Willkommen bei Jogi-wan...

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Mittwoch, 30. Oktober 2013

Zenith: Die älteste existierende Pfeifenmanufaktur







Autor: Dieter Niermann

Cornell & Diehl - Pennington Gap

Irgendwo zwischen muffig und dezent alkoholisch riecht es, wenn man Cornell & Diehl's „Pennington Gap“ öffnet. Das dunkle Tabakbild setzt sich aus Burley, Black Cavendish und einem Schuss Perique zusammen. Woher die alkoholische Duftnote kommt? Der Tabak ist lt. Beschreibung mit einem „guten“ Bourbon aromatisiert. Nach meinen positiven Erfahrungen mit McClellands „Virginia 35 Ribbon“, mit Whisky-Noten, bin ich auf den „Pennington Gap“ mehr als gespannt.


Erste Ernüchterung: Zunächst ist der Tabak viel zu feucht. Er lässt sich zwar noch relativ problemlos in den Pfeifenkopf füllen, aber schon das Entzünden gestaltet sich problematisch. Es folgt also eine zweiwöchige Zwangspause, ohne das ich dieses Machwerk von Cornell & Diehl genießen kann.

 
Ca. zwei Wochen später riecht es aus der Dose nicht mehr so muffig, alkoholisch bleibt es dennoch. Nun gut, das darf ein mit Bourbon-Aroma angepriesener Tabak auch. Die ersten Züge lassen das Aroma erkennen, klar ist aber auch, dass Süße hier nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wenn sie denn überhaupt da ist. Ich tippe auf den Perique, der bei einem unachtsamen Ziehen sämtliche andere Tabaknuancen nieder drückt. Aus dieser Klammer heraus zukommen geht nur über äußerste Zurückhaltung. Dann wird es würzig und das Aroma schickt sich an, die Zunge sanft zu umschmeicheln.

Für mich persönlich hat Cornell & Diehl mit dem „Pennington Gap“ eine aromatische, mittelstarke Mischung erfunden, die zwar selten ist, aber deswegen wahrscheinlich auch nur eine begrenzte Zahl an wirklichen und dauerhaften Freunden finden dürfte. Dabei liegt es mir völlig fern, an der Qualität des Tabaks zu zweifeln, aber diese Mixture erweckt bei mir den Eindruck, dass das hinzu gegebene Bourbon-Aroma einen aussichtslosen Kampf führt. Gegen einen Burley, der entgegen der Beschreibung des Herstellers hier überhaupt nichts Nussiges mit bringt und einem Perique, der für meinen Geschmack irgendwie falsch akzentuiert wurde. Jemand, der sich gerne selbst froh redet, würde jetzt sagen, dass im „Pennington Gap“, trotz Aromas, noch echter Tabakgeschmack zu finden ist. Dem könnte ich, obwohl der Tabak nicht chemisch schmeckt, nicht zustimmen. Ich gestehe: Ich komme mit ihm nicht klar! Andere Pfeifenfreunde mögen das besser als ich können. Von Cornell & Diehl nehme ich mir lieber eine andere Mischung und den Bourbon trinke ich lieber.


Autor: Ralf Ruhenstroth

Dienstag, 29. Oktober 2013

G.L. Pease - Cumberland

Der „Cumberland“ von G.L. Pease ist sicherlich ein Nischenprodukt aus der Rubrik „es darf durchaus mal etwas heftiger sein“. Das war mir spätestens klar, als ich diese Mischung als erste Pfeife des Tages geraucht habe. Der Reihe nach:

Nach dem Öffnen der Dose findet der geneigte Freund eine an sich völlig harmlos aussehende Virginia-Mischung in feinen Fasern vor. Ein bisschen aufgelockert wird das Bild von dunklen Fäden. Glaubt man der Beschreibung, wurde vom Mischmeister ein über 20 Jahre gereifter Kentucky beigemengt. Ein Schuss zusätzliche Würze lässt die Dreingabe von Perique erwarten. Im Geruch findet sich das erwartete Heu und eben auch eine Portion ordentliche Würze im Hintergrund.


Einfachstes Anzünden schickt den Pfeifenraucher dann auch gleich los. Und wenn man nicht aufpasst und zu schnell pafft, dann geht es auf eine überraschende Reise. Das Wort „überraschend“ kann hier ganz schnell negativ belegt sein. Soll heißen: Das Kraut ist recht stark, was wohl dem Kentucky geschuldet ist. Der belegt dann auch alles und lässt einer Süße der Virginias keine Chance. Hat man nichts vorher gegessen, kann es noch übler ausgehen. Die Problematik liegt zudem darin, dass diese Mischung wohl am besten ihre natürlichen Aromen preis gibt, wenn der Pfeifenkopf nicht zu klein ist. Ihr merkt, es kann zu einem Desaster werden, nämlich das recht schnelle Sättigungsgefühl und die etwas größere Füllung.

