem Duft.“

Dem schließe ich mich an, aller­dings noch mit dem Hinweis: Unbedingt pro­bie­ren! Es lohnt sich.


Autor: Nic Frank
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Mittwoch, 13. November 2013

Enttäuschende Verluste...


"Das hätte es früher nicht gegeben!" So äußern sich ewig Gestrige ja gerne mal. Doch Sachzwänge und gesellschaftliche Entwicklung bringen nun einmal Veränderungen mit sich. Unvermeidbar und in vielen Fällen auch als Anpassung an die Situation - und somit nötig. Wo diese Veränderungen nachvollziehbar sind, müssen sie wohl auch akzeptiert werden. Doch was ist mit den Veränderungen, die ausschließlich Verlust mit sich bringen...? ...und zudem noch nicht einmal einleuchtend erklärt werden können?


"Das hätte es früher nicht gegeben"... dieser Gedanke geht mir oft durch den Kopf, wenn ich Erlebtes aus der Pfeifenbranche erzählt bekomme oder selbst erlebe. Auf der Messe reagiert der Außendienstler einer führenden Pfeifenfirma, angesprochen auf massive Oberflächenprobleme vieler ausgestellter Pfeifen mit dem Satz: "Tja, daran werden wir uns wohl nun gewöhnen müssen!". Da besucht ein guter Freund ein führendes Pfeifengeschäft in NRW. Der Verkäufer präsentiert ihm ein Angebot renommierter Pfeifen zu günstigem Preis. Auf dem wohl-sortierten Auslagebrett findet besagter Freund dann eine Pfeife mit deutlichem Holmriss und informiert den Verkäufer darüber. Der reagiert mit dem Kommentar, dass sein Chef sich darüber nicht freuen wird... und legt die Pfeife wieder in die Auslage. Auf die Frage, ob er das defekte Stück nicht entfernen wolle, kommt ein lapidares :"Später!" Noch eine Stunde danach liegt die besagte Pfeife am gleichen Ort. Wartet sie wohl auf einen unaufmerksamen Käufer?


In den wohl-sortierten Räumen eines weiteren Händlers erwirbt ein anderer Freund zwei Pfeifen, die der Verkäufer hinter den Kulissen in einen gemeinsamen Karton verpackt. Erst nach dem Bezahlen und der Annahme des Kartons klappert es im Behälter. Der Grund ist, dass beide Pfeifen ohne Säckchen, ohne Schutz einfach gemeinsam in die Verpackung gelegt wurden.

Ein renommierter Tabakhändler aus dem benachbarten Ausland sendet mir eine Bestellung zu. Lose Tabake, die in Klarsichtbeuteln verpackt sind. Der Transport hat nachweislich nur drei Tage gedauert. Beim Auspacken stelle ich fest, dass ein Tabak schon vor längerer Zeit seine Lagerzeit überschritten hat und brösel wie trockenes Stroh.


Ein anderer, großer Händler verkauft einem noch recht unbedarften Beginner eine Pfeife der "Auenland"-Serie... mit so vielen technischen Macken, dass sie einem Fachmann (und als solcher sieht der Händler sich) sofort auffallen müssten. Tatsächlich nur übersehen?

Diese Beispielreihe ließe sich noch seitenlang fortsetzen. Ja, ich weiß, dass das Gros der Händler anders ist... gute Arbeit leistet. Doch anhand dieser Häufung von "negativen Einzelfällen" zu sprechen, bringen nur notorische Schönfärber fertig.

Ich will hier auch keine Erbsen zählen. Wenn mich eine 300 €-Ser Jacopo in einem Vauen-Säckchen erreicht, wenn in einer Filterpfeife für gutes Geld nicht mal ein Filter steckt, dann kann ich da inzwischen lächelnd drüber hinweg sehen. Ich frage mich schlicht: WARUM? Sind auch hier Sachzwänge schuld? Ist auch das ein Zeichen einer sich verändernden Gesellschaft? NEIN! Es ist schlichte Wurschtigkeit! Der Verlust, der hinter solchen Fällen zum Vorschein kommt, ist weitaus dramatischer, als es zunächst den Anschein hat. Es geht um kaufmännische Ehre... ja, was für ein altmodisches Wort. Doch altmodisch bedeutet nicht unbedingt auch überholt. Fairer Handel sollte sich nicht ausschließlich auf Entwicklungsländer beziehen. Stammkunden schafft man sich nur, wenn man durch Verlässlichkeit eine entsprechende Vertrauensbasis schafft.


