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Donnerstag, 28. Februar 2013

Samuel Gawith - Finest Kendal Twist N° 4

Haben sie sich je gefragt, wie Bruce Willis als Tabak aussehen würde? Hier ist die Antwort. Dieser N° 4 macht sich Platz, er rammt die mainstreamigen "Gentleman-Tabake" einfach beiseite und verteilt dabei Teerflecken auf den weißen Dinnerjackets dieser Weicheier. Er schubst die elegant-milden Aromaten einfach von ihren affigen High-Heels, stellt sich im ölverschmierten Unterhemd mitten in den Raum und wirkt dabei so deplaziert, wie ein herrlich blubbernder V8 zwischen albern-blutleeren Elektromobilen!

Es gehört sich einfach, dass man sich diesen urigen Genuss erarbeitet. Ach was, Arbeit... eine Zeremonie ist es, die zum Genuss einfach dazu gehört. Feine Scheibchen vom Rope schneiden, feierlich zerreiben und mit Andacht in den Pfeifenkopf einbringen... welch' Vorfreude auf das Tabakfest!


Sorgfalt beim Anglimmen, ruhig und entspannt nippen... und genießen. Cremiger Rauch, satt, erdig, kraftvoll. Kein Schicki-Micki...Tabak pur... oh Mann, was für ein Aroma. Für den, der es verträgt. Liebhaber milder Gaumenschmeichler und Beginner müssen leider draußen bleiben... oder sie spielen auf eigene Gefahr mit den großen Jungs.

Raumnote? Ist das wichtig? Geschmack macht eben oft einsam. Ein wenig erinnert mich der Duft im Raum an den Dampflok-Schuppen, in dem ich mich als Kind so gern herumgetrieben habe. MIR gefällt es. Das Pfeifchen ist geraucht, übrig nur ein Hauch dunkelgrauer Asche. Nikotin gab es per Schubkarre, sprich, eine gewisse Sättigung tritt ein... und ein zufriedenes Lächeln aufs Gesicht.

JIPPIE EI EY, SCHWEINEBACKE... was für ein Kraut! Der bleibt...

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Sonntag, 24. Februar 2013

Working Class Heroes

Der Begriff der "Gebrauchspfeife" ist ebenso häufig genutzt, wie eigentlich unsinnig. Sobald ich eine Pfeife rauche, habe ich sie in Gebrauch. Unabhängig von Qualität und Preis wird sie also zur "Gebrauchspfeife". Trotzdem weiß beinahe jeder, was gemeint ist, wenn man davon spricht. Oder auch von "Brot-und Butter-Pfeifen", oder "Einsteigerpfeifen.

Wenn man es zu definieren versucht, sind es meist robust gefertigte Rauchgeräte, ohne größeren Anspruch an Details, ohne Schnickschnack. Warum also werfen wir diesen Pfeifen, die sich oft noch gut rauchen und sich somit nichts haben zu Schulden kommen lassen, ein eher abfällig betontes "Gebrauchspfeife" hinterher?

Die Leidenschaft ist schuld. Die Leidenschaft zur Pfeife, die gerade langjährige Pfeifenraucher zu immer feineren Details, zu immer ausgefalleneren Formen, zu immer perfekterem Grain treibt... um den Wunsch, die Gier nach immer schöner, feiner, kostbarer zu erfüllen. Ein Fehler? Ein Vorwurf? Nein, keinesfalls... Leidenschaften sind so.

Es besteht nur schnell die Gefahr, dass wirklich Essenzielle aus den Augen zu verlieren. Sich nicht mehr mit den "einfachen" Dingen beschäftigen zu wollen, die das "Werkzeug „Pfeife" beherrschen muss, um für den Tabakgenuss (die eigentliche Aufgabe) gerüstet zu sein. So meint der "alte Hase" es gar nicht böse, wenn er die oben genannten Begriffe verwendet. Für ihn ist es eher Einstufung... doch, weniger erfahrene Raucher und Einsteiger fühlen sich von der scheinbaren Abwertung schnell mal verunsichert.

Betrachten wir doch einmal vier recht populäre Vertreter der Gattung "Gebrauchspfeife" nüchtern und sachlich, und klären, ob sie wirklich nur fürs harte Tagwerk taugen oder auch für den entspannten, erfreulichen Genuss.


Butz Choquin "Big Bowl"

Ursprünglich als "Verwertungsprogramm" für etwa vor 20 - 25 Jahren produzierte Köpfe gedacht. Seinerzeit kamen die „BBs“ ungefiltert auf den Markt und waren nicht wirklich der Renner. Also "strickte" man sie vor ein paar Jahren auf Filter um und brachte sie erneut auf den Markt. Gut abgelagertes Holz und recht originelle Formen (wie die abgebildete "Teekanne") sprechen für die immer noch in Restbeständen erhältlichen Pfeifen. Allerdings wurde das "Verwertungsprogramm" sehr wörtlich genommen. Gegen einzelne Kittstellen ist beim Preis von € 39,90,- nichts zu sagen, zumal sie den Rauchgenuss nicht betreffen.
Teilweise sind aber "Kittmonster" unterwegs, die man lieber dem Ofen anvertraut hätte.
Die Bohrungen sitzen gut, die Hölzer und Mundstücke sind solide und von guter Passform.
Die Pfeifen rauchen sich sehr angenehm und die wertige Verarbeitung flößt Vertrauen ein.
Sicher ein guter Kauf.



Aldo Morelli "Tirolese"

Die von Denicotea vertiebenen Aldo Morelli-Serien sind immer für eine Überraschung gut. Die "Tirolese"-Reihe hat durch ihre ungewöhnlich schlanken Formen mit "altmodischen" Zitaten, wie zum Beispiel dem stilisierten "Knoten" im Mundstück auf sich aufmerksam gemacht.Besonders originell sind die gebürsteten Varianten, mit glattem Kopfrand. Na ja, die Mundstücke haben nicht gerade einen flachen Biss und sind besonders fein gearbeitet, aber, die Bürstung ist auch nicht schlechter, als z.B. mittlerweile von Stanwell gewohnt. Originelle Form, gute Rauchbarkeit und ansehnliche Verarbeitung lassen den Preis von € 41,- durchaus akzeptabel erscheinen.



JIRSA "Bulldog"

Klassischer geht es eigentlich kaum. Was hier in glatter Version für € 54,- geboten wird, hat schon Stil. Einem Entwurf von Holger Frickert aus den 90ern folgend, dürfte diese Pfeife zu den stimmigsten Bulldogs am bezahlbaren Markt gehören. Ja, gerade beim Mundstück erreicht sie sicher nicht die Feinheit einer Radice, das Grain hat eher "Strassenköter-Niveau" und das von Jirsa verwendete Mundstückmaterial mag ein wenig gewöhnungsbedürftig sein. Doch, sie raucht sich fein, erfreut Auge und Hand, und ist solide gefertigt... mehr kann man eigentlich nicht wollen.



Wessex "Black Rustic"

Die "ein Kerl wie ein Baum"-Pfeife. Eher für größere Hände gedacht, satt-griffige Rustizierung, solides Mundstück. Die Bohrungen passen, der Biss ist sogar richtig fein. Idealer "Mundwinkel-Hänger", der auch mal einen Knuff verträgt. Diese Pfeife kommt mit zum Camping (da man mit ihr zur Not auch Häringe einschlagen könnte!). Nachteile der mit € 52 ,- fair bepreisten Pfeife sind ein sehr weicher Filterzapfen (der aber jetzt schon klaglos zwei Jahre hält) und etwas nachlässige Beizung bei einzelnen Exemplaren. Doch, die Wessex aus dem Hause Denicotea schafft schon beim Anfassen Vertrauen und raucht sich richtig gut.

Es gibt sicher noch zahllose Beispiele von guten"Gebrauchspfeifen". Ich habe hier mal ein paar Exemplare gezeigt, die ich beurteilen kann, weil ich sie schon lange rauche. Die mir durch ihre Unkompliziertheit und gute Rauchbarkeit ans Herz gewachsen sind. Ich nenne sie lieber "Kumpelpfeifen"- das trifft es besser. Zumal ich sie jedem Kumpel empfehlen würde, der einfach nur gute Rauchgeräte sucht und den die Leidenschaft vielleicht noch nicht SO sehr im Griff hat, wie viele von uns. Da nehme ich mich nicht aus!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Mac Baren - Navy Flake

Lohnt es sich wirk­lich, einen Tabak zu reviewen, der unter den aro­ma­ti­sier­ten Flakes als Quasi-Standard gilt? Die Antwort ist ein kla­res “Ja”. Denn nicht nur, dass mein letz­tes Review des Tabaks schon drei­zehn Jahre alt ist; ich habe sei­ner­zeit eher die Beschreibung eines Vergleiches geschrie­ben.

Deshalb liegt es nahe, dass ich nun­mehr ein­fach nur über die­sen Mac Baren schreibe, der mich seit vie­len, vie­len Jahren beglei­tet.


Der Geruch ist der Gleiche – aber inten­si­ver – wie der, der von mir sehr gelieb­ten „Mixture“. Interessant – und im Moment uner­klär­lich für mich – ist, dass der „Navy Flake“ das hat, was dem Namen nach der „Mixture Scottish Blend Flake“ haben sollte: die­sen fet­ten Honiggeruch und Geschmack, der für mich das Typische an Mac Baren aus­macht. (Obwohl das nicht stimmt; es gibt genü­gend Tabake von MB, die gerade kei­nen Honig haben.)


Die fest­ge­press­ten Flakes haben genau die rechte Feuchtigkeit, um sie sofort in einen wei­ten Pfeifenkopf zu stop­fen. Wobei ich mir ange­wöhnt habe, den Tabak auf­zu­rub­ben und sozu­sa­gen einen gro­ben ready-rubbed-Schnitt erzeuge. Im Ganzen (bzw. als Knick-Falt) lässt er sich (von mir) nicht rau­chen. Da geht er zu häu­fig aus und wird dann auch bit­ter.

Relativ locker (aber nicht zu locker, damit sich keine Glutnester bil­den) gestopft braucht er zwei, drei Zündversuche. Und dann… dann wird die Zunge und der Gaumen mit einem Hochgenuss ver­wöhnt. Ich mag die­ses wirk­lich starke Honigaroma. Es erin­nert mich immer an Waldhonig (also an die Ausscheidungen irgend­wel­cher Blattwanzen und nicht an Blütennektar). Trotzdem ist der Tabak hin­ter dem Aroma immer auch erschmeckbar. Die Balance ist wirk­lich gut gelun­gen.

Der Geschmack bleibt vom ers­ten bis zum letz­ten Zug kon­stant; ganz zum Schluss, kurz vor dem Erlöschen, ver­schwin­det die Aromatisierung und der Tabak wird stark rau­chig mit leicht bit­te­ren Anklängen. Doch bis dahin… ein­fach nur lecker.

Und der Tabak hat es in sich. Er ist – bei aller Aromatisierung – kein Leichtgewicht. Sondern er liefert auch Nikotin in vernünftiger Dosis mit. Nicht so, dass er umhaut (wie letz­tens der „Interlude“); aber doch so, dass er sättigt.

Man sollte ihn lang­sam rau­chen. Denn zu kräf­ti­ges Ziehen kann die Zunge ziem­lich mit­neh­men. Reiniger soll­ten immer bereit lie­gen. Auch des­halb rau­che ich ihn meist ohne Filter – denn ab und an muss der Kopf vom Kondensat befreit wer­den. Und Filterpfeifen las­sen sich dann halt nur bei Gefahr eines Holmbruches aus­ein­an­der neh­men.

Der Raumduft wirkt auf mich schon fast so auf­dring­lich wie ein Zuviel an Parfüm.

Fazit:
Ein Klassiker!


Autor: Nic Franck
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Samstag, 23. Februar 2013

Tabak: Stefan Meier Freiburg - Jubiläumstabak

STEFAN MEIER FREIBURG - „Jubiläumstabak“ … oder: Die Gentlemen bitten zur Kasse!

Das ist jetzt das zweite Mal in kurzer Zeit, dass ich einem "Hochpreistabak" in die Hände falle. Wie soll das weitergehen? Erst der „Halberg Rot“, der mir exzellent schmeckt und jetzt das.

25,25,- für 100 Gramm Tabak. Politisch unkorrekt und altmodisch, wie ich bin, möchte ich darauf hinweisen, dass das in echtem Geld rund 50 D-Mark sind ...aber hallo! Gut, jetzt kommt als erstes wieder die Reaktion: "Da bezahlt man aber auch ordentlich die Verpackung mit!" Ach? Nun, es ist halt eher selten, dass hochqualitative Ware minderwertig verpackt wird. Irgendwie sehen die Produzenten darin keinen Vorteil. Anders herum finden wir den Fall häufiger.


aber nicht hier. Meiers „Jubiläumstabak“ lässt die Sonne aufgehen, kaum, dass das Holzkistchen geöffnet ist. Goldgelb der Virginia, unterstützt von einem tiefroten Verwandten, dazwischen Streifen tiefschwarzen Black Cavendishs... was für ein Bild, da lacht die Seele... auch und besonders, weil der BC nicht in der Mehrheit ist. Der Duft? Er bringt den lange vermissten Sommer ins Herz. Reife Pfirsiche, aromatische Maracuja, süss-schmeichelnde Vanille... halt, jetzt keinen Löffel holen. Wir wollen ihn ja rauchen.

 
Eher grobere Tabaklöckchen schreien förmlich nach einem großen Kopf. Nicht zu fest gestopft und lässig-unproblematisch in Glut gebracht, entfaltet sich duftiges Tabakaroma auf der Zunge. Abgerundet und untermalt von feinem Fruchtanteil mit einem sanften Schuss Vanille. Richtig gelesen: Der Tabak spielt die Hauptrolle. Reife Virginia-Aromen, die sich fruchtigen Beistand suchen... gediegen, lecker und ausgewogen. So machen Aromaten Spaß... auch den "Mitriechern".


Man sollte ihn kühl halten, was aber bei der Schnittart kein Problem darstellt... und mit Entspannung genossen, macht er auch Beginnern sicher große Freude. Wahrhaft ein Jubiläumstabak, liebe Firma Meier. Da bleibt nur, zum 90 jährigen Bestehen zu gratulieren und das Kraut zu genießen. Pfeife für Pfeife. Schei... doch auf die 25 €... das Leben ist so kurz!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Montag, 18. Februar 2013

Tabak: Roman Peter - Zigeuner

Diesen Tabak habe ich schon vor geraumer Zeit für mich entdeckt, aber erst vor kurzem kam ich endlich mal wieder zu einem 50 g-Beutel. Gem. „political incorrectness“ nach deutschem Verständnis nennt der Schweizer Roman Peter diese Mischung „Zigeuner“. Gleich vorweg: Roman Peter zeigt mit dem „Zigeuner“, dass er ein wahrer Meister der Mischungskunst ist.


Öffnet man den Beutel, dann ist es, so wie auf der Website beschrieben, wirklich urig. Aromatisch süßlich, eine ländliche Duftnote. Das funktioniert mit etwas Fantasie durchaus. Heuig, blumig... das trifft es! Ein Ready Rubbed Virginia, überwiegend mittelbraun, ein paar helle und auch ein paar dunkle Virginias.

 
Von der Handhabung mehr als anfängerfreundlich ist der etwas größere Pfeifenkopf schnell und unkompliziert gestopft, und ebenso schnell angezündet. Ich gebe zu, dass es mir schwer fällt zu glauben, dass der „Zigeuner“ nicht doch in irgend einer Art und Weise aromatisiert, bzw. geflavourt wurde. Bloß mit was?? Ein Gaumenschmaus, leicht bis mittelstark, einzigartig, mild, sehr, sehr süß, in manchen Momenten dezent säuerlich, sanft und absolut stimmig. Dazu sehr gutmütig, eine Mischung, die vieles verzeiht. Auch ein Wieder-anzünden tut dem Geschmack keinen Abbruch. Der Tabak verliert in keinen Fall von Beginn bis zum Ende etwas von seiner Güte.

Im Fall des „Zigeuner“ ist Roman Peter ein Mischungskünstler und Tabakmeister vor dem Herrn. Wer sich in Süddeutschland unweit der schweizerischen Grenze befindet, der sollte mal den Abstecher nach Affoltern wagen. Dort erwarten den Pfeifenraucher superbe Tabake und nicht zu vergessen, tolle, von Hand gefertigte Pfeifen. Roman Peter und sein „Zigeuner“? Absolute Empfehlung, für naturnahe Freunde, aber auch Aromatenfreaks.


Autor: Ralf Ruhenstroth

Freitag, 15. Februar 2013

DTM - Torben Dansk #17 - Pride 'N' Joy

Dan Pipe schreibt über den Tabak: “Stolz auf den hohen Leistungsstandard unse­rer ‘Schwester’ DTM DAN TOBACCO und die hohe Qualität ihrer Tabake, Freude über den ste­ti­gen gro­ßen Zuspruch, des­sen sich die DTM-Produkte bei Ihnen, unse­ren Kunden, seit lan­ger Zeit erfreuen. Für uns Ansporn zu Kontinuität und Kreativität.

TORBEN DANSK No. 17 Pride’n’ Joy ent­hält aus­ge­sucht süße gold­gelbe bis rot­braune Virginias, wei­chen Burley und eine gute Portion vollmundig-aromatischen und so sanf­ten Black Cavendish, ver­edelt mit einem Flavour von aro­ma­ti­schen Waldheidelbeeren, deren Duft auch die Raumnote bestimmt.”


Waldheidelbeeren also. Na gut, ich wäre nie dar­auf gekom­men. Etwas bee­ri­ges hat der Tabak ganz sicher. Und das erin­nert mich auch irgend­wie an schwarze Beeren (Brombeeren oder so), aber kaum an Heidelbeeren. Doch das macht nichts. Der Tabak schmeckt auch ohne zu wis­sen, wonach er eigent­lich schme­cken soll.


Man kann sagen, was man will: Aber alle (und damit meine ich wirk­lich alle) Tabake aus der Torben Dansk Serie von DTM/Dan Pipe sind qua­li­ta­tiv gut bis sehr gut. Ich habe noch kei­nen erlebt, der wirk­lich Zicken machte. Das erstaunt, sind sie doch alle nicht allzu teuer. Dafür (und des­halb) aber alle auch anfän­ger­taug­lich. Der #17 macht da keine Ausnahme.

Der Tabak ist in sehr kleine Stücke geschnit­ten, es genügt ihn in die Pfeife zu wer­fen, das Stopfen und Nachstopfen ist kin­der­leicht. Ein, zwei Zündversuche und schon glimmt die Pipe.

Genau wie der (von mir als DTM-typisch emp­fun­dene) Geruch wird auch der Geschmack vor allem durch die Aromatisierung geprägt. Vom Tabak selbst ist nur wenig zu erschme­cken; Rauchiges kommt kaum mal durch. Ich emp­finde den Geschmack etwas zu künst­lich, nicht das, was ich mit Waldheidelbeere asso­zi­ie­ren würde. Starke Süße mit einer Spur nicht genauer zu beschrei­ben­der Dumpfheit prä­gen den Geschmack. Nicht, dass das unan­ge­nehm wäre, aber ich mag dann doch etwas mehr Frische, wenn ich fruch­tig aro­ma­ti­sierte Tabake rau­che. Ich werde die Dose ziem­lich sicher leer rau­chen. Aber die Nummer 16 bleibt dann doch mein Favorit. Sie hat das, was mir bei #17 fehlt.

Der Tabak raucht sich völ­lig pro­blem­los und rela­tiv fix run­ter, übrig bleibt ein wenig hell­graue, feine Asche. Und ein nicht zu über­se­hen­des (nicht zu über­rie­chen­des) Crossover. Der Tabak teilt sich den Pfeifen wirk­lich lang­an­dau­ernd mit. Er schmeckt mir mit und ohne Filter glei­cher­ma­ßen, es sind kaum Unterschiede für mich zu erken­nen.

Fazit:
Ein emp­feh­lens­wer­ter Tabak aus Lauenburg. Man sollte kein Highlight erwar­ten – aber einen preis­lich mehr als ange­mes­se­nen Hocharomaten. Für mich ist und bleibt die “Süße 16″ die bes­sere Wahl, doch da setzt sicher­lich jeder Raucher andere Prioritäten.

Für mich wird es nun Zeit, mal die Nummer 999 (Premium Mixture) zu kau­fen und zu tes­ten; Das dürfte fast der ein­zige Torben-Dansk-Tabak sein, den ich noch nicht geraucht habe. Den bestelle ich dann gemein­sam mit dem 250 Gramm-Paket der Nummer 16.


Autor: Nic Franck
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Eine Meinung von Dieter Niermann


DTM - The Malthouse

Der Name des Tabaks ist eine Reminiszenz an die alte Mälzerei, in der die DTM ihre Heimat gefun­den hat. Die Heimat auch die­ses inter­es­san­ten Tabaks.

Im Katalog heißt es über den Tabak: “Eine superbe Mixture der feins­ten Virginia-Provenienzen, die unter Zusatz von schot­ti­schem Malt Whisky in der Presse fer­men­tiert und danach 12 Wochen bis zur vol­len Reife gela­gert wurde. Zur Vertiefung des Geschmacks gaben wir einen beson­ders voll­mun­di­gen, wei­chen Black Cavendish hinzu.”


Ich hin­ge­gen bin mir rela­tiv sicher, dass der Tabak auch eine Spur Latakia ent­hält. Denn er ent­wi­ckelt beim Rauchen die Würze, wie ich sie vom „Ascanian Nr. 3“ kenne. Doch das ist nicht auf­dring­lich und macht den „Malthouse“ noch längst nicht zu einem Engländer.


Doch der Reihe nach. Der Tabak ist im Pouch ziem­lich fest gepresst und ein wenig (zu) feucht. Das gibt sich aber inner­halb weni­ger Tage. Er char­giert farb­lich zwi­schen hel­le­rem Braun – fast ohne Gelbtöne – bis dun­kel­braun. Es gibt den Tabak schon lange – und so scheint seine Schnittart etwas “aus der Mode” gekom­men zu sein. Er erin­nert mich an meine ers­ten Gehversuche mit Pfeife: An diese typi­schen (hol­län­di­schen) Cavendish-Mixturen wie Amphora „Full Arom“a oder Prestige. Das sieht ein wenig lang­wei­lig aus. Aber der Tabak duf­tet!

Ich kann die­sen Geruch nur schwer beschrei­ben. Es ist wenig „tabaki­ges“ dabei, der Tabak riecht – frisch geöff­net – vor allem nach einer schwe­ren, höl­zern anmu­ten­den und ein wenig an Herbstwald erin­nern­den Aromatisierung. Ich denke, das wird der Whisky sein, der im Werbetext erwähnt wird. Etwas daran erin­nert mich auch an Leder und an Waldboden. Dieser Geruch bleibt auch beim Rauchen immer prä­sent. Ich denke, man muss ihn mögen. Und ich mag ihn – nach kur­zem Anfangsschock.

Ich rau­che ihn am liebs­ten fil­ter­los; hier kommt die­ses dumpfe Aroma, das irgend­ etwas zwi­schen altem, schon fast zu Humus zer­fal­le­nem Holz aus Whiskyfässern und dem Hauch von Rauchigkeit ist, am bes­ten rüber. Filter neh­men dem Tabak ein wenig von dem dump­fen Aroma, aber er schmeckt auch noch so gut genug. Besonders gut gefällt er mit in der lan­gen Tonpfeife, die ich mir letz­tens gönnte – übri­gens gemein­sam mit die­sem Tabak – als hätte ich es geahnt. Kann man ursprüng­li­cher rau­chen??

Beim Entzünden sollte man dar­auf ach­ten, dass wirk­lich die ganze Oberfläche gleich­mä­ßig in Brand gesetzt wird. Anderenfalls glimmt der Tabak in Nestern: sprich: Es bleibt unver­brann­ter Tabak ste­hen. Da ihm aber Nachtzünden nicht schlecht bekommt, ist das nicht ganz so dra­ma­tisch.

Der Geschmack hält genau das, was der Geruch ver­spricht: Die­ses Herbstwaldaroma gefällt mir. Und doch: Fast wäre ich geneigt, den Tabak nicht als Aromat zu bezeich­nen. Denn die­ses Aroma ist so unglaub­lich gut mit dem Tabak ver­hei­ra­tet, dass man mei­nen mag, es ist der Tabak selbst, der so schmeckt. Für die Qualität der Aromatisierung spricht auch, dass sie bis zum Ende der Füllung hin kon­stant bleibt. Während andere Aromaten oft anfangs den Raucher fast erschla­gen und zum Ende hin lang­wei­li­ger wer­den, ist der „Malthouse“ kon­stant vom ers­ten bis zum letz­ten Zug.

Man kann lange an dem Tabak rau­chen. Durch den Schnitt bedingt glimmt er sehr lang­sam ab. Irgendwann geht er ein­fach aus – ich hab mehr­fach ver­sucht, die Asche neu zu ent­zün­den und erst begrif­fen, dass der Tabak auf­ge­raucht ist, als ich die glü­hen­den Aschekrümel im Mund hatte.

Die Kondensatbildung hält sich in Grenzen – eine mit­tel­große Pfeife braucht ein bis zwei mal einen Reiniger. Der Raumdurft ist sehr tabakecht.

Fazit:
Ein wirk­lich urwüch­si­ger Tabak mitt­le­rer Stärke, wie es kaum Vergleichbares auf dem deut­schen Markt gibt. Mir jeden­falls fal­len keine ähn­li­chen Tabake ein. Es sei denn, ich nehme den oben erwähn­ten „Ascanian #3 Smooth Latakia“ zum Maßstab. Dessen Qualität, und vor allem des­sen Feinheiten des Geschmacks kann er nicht bie­ten – aber er kos­tet ja auch nur einen Bruchteil (€ 8,50,-) des ande­ren. Der „
Ascanian“ lebt allein von sei­nen Tabaken – der „Malthouse“ ist aro­ma­ti­siert. Und die­ser Unterschied ist schon zu schme­cken.

Doch trotz­dem: Wer neu­gie­rig auf einen boden­stän­di­gen, anstän­di­gen Tabak der alten Schule ist, der ist hier rich­tig! Ich denke, den „Malthouse“ wird man von nun an ab und zu schon in mei­ner Tabakbar fin­den kön­nen.

Autor: Nic Franck
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Sonntag, 10. Februar 2013

Samuel Gawith - Firedance Flake

Etwa seit dem Frühjahr vorigen Jahres versuche ich mich gelegentlich an aromatisierten Flakes. Bis dahin hatten mich Vorurteile, und nicht etwa Erfahrung, von dieser Art von Flakes abgehalten. Ein Flake muss schließlich naturbelassen und rustikal sein! „Echter Tabak" eben, und nichts für Süßpanscher!

Doch das war natürlich eine dumme Einstellung. Gut aufeinander abgestimmt ist die Kombination von typischem Flake-Charakter plus Aromatisierung eine echte Bereicherung für den Pfeifenraucher.


Allerdings gilt auch hier, dass der eigene Geschmack gewisse Grenzen setzt. Zu stark aromatisierte Flakes haben mich in keinem Fall überzeugen können. Dazu zähle ich z.B. Falkums „Anniversary Tobacco" (für Aromaten-Fanatiker aber sich ein Tipp), Samuel Gawith' „Kendal Cream Flake" (eine Spur zu wenig Tabakgeschmack), aber auch den recht beliebten Germains "Medium Flake" (ich sag nur: Multivitaminsaft). (Anmerkung Jogi: Letzterer ist für mich aber so was von naturnah :-)) , aber das ist ein guter Multivitaminsaft ja auch)

Sehr überzeugt hat mich aber unter anderem der Samuel Gawith „Firedance Flake". Dieser wird auf Basis des „Best Brown Flake" hergestellt. Und tatsächlich, ich meine schon den typischen „Best Brown"-Geschmack zu erahnen. Natürlich hält sich das süffig, ledrige Aroma in Grenzen - andernfalls würde die Aromatisierung nicht durchkommen - aber derBest Brown" und der „Firedance Flake" sind eindeutig verwandt!

Als Aromatisierung werden Brombeere, Brandy und Vanille angegeben. Die Brombeeren schmecken für mich eher nach Himbeeren, etwa so wie beim „University Flake", aber irgendwie feiner. Die Vanille ist ganz leicht im Hintergrund vorhanden. Ob das Brandy-Aroma wirklich da ist, da bin ich mir nicht so sicher. Ist der Tabak mal eine Zeit lang offen, glaub ich schon, hier und da etwas leicht alkoholisches zu schmecken. Aber beschwören kann ich es nicht.

Jedenfalls ist der „Firedance Flake" wirklich ein netter Tabak, der aufgrund seiner Stärke (nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer) zu jeder Tageszeit ein fruchtiges, aber dennoch tabakechtes Rauchvergnügen garantiert.


Autor: Max Muthsam
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Magnus Falkum (MF) - Prime Selection #410

Die „Prime Selection 410" wird für das Tabakhaus Falkum von DTM hergestellt. Auf eine teure Dose wird hier verzichtet, stattdessen kommt der Tabak in einem Plastikbeutel daher. Dieser ist nicht nur für die Frischhaltung des Tabaks ausreichend, sondern hält auch den Preis niedrig. 100 g dieses Spitzentabaks kosten € 12,90,-.


Das Tabakbild der „Prime Selection 410" ist eine harmonische Mischung aus hellen und dunklen Anteilen (Ready Rubbed Virginia und Black Cavendish). Der Tabak ist recht kurz geschnitten, hier und da trifft man auf etwas dickere Stückchen. Daher sollte man ihn locker stopfen, und eine etwas größere Pfeife wählen. In dieser brennt er dann vergleichsweise langsam ab. Bis zum Schluss schmeckt man ein wunderbares Pfirsich-Aroma, welches mit Toffee (ein bisschen Karamell) unterstrichen wird. Das Aroma ist ziemlich intensiv. Vielleicht für den einen oder anderen dann doch zu präsent.

Zugegeben: Ich muss an „Haribo Pfirsiche“ denken. Aber das Aroma ist unglaublich gut getroffen und wird meiner Meinung nach bei weitem nicht so aufdringlich. Für „Puritaner“ könnte es aber zu viel des Guten sein. Man hat hier einen Aromaten, der wirklich nach dem schmeckt, was der Hersteller anpreist.

Fazit: Ein 1a-Hocharomat! Wenn es nach mir ginge, könnte sich Kohlhase & Kopp auf die naturnahen Mischungen beschränken (da leisten sie Großartiges). Den Aromatensektor können sie gerne DTM überlassen.


Autor: Max Muthsam
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Freitag, 8. Februar 2013

Tabak: Orlik - Mellow Mixture

Gibt es eigentlich "komplizierte Tabake"? Komplizierte Rechenaufgaben? Ja... Komplizierte Brüche? Ja, leider auch... Aber Tabake, die einen vor wirklich schwierige Aufgaben stellen, nur schwer zu bewältigen und somit kompliziert sind? Im Umkehrschluss muss dann natürlich die Frage erlaubt sein, ob es "unkomplizierte Tabake" gibt.

JA... den hier z.B. Nur bitte nicht unkompliziert mit anspruchslos verwechseln. Wer diesen Tabak einfach in irgendeine Pfeife packt, um ihn achtlos und fix weg zu paffen, verpasst einmal den Genuss feiner Nuancen und bekommt zum Zweiten einen Beschwerdebrief von seiner Zunge.

Der Orlik „Mellow Mixture“ ist für mich rauchbare Nostalgie. Ich weiß noch wie begeistert wir waren, als Anno Dunnemals (1981, glaube ich) die "wilden" Larsen-Tabake auf dem Markt bekannt wurden. Runde güldene Dosen, mit Etiketten wie im Keller handgeschrieben. Neu, jung, köstlich... der „N° 12 Curly Mix"... oder der wunderbare „N°. 50“, der damals noch "Light Sweet" hieß. Der 50er löste bei mir die Larsen-Mania aus. Ihm folgte der "Carolina Flowers" als Stammtabak... und als der umbenannt wurde, rauchte ich lange den "Virginia Flowers" weiter.


An diese Ahnen werde ich erinnert, wenn ich den Deckel öffne. Diese karamellig-sahnige Duftnote, mit klaren Aromen von Virginia und Burley, diese feinen Tabakfäden mit sparsam eingestreuten Black Cavendish Streifen.

Problemlos gestopft und entzündet öffnet sich sofort diese Geschmacksfülle von Süße und Frische, von Schokolade und Toffee... jedoch ohne die würzig-milden Tabakaromen zu überlagern. Herrlich dänisch! Mild, weich... mellow eben. Doch, jetzt nicht gierig werden. Denn auch diese Mischung wird (ähnlich wie der 50er Larsen) bissig, wenn man sie heiß raucht. Je kühler das Kraut bleibt, desto intensiver und leckerer verteilt es seine Klasse! … und auch der Raumduft nach warmem Kuchen lässt manche "Mitrauchernase" nachhaltig und zufrieden schnüffeln.

Am Schluss bleibt etwas mittelgraue Asche, leichtes Kondensat und ein glückliches Lächeln! Mit Liebe und ruhig geraucht auch durchaus tauglich für Beginner... da eher leicht und "unkompliziert".

Der Haken bei der Sache? Es gibt ihn hierzulande nicht! Unter http://www.danishpipeshop.com ist er aber zu erhalten. Billig wird das Vergnügen leider nicht. € 21.85,- plus Versand muss man schon investieren. Doch für diesen Genuss lohnt es sich!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Cornell & Diehl - Briar Fox

Ja, doch, es stimmt. Über Geschmack lässt sich trefflich streiten! Bereits vor ein paar Jahren wurde ich ein Freund von diesem Tabak. Cornell & Diehl's „Briar Fox“ ist einer von den US-Tabaken, mit denen ich zeitig Bekanntschaft machte. Schnell war mir klar, dass dieser Virginia nicht nur von seiner Darreichungsform, sondern insbesondere auch durch seinen Geschmack zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann. So auch jetzt wieder, als mir ein lieber Pfeifenfreund den „Briar Fox“ überließ, weil er offensichtlich nichts mit ihm anfangen kann. Und der Mann hat im Grunde genommen Recht. „Love it or hate it“ sagte schon Ralf Dings, und genau so ist es. Der Reihe nach:

Der „Briar Fox“ ist angeblich der persönliche Lieblingstabak vom großartigen dänischen Pfeifenmacher Peter Heeschen. Das mag stimmen oder auch nicht, als PR-Aufschrift auf der Dose allemal geeignet. Ein sog. Crumble Cake, oder wie die Amerikaner auch mal gerne schreiben: Ein „Krumble Kake“. Dabei handelt es sich um einen locker gepressten Tabakkuchen, der mit der Hand zerrieben werden muss. Und so befinden sich im Döschen zwei Blöcke, mittelbraun, an wenigen Stellen hell, und es sind auch ganz wenige dunkle Streifen zu entdecken.


Im Geruch wirklich sehr virginia-typisch, außerordentlich streng in der Nase, heuig, etwas Essig und somit dezent sauer, aber auch etwas nussig.

Den „Briar Fox“ lässt man gemütlich und locker in den Kopf rieseln und prompt zündet er. Da gibt es kein Problem, um einen gleichmäßigen Brand zu erzeugen. Ein Zündholz kann durchaus ausreichen. Er bäumt sich auf, deswegen bitte den Pfeifenkopf nicht bis zum Anschlag füllen. Es ist ein Virginia, der überraschend ganz und gar nicht süß ist. Nein, ganz im Gegenteil. Sehr bodenständig, was ein absolut langsames Ziehen verlangt. Der Tabak verzeiht eine zu große Hast im Rauchverhalten, wird allerdings dann vollkommen bedeutungslos und langweilig. In kurzen Momenten nimmt man etwas Saures war, was mich manchmal zu der Annahme kommen lässt, dass hier etwas Perique zugemengt wurde. Da ist auch eine gewisse Würze. Der „Briar Fox“ ist ein anspruchsvoller Tabak, denn er wirkt über lange Zeit nicht rund und gleichmäßig. Er kann schnell bedeutungslos werden, offenbart aber auch immer wieder kurzzeitige und überraschende Anflüge von etwas Besonderem. Geradezu nussig wirkt er dann am Gaumen. Im Ergebnis also sehr komplex, und man braucht wohl einige Füllungen, um ihn zu definieren.

Im letzten Drittel wandelt sich der „Briar Fox“ zu einem geschmeidig und cremigen Raucherlebnis. Dann ist er nicht mehr spannend, aber im Grunde genommen nebenher zu rauchen.

Die Raumnote hält kaum Überraschendes bereit, im Kopf verbleibt eine recht dunkle Asche. Die Kondensatbildung ist erfreulich gering. Es ist ein mittelstarker Virginia-Tabak, der wirklich sehr speziell ist. Nein, kein Tabak, um mal von der aromatischen in die naturnahe Ecke reinzuschnuppern. Dafür ist er zu anspruchsvoll und vor allen Dingen zu speziell. Aber derjenige, der sich fast ausnahmslos den Virginias zugehörig fühlt, der sollte, ja der MUSS im Grunde genommen hier mal zugreifen. Also bei Gelegenheit.....

Ich habe Phasen, da kann ich absolut auf ihn, in anderen Momenten verzichte ich gerne. Je nach Stimmung ein Highlight oder eben doch ein schwierig einzuordnender Kandidat. Da wird sicherlich jeder für sich zu einem individuellen Ergebnis kommen.


Autor: Ralf Ruhenstroth

Montag, 4. Februar 2013

Tabak: Potsdamer Platz Arcaden - Unter den Linden 1920 (Hausmischung)

Den Zusatz “eng­lisch” trägt der Tabak eigent­lich nicht; da es aber auch eine Virginia-Mischung (mit gel­bem Etikett) gibt, habe ich diese Unterscheidung gemacht.

Der Tabak kommt aus dem Hause Kohlhase & Kopp und gehört mit sei­nem Preis von € 9,15,- für die 50 Gramm in der Dose zu den mit­tel­prei­si­gen Tabaken. Er wird als Hausmarke hier in Berlin ver­trie­ben – in dem klei­nen Tabakladen in den Potsdamer Platz Arcaden.


Das Tabakbild ist rela­tiv dun­kel. Black Cavendish, Virginia, eine kräf­tige Ladung Latakia und eine Spur Perique machen diese runde eng­li­sche Mixture aus. So riecht er auch – sehr rau­chig und nur einen Hauch süß­lich.

Das Stopfen und Entzünden ist ein Kinderspiel. Anfangs ist der Tabak etwas feucht (meine Dose ist min­des­tens 4 Jahre alt) – das gibt sich aber nach dem Öff­nen sehr schnell. Zu schnell sogar. Diese qua­dra­ti­schen Dosen mögen zum Verpacken von Seife viel­leicht funk­tio­nie­ren, für Tabak sind sie mei­ner Meinung nach völ­lig unge­eig­net. Sie schlie­ßen, sobald das Vakuum ent­fernt ist, ein­fach nicht mehr dicht genug. So ist der Tabak nach knapp drei Wochen bereits nur noch Stroh. Zum Glück lässt er sich mit feuch­ten Keramiksteinen wie­der­be­le­ben. Das jedoch nur mit Geschmackseinbußen. Die ange­nehme Süße der Virginias geht ziem­lich flö­ten und der Perique kre­piert gna­den­los.

Wenn er noch frisch ist, erfreut er den Gaumen mit einem kräf­ti­gen Geschmack, der dem Geruch ent­spricht. Allerdings (so lange er nicht ver­trock­net ist oder war) gepaart mit einer erfreu­li­chen Süße aus dem Virginia und einem mini­ma­len Hauch Pflaume. Dieser – dem Perique geschul­de­ten Geschmack – taucht aber nur auf, wenn man den Tabak sehr sehr lang­sam und kühl raucht.

Der Rauch ist voll­mun­dig und regel­recht süf­fig. Ohne Filter geraucht bleibt jeder Zug wohl­tu­end span­nend; Meerschaum- und Kohlefilter neh­men dem Tabak etwas die Spitzen, machen den Geschmack dabei aber (ver­ständ­lich) aus­ge­wo­ge­ner.

Über­rascht war ich vom Raumduft. Selbstverständlich riecht es im Zimmer sehr eng­lisch… aber viel tabakech­ter als man erwar­tet. Der Geschmack ist schon um eini­ges stren­ger als der Geruch.

Ich kann dem Tabak aller­dings nur eine mit­tel­gute Note geben. Das hat nichts mit sei­ner wirk­lich ordent­li­chen Qualität und sei­nem kräf­ti­gen Geschmack zu tun, son­dern ein­zig mit der man­gel­haf­ten Verpackung.


Autor: Nic Franck
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Sonntag, 3. Februar 2013

Mac Baren - Virginia N° 1

Ich denke, man kann so, oder eben so zur Pfeife finden. Die spannendste Frage ist wohl immer, ob der Interessent bei der Pfeife bleibt oder vielleicht ziemlich schnell vollkommen entnervt aufgibt. Einer der Beweggründe, warum Neulinge lieber wieder schnell zur Zigarette greifen, ist der, dass sie der Tabakgenuss nicht schnell genug überzeugt. Da mag es zahlreiche Faktoren geben, darüber wurde schon in epischer Breite philosophiert. Aber der Tabak, der dem Newbie zur Verfügung steht, spielt sicherlich eine große Rolle.

Nun ist es in Deutschland eben so, dass eine große Zahl an Pfeifenrauchern keinen wirklich überzeugenden Tabakdealer um die Ecke hat. Gott sei Dank gibt es im Internet Foren, Youtube etc., wo man erfährt, welche Köstlichkeiten auf einen warten können. Man muss in der Diaspora schon froh darüber sein, wenn sich der lokale Dealer vom Vertreter hat dazu überzeugen lassen, neben solchen Rauchpappen wie beispielsweise von Holger Danske, gute und überzeugende Mac Baren-Produkte ins Regal zu stellen.

Als ich neulich meinen Tabak versehentlich zu Hause gelassen hatte, da stand ich nach langer Zeit mal wieder vor dem Problem, dass ich mir mal auf die Schnelle einen guten Stoff besorgen musste. Rein ins gute Stübchen und da standen die Tabake von Mac Baren. Neben all den grausamen Luftverpestern, die nichts anderes tun, als auf der Zunge beißen und somit für mich genau DIE Garanten dafür sind, dass dauerhaft niemand bei der Pfeife bleibt. 

 
Da stach mir der „Virginia N°1“ wieder ins Auge. Ein Tabak, den ich schon ewig nicht mehr geraucht hatte. Aber er kam mir gerade recht. Sofort geöffnet.... tja, zwischen gar keinem feststellbaren Aroma und einem dezenten Casing... da liegen manchmal nur Nuancen. Der „Virginia N° 1“ trägt solche Nuancen mit sich. Honig? Wie oftmals beschrieben?? Ich weiß nicht.... Mac Baren-typisch? Ja.... das auf alle Fälle!

Der Tabak riecht echt, ehrlich, natürlich. Ein Ready Rubbed, wie auf der Dose beschrieben?? Sehr, sehr grob... mit zahlreichen Flakestückchen. Diese sind eher hell und ein Teil der Mischung ist etwas dunkler. Wer Probleme mit dem Stopfen und dem Anzünden hat, der kann ja ein ein bisschen rubbeln. Nach dem Anzünden befindet sich ein „Pfeifenlehrer“ im Pfeifenkopf. Denn dieser Tabak kann bei nicht vorhandener Konzentration und eher hektischem Ziehen zum Beißwunder werden und den Eindruck eines nichtssagenden Qualmgetöses hinterlassen. Auf der anderen Seite offenbaren sich angenehme, schnuckelig süße Aromen, die ausschließlich vom Tabak stammen. Auch einer von diesen: „Wer den rauchen kann, schafft auch alle anderen“!.


Der Mac Baren „Virginia N° 1“ ist sehr bodenständig. Er ist kein Kraut, um mal eben nebenher geraucht zu werden. Aber mit ordentlich Aufmerksamkeit erhält man einen qualitativ hochwertigen, höchstens mittelstarken Virginia, der das Geld allemal wert ist. Keine Sensation... da finden sich im Bereich der naturnahen Virginias sicherlich noch ganz andere Kaliber, aber in einem durchaus etwas größerem Kopf macht dieser Mac Baren Spaß!


Autor: Ralf Ruhenstroth