 
Also bleibt einem nur das übrig, was der „Cumberland“ unbedingt verlangt. Man muss ihn sehr sanft und zurückhaltend rauchen. Dann dauert die Füllung zwar recht lange bis sie sich dem Ende neigt, aber man erhält eine durchaus vielfältige Raucherfahrung. Dann drückt hin und wieder der Kentucky, aber auch die dezente Süße kann sich Freiraum schaffen und der Perique erledigt seine Aufgabe ebenfalls in einem brillanten Zusammenspiel.

Dies ist kein Tabak von der Stange. Nee, der sucht und hat sicherlich seine ganz eigenen Fans. Für mich ein Tabak für den Abend. Nach einem guten Abendessen und mit einem kostspieligen Dram. Da punktet der „Cumberland von G.L. Pease bei mir. Den Rest vom Tage lasse ich ihn aber in der Schublade.


Autor: Ralf Ruhenstroth

Montag, 28. Oktober 2013

DTM - Torben Dansk - 40 Jubilee - Danish Blend

Wenn ich nur daran gerochen hätte...

Ein neuer Tabak. Neugier... erst einmal lesen, wie Dan Pipe ihn beschreibt. Dann sorgfältiger Einsatz des Werkzeuges am Deckelrand. "Pfffft"... offen, Deckel ab und erst einmal die volle Nase nehmen.


ALTER SCHWEDE... es fühlt sich an, als sei ich mit dem Riechkolben in einen Weihnachtsteller gefallen. Frisch geschälte Mandarinen, Dominosteine, Vanille-Kipferl... dazu beinahe tränende Augen durch die Intensität. Ne... also der geht gar nicht... mach' wieder zu und denk' drüber nach, wem man den schenken könnte... irgendeinem "Aromaten-Hardcorer" jedenfalls.

Obwohl... jetzt ist er einmal da und offen... vielleicht doch ein kleiner Test? Her mit der alten Stanwell, die immer als "Testpilot" herhalten muss, stopfen und mit angespannten Mundwinkeln entzünden. Das schmeckt wie.... Moment mal... was'n nun los? Der Rauch ist mild, voll... das Aroma nicht künstlich. Eine dunkel-süße Zitrusnote ergänzt sich mit rundem Tabakgeschmack. Eher dezent, etwas schokoladig, sanft fruchtig... lecker! Die ganze Füllung bleibt harmonisch, die Mischung wirkt nie aufgesetzt, aufdringlich, kein Beißen. Gut, zur Hälfte hin verliert der Mix etwas an runder Harmonie, bleibt aber angenehm bis zu den letzten Krümeln.


Absolut kein Vergleich zum "Nasentest". Was die Jäger extremer Hocharomaten eher enttäuschen wird, entpuppt sich für mich als Glücksgriff... und den hätte ich beinahe verschenkt! Meine "Raumnoten-Testerin" gibt auch grünes Licht: "Süß, aber nicht aufdringlich!"

Na also... ich gehe jetzt mal eine meiner Lieblingspfeifen holen und wage noch' ne Runde... allein schon um zu begreifen, wie ein Tabak in Geruch und Geschmack derart unterschiedlich sein kann. Die Liste meiner Lieblingsaromaten ist kurz - der „Torben Dansk 40 Jubilee Danish Blend“ steht seit heute drauf! Ich empfehle ihn für mittelgroße bis große Köpfe. Ruhig geraucht bleibt er über die ganze Füllung so mild und beinahe schmeichelnd, dass auch Beginner den vollen Genuss empfinden dürften. Unbedingt probieren!... ich behalte meine Dose aber!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Donnerstag, 24. Oktober 2013

DTM - Torben Dansk - 40 Jubilee - Smooth Latakia

Schmalspur-Engländer oder echte Alternative?


Ah, Latakia... mein Thema! Äh... oder vielleicht doch eher nicht? Ja, was denn nun?

Na ja, also.... sagen wir, Latakia-Mischungen dieser Art sind ein Lieblingsthema von mir. Böse Zungen behaupten, ich wäre eben ein Weichei und deshalb wisse ich knorrige Engländer nicht zu schätzen. Ja, mag sein... doch mir geht es mit Latakia wie mit Chili. Ich liebe Geschmack und Wirkung, mag es aber nicht, wenn ich vor lauter Würze nichts anderes mehr schmecke. Dezent eingesetzt schätze ich am Latakia, dass er "Rundung" gibt, es versteht, Mischungen feinnervig-deftig zu ergänzen. Deshalb mag ich den Larsen # 20, den Mac Baren „Solent“ und deshalb habe ich den „Liberty“ aus dem Hause DTM probiert.


Der ging für mich aber irgendwie "aus der Spur". Ich bin wohl nicht recht mit der Art der Aromatisierung klar gekommen, die da vom Latakia begleitet wird. Entsprechend skeptisch war ich, als mich nun der „Smooth Latakia“ erreichte. Ich hatte was von "leicht süßlich" gehört und ein entsprechend beigemischtes Aroma erwartet. Doch wer lesen kann UND das Gelesene richtig versteht, ist klar im Vorteil!

Schon zu Beginn der ersten Füllung fällt auf, dass sich da kein Aroma in den Vordergrund drängt. Die dezente Süße, so sagt DTM, stamme von der Basis aus unaromatisiertem Black Cavendish. Ein nur 10%iger Latakia-Anteil sorge für die Abrundung. Wie das dann schmeckt? Lecker... auch und gerade, weil die Worte dezent und smooth bei der Beschreibung dieses Tabaks häufig vorkommen. Dezent ist nämlich hier kein anderes Wort für "langweilig"... es passt, weil es die Ausgewogenheit beschreibt, die dieses Kraut so feinnervig und delikat werden lässt.



Sanfte Süße, keine überbordenden oder alles überdeckenden Aroma-Explosionen. Genau die richtige Menge Latakia, um dieses Würzkraut nicht zum Selbstzweck werden zu lassen. Diese Mischung zu entwickeln war sicher ein komplexer Seiltanz. Etwas zu viel von einer Richtung... nur etwas und man hätte diesen Tabak vergessen können.

So verneige ich mich vor dem Mischmeister. Klasse gemacht... das ist eine echte Alternative, sogar für Leute, die dem Latakia sonst nicht sehr nahe stehen. Zudem eine Mischung, die recht einmalig auf dem Markt sein dürfte... und somit eine echte Bereicherung! Zusätzlicher, erfreulicher Aspekt: Selbst meine nasologisch sehr sensitive Lebensgefährtin hat nicht gemeckert... und DAS heißt was! Dicke Empfehlung, auch gern für Beginner, da der Tabak in keiner Disziplin überfordert. Eine würdige Jubiläumsmischung!


Autor: Ralf Dings

Sonntag, 20. Oktober 2013

Tabak: Newminster - Straight Virginia #701

Ein Pfeifenkumpel aus den USA schrieb mich vor geraumer Zeit an und teilte, als Liebhaber naturnaher Tabake, mir mit, dass er ganz aktuell ein relativ „neues“ Kraut im Kocher habe. Dieser dürfte mir bestimmt auch schmecken und so bot er mir eine zünftige Probe vom „Straight Virginia #701“ aus dem Hause Newminster an. Relativ schnell bewältigte der Tabak seinen Weg über den großen Teich zu mir nach Hause.


Die Geruchsprobe, süßlich, eher Weiß- als Schwarzbrot, machte mich noch neugieriger. Das Schnittbild mit seinen weichen Fasern forderte mich heraus, mir eine Pfeife mit einem recht großen Kopf zu nehmen. So mancher amerikanischer Tabak kommt mir schon mal zu feucht vor, dieser hier befand sich jedoch im absolut richtigen, rauchfertigen Zustand. 



Selten bekommt man die Gelegenheit, eine frisch gefüllte Pfeife so leicht, vor allen Dingen gleichmäßig, zu entzünden. Im Geschmack ist der Tabak in der Folge süß, etwas nussig. Sehr angenehm und sehr wohl meine bevorzugte Richtung. Allerdings, das soll nicht verschwiegen werden: Mit zunehmender Rauchdauer fehlt es mir ein wenig an Würze, so ein kleiner Kick, der den Tabak gegenüber anderen heraus hebt und so etwas Besonderes draus macht. Und er muss unbedingt langsam geraucht werden. Ansonsten wird er bissig, und das kann sehr unangenehm sein. Im Ergebnis ein mehr als brauchbarer Virginia, den ich gerne wieder rauchen würde. Wenn er denn bei uns erhältlich wäre.


Autor: Ralf Ruhenstroth

Alle Jahre wieder - Der Dan Pipe-Katalog

Kontinuität ist in unserer schnelllebigen Zeit auch im Bereich der Pfeife immer seltener geworden. Einer der wenigen, noch verbliebenen "Felsen in der Brandung" ist der jährlich erscheinende Katalog des Hauses Dan Pipe aus Lauenburg an der Elbe. Nun stellen wir uns ganz dumm und fragen (frei nach Prof. "Bömmel"): "Also, wat is ene Kataloch?"

Nun, darunter kann man jenes, klinisch reine und hochkünstlich auf "Lifestyle" gespritzte und mit einer Familienpackung Botox faltenfrei gemachte Nachschlagewerk verstehen, dass uns die Aylesbury-Gruppe jährlich in die Hand drückt. Sterile Fotos, künstlich anmutende Bilder von zum Teil leicht bekleideten Damen mit überdicker Zigarre (Miss Levinsky lässt immer noch schön grüßen) und ansonsten nackter, sachlicher Information. Gelegentlich garniert mit gequält-verkrampften Botschaften aus dem Werbetext-Grundkurs. Lifestylig... zeitgerecht... in des Wortes nachdenklichster Bedeutung.



Ein Katalog kann aber auch geliebte Lektüre sein. Wenn die Informationen prall von Praxiswissen sind, kleine Kommentare erkennen lassen, dass die beteiligten Personen die Pfeife "leben". Wenn man als Leser von der Begeisterung angesteckt wird, die aus jeder Seite eines solchen Kataloges fällt. Wenn man merkt, dass man Teil der Pfeifenwelt wird (und nicht nur als auf Konsum zu trimmender Geldbringer angesehen wird), kaum, dass man diesen Katalog aufschlägt. DAS ist ein Kunststück, dass Dan Pipe jedes Jahr gelingt.



Nun ist es ja so, dass auch (und gerade) in der Pfeifenbranche das Rad nicht täglich neu erfunden wird... während das Rad aber ständig weitere Verbreitung findet, schrumpft unser geliebter "Pfeifenkosmos" stündlich. Nicht nur auf der Verbraucherseite - auch auf Seiten der Hersteller für Pfeifen, Tabak und Zubehör. Wer also unter diesen Bedingungen in jedem Jahr ein Füllhorn von Neuheiten erwartet, dessen Inhalt förmlich aus dem Katalog quillt, sollte sich mit dem Begriff "Realismus" mal ein wenig ernster auseinander setzen. Überhaupt: Unter diesen Bedingungen trotzdem noch jedes Jahr ein hochqualitatives Nachschlagewerk mit wunderbaren Foto-Arrangements, ergänzenden Informationen und gepflegtem Stil zu veröffentlichen und KOSTENLOS an die Pfeifenfans zu verteilen, ist allein schon aller Ehren wert... und hat oberflächliche Kritik nicht verdient.

Man könnte es in Lauenburg doch mit einem 08/15-Webauftritt gut sein lassen... machen doch fast alle Mitbewerber genauso! Statt sich aber nun einfach über solch' ein gelungenes Geschenk zu freuen, sehen sich "überanspruchsvolle" Zeitgeister sofort genötigt, zu nölen und zu meckern. Während andere Pfeifenfreunde einfach den "Eintopf" genießen, sehen sie sich gezwungen, die enthaltenen Erbsen zu zählen. Ja, auf manchen Seiten sind nicht mehr erhältliche Pfeifen zu sehen. Wie furchtbar! Doch, einmal sind diese Pfeifen gekennzeichnet... und zum Zweiten dürfen sich diese Kritiker mal vor Augen führen, was das Neuarrangement ganzer Seiten kosten würde... nur um ein paar Pfeifen nicht mehr im Bild zu haben.

Zur Information: Eine Firma wie Dan Pipe wird betrieben, um damit AUCH Geld zu verdienen. Die dort Beschäftigten können es sich nicht leisten, ihre Arbeitskraft kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Daher ist eine Kosten-Nutzen-Rechnung unerlässlich. Wobei die im Hause Dan Pipe schon sehr "mild" aufgemacht zu werden scheint... sonst dürfte es diesen Katalog nämlich längst nicht mehr geben.



Da wird gemobbt, dass es "nur" drei neue Tabake gibt. Wenn heute ein Hersteller einen neuen Pfeifentabak entwickelt (was selten genug ist!) muss er sich sehr intensiv fragen, ob er dafür genügend Liebhaber findet. Ein Kraut auf den Markt zu bringen, dass dann nur von einem "eisernen Kreis" goutiert wird, hieße, das Thema Betriebswirtschaft gänzlich außen vor zu lassen. Das kann sich ein Unternehmen unserer schwierigen Branche einfach nicht mehr leisten... auch, wenn der verklärte Tabak-Freak das gern anders sieht. Insofern sollte man auch in diesem Punkt etwas mehr realistische Bescheidenheit zeigen - will man zu den denkenden Köpfen gezählt werden.

Zudem sollte man sich einmal ansehen, welche Vielfalt von "Nischentabaken" sich jetzt bereits im Dan Pipe-Sortiment befindet. Beispiele? Aber gern...