Gab es den Kaufmann aus Überzeugung denn nur in früheren Zeiten? Das will und kann ich nicht glauben. Es IST auch nicht so. Nach wie vor gibt es viele Leute in diesem Berufsstand, die ihrer Aufgabe mit Leidenschaft nachgehen und sich ihren guten Ruf redlich verdient haben. Doch die zunehmenden, schlechten Beispiele sind auf zweierlei Art gefährlich. Einmal schaden sie den "schwarzen Schafen" - und das völlig zu Recht. Andererseits schaden sie der ganzen Branche. Menschen behalten nun einmal schlechte Erfahrungen und "verbuchtes Lehrgeld" besonders intensiv in Erinnerung... und sie neigen zur Verallgemeinerung. Wer also unter den Pfeifenhändlern glaubt, sich den modernen "Dealer-Gepflogenheiten" anpassen zu müssen, in dem er alles etwas teurer, dafür aber nur noch mit halbem Arsch macht, sollte die Quittung dafür erhalten. Bei den Pfeifenproduzenten dieser "Glaubensecke" funktioniert das ja scheinbar schon recht gut.


Mein Rat ist ebenso einfach, wie konsequent: Lassen Sie sich als Kunde nichts gefallen. Seien sie aber so fair, wie Sie es auch vom Händler erwarten. Fehler passieren und jeder muss die Chance bekommen, sie auszubügeln. Wenn Sie aber merken, dass man Sie nicht ernst nimmt, wenn Sie merken, dass Sie als Kunde eher Last als Lust sind... dann streichen Sie diese "Fachgeschäfte" einfach von Ihrer Liste... und kaufen Sie zukünftig bei Anbietern, die Ihr mühsam erarbeitetes Geld durch entsprechende Leistung verdienen. DAS ist das beste Regulativ für eine gesunde Branche. ...und verlassen Sie sich eher auf Ihr Bauchgefühl, als auf große Namen. Hinter all' den schlechten Beispielen zu Beginn dieses Artikels stehen nämlich wirklich "Große", denen man solche Sachen nicht zutrauen sollte.

Die "schnelle Mark" machen zu wollen, ist im Kaufmännischen immer eine Scheiß-Einstellung. Sie scheint aber zunehmend salonfähig zu werden. Es ist am Kunden, diese Entwicklung maßgeblich zu beeinflussen und die Mehrheit der vertrauenswürdigen Händler in ihrem Tun zu unterstützen. Wenn Sie ihr Geld geschenkt bekommen, verschenken Sie es ruhig weiter. Wenn Sie aber (was eher der Fall sein dürfte) für Ihr Geld Leistung bringen müssen, dann ist es Ihr Recht, ebenfalls Leistung zu erwarten, wenn Sie das Geld wieder ausgeben!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Montag, 11. November 2013

G.L. Pease - Laurel Heights

Der stinkt schon aus der Dose... etwas süßlich, dahinter verbirgt sich etwas modriges und ledriges; die Summe ergibt einen Geruch aus der Dose, den ich kaum beschreiben kann. Dabei ist die Zusammensetzung dieses lockeren Schnittbildes auf Anhieb nicht spektakulär. Feinste Virginias, wie man sie in der „Fog City Selection“ von G.L. Pease oft findet (s. auch „Union Square“) und eine Spur von Latakia. Es könnten Öle sein, die man in der Dose erschnuppert und die auch im Raum beim Verkosten einen Duft hinterlassen, als wenn ein Puma hinter die Heizung geschifft hat.


Der „Laurel Heights“ ist einer von den Tabaken, der mir direkt nach dem Öffnen positiv auffällt, weil er sich in einer exakt richtigen Konsistenz zum sofortigen Verkosten befindet. Darüber hinaus ist er so was von leicht zu stopfen, so dass man schon aus diesem Grunde nicht von ihm lassen mag. Der Tabak schmeckt durch, ist mittelstark. Er ist dezent süß und daneben schwingen immer ein kleines bisschen Würze und Rauchigkeit mit. Diese Kombination in diesem Mischungsverhältnis macht auch mir, der nicht unbedingt zu den Latakia-Freunden gehört, richtig Spaß.

 
Ein Genuss, der mal wieder beweist, dass der Latakia in relativ geringen Dosen ein fulminanter Würztabak sein kann. Ich weiß, die englischen Kumpels mögen das Zeug lieber mit der Bauschaufel verabreicht, mir als Virginia-Liebhaber ist es genau so recht. Allerdings: Rauchen kann einsam machen. Denn die Raumnote hat es in sich. Meine Frau macht die Tür zu, und zwar von außen. Egal, ich möchte Pfeife rauchen und nicht quatschen... zumindest diese Füllung, so lange, bis nichts außer dunkelgraue Asche zurück bleibt.


Autor: Ralf Ruhenstroth

Sonntag, 3. November 2013

Dietlmeier - Eigenmarke #9

Ein Kuss aus Havanna

Das Licht wird dunkler, das Wetter kälter, die Kost deftiger... und während überall die Sommersachen im hinteren Teil des Kleiderschranks verstaut werden, motte ich meine Aromaten ein. Warum? Ich kann es Ihnen nicht sagen... meine persönliche Marotte. In Herbst und Winter sind Aromaten bei mir so gefragt, wie ein Eisbecher mit Sahne. Ich suche in der dunklen, kalten Zeit nach Tabaken, die mir mit ihrer Würze, ihrem Charakter Halt geben. Therapeuten werden alarmiert aufsehen.


Da kommt der Zigarren Dietlmeier „Eigenmarke 9" genau richtig. Ein lieber Mensch, der in der Nähe des Fachgeschäftes von Herrn Schreitt daheim ist, bedachte mich mit diesem wunderbaren Kraut – Volltreffer! Seine Zusammensetzung liest sich, wie ein Herbstmenü mit fünf Sternen:

Zunächst ist da ein dunkler Broken Virginia, dessen feine Süße von etwas Black Cavendish abgerundet wird (Halt! Weiterlesen! Nicht jeder BC wird mit Aromen zugebombt!) Diesem "Fond" geben die Maitres von K & K dann wohldosiert röstig-kräftigen Kentucky zu... das gibt Tiefe und Körper. Es folgt ein wenig spritzig-sanfter Perique, der das Ganze mit seidig-feinwürziger Säure anreichert... und dann der Kick: Havanna! Das ist, wie die Nelke im Rotkohl, wie der Schmalz am Sauerkraut, wie die Pflaume im Hirschragout. Die feine Finesse, die aus "lecker" "delikat" macht.


Das ist reiner Tabak-Herbstgenuß in 16:9 und 3D. Sehr sanft, aber würzig, unglaublich facettenreich und harmonisch... Premium-Klasse für die Gourmets feiner Mischungen. Zudem glimmt er problemlos an und durch, wobei der Raumduft sich eher dezent gibt. Diesen Tabak könnte ich aus einer Boswell XXL-Giant rauchen und hätte immer noch nicht genug. Er wird ein ständiger Gast meiner Tabakbar werden und schafft mühelos den Sprung auf das Podest meiner "TOP 3-2013".... und wenn Ihnen diese Sätze jetzt etwas übereuphorisch erschienen sind, tut es mir leid. Dieses Kraut bringt mich wirklich aus dem Häuschen.


Wer sich nun grämt, dass sein geographischer Standort einen raschen Besuch bei Herrn Schreitt nicht möglich macht, möge seine Sorgenfalten wieder glätten. Unter 0881/61808 und unter info@zigarren-dietlmeier.de sind Kontakt und sicher auch Bestellungen möglich... und die beneidenswerten Menschen, die in der Nähe wohnen, finden ihn in der Admiral-Hipper-Straße 15, 82362 Weilheim

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings