Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Donnerstag, 26. September 2013

Holger Danske - Original Tobacco Taste Traditional

Kann das denn sein? Ich sitze auf der Intertabac, halte ein Tabakpäckchen in der Hand und lausche den Worten der PLANTA-Chefin, Frau Dr. Ellen Stiller – doch was ich höre und sehe, kann ich kaum glauben. Ein naturnaher Tabak unter dem "Holger Danske"-Label?


Nun, Frau Dr. Stiller weiß es zu erklären... auch im Hause Planta ist die Unsicherheit über die kommenden (möglichen) Regulierungen von Aromen in Tabaken groß. Warum also nicht die Flucht nach vorne antreten und eine Alternative für die Fans der weniger aromatisierten Tabake anbieten? ...und diese Alternative ist auch noch überzeugend! Sieben Virginias sollen drin sein, dazu etwas Black Cavendish und verschiedene Würztabake.

Schon der Duft überzeugt mich. Mild würzig, leicht heuig mit dezent süßlichem Unterton. Er lässt sich vorzüglich stopfen, die Konsistenz ist gut... und er glimmt problemlos an. Die feine Süße findet sich im Geschmack ebenso wieder, wie ein reif-rundes Virginia-Aroma und eine leichte, ätherische Würze. Durchaus handfest, der Geschmack... aber nicht so kräftig, dass Beginner Abstand halten sollten. So geschmackvoll und rund kann ein bezahlbarer, naturnaher Tabak sein. (40 Gramm - € 4,80,--)



Der Raumduft bleibt ebenfalls tabakecht, ohne streng oder penetrant zu werden. Die Presse macht daraus sofort einen Tabak OHNE Aromazusätze. Frau Dr. Stiller bleibt da realistischer und räumt ein, dass natürlich eine dezente Abrundung der Tabake vorgenommen wurde. Doch die Aromen sind nur vorsichtige Ergänzung - kein Selbstzweck... und nicht wirklich zu spüren.


Dieser Tabak ist ein Vergnügen für die Fans des richtigen Tabakgeschmacks. Alte Füchse werden erstaunt die Augenbraue hochziehen und noch nicht so erfahrene Interessenten an naturnahen Tabaken haben mit ihm das ideale "Einstiegskraut". Ja, ich habe meinen Spaß mit dem Neuen... und hätte nie gedacht, dass ich einmal "Holger Danske"-Fan werden würde!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Montag, 23. September 2013

Intertabak 2013



Schön war's, aber...

Nichts zu spüren von Resignation - obwohl sie längst eingetreten ist. Wurde im Vorfeld der Intertabak 2013 das Abschmettern der Forderung nach Rauchverbot in den Hallen noch als Sieg gefeiert, war trotzdem für jeden Besucher ersichtlich, dass die Tage der weltgrößten Messe für Raucher-Bedarfsartikel in Dortmund wohl gezählt sein dürften. Eine Landesregierung, deren Marschrichtung realistisch gesehen von einer Handvoll Öko-Diktatoren bestimmt wird, wird sicher mit Freuden den eisernen Ideologiebesen weiter schwingen.


Ist doch auch völlig wurscht, ob der Stadt Dortmund damit vorsichtig geschätzte 1.000.000 Euro verloren gehen. Das Paradies NRW hat Geld im Überfluss - oder habe ich da etwas falsch verstanden? ...und die paar Arbeitsplätze, die kurz-, mittel- und langfristig vom Bestand der Messe abhängen, sind doch auch Peanuts, oder? Entscheidend ist doch, dass die Polit-Handlanger die Vorgaben der Lobbys erfüllen, für die sie von diesen Gruppen bezahlt werden. Man beißt schließlich nicht die Hand, die einen füttert... muss man sich dafür auch noch so zweifelhafter Inszenierungen bedienen.

Natürlich war auch diese Intertabak ein Fest in Chrom und Glas, natürlich waren vor den Kameras nur lächelnde Gesichter zu sehen - Business as usual eben! Doch, die perfiden Grabenkämpfer, die Fingerspitzengefühl längst durch Einheitsdenken ersetzt haben, werden den Sieg trotzdem davon tragen ...und sich in ihrem dümmlichen Glanz feiern lassen.

Bis aufs Äußerste eingeschränkte Gastronomie, Serviceangebote, die durch Vorgaben aus unverständlichem Kauderwelsch an die Kette gelegt wurden. Die Welt kommt nach Dortmund... und erlebt live mit, wie erfolgreich Deutschland jetzt schon wieder ist - in der Beschränkung persönlicher Freiheit, im geliebten Hang, sich steuern zu lassen, in der Faulheit der individuellen Meinungsbildung. Wir waren schon einmal die Weltmeister in Diktatur... und wir werden es wieder schaffen - diesmal nur mit anderen, "moderneren" Mitteln - das Ergebnis wird allerdings im Grundsatz vergleichbar sein. Gleichgültigkeit ist längst wieder salonfähig... und wo sie noch nicht ausreichend vorhanden ist, wird sie anerzogen. Durch Halbwahrheiten, frisierte Meinungsbildung der "öffentlichen Medien" und geschickt inszenierte Gehirnwäsche.


Dieses System ist bereits so erfolgreich, dass ein Volk, dass in der Lage wäre, sich eine eigene Meinung zu bilden, mühelos unter die Kontrolle einer Politikerriege gebracht werden kann, deren herausragende Fähigkeit es ist, ihren Namen tanzen zu können. Die politischen Vorgaben in Deutschland ermöglichen es problemlos, Lobby-Interessen in Gesetzesmäntelchen zu packen und sie am lästigen Volk vorbei zu wurschteln. Es gelingt also zweitklassigen Politclowns zuverlässig, dass Theater zu inszenieren, dass die Betreiber dieser Bühne zur Durchsetzung ihrer Interessen erwarten. Die Regisseure dieser Schmierenkomödien treten immer offener auf den Plan, ihre Dreistigkeit kennt kaum noch Grenzen. Ist ja auch kein Problem, da sich ein Volk aus mündigen Bürgern jeden Tag ein wenig mehr als denkfauler Einheitsbrei, als Herde mühelos steuerbares Stimmvieh entpuppt.

Die Kaspertruppe der gewählten Volksvertreter feiert sich selbst und freut sich über prall gefüllte Säckel. Neue Ziele sind längst sondiert - mit den Rauchern ist man bald fertig. Die Liebhaber eines guten Tropfens stehen bereits ebenso auf der Liste, wie die Freunde von Süßigkeiten ...oder die Gegner eines völlig idiotischen "Veggie-Days" ...oder sonstiger geistiger Ausfälle, die da noch kommen mögen.

Der Ratschlag: "Wehret den Anfängen" kommt längst zu spät. Zivilcourage und die Bereitschaft, selbstständig zu denken kann nur noch das Schlimmste verhindern. Wann wollen wir endlich damit anfangen ? Nun, im Falle der Intertabak in Dortmund ließe sich eine Lösung finden. Wenn die Messe nicht mehr dort stattfindet, wäre doch im Kalender Platz für eine Veranstaltung, die zumindest einem Teil des "grünen" Umfeldes gut gefallen könnte. Mein Vorschlag:

Eine Messe für Kinderkleidung und-mode!


Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Dienstag, 17. September 2013

Gawith & Hoggarth - Glengarry Flake

Eigentlich kein Lakelander...

Ach, es ist schwierig mit ihm. Nicht nur, weil er als "rough Flake" im Baumstamm-Format daher kommt. Ein paar Züge aus der frisch gestopften Pfeife und meine Realität verschwimmt. Ich sehe mich auf den Kiesweg treten, die Steine knirschen unter meinen Clarks.

Frisch, heute morgen... ich schlage den Kragen der Barbour Liddesdale hoch, ziehe die Balmoral-Kappe aus Harris Tweed tiefer und rufe den Beagle zum Spaziergang. Ein Griff in die Tasche zaubert den „Glengarry Flake“ hervor... und die gut eingerauchte Parker Rhodesian. Light and relax... äh, 'tschuldigung... aber Klischee kann so beruhigend sein!


Dabei ist der "Glengarry" kein typischer Lakelander. Man erwartet traditionell blumige und/oder seifige Aromen - für viele Raucher ein Graus, für Fans der Gipfel der Genüsse. Bei diesem Flake finden sich diese üblichen Charakterzüge allenfalls sanft begleitend im Hintergrund. Etwas Honig, ja... ein Hauch von ätherischem Aroma... doch davor ein stämmiger Virginia, reif-süß, kraftvoll... aber nicht zu stark... und vielleicht ein Quäntchen Whisky.


Runder, satter Genuss... wer ihn nicht wirklich geknickt und gefaltet bekommt, bricht ihn in die praktische Stapellänge eines Broken Flake - das tut dem Vergnügen keinen Abbruch. Ein Genuss, der mit den heuigen, erdigen Düften beginnt, die aus dem Pouch strömen und der in dem vollen, cremigen Rauch großartiger Virginias gipfelt. Ein wenig Erfahrung mit Flakes ist durchaus von Vorteil, aber keine Bedingung.

Wichtig ist ruhiges Rauchen... sonst beisst er! Ich könnte jetzt noch vom tabakecht-würzigen Raumaroma schwärmen, aber sie müssen mich entschuldigen. Der Hund kläfft unruhig, Regenwolken ziehen auf... wir wollen unsere Runde machen, damit wir das Roastbeef zum Lunch nicht warten lassen... und später muss auch noch der Landrover gewaschen werden. Have a good one, Ladies and Gentlemen!




Autor: Ralf Dings

Montag, 16. September 2013

Cornell & Diehl - Exhausted Rooster

Virgina und Perique: Ein himm­li­sches Paar. Und dazu ein himm­lisch Gutes!
Mit jeder Füllung über­zeugte der Tabak mich mehr – wobei ich aller­dings das Gefühl habe, dass der Tabak auch mit jeder Füllung stär­ker wurde. Frisch geöff­net ist es ein kräf­ti­ger Flake, jetzt, da die Dose fast leer ist, ist er zu einem ech­ten Hammer mutiert.

Doch der Reihe nach. Die Dose stand schon einige Jahre bei mir herum und ich habe sie lange nicht geöff­net, weil mich irgend­wer warnte ob der Stärke des Krautes. Das war, als ich schon den “Inderlude” für (fast zu) stark erklärte. Nun, ich emp­finde den „Exhaused Rooter“ nicht unbe­dingt für stär­ker, aber schon für einen ganz schö­nen Hammer.


Anfänglich – aus frisch geöff­ne­ter Dose – ist das Stopfen nicht ganz ein­fach. Der Flake ist rela­tiv feucht. Das gibt sich aber, wenn die Dose einige Zeit geöff­net ist. Es scheint, als gäbe es einen Zusammenhang zwi­schen dem Abtrocknen des Tabaks und der Zunahme an Stärke.


Doch das ist nicht das Wichtigste des Tabaks. Es ist der Geschmack! Dieser Flake ist die ideale Mischung aus kräf­ti­gen, zucker­hal­ti­gen Virginias, feu­er­ge­trock­ne­tem Burley und einer ordent­li­chen Menge Perique (das sind wohl sicher mehr als die übli­chen 3 - 5 Prozent). Vordergründig ist der Rauch leicht süß-rauchig, gepaart mit dem Aroma von Trockenpflaumen. Dieses Aroma ist so stark, dass man schon fast den Geschmack als auf­dring­lich bezeich­nen kann. Ich weiß nicht, wer schon ein­mal die Nase in ein Fass puren Perique gesteckt hat. Das stinkt erbärm­lich nach einer Mischung aus unge­wa­sche­nen Füßen und Silage. Und die­ses, an Silage erin­nernde Aroma, ist tat­säch­lich zu erschme­cken. Das klingt sicher­lich nicht gerade appe­tit­lich… aber der Perique-Fan wird daran seine Freude haben. Und die habe ich.

Ich denke, dass die Power aller­dings dem – für mich nicht wirk­lich erschmeck­ba­ren – feu­er­ge­rös­te­tem Burley zuzu­spre­chen ist. Dieser und der Perique erge­ben schon eine krasse Mischung. Der Tabak sät­tigt allemal. Und sollte nur sit­zend und in Ruhe genos­sen wer­den. Und – das jeden­falls ist meine Empfehlung – aus klei­nen Pfeifenköpfen. Das ist defi­ni­tiv ein Abendtabak, den man zu einem guten Glas Roten genie­ßen sollte. Für Vormittags ist er wohl eher nicht geeig­net – es sei denn, man mag es, leicht bene­belt durch den Tag zu schlin­gern.

Ich habe den „Exhausted Rooster“ fast aus­schließ­lich ohne Filter geraucht. Schon allein wegen sei­nes “Krawumms” komme ich aller­dings auch nicht in die Versuchung, zu gie­rig an der Pfeife zu zie­hen. So bleibt der Rauch zun­gen­scho­nend. Übrig bleibt ein klei­nes Häufchen weiß-grauer Asche und ein Pflaumenduft, der noch lange im Zimmer bleibt.


Autor: Nic Frank
Besuchen Sie auch Nics Bloghaus

Mittwoch, 11. September 2013

Spot = Schrott und Kitt = Shit? Der Versuch einer pragmatischen Sichtweise!

Natürlich gibt es sie, die Pfeifenfreaks, denen eine makellose Oberfläche der heilige Gral ist... und die niemals eine Pfeife mit Spots und/oder Kittstellen auch nur eines Blickes würdigen würden. Nein, ich würde mich nie darüber lustig machen.Das zählt zum persönlichen Geschmack und zur Empfindung von Ästhetik.

Fest steht aber: Gäbe es nur solch' makellose Pfeifen, so wäre es eine Leidenschaft für Reiche... oder für Menschen, die leidensfähig genug sind, endlos auf ein solches Stück zu sparen. Nur etwa 4% aller am Markt befindlichen Pfeifen können (nach strengen Richtlinien) als fehlerlos angesehen werden. Da kann man schon von Seltenheit sprechen und sich die dazu gehörigen Preise selbst ausmalen. Doch es sind letztlich nicht nur monetäre Gründe... auch die persönliche Einstellung spielt eine große Rolle.

Es ist ausschlaggebend, wie weit man in der eigenen Seele bereit ist, Ästhetik und Pragmatismus zusammen zu bringen. Bruyere ist schließlich ein Naturprodukt. Darf man das nicht auch sehen? Ist nicht fehlerloses Holz auf Dauer ebenso langweilig, wie fehlerloses Leder? Kitt und Spots haben keinen negativen Einfluss auf das Rauchverhalten einer Pfeife... sollte man also viel mehr Geld ausgeben, nur, um im Grunde keinen Vorteil zu haben?

Okay, das Kitten von Pfeifen hat sich seinen schlechten Ruf redlich verdient... zumindest in früheren Jahrzehnten. Da waren solche „Kittmonster“, wie dieses hier, keine Seltenheit.


Zudem waren alte Kittsorten auf Dauer wasserlöslich. Was durch Handschweiß und andere Feuchtigkeit mit der Zeit dazu führte, dass das Zeug einfach heraus bröckelte... und die Pfeifenoberfläche Ähnlichkeit mit einem Golfplatz bekam. Was gab es nicht alles an ungeschriebenen Gesetzen und Abmachungen. Nur dunklen Kitt an dunklen Pfeife zu verwenden... und, und, und. Geholfen hat es letztlich nicht. Spätestens die Jahre bringen die Wahrheit ans Licht. So wie bei dieser Savinelli Fiammata, wo der Kitt es beim Nachdunkeln deutlich zu eilig hatte.


Oder bei dieser Stanwell S15. Zwar geschickt im Verlauf getarnt, hellte der Kitt mit den Jahren immer mehr auf und grinst nun aus einer, ansonsten schönen, Zeichnung.


Nun, man versuchte alles, um der landläufigen Meinung zu entsprechen, dass glatte Pfeifen einfach schöner seien. Rustizierte oder sandgestrahlte Exemplare ließen sich einfach kaum verkaufen. Daran trug nicht zuletzt die Händlerschaft ein Gutteil Schuld. Glänzend glatte Oberflächen verkauften sich quasi von selbst. Von der vielen Arbeit und der nötigen Grundqualität bei bearbeiteten Oberflächen musste man den Kunden überzeugen... und sich dazu erst einmal selbst entsprechend informieren - was aus Bequemlichkeit oft unterblieb! Deshalb finde ich es lustig, wenn manche Händler über die immer noch zurückhaltende Akzeptanz der Kunden bei Rustizierungen, Sandstrahlungen und Bürstungen lamentieren.

Allerdings sind diese Oberflächen heute schon deutlich "hoffähiger" als seinerzeit. Auf der anderen Seite kostet mühevolles Kitten einer glatten Pfeife viel Zeit und damit Geld. Das sind die Gründe, dass einem heute wesentlich weniger "Kittverbrechen" begegnen, als es früher der Fall war. Zudem lässt sich aus einer Pfeife mit sichtbaren Fehlern mit z.B. einer schönen Strahlung immer noch ein echtes Kunstwerk machen, wie diese Ser Jacopo eindrucksvoll unter Beweis stellt.


Bruyereknollen wachsen nun einmal in unmittelbarer Erdnähe. Diesem Umstand verdanken wir die Spots. Es sind grober Sand und winzige Steinchen, die die Knolle sich während ihres Wachstums einfach einverleibt hat. Manche so winzig, dass sie kaum gesehen werden, manche deutlich sichtbar... aber wirklich störend? Gut, der Pfeifenkopf sollte vielleicht nicht aussehen, als habe man mit dem Schrotgewehr darauf geschossen. Stanwell präsentierte solche "Prachtstücke" auf der letzten Intertabak. Doch ein paar kleinere Einschlüsse berauben eine Pfeife nicht gleich ihres Charmes, wie diese Butz-Choquin erkennen lässt.


Und am Pfeifenboden sind sie erst recht verkraftbar... vor allem, wenn die übrige Zeichnung durchaus gefallen kann.


Es gibt unter den Pfeifenbauern sogar Zeitgenossen (mancher mag Banausen sagen), die Holzfehler überhaupt nicht scheren. Der leider verstorbene Matthias Schäfer pflegte zu sagen: " Sch...egal, gut rauchen soll sie sich!" Eine der Pfeifen, die ich von ihm besitze, sieht am unteren Teil SO aus:


Sie überzeugt aber mit ihrer charmanten Form... und sie ist die beste Flakepfeife, die ich besitze... immer wieder ein Genuss!

Wie schon eingangs erwähnt, soll dieser Artikel keinen Einfluss nehmen. Er soll die reinen Ästheten nicht dazu bringen, zum praktischen Glauben zu konvertieren. Das wäre auch gar nicht möglich. Pfeife ist Leidenschaft, tief in der Seele verwurzelt. Das empfindet jeder Pfeifenraucher ganz allein für sich... und das ist auch sein gutes Recht. Vielleicht regen diese Zeilen aber ein wenig zum Nachdenken an... und vielleicht helfen sie manchem Träumer beim Landen. Mir platzt nämlich die Hutschnur, wenn ich einen "Experten" im Pfeifenladen sehe, der sich eine Pfeife für 80-90 € zeigen lässt, dann mit der Lupe drum herum läuft und einen Aufstand macht, wie weiland Winnetou beim Regentanz, wenn er einen Spot gefunden hat.

Noch besser kann man Ahnungslosigkeit und Weltfremde nicht demonstrieren. Wer makellose Schönheit UND perfekte Rauchbarkeit will, der WEISS, dass es das nicht zum Discounterpreis gibt... und die Anderen sollten den Ball etwas flacher halten und sich über bezahlbare Rauchgenüsse freuen. Mir persönlich fehlt die Fehlerfreiheit nicht zum Glück... ich bin selbst nicht frei von Kitt und Spots, komme aber trotzdem ganz gut mit mir klar.

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Sonntag, 8. September 2013

DTM - Torben Dansk 999

Der „Torben Dansk 999“ lässt beim Öffnen des Pouches darauf schließen, dass es sich um einen Hocharomaten handelt. Eine schwere, fruchtige Duftwolke entweicht der Verpackung und ich hatte die Befürchtung, dass man es hier mit dem Aroma übertrieben habe könnte. Aber weit gefehlt! 


So intensiv wie er riecht, schmeckt er nicht. Jedoch ist der „999“ ganz klar bei den Aromaten angesiedelt. Von Tabak schmecke ich nichts.


Was ich schmecke, ist ein rundes, weiches und süßliches Fruchtaroma, was von einem ganz kleinen, aber feinen, herb säuerlichen Unterton begleitet wird. Diese Begleiterscheinung macht diesen Tabak für mich so interessant.

Deshalb, und nur deshalb, benötigt er auch ein wenig Aufmerksamkeit. Denn dieses Grapefruitaroma, was die Süße der Erdbeere – das Hauptaroma des „999“ – begleitet, schwingt nur ganz sachte mit. Wenn man die Pfeife nur nebenbei raucht, oder die Pfeife zu warm/heiß werden lässt, war es das. Dann hat man „nur“ den Erdbeergeschmack.

Die scheinbar nur in homöopathischen Mengen zugesetzte Vanille kann ich nicht mal erahnen, sie scheint der Abrundung des Werkes zu dienen. So, das man ein stimmiges Gesamtpaket erhält, ohne das ansonsten bei vielen Fruchtaromaten übliche Piksen und Stechen auf der Zunge. 


Die Raucheigenschaften dieses Tabaks sind ohne Fehl und Tadel. Wenn man die hellen Virginiaflocken und den Black Cavendish in die Pfeife gefüllt hat, ist auch der Rest ein Kinderspiel. Anzünden, rauchen, fertig!


Kein Rumgezicke, kein Sottern, keine Zwangsräumung nach der Hälfte der Füllung weil das Aroma schon futsch ist.

Fazit:
Ein solider Aromat mit einer kleinen Finesse. Lecker!



Autor: Sven Linke

Mittwoch, 4. September 2013

Kärnbach - Curly 44 (Hausmarke)

Als ich vor eini­ger Zeit den „Cedros” von Ilsted reviewte, bekam ich den Hinweis, dass es den Tabak bei mei­nem Stammhändler – Kärnbach in der (Berlin-)Steglitzer Muthesiusstraße auch als Hausmischung gibt – für einen etwas güns­ti­ge­ren Preis. Dort kos­tet er tat­säch­lich nur(?) 17,10 Euro und wird in einer nor­ma­len und sehr schmuck­lo­sen Dose ange­bo­ten.

Das, was ich über den „Cedros“ schrieb, gilt also tat­säch­lich auch für den „Curly 44“ – der im Gegensatz zum „Cedros“sei­nem Namen alle Ehre macht. Denn tat­säch­lich besteht etwa ein Drittel der Mischung aus ziem­lich locker gespon­ne­nen Curly-Scheibchen.

Auch hier gilt: Der Tabak sollte unbe­dingt ohne Filter geraucht wer­den! Denn ansons­ten gibt es kaum mehr als warme Luft.  Er ist (mir) zu leicht – obwohl ich den Geschmack sehr mag. Der Tabak ist wür­zig und tabakecht, eine mini­male Aromatisierung, die mich an Karamell erin­nert, ist zudem immer anwe­send. Ich denke, dass die Aromatisierung nicht ganz genau die des „Cedros“ ist – viel­leicht kommt dort doch etwas von der Zedernholzdose hinzu.

Das erschmeckt man aber wirk­lich nur, wenn man sehr lang­sam raucht – und genau das ist mein Problem damit. Denn ich bin ver­sucht stark an der Pfeife zu zie­hen, um über­haupt etwas zu erschme­cken.

Obwohl der Tabak recht feucht ist (und auch nicht so schnell abtrock­net), glimmt er ohne große Kondensatbildung run­ter. Und trotz der Curlys geht das ver­hält­nis­mä­ßig schnell – die auf dem Foto abge­bil­dete Pfeife reicht für etwa 20 Minuten.

Ich mag das Kraut – das gebe ich zu. Aber ich würde mich sehr freuen, wenn ich einen Tabak fin­den würde, der ihm ent­spricht, aber etwas mehr “Kawumm” hat.

Also: Wer Appetit auf einen sehr freund­li­chen, leich­ten, natur­wür­zi­gen Tabak hat, sollte den „Curly 44“ (oder auch den „Cedros“) mal pro­bie­ren. Wer aller­dings eher Peterson-Tabake raucht… sollte die Dose mei­den.


Autor: Nic Frank
Besuchen Sie auch Nics Bloghaus