"Black Velvet", "Ascanian", "Devils Holiday", "Little Wren", "die Bulldogs", "St. Bernard", "Limerick", "Discovery", "Copenhagen Cavendish","London Blend 1000"... nur, um mal ein paar Tabake zu nennen, die eher nicht von jedem Pfeifenfreund geliebt werden - die aber trotzdem ihren Platz im Angebot erhielten... und erhalten.



Ich höre und lese, dass Pfeifenangebot sei "eher Standard".. Ach? Gut, beim Angebot der Herstellerpfeifen kann Dan Pipe nur zeigen, was es gibt.... Pfeifen dazu zu erfinden wäre eher kontraproduktiv. Was aber ist z.B. mit den seit Jahren immer mehr kultivierten "Torben Dansk"-Pfeifen? Nicht nur, dass sie in Form und Verarbeitung feine Qualität erreicht haben... sie sind auch noch bezahlbar. Gleiches gilt für die Auswahl an Pfeifen von Oldrich Jirsa. ICH habe die erst durch Dan Pipe wirklich kennen - und schätzen gelernt... und dafür danke ich den Lauenburgern herzlich.

Und wer jetzt noch über die stark gestiegenen Preise und das knappere Angebot bei Meerschaumpfeifen meckert, den kann ich wirklich nicht ernst nehmen. DAS war schon seit Jahren absehbar und wer zu spät kommt, den bestraft immer noch das Leben!


Keine Kritik, also? Ooooh doch! Die übermäßige hanseatische Bescheidenheit des Hauses nervt mich gern mal ein wenig. Da bringen die Lauenburger einen tollen Flake auf den Markt. Die gepresste Fassung vom "Shannon". Auf Seite 75 findet sich dazu aber nur ein beinahe schüchterner Hinweis. Auf der "M.A.-Spezialseite" 23 finden sich unten rechts zwei traumhafte Billiard-Exemplare. Zum Glück sind sie nicht NOCH kleiner abgebildet... ich hätte sie sonst ohne Lesebrille übersehen.


Dahinter versteckt sich die aktuelle M.A.-Pfeife (Tradition), gemacht von Former (ein echter Star) und gefinished von Holmer Knudsen (noch ein echter Star)... und das zu sehr akzeptablem Preis. HALLO? Diese Pfeifen haben eine ganze Seite verdient... nicht nur eine Randnotiz von 11x11 Zentimetern. Wie sagte mein Opa immer: "Klappern gehört zum Handwerk, mein Jung'!"

Es mag als Verschrobenheit durchgehen, dass im Katalog immer noch eine VHS-Cassette mit einem Pfeifenbaukurs zu erwerben ist... vielleicht sollte man dazu direkt "antike" Recorder anbieten? Überhaupt... da liegt soviel Potential brach. Nicht nur ich würde mit Begeisterung mehr über das Haus Dan Pipe wissen. Es gibt da doch die schöne Erfindung bezahlbarer Digital-Kameras... und es gibt die DVD. Wie sehr vermisse ich Filme, die mir mehr Einblick gestatten würden. Ein paar Titel gefällig?

1) „Eine Führung durch das Unternehmen"
2) „Ein Interview mit Dr. Behrens zum Thema Pfeifentabak"
3) „Behrens und Apitz erzählen Pfeifengeschichten"
4) „In der Tabak-Manufaktur"
5) „40 Jahre Tradition - Eine Unternehmensgeschichte"

...und mir fällt sicher noch mehr ein. Ja, ich weiß... auch das kostet Geld und Zeit. Doch, einen Acker nicht zu bearbeiten, der fruchtbar wäre, ist sträflich.

Es ist sicher nicht schwer festzustellen, dass ich ein Freund des Hauses war und bin. Gelegentlich würde ich es gern zeigen. Buttons, Aufkleber, T-Shirts, Kappen... Fehlanzeige! Das ist alles aber weniger Kritik, als viel mehr Anregung.... ich würde mich freuen, wenn es dazu käme.

Abschließend möchte ich auf die weitgehend gehaltenen (oder moderat angehobenen) Preise verweisen.... auch das ist heute sicher keine Selbstverständlichkeit mehr. Ich bedanke mich also beim Hause Dan Pipe für all' die Arbeit mit Herzblut der letzten Jahre, für all' das Wissen, dass mit den Pfeifenfans geteilt wurde und wird... und für einen, erneut sehr gelungenen Katalog 2014.


Keine Rose ohne Dornen, es kann nicht immer alles glatt laufen. Doch, auch in Sachen Reklamation und/oder Beschwerde bin ich bislang auf offene Ohren gestoßen... und wurde ernst genommen. Das rundet MEIN Bild von diesem Anbieter ab. Ich wünsche Ihnen daher viel Spaß beim Stöbern im neuen Werk... und nehmen sie sich die Zeit, die der Katalog sich redlich verdient hat... dann entgeht der Aufmerksamkeit nichts und es macht mehr Freude!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Montag, 14. Oktober 2013

DTM - Bulldog Medium Strength

In den Tiefen mei­nes Tabaklagers (das drin­gend wie­der ein­mal auf­ge­füllt wer­den müsste) fand ich diese Dose. Ich habe keine Ahnung, wie lange die dort lag. Wenn ich mir das Deckpapier anschaue: sehr lange… Der „Medium Strength“ ist einer von den Tabaken, die aro­ma­ti­sier­ten Tabak mit einer Spur wür­zi­gem Latakia ver­ei­nen - also von der Art, die ich wirk­lich mag.
Durch das lange Lagern ist der Tabak ziem­lich abge­trock­net - kein Vergleich mit einer frisch geöff­ne­ten Dose. Doch das tut dem Rauchverhalten kei­nen Abbruch. Einzig das flo­rale und eben typi­sche Bulldog-Aroma hat sich ein klein wenig ver­min­dert. Der Tabak riecht aus der Dose nun eher fruch­tig, bee­rig, ohne jedoch sein typi­sches Aroma zu ver­ber­gen.


Der eher unspek­ta­ku­lä­re Mischungsspiegel ist nichts Besonderes, aber er macht den Tabak leicht stopf­bar. Man braucht (wie gesagt, der Tabak aus mei­ner Dose ist eigent­lich etwas zu tro­cken!) den Tabak nur in den Kopf fül­len und ent­zün­den. Ein Nachstopfen ist nicht not­wen­dig und wird es auch nicht wäh­rend der gesam­ten Füllung.


Im Geschmack ist dann wie­der das flo­rale (iri­sche) „Bulldogaroma“ anwe­send. Gemischt mit dem auch geruch­lich wahr­nehm­ba­ren Beeren-Aroma. Durch den Latakiaanteil ist der Tabak ange­nehm wür­zig und wirkt kräf­ti­ger, als er eigent­lich ist. Denn er ist kein Nikotinhammer, son­dern eher ein Vormittagstabak. Durch den wür­zi­gen Geschmack jedoch tut er so, als ob… Und das gefällt mir außer­or­dent­lich gut.

Ich kenne den Tabak ja nun auch schon seit vie­len Jahren und habe ihn immer wie­der geraucht: den „Bulldog Medium Strength“ und den ihm ähn­li­chenBlack Velvet“ aus dem glei­chen Hause. Bedingt durch die Trockenheit glimmt der Tabak schnell her­un­ter (das ist bei einer fri­schen Dose - wenn ich mich recht ent­sinne - so nicht der Fall). Übrig bleibt ein klei­nes Häufchen grau-weißer Asche, die mit schwar­zen Anteilen gespren­kelt ist. Im Raumduft ist der Latakiaanteil deut­li­cher zu ver­neh­men, als es sich der Zunge ver­mit­telt.
 
Alles in allem: Ich mag das Kraut! Auch wenn der „Bulldog Medium Strength“ auf­grund sei­ner Machart ein abso­lu­ter Außenseiter auf dem Tabakmarkt ist. Doch wer diese Art der Aromatisierung mag und zudem ein wenig Latakia-Würze nicht abge­neigt ist… sollte den Tabak unbe­dingt pro­bie­ren. Wer weiß, wie lange es ihn noch gibt, wie lange DTM den noch pro­du­ziert.


Autor: Nic Frank
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Samstag, 12. Oktober 2013

Tabak: Vauen - Auenland

HOBBITSTOFF

Es „auenlandet“ allerorten. Kein Wunder, dass Vauen zur Intertabak zu weiteren "Auenland"-Modellen auch den passenden Stoff liefert.



"Auenland" heißt auch er und ist bereits nach den ersten Zügen als typische Kohlhase & Kopp-Mischung zu erkennen. "Saftig-süß", um Sméagol zu zitieren... doch der meinte damit ja frisch gefangenen Fisch. Diese Aromatisierung hat der Tabak zum Glück aber nicht- obwohl das wenigstens originell gewesen wäre.


Denn Originelles findet sich in der Mischung nicht. Virginia, ein Minianteil Burley und Black Cavendish. Die Aromatisierung und der Duft werden vom Pfirsich geprägt und von Orangen etwas unterstützt. Der Tabak kommt nur etwas zu feucht aus der Dose, kann aber ohne Probleme gestopft und geraucht werden. Das hatten wir alles schon? Stimmt und zwar im Dutzend. Nein, der Tabak ist sicher nicht schlecht - das reicht mir aber, mit Verlaub, nicht. Dieses Naschwerk will gar nicht recht zu den Pfeife rauchenden Charakteren der Romanvorlagen - und auch nicht der Filme - passen.



