Willkommen bei Jogi-wan...

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Donnerstag, 29. August 2013

Tabak: Wolsdorff - Special Mixture #85

Hallo, ich bin der Sommertabak 2013! Wie, zu spät? Es ist doch noch nicht einmal September. Na, von mir aus... dann bin ich eben der Wintertabak 2013/14... und kommen Sie mir jetzt nicht mit "zu früh"! Ja, ich bin halt ein Tabak für beide Jahreszeiten. Das liegt an meinem ausgewogenen Charakter. Schauen Sie mich an: Ein flockiger Bursche, der viel sanft-süße Virginias enthält, eine ordentliche Portion duftigen Black Cavendish und abrundend nussige Burleys, die schön im Aroma herauskommen. Tja... und jetzt kommt der Clou: unterstützt, betont und abgerundet wird mein volles Bouquet mit Anis! Ja, richtig gelesen... Anis. Das, was Sie sonst nur aus Kräuterbonbons vom Weihnachtsmarkt kennen... oder aus Bronchien-und Hustentees.


Wie DAS zum Sommer passen soll? Nun, ich präsentiere dieses delikate Aroma dezent, lasse es beinahe über dem Tabak schweben. Allein schon, wie mein Duft aus der Dose in Ihre Nase krabbelt... ätherisch, federleicht... im Hintergrund noch die feine Nuance von Cidre. Kennen Sie dieses moussierende Wundergetränk, dass gut gekühlt Ihren Gaumen bei sommerlicher Wärme umschmeichelt.... stop! Das führt jetzt zu weit! Wir wollen ja hier von mir reden. Ich begleite Sie die ganze Pfeife hindurch mit diesem betörenden Geschmackserlebnis... und das passt! Ob nun bei 28 Grad im Schatten, oder bei Raureif auf den Wiesen.


...und ein "Womanizer" bin ich mit meinem sanft-süßen Raumaroma auch noch! Warum Sie mich nicht kennen? Nun, ich bin wohl so etwas wie ein Geheimtipp, stehe mit meinem Aroma recht allein auf weiter Flur... und will auch gar nicht von jedem geliebt werden. Geboren wurde ich durch einen engagierten Tabakhändler aus Iserlohn, der die Idee von mir weiter trug, gemischt werde ich bei K & K... und treffen können wir uns gern in einer Wolsdorff-Filiale in Ihrer Nähe.


Sollte ich nicht da sein (was eher wahrscheinlich ist), bestellen Sie mich. Es lohnt sich! Ach übrigens... auch für Frühling und Herbst bin ich die passende Begleitung.



Ihr "Anis-Prinz" 

Pseudonym eines Gastautors

Donnerstag, 22. August 2013

Pfeifenmacher: Claas Roßmann

Akribie durch Leidenschaft


Etwa vier Jahre ist es her, da saß mir ein junger Mann gegenüber, mit dem ich über Pfeifen und Tabak fachsimpelte. Besonders in Erinnerung blieb mir der Inhalt seiner Pfeifentasche (viermal Savinelli 320... in unterschiedlichen Ausführungen) und seine Art, über Pfeifenformen und -oberflächen zu sprechen. Das war schon deutlich mehr, als nur Interesse. Im Laufe des Gespräches äußerte er den Wunsch, selbst einmal eine Pfeife zu bauen... doch, das sagen viele.

Diesen Worten aber folgten Taten... schon ein paar Monate später erreichten mich seine ersten, selbst gebauten Rauchgeräte... und bereits die waren erstaunlich. Erstaunlich auch, weil er sich von Widrigkeiten nicht hatte aufhalten lassen. Fehlende Kontakte zu Ratgebern, schwierige Materialbeschaffung und eine mehr als archaisch eingerichtete Kellerwerkstatt konnten ihn nicht davon abhalten, gelungene Erstlinge zu schaffen. Ich erwarb nach und nach drei der frühen Roßmanns - weil sie mich überzeugten.


Sicher ließen diese Pfeifen Raum nach oben, doch ihre Raucheigenschaften waren ebenso begeisternd, wie ihre Verarbeitung liebevoll. Selbst kleinste Details zeigten Claas' unbedingten, beinahe zwanghaften Hang zur Perfektion. Selbst damals schon waren die Bohrungen, die Passungen, die Oberflächenbearbeitung besser, als bei manchen "etablierten" Machern... und das trotz "Steinzeit-Werkstatt".


Doch, Claas Roßmann wäre nicht Claas Roßmann, wenn ihm das genügt hätte. Es war über die Jahre faszinierend, ihn bei seiner Entwicklung zu begleiten. Kleine Schritte nach vorn, gepaart mit deftigen Rückschlägen, Erfolgserlebnisse, begleitet von ständigem Zweifeln am eigenen Können. Ja, es war und ist nicht immer leicht mit ihm. Den Hang zu haben, sich vom eigenen Perfektionsanspruch versklaven zu lassen, kann auch gefährlich sein.


Letztlich hat ihn dieser Anspruch aber dahin gebracht, wo er sich heute befindet. Er fertigt Handcut-Mundstücke, entwirft und gießt seine eigenen Applikationen aus speziellen Harzen und hat beim Bau seiner Pfeifen eine Qualitätsstufe erreicht, die manch' andere gestandene Pfeifenmacher recht alt aussehen lässt. Erst neulich erwarb ich die "Rose" von ihm, eine Giant, die mit prachtvoll nur sehr unzureichend beschrieben ist.


Nein, Claas Roßmann fertigt keine "Weightwatcher-Pfeifen", die schlanke Filigranität überlässt er gern anderen Machern. "Hubraum" und massiver Materialeinsatz sind eher sein Ding... Pfeifen "aus dem Vollen"... für Fans der kräftigeren Bauart ein echtes Erlebnis. … auch dezente "Nadelstreifen-Klassik" ist nicht seine Welt. Es darf schon opulent und verziert sein.



Der manchmal geraunzte Vorwurf, er sei ein "Copycat" der Pfeifen von Poul Winslow ist aber nicht fair. Wenn sich junge Pfeifenmacher den "klassisch-dänischen" Stil auf ihre Fahne schreiben, so haben sie reichlich und unauffällig Gelegenheit, Anleihen bei den verschiedenen Meistern zu nehmen. Weil der Markt voll ist von Machern, die diesen Stil präferieren, bleiben diese Anleihen meist unkritisiert. Die oft opulenten und verzierten Formen eines Poul Winslow haben am Markt aber ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal.


Entschließt sich nun ein junger Macher, sich diesen Stil zum Vorbild zu nehmen, ist er automatisch ein "Copycat"? Seltsame Sicht der Dinge! Nun, wie auch immer... perfekte Fertigung, stimmige Opulenz, faire Preise und erstklassige Rauchbarkeit nehmen mich für Claas Roßmann und seine Pfeifen ein und machen mich zum Fan. Keine Kritik? Doch, sicher... man wünscht sich mehr glatte Pfeifen... es muss ja auch noch etwas geben, an dem er intensiv tüfteln kann... und die "Werbetrommel" spielt er ziemlich schlecht - das ist in seiner Persönlichkeit nicht so gegeben. Doch, vielleicht macht ihn gerade DAS so sympathisch.




Ihr Ralligruftie

Autor: Ralf Dings


Anmerkung Jogi: Ich besitze inzwischen auch eine Roßmann. Selbst gegossene Applikation, Palmen- und Zebranoholz, Mundstück Handcut

Copyright: Ralf Ruhenstroth

Freitag, 16. August 2013

Tabak: Planet Clan- Sternbild Orlik- Logbuch "U.S.S. Pipa"


Sternengenusszeit: 4711/08/15
Logbuch der "U.S.S. Pipa"- Captain Ralligruftie

Die Pipa ist heute in die Umlaufbahn des Planeten Clan eingeschwenkt, um weitere Untersuchungen der Beschaffenheit und der Rauchzusammensetzung vorzunehmen. Bisherigen Forschungsergebnissen, dass die Oberfläche des Planeten aus 14 Tabaken besteht, kann aufgrund der gemachten Satellitenfotos nicht widersprochen werden.


Allerdings muss nach unseren Forschungsergebnissen die Behauptung in Frage gestellt werden, dass sich in der Zusammensetzung des Planeten kein Virginia findet. Weitere Inhaltsstoffe sind nach Untersuchungen unseres Labors: Burley, Kentucky, Cavendish, Black Cavendish, Orient, Turkish und Maryland - sowie andere Arten in Spuren. In den Flüssigkeitsproben fand sich außerdem eine aromatische Substanz mit alkoholischer Ausdünstung.

Ähnliche Ergebnisse ergaben die Raucharoma-Tests der Atmosphäre. Geschmacklich eher auf Tabak schließen lassend, der sich mit Würze mittlerer Stärke ermitteln lässt. Die Aromen der Substanz bleiben messbar im Hintergrund. Ältere Aufzeichnungen attestieren der Atmosphäre noch höhere Dichte. Diese Tests stammen aber noch aus dem Niemeyer-Zeitalter und sind nicht mehr relevant.

Die Gesamtbeurteilung lässt kein einheitliches Bild zu. Während der Pfeifen-Android zu folgendem Urteil gelangt: "Undefinierbar, in höchstem Maße speziell" äußerte der an Bord befindliche, vulkanische Labor-Praktikant, er fände die Mischung "faszinierend". Von ihm abgepackte Proben lassen sich zwecks eigener Versuche bei vielen Händlern der Galaxis erwerben.



Für andere Genussschiffe sei die Empfehlung ausgesprochen, es erst einmal mit solcher Probe zu versuchen. Wer trotzdem den Planeten zu eigenen Untersuchungen ansteuern will, findet den genauen Standort auf dieser Karte:



Sternengenußzeit 4711/08/15
Logbuch der "U.S.S. Pipa- Captain Ralligruftie- Aufzeichnung Ende


Autor: Ralf Dings

Sonntag, 11. August 2013

Tabak: Planta - Akropolis

NIX HELLAS... BERLIN-KREUZBERG!

Ja, dieser Tabak ist von Planta, vom Massenhersteller... blablabla... ich kann's nicht mehr hören. Es geht doch nichts über brav auswendig gelernte und nachgeplapperte Vorurteile. Der wirkliche Kenner hat längst herausgefunden, dass man in Berlin viel mehr kann, als "Rum and Maple". Planta hat etliche , respektable Tabake im Programm, die z.T. als "Hausmischungen" diverser Händler zum begeisterten Kunden finden (wie der Zander-Flake #29 - gell, Jogi?) (Anmerkung Jogi: Oh yes, Sir). Außerdem hat man den Mut zur Lücke... zu speziellen, feinen Kräutern, über die sich eine Handvoll Liebhaber den Wolf freut. Wie den „Akropolis“.


Er ist ein (Super-) Feinschnitt... und jetzt höre ich die nächste Vorurteilswelle anbranden. Feinschnitt geht gar nicht in der Pfeife - wird glühend heiß, stinkt und sottert. Wer erzählt denn eigentlich solchen Unsinn? Natürlich brauchen die feinen Fäden beim Stopfen etwas Sorgfalt, damit sie nicht klumpen. Natürlich sollte man berücksichtigen, dass der feine Schnitt schneller glimmt und betont ruhig geraucht werden sollte. Gerade in kleineren und kleinsten Köpfen ist er aber ein Genuss. Seinen Namen verdankt der „Akropolis“ den enthaltenen Orients aus Griechenland. Unbestätigten Meldungen zufolge sollen rund 30% des Doseninhaltes von dort stammen. Dazu gesellt sich ein mildsüßer Virginia, ganz dezent unterstützt wird die Mischung von etwas Lakritze und Feige. Dieses leckere "Gericht" erfährt durch eine Prise Kentucky die nötige Würze. Feinnervig, süß-säuerlich und gar nicht flau macht dieser Tabak kleinere Füllungen zu purem Vergnügen.


Nein, "in" sind Feinschnitte in Pfeifen heute nicht mehr - höchste Zeit, dass sie es wieder werden. Denn sie bieten ein Raucherlebnis, dass man nicht mit üblichem Pfeifentabak vergleichen kann. Also, nicht entweder/oder, sondern sowohl als auch... Gerade Youngstern und Beginnern kann die Kombination aus kleinen Köpfen plus leicht glimmender Tabake den Weg zur Pfeife deutlich erleichtern... und das im Falle des „Akropolis“ durchaus mit Spaß und Genuss. ...und die "gestandenen Pfeifenfritzen" erleben die andere Art, Pfeife zu rauchen wieder neu. Nebenbei erlaubt solche Kombination auch die Freude an der Pfeife, wenn die Zeit mal etwas knapper ist. Außerdem wird manch' "störrischer Ofen", der mit normalen Pfeifentabaken einfach nicht ohne Zicken funktionieren will, bei solchen Tabaken zum sanften Lamm - probieren Sie es mal aus.


Die richtigen Pfeifen vorausgesetzt, sorgt der „Akropolis“ für ein delikates und unkompliziertes Rauchvergnügen mit süßlich-akzeptabler Raumnote. Na, wenn das kein Grund ist, ihn zu empfehlen (und zu probieren!)

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Mittwoch, 7. August 2013

Tabak: Träber (Münster) - Virginia Flake (Hausmarke)

Von Tabak Träber aus Münster habe ich den „Virginia Flake“ aus dem Hause Kohlhase & Kopp. Ohne es näher prüfen zu können, unterstelle ich jetzt ganz einfach, dass dieser Tabak unter anderem Namen auch woanders als sog. Hausmischung erhältlich ist. Es handelt sich um einen ca. 2,5 cm breiten, mittelbraunen Tabakstrang. Der Geruch ist heuig, würzig und leicht süß.


Ich reiße und zupfe mir ganz einfach die gefällige Portion vom Strang, knicke, falte und zwirbele das Paket dann noch etwas auf, so dass der Tabak nach unten etwas aufgelockert ist. Nach dem Anzünden wirkt der Flake sanft, rund und vollkommen, allerdings auch etwas unaufgeregt. Merkbare Süße und Würze wechseln sich ab, stehen mittendrin aber auch absolut im Einklang. Geschmacklich wirkt dieser Flake sehr solide, durchaus dazu tauglich, mehrmals am Tag geraucht zu werden. Der Tabak ist mittelstark und bleibt geschmacklich bis zum Ende auf einem guten Niveau. Zurück bleibt dann mittelgraue Asche.


Sicherlich ein Flake, wie man ihn oft findet, grundsolide, ehrlich und naturnah. Die „Virginia Mixture“ aus gleichem Hause fand ich allerdings bemerkenswerter, weil sie im Gegensatz zum „Virginia Flake“ mit einem ganz eigenen Charakter aufwartet.


Autor: Ralf Ruhenstroth

Montag, 5. August 2013

Samuel Gawith - Chocolate Flake

Leider kann das Foto den Geruch nicht trans­por­tie­ren. Doch stellt Euch ein­fach bit­tere Schokolade mit einem Kakao-Anteil um die 80 Prozent vor – dazu eine Spur Räucherschinken. So riecht der „Chocolate Flake“! Klingt selt­sam? Riecht aber unglaub­lich lecker.
Die Dose steht in mei­nem Vorratslager schon eine kleine Ewigkeit – ich schätze mal, dass der Tabak min­des­tens fünf Jahre in der Dose schlum­merte. Es kann auch län­ger sein. Um so bes­ser schmeckt er – vor allem bei die­sen Temperaturen. Ich jeden­falls brau­che bei die­sen hei­ßen Temperaturen schon aro­mastarke Tabake, dif­fi­zile Virginias oder leichte Aromaten schme­cken bei die­sem Wetter nach gar nichts.



Nicht so der „Chocolate Flake“. Die Spur Latakia und vor allem das kräf­tige Aroma dunk­ler Schokolade las­sen den Tabak auch bei die­ser Hitze schme­cken. Doch bis dahin braucht es erst ein­mal einen Moment der Aufmerksamkeit, näm­lich beim Stopfen. Der Tabak ist zwar in dünne und schmale Schreiben geschnit­ten, diese sind aber zäh und kleb­rig. Sie müs­sen zwin­gend aus­ein­an­der „ge­pus­selt“ wer­den – müh­se­lig, aber es lohnt sich. Denn erst wenn der Tabak rich­tig schön auf­ge­lo­ckert ist, glimmt er ohne Reste still her­un­ter. Ich habe einige Versuche gebraucht, bis ich den Flake so zu stop­fen ver­mochte, dass nicht am Ende der Füllung grobe, schwarze und stein­harte Strünke in der ansons­ten hell­grauen und puder­fei­nen Asche übrig blei­ben.

Es braucht schon einige Versuche, den klebrig-feuchten Tabak zu ent­zün­den. Aber wenn die Oberfläche glimmt… dann wird der Mund von einem fet­ten, kräf­ti­gen, aro­ma­rei­chen Rauch gefüllt, dass es eine Freude ist. Und das bleibt die ganze Pfeifenfüllung über so. Nur sehr gering ist die Zunahme an Stärke zum Ende hin, der Tabak ist erfreu­lich sta­bil im Geschmack.

Es emp­fiehlt sich, große und weite Köpfe für den „Chocolate Flake“ zu wäh­len – der Tabak schmeckt ein­fach bes­ser, wenn er kühl geraucht wer­den kann. Und er glimmt am Kühlsten, wenn er viel Platz hat. Und außer­dem: Man hat ja auch län­ger was davon! 
 
Der Tabak schmeckt tat­säch­lich so wie er riecht – viel­leicht sogar etwas inten­si­ver. Zwar schmeckt man auch den Tabak selbst, aber eigent­lich nur und vor­ran­gig die Aromatisierung. Und wenn man den kal­ten Tabakrauch lang­sam durch die Nase aus­bläst, kann man auch den Latakia erken­nen.

Da der Flake – wenn er denn glimmt – über­haupt keine Aufmerksamkeit mehr benö­tigt, selbst Reiniger sind nicht von­nö­ten – ist er wie prä­des­ti­niert dazu, mit einem schö­nen Buch in der Hand im Schatten eines gro­ßen Laubbaumes den Sommer zu genie­ßen. Nur reden sollte man nicht, wenn man die Pfeife im Mund hat: die Asche ist puder­fein und ver­teilt sich dann gleich­mä­ßig über Sprecher und Zuhörer.


Also: Wenn Ihr den Tabak seht und ein­mal einen wirk­lich spe­zi­el­len und ein­zig­ar­ti­gen Tabak rau­chen woll­t, kauft die­sen hier. Es lohnt sich!


Autor: Nic Frank
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Sonntag, 4. August 2013

Tabak: Schilde - Virginia #18

Der „Virginia #18“ ist bei Pfeifen Schilde in Essen bei den englischen Mischungen gelistet. Ein Virginia mit einem Hauch Latakia und einem dezentem Mandel-Aroma. Man muss seine Runkel schon ganz schön tief über den Tabak beugen, um sowohl Latakia als auch eine Aromatisierung zu erschnuppern. Vielmehr riecht die Mischung dezent nach Brot, nach etwas anderem eigentlich nicht.


Der Anblick wird von hellerem, gerissenem Virginia geprägt, hinzu kommen ein paar dunkle Latakia-Tabake. In der Handhabung ist der „#18“ vollkommen einfach, „easy going“ beim Stopfen und auch beim Anzünden. Etwas enttäuschend ist dann das Raucherlebnis. Der Tabak schmeckt zwar dezent fein-herb, wirkt aber irgendwie nur oberflächlich, ohne jegliche Charaktereigenschaften. Das Mandelaroma ist, zumindest mit Filter, gar nicht feststellbar, der Latakia macht nur sehr schüchtern auf sich aufmerksam.


Von der Stärke her macht die Mischung einen etwas schwachbrüstigen Eindruck, im Raum verteilt sich mehr oder weniger nur Qualm. Die zurückbleibende Asche ist mittelgrau, die Entstehung von Kondensat ist nicht besonders auffällig. Tja, für wen eignet sich jetzt Schildes „#18“? Die Jungs und Mädels, die einen Charakterkopf von Virginia suchen, sollten wirklich dran vorbei gehen. Zu wenig Ausdrucksstärke. Den Fans der englischen Latakia-Richtung kann der Tabak nur ein müdes Lächeln entlocken. Und was ist mit denen, die vor dem Latakia an sich zurück schrecken und sich der typisch englischen Richtung trotzdem annähern wollen? Wir erinnern uns: Der Tabak soll ein dezentes Mandelaroma besitzen. Spätestens wenn sie z.B. Sillems „Black“ als fruchtig aromatisierten Engländer geschmaucht haben, wissen auch sie, dass mit der „#18“ einfach zu wenig los ist.



Autor: Ralf Ruhenstroth

Mac Baren - HH Old Dark Fired

VERY BRITISH, INDEED!

HH - das ist mittlerweile ein Kürzel geworden, dass die Freaks und Freunde spezieller Tabake immer wieder erfreut aufhorchen lässt. Mac Baren hat den Mut und die Leidenschaft für Tabak bewiesen, in dem man in einer Zeit immer ähnlicherer, immer mehr "auf Durchschnittsgeschmack gebürsteter" Tabake als Großhersteller beweist, dass man auch ganz anders kann.


Die HH-Tabake sind eine Hommage, eine Verbeugung vor der großen Tabakkunst längst verblichener, britischer Zeiten. So beschreibt es Mac Baren und so sehe ich es auch... und nicht etwa als Versuch, noch verbliebene "Kleinschmieden", wie Samuel Gawith, aus dem Geschäft zu drängen. Der Markt für diese "Spezialkräuter" ist ja noch wesentlich kleiner als es der Pfeifentabak-Markt ohnehin schon ist. Da kann es einem (auf Masse angewiesenen) Tabakriesen nicht hoch genug angerechnet werden, solch' eine edle Serie aufzulegen - wohl wissend, dass man nur einen sehr kleinen Teil an Liebhabern erreicht.

Hier also das fünfte Mitglied der besonderen Familie, der "Old Dark Fired". Nein, sicher kein Flake für Einsteiger. Die über Feuer getrockneten und angeräucherten Burleys sprechen eine deftige Sprache. Zusammen mit den süß-runden Virginias und einem abrundenden, sehr dezenten Fruchtaroma ergibt sich aber ein Wolf im Schafspelz. Obwohl er relativ feucht aus der Dose kommt, ist er recht unkompliziert in die Pfeife (ich mach das mit Knick-Falt-Technik und lockere das Päckchen durch Verdrehen etwas) und zum Glimmen zu bringen. Er ist aber, wie viele andere Flakes auch, kein "No Brainer". Etwas Erfahrung und Sorgfalt vereinfachen den Umgang mit ihm schon.

Der Duft, der aus der Dose steigt, findet sich sofort im Geschmack wieder. Dunkles Brot, ein wenig Bitterschokolade, eine Kaffee-Note, die "berühmten" Rosinen. Erdig, tabakig.... gehaltvoll, aber nicht stark. Wunderbar körperhaft und rund. Ein wenig erinnert er mich an den Peterson „Irish Flake"... der „HHODF“ bleibt aber sanfter - was mir sehr entgegen kommt. Wer jetzt aber glaubt, auf ein leicht-sanftes Raucherlebnis gestoßen zu sein, wird spätestens ab der Hälfte eines Besseren belehrt. Da bekommt das Kraut den zweiten Wind, legt an Gehalt und bemerkbarem Nikotingehalt deutlich zu und gibt sich als Flake "für grosse Jungs" zu erkennen. Für mich rundet das das positive Bild aber nur ab. Er WILL ja voll und kräftig sein - und das gelingt ihm mühelos und meisterlich!


Im Gegensatz zum „Navy Flake“ und anderen, kalt gepressten Flakes wird der ODF heiß gepresst. Das heißt, dass unter Zuhilfenahme heißen Dampfes gepresst wird. Das soll die Verbindung der Aromen verbessern und vertiefen - beim „Old Dark Fired“ scheint mir das mehr als gelungen. Das Raumaroma ist entsprechend erdig und sperrig - kein Womanizer... aber wir sind ja hier auch zum Glück nicht in der Abteilung: "JEDERMANNS LIEBLING".

Vergleichbare Tabake? Nun, wenn es die gäbe, hätte Mac Baren den Burschen hier nicht gemacht. Ein wenig zähle ich ihn zur Richtung "Best Brown" und "XX" von Gawith... ein bisschen hat er auch vom "Irish Flake" von Peterson. Oil, Steam, Darkness... bei mir heißt diese Tabakgruppe "Dampflok-Kräuter"... und ich liiiiiebe sie!


Ganz herzlichen Dank und eine tiefe Verbeugung in Richtung Management von Mac Baren. Es gibt sie also auch in Großkonzernen noch... Leute mit Tabakliebe im Blut, Leute mit Herz für Charakterköpfe! Der „Old Dark Fired“ bekommt bei mir einen festen Platz und HH übersetze ich nun mit "herrlich herzlich".

Ihr Ralligruftie

Autor: Ralf Dings

Tabak: Ratthray's - Brown Clunee


Es gibt von Ratthray eine Reihe von Virginias, auch zuweilen mit dem Zusatz von Perique, die mir ans Herz gewachsen und eigentlich immer in meinem Tabakbestand zu finden ist. Neben „Marlin Flake“, „Hal O’The Wind“ und „Old Gowrie“ habe ich eine besondere Leidenschaft für den „Brown Clunee“ entwickelt. Der Duft von Schwarzbrot, Pumpernickel macht sich nach dem Öffnen der typisch gelben Dose (hier und heute allerdings aus der 6 x 25 g Sampler Box aus Holz) breit. Zumeist macht der „Brown Clunee“ einen etwas zu feuchten Eindruck, dennoch lässt sich der dunkle, ready-rubbed Virginia nach dem Stopfen hervorragend entzünden.



Ich empfinde den „Brown Clunee“ als sehr angenehm und sanft, süß und süffig. Er macht auf mich einen ehrlichen, mittelstarken Eindruck, hin und wieder etwas würzig. Er vermittelt ein schönes und echtes Tabakgefühl, fein-süß bis fein-herb. Er raucht sich problemlos runter, etwas Geduld und Muße sind bei einem Virginia obligatorisch angesagt.


Übrig bleibt mittelgraue Asche mit einem Duft im Raum, der eben virginia-typisch ist. Ein echter, qualitativ hochwertiger Engländer ohne Latakia. Klare Empfehlung!

 

Autor: Ralf Ruhenstroth