Vielleicht hätte man die Etiketten tauschen sollen. Der zeitgleich erschienene "Mellow Nut" würde mit seinem herberen, delikaten Nussaroma und leichter Vanille-Mirabellen-Note deutlich besser zu den urig angehauchten Pfeifen der Serie passen. So bleibt für das Auenland nur eine weitere Süß & Süß-Mischung von gepflegter Langeweile. Für die Fans der fruchtigen Leckereien sicher einen Versuch wert. Für die Anhänger speckbewamster, vollbärtiger Knurrhähne und vielschrötiger Zauberer ist da deutlich zu viel Rosa im Landschaftsbild!

Bleibt die Hoffnung, dass Vauen nachlegt. An den Fähigkeiten von Kohlhase & Kopp wird es nicht scheitern.

Auenländische Grüße,

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Huber (München) - Finest Virginia

Das Virginia-Tabake oft an den Geruch von Stroh, frisch gemähtem Gras oder einer Almwiese mit Kräutern erinnern, ist bekannt. Das es aber einen Tabak gibt, der nicht nur „so ähnlich“ oder annähernd so riecht wusste ich bisher nicht.

Der „Finest Virginia“ von Huber aus München eignet sich auch als Geschenk für gestresste Nichtraucher aus der Großstadt. Er ist die perfekte Alternative zum Kurzurlaub auf dem Land. Einfach die Augen schließen, an der Dose riechen und schon glaubt man, an einem schönen Sommertag durch das Alpenvorland zu spazieren, vorbei an einer Blumenwiese, auf der ein malerischer Heustadel steht.


Der „Finest Virginia“ ist ein Tabak, der seine Vorzüge hat. Schon allein die Optik macht den Virginia-Freund neugierig. Eine sehr helle, reine Virginia-Mischung, fein geschnitten. Der Kenner weiß sofort: Hier muss man eine kleinere Pfeife wählen und mit Bedacht rauchen. Nur dann offenbart sich die volle geschmackliche Pracht, dieses sanften und sehr leichten Virginia-Tabaks. Der „Finest Virginia“ ist nämlich einer mit feinen Nuancen, aber: Er ist nicht komplex. Ein schlichter, bodenständiger Naturbursche also, mit einem äußerst geringen Nikotingehalt. Gut geeignet ist der Tabak für Virginia-Neulinge und solche, die ihre ersten Gehversuche im filterlosen Rauchen machen. Dieser Tabak ist nämlich auch ohne Filter wunderbar sanft und leicht. Ich würde sogar sagen, dass das einer der Tabake ist, die man nur ohne Filter rauchen sollte. Denn dann schmeckt er interessanter, blumiger und würziger, bleibt aber gleichzeitig unglaublich mild. Die Freunde der kräftigen Flakes und Plugs werden mit dem „Finest Virginia“ aber wahrscheinlich weniger anfangen können.


Autor: Max Muthsam
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Mittwoch, 2. Oktober 2013

Saubere Sache - Über den Umgang mit Pfeifenreinigern


Ich sehe schon einige alte Hasen mit dem Kopf schütteln oder ihrem Unmut sonst wie Luft machen. Was soll DAS denn... wie man eine Pfeife putzt, weiß doch jeder! Ist das so? Während man tausende Ratschläge erhält, wie man eine Pfeife schonend raucht, halten sich die Tipps zur schonenden Reinigung eher in Grenzen... gerade für Beginner. Das man auch beim Reinigen einer Pfeife viel kaputt machen kann, ist vielen unerfahreneren Rauchern gar nicht wirklich bewusst.

Da sitzt ein junger Raucher neben mir, hat seine gerauchte Pfeife zerlegt und beginnt mit Feuereifer, sie sauber zu machen. Reiniger in den Holm, in den Kopf durchschieben - bis zum Widerstand... und dann, wie die rasende Pleuelstange einer Dampflok.... begleitet von einem fröhlichen "Tock-Tock-Tock" geht es dem Schmutz an den Kragen.


Das jedes "Tock" den Reiniger und seinen Draht in fröhlicher "Specht-Manier" gegen den vorderen Kopfrand klopfen und kratzen lässt, ist ihm gar nicht bewusst.... auch nicht, dass er sich damit mit der Zeit ein zusätzliches (und keineswegs erwünschtes) Loch in den Pfeifenkopf schlägt... oder zumindest die Schutzschicht in der Pfeife massiv schädigt. Schon ein kleiner Tipp überzeugt ihn, dass man einen Rauchkanal auch gründlich UND schonend putzen kann. Seitdem macht er es so:


Noch schlimmere Dinge widerfahren Mundstücken mit mittleren bis starken Krümmungen. Im Wissen, dass Reiniger flexibel sind, werden sie ins Mundstück geschoben und mit sanfter (oder nicht so sanfter) Gewalt dazu gezwungen, der Krümmung zu folgen. Wen nicht schon das herzzerreißende Kratzen und Kreischen des Drahtes skeptisch werden lässt, sollte sich Folgendes bewusst machen.
Wer es so angeht:


muss wissen, dass der Draht im Reiniger an dieser Stelle jedes mal etwas vom weichen Kunststoff abträgt (ja, das ist das Kratzgeräusch). Zunächst entsteht dort ein immer tieferer Kanal und irgendwann ist das Material aufgebraucht und das Loch entstanden. Gute Leute schließen solche Löcher mit viel Zauberei... oder ein neues Mundstück muss her. Das kann man sich ersparen, wenn man dem Reiniger eine gewisse Krümmung vorgibt - wie hier... und die hässlichen Geräusche bleiben auch aus!


Ein Hort schierer Verzweiflung ist oft der Reinigungsversuch eines Lippenbisses. Zugegeben, es gibt praktischere Lösungen... doch, mit einem simplen Trick gelingt auch die Reinigung dieser Spezialität ohne Gewalt und Verwünschungen. Hier sagen Bilder deutlich mehr, als Worte:




 

Zur "richtigen Reinigung" von Filterzapfen und Pfeifenholm werden gern ganze "Waffenarsenale" empfohlen. Einlagetampons aus dem Zahnarzt-Bereich, verschiedene Bürsten, zur "Wurst" gedrehtes Küchenkrepp...usw. Halten wir fest: Wer Pfeifen aufarbeitet, wirdf ür solche Helfer dankbar sein - wie auch für diverse Reinigungsflüssigkeiten. Natürlich kommen auch die "Schlampen" (die ihre Pfeifen nur alle halbe Jahre putzen) ohne diesen "Werkzeugkasten" nicht aus. Wer aber seine Pfeifen nach JEDEM Rauchen putzt, dem reichen auch so in Form gebogene Reiniger.



Man kann nämlich auch ALLES im Leben übertreiben! ...und bitte die Bisskanten nicht vergessen. Bisskanten sind wie Mundwinkel - sauber sind sie am attraktivsten!


Kommen wir zur Glaubensfrage! Nichts hält sich immer noch hartnäckiger, als die Geschichte vom Cake. Je dicker er ist, desto besser soll es sein. Es gibt zwar keinerlei objektive Belege für diese Behauptung - aber bitte... niemand soll zur Konvertierung gezwungen werden. Wer den Fachleuten glaubt, dass ein kräftiger Cake das Holz des Kopfes sogar zum Reißen bringen kann, wer den Duft eines Kohlenmeilers nicht SO hoch schätzt, der sollte sich auf minimalen Cake beschränken... und der bildet sich (aus natürlichem Grund) ohnehin. Selbst, wenn man die Pfeife schon nach dem ersten Rauchdurchgang so putzt, wie hier zu sehen:



Noch ein Tipp für Sparfüchse? Bitte sehr! Wer vornehmlich kleinere Pfeifen raucht, kann seine Haushaltskasse durch die Nutzung einer Schere geringfügig entlasten. Nämlich so:


Da aber der Kauf eines Päckchens Reiniger nun nicht gerade desaströse Löcher in die Kasse frisst, gilt für gute Pflege UND ein gutes Gewissen:


An Reinigern zu sparen heißt nämlich, am falschen Ende zu sparen. Soll eine (nicht gerade billige) Pfeife dauerhaft Freude machen und schmecken, soll sie nicht zur "Stinkbombe" mutieren und Brutstätte für kleine Teervorkommen werden, gilt: PUTZEN, BIS SIE SAUBER IST... oder zumindest, bis man mit dem erreichten Ergebnis leben kann. Wenn sich nun ein Beginner fragt, warum bei ihm die doofen Reiniger immer flusen und kleine Häärchen großzügig auf dem Tisch verteilen, kann ich ihn trösten. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass Qualitäten in der "modernen Zeit" selten besser werden. Da machen Pfeifenreiniger leider keine Ausnahme. Zugunsten der Hersteller nehme ich also mal an, dass die nachlassende Güte der Geldgier geschuldet ist... und man nicht etwa zu dämlich ist, vernünftige Reiniger zu produzieren!

Soweit MEINE Tipps. Fröhliches Putzen!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings