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Dienstag, 29. Januar 2013

DTM - Kriswill Medium Navy Cut (Kriswill blau)

Das Bessere ist des Guten Feind - Der „Kriswill Medium Navy Cut“ oder kurz „Kriswill blau“ hat nicht viel' Feind, aber es gebührt ihm viel Ehr'.

Es gibt bessere, klar. Z.B. die „Ascanian #1“ und „#2“. Vor deren Erscheinen im Oktober 2012 jedoch war der „Kriswill blau“ zu seinem Preis ohne ernsthafte Konkurrenz.

Es handelt sich um einen Tabak ohne Schnörkel. Keine Aromatisierung und wohl auch kein PG zum feucht halten. Der Tabak trocknet recht schnell, es ist ratsam, ihn in einem luftdichten Behältnis zu lagern und mit einem Humidrol o.ä. Feucht zuhalten. Mag das auch lästig sein, dafür bezahlt man wirklich nur Tabak mit dem Packungspreis.


Tut man das, so erfreut der Tabak den Raucher mit einer köstlich süßen Virginianote, die dezent abgerundet ist mit etwas Perique. Ohne Filter genossen gewinnt der Tabak an Rustikalität, wird etwas kratzig, der Perique tritt einen Tick mehr hervor. Mir gefällt er mit Filter besser, ist weicher und runder, ohne an Geschmack merklich oder gar wesentlich einzubüßen. Allerdings schreibe ich dies als ausgewiesener mFi-Raucher, also sehr subjektiv.

Eine Aromenkomplexität wie McConnels „Black Parrot“ erreicht der „Kriswill blau“ nicht, auch sind die „Ascanian #1“ und „#2“ runder und feiner - das will allerdings auch mit kräftigem Mehrpreis erkauft werden.


Physisch kommt der Tabak - obschon als Flake offeriert - eher als "Semi-Ready-Rubbed" daher und es kann passieren, dass man beim Stopfen selbst für ein ausgewogenes Verhältnis von hellen und dunkleren Strängen sorgen muss - zumindest die letzte Charge schien vor dem Pressen nicht gut gemischt zu sein.

Mir gefällt der „Kriswill blau“ als grundehrlicher, überwiegend virginia-süßer Tabak für jede Stunde (schmeckt wirklich schon vor dem Frühstück zum ersten Kaffee) sehr gut. Es ist allerdings ratsam, ihn ein paar Monate lagern zu lassen. Zeit tut ihm gut! Also zu Anfang gleich zwei Großpackungen kaufen; ist die erste geleert, ist die zweite gereift. 
 
Name: Kriswill Medium Navy Cut

Hersteller: DTM, Lauenburg

Typ: VA/Perique

Verpackt zu 50 g für € 8,75,- oder 250 g für € 36,35,-



Autor: Michael Schmidt

Sonntag, 27. Januar 2013

Cornell & Diehl - Elegant Emu

Der "Elegant Emu" ist aus 5 Tabaken gemischt, unter denen der Burley die Hauptrolle spielt und die restlichen Tabake die Mischung abrunden. Der Latakia ist zwar zu schmecken, sticht aber nicht hervor - der Perique ist nur in der Dose deutlich zu riechen (Pflaume), im Geschmack ist er lediglich zu erahnen.

 

Im Geschmack herrscht der Burley vor, die restlichen Tabake geben Noten von Pflaume, Malz und Kakao dazu - abgerundet von leicht pfeffrigem Latakia.

Das Ganze ist schön "rund" und über die Rauchdauer recht konstant, die Rauch- und Stopfeigenschaften absolut unkompliziert.

Fazit:
Recht lecker abgestimmte, harmonische englische Mischung - nichts für jemanden der Überraschungen mag...


Markenname: Simply Elegant Series: Elegant Emu
Hersteller: Cornell & Diehl
Mischung: Burley - Black Cavendish - Virginia - Latakia - Perique
Schnittbreite: mittellange / -breite Mixture
Typ: englisch
Flavour: keines
Stärke: mittel
Verpackung: 57g Hochdose
Preis: 22 CHF (2011)
Erhältlich: In der Schweiz/USA


Autor: Manfred Arenz

Nein, ich mag Poul Winslow nicht... oder "das Psychogramm eines Täters"

Mein (so glaubte ich) erster Kontakt mit dem Namen Poul Winslow waren die Erzählungen eines Tabak-Vertreters, der regelmäßig unsere Tankstelle heim sucht. Er gab zum Besten, er habe "schon wieder eine seiner Winslows auf dem Golfplatz vergessen", das seien überhaupt die göttlichen, die besten Pfeifen, wie auch seine Freunde vom exklusiven Pfeifenclub immer bestätigen würden... bla, bla, bla!

Ich hasse das Gesülze solch' neureicher Schnösel... und zack, hatte ich P.W. und seine Pfeifen in die gleiche Ecke einsortiert. Statussymbole für "Möchtgern-Kenner". Mein Auto, mein Haus, mein Boot... meine Winslows.


Nein, nichts für mich... ich hielt mich schließlich für einen "Insider", einen Freak. Richtig gute Pfeifenmacher durfte kaum ein Mensch kennen, sie mussten wirres Haar und Vollbärte haben und in kaum zu findenden Hinterhof-Häuschen ihre "Rauchhölzer" mit religiöser Inbrunst fertigen. Je mehr Catweazle, desto besser... desto glühender verehrte ich diese Leute. Alles musste "freaky" sein.

Wie dieser Winslow schon aussah: Gekämmt, adrett mit Silberrandbrille... wie ein Buchhalter. ...und dann seine Werkstatt... aufgeräumt, modern, hell... wie bei einem Zahntechniker... furchtbar! ...und das Schlimmste: Er fertigt nicht mal all' seine Pfeifen selbst! Skandal... geht gar nicht! Nein, von diesem Kerl wollte ich keine Pfeife... die taugen bestimmt eh' nichts.

Zu diesem Zeitpunkt besaß ich übrigens bereits zwei Pfeifen, die ich zehn Jahre zuvor in einem Dänemark-Urlaub gekauft hatte und mit denen ich sehr zufrieden war. Die Marke? CROWN... von wem auch immer die stammten?

Es kam der Tag, an dem mir die Einladung meines Stammladens, Tabak Zander in Wuppertal, ins Haus flatterte. Poul Winslow sei zu Gast.. und ich eingeladen. Was? Nur um einem Freund beizustehen, ging ich hin. Besagter Freund trug den Wunsch in sich, auch Pfeifen zu bauen. P.W. war und ist sein erklärtes Vorbild ( wieso gerade DER?) und er erhoffte sich Tipps vom Meister selbst. (Meister? Phh!) Es kam, was ich schon ahnte: Mein Freund holte sich eine, deftig-arrogante, Abfuhr. Wusste ich es doch! (Nein, es kam mir damals nicht in den Sinn, dass auch Pfeifenmacher nur Menschen sind und auch mal schlechte Tage haben.)

Während mein Freund sein Gespräch suchte, machte ich zwei furchtbare Entdeckungen:

1. Crown-Pfeifen stammen von Winslow!
2. Die Winslow-Pfeifen zogen mich mächtig an und in ihren Bann!

Das darf doch wohl nicht wahr sein...

Ich brachte mich in Sicherheit... doch, die Saat begann zu keimen. Warum auch immer, ich fing an mich über diesen Mann zu informieren... und erfuhr, dass er im Alter von 17 Jahren seinen Chemigrafen-Beruf hin schmiss, um bei Preben Holm das Pfeifen machen zu lernen. Bereits zwei Jahre später, mit 19 (!) leitete P.W. dort die Pfeifenproduktion. Er arbeitete u.a. mit Hansen/Noltensmeier (heute BANG) zusammen... und als er 1985 aus dem Urlaub kam, fand er die Holm-Manufaktur geschlossen und machte sich kurzerhand selbstständig.


Klingt das nach einem "Schicki-Micki Pfeifenmacher", der keine Ahnung und keine Leidenschaft von der und für die Pfeife hat? Ne... ganz und gar nicht. Ist das nicht die Leidenschaft, die ich bei Pfeifenmachern eigentlich suche? Ja... schon... trotzdem... "Trotzdem" sagt man ja gern einmal, wenn einem die Argumente ausgehen...

Ich registrierte beunruhigt, dass ich anfing, bei ebay immer häufiger nach gebrauchten Winslows zu schauen. Nur um festzustellen, dass diese Pfeifen auch als Estates nicht gerade Schnäppchen sind. Doch es kam, wie es kommen musste. Ich erstand eine "E", die zu einem ungünstigen Zeitpunkt auslief... für € 69,-. Eine Winslow gekauft zu haben machte mich so durcheinander, dass ich mich zunächst nicht traute, sie in der Öffentlichkeit zu rauchen oder jemandem davon zu erzählen. Wie lächerlich verloren man doch manchmal im Kerker der selbst gezüchteten Vorurteile sitzen kann!

Grade "E" Ekstra

Die "schlimmen Erfahrungen" gingen weiter. Diese Pfeife rauchte sich auch noch derart gut, dass der "Winslow und Crown-Virus" entgültig bei mir ausbrach. Was wollte ich dem Mann auch noch vorwerfen? Das er beliebt und erfolgreich ist? Ist es denn ein Frevel, wenn man den Geschmack trifft und die Leute die gute Ware schätzen, die man anbietet? Gut, er wird von den "Wissenden" niemals in den "inneren Zirkel" gewählt... wohl, weil er so populär ist. Doch dass interessiert mich genauso wenig wie das salbungsvolle Geschwafel dieser "Pfeifenpäpste".

Pfanne
  
Es kam aber noch schlimmer. Der Zufall führte zu zwei Gesprächen mit P.W. auf der Intertabac in Dortmund. Ruhig, freundlich, eloquent kam er rüber, der Meister. Gute Gespräche ohne Worthülsen... ja, er hat mich beeindruckt. Kein Vergleich zum ersten Treffen. Der Urwald gut gepflegter und gediehener Vorurteile wurde vom wachsenden Respekt gegenüber diesem Mann gerodet.

Intertabak 2012
  
Die Crowns und Winslows wurden mehr in meiner Sammlung... und von Kleinigkeiten abgesehen bin ich mit allen Pfeifen mehr als zufrieden. Die überzogenen Preise für Winslows umgehe ich, in dem ich die Pfeifen gebraucht kaufe. Vom Estate-Händler meines Vertrauens (Olaf Langner "Estate and Art Pipes") oder aus vertrauenswürdiger Privathand.

Grade "C"
 
Bin ich nun ein Winslow-Fan? Hm... ich "fürchte" ja! ...und habe ich etwas gelernt? Ja... es stimmt nicht, dass immer der erste Eindruck richtig ist. Man sollte sich erst über Menschen und Dinge ein eigenes Urteil bilden, bevor man seine Meinung äußert... und dann auch dazu stehen - völlig egal, wie "die Anderen" das sehen. Wieder ein Stück Lebenserfahrung gesammelt!

Grade "D"
 
Meine Crowns und Winslows begleiten mich heute überall hin. Durch Deutschland und Europa... nur nicht zur Arbeit. Ich hätte Angst, dass mich dort der Tabakvertreter mit einer Winslow sieht... und mich auf den Golfplatz einlädt!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Tabak: W.O. Larsen - 2013 (Jahrestabak)

Mit Jahrestabaken ist es ja immer so eine Sache… Oft gibt es da hoch­a­ro­ma­ti­sier­ten und über­teu­er­ten Tabak in wun­der­schö­nen Schmuckdosen zu kau­fen. Auch der „2013“ von Larsen ist mit sei­nen € 22,50,- nicht gerade das, was man einen preis­wer­ten Tabak nennt. Aber wenigs­tens ein Tabak, der sein Geld ansatz­weise wert ist.

Bei der Produktinformation gibt sich Larsen rela­tiv bedeckt. Es heißt da nur: “In die­sem Jahr prä­sen­tiert W.O. Larsen einen raf­fi­nier­ten Jahrestabak aus Virginia-Tabaken und getoas­te­tem Burley. Nach kur­zem Erwärmungsprozess wird die Mischung mit Black Cavendish und Highland Whisky abge­run­det. Veredelt mit Orange-Aromen bie­tet die­ser Pfeifentabak einen aus­ge­wo­ge­nen Geschmack.”


Gleich zu Beginn mei­nes Reviews möchte ich eine Kritik los­wer­den: Es ist abso­lut unver­ständ­lich, wes­halb bei einem Tabak die­ser Preiskategorie der Hersteller kein Augenmerk dar­auf hat, dass der Tabak geöff­net lange frisch blei­ben kann. Die innen­lie­gende Folientüte lässt sich mit dem Klebestreifen nicht ver­schlie­ßen; gleich nach dem ers­ten Abziehen klebt er nicht mehr. Und die Dose selbst hat einen so wacke­li­gen Deckel, dass sie mit Sicherheit nicht luft­dicht schließt – das Austrocknen des Tabaks ist also vor­pro­gram­miert.

Den Tabak habe ich bei mei­nem vor­letz­ten Kärnbach-Besuch ent­deckt, dran gero­chen, für inter­es­sant befun­den und gekauft. Vorgestern habe ich ihn dann geöff­net… und seit­dem fast unun­ter­bro­chen geraucht. Warum? Frage ich mich selbst, bin ich doch eigent­lich eher für Abwechselung in der Tabakbar.

Der „2013“ riecht betö­rend aus der Dose – vom Whisky kann ich eigent­lich nichts erken­nen; aber vom Orangenaroma. Und wer noch weiß, dass einer mei­ner liebs­ten Tabake der (lei­der nicht mehr pro­du­zierte) „Likedeeler“ war, dem sollte klar sein, dass ich die­ses Aroma sehr mag. Spannend ist auch, an der noch nicht ent­zün­de­ten Pfeife zu zie­hen – hier kann man die Orangen förm­lich schme­cken – ich würde das zwar eher mit dem etwas zar­te­ren Duft von Mandarinen asso­zi­ie­ren – allein; was soll’s? Es gefällt mir!

Das Tabakbild ist wirk­lich schön. Eine Mixture aus hel­len, mittel- bis dun­kel­brau­nen Tabakstücken; keine Strünke, keine lan­gen Fasern, keine Blattachsen.

Das Stopfen und Entzünden ist ein Kinderspiel. Der Tabak ist rela­tiv feucht, das wird sich aber sicher­lich – siehe oben – mit der Zeit geben. Nicht zu fest in Köpfe jeder Größe stop­fen, Anzünden, fer­tig. Was dann die Zunge umschmei­chelt ist der Geschmack von per­fek­ter Abstimmung zwi­schen den tabak­ei­ge­nen Aromen und der hin­zu­ge­füg­ten Aromatisierung. Anfänglich – und wenn man Filter benutzt – über­wiegt das Orangen/Mandarinen-Aroma, spä­ter kom­men dann Töne hinzu, die man mög­li­cher­weise dem Whisky zuord­nen kann. Etwas leicht herb-süßes; schwer zu beschrei­ben. Es erin­nert mich ein wenig an die „Highland Mixture“ von Mac Baren kurz vorm Erlöschen – also doch Whisky? Ich weiß es nicht – und es ist mir auch egal.

Der Tabak ist (lei­der) sehr leicht – was mich dazu ver­führt, eine nach der ande­ren Pfeife damit zu fül­len und zu rau­chen; ges­tern habe ich es so auf sechs Pfeifen am Tag geschafft; fünf davon mit dem „2013“ gefüllt.

Ich rau­che den Tabak meist ohne Filter, weil ich die­sen Geschmackswandel mag. Mit Filter (in dem Falle: Meerschaum) schmeckt man län­ger etwas vom Orangenaroma und weni­ger vom dump­fe­ren Whisky; aber man erlebt dann auch nicht, wie die Tabake sich selbst ent­wi­ckeln. Denn zum Ende hin wird der Tabak einen Hauch kräf­ti­ger und der rau­chige Geschmack tritt in den Vordergrund. Zum Tabak passt übri­gens ein guter, kräf­ti­ger Earl-Grey-Tee her­vor­ra­gend.

Irgendwann ist die vollste Füllung ein­fach auf­ge­raucht, im Zimmer bleibt ein Geruch zurück, der ver­mut­lich auch Nichtraucher sofort begeis­tern kann.

Fazit:
Ich bin mir nicht sicher, ob der Preis ange­mes­sen ist; ich würde das eher ver­nei­nen. Aber der Tabak ist wirk­lich gut. Ein Aromat der bes­ten däni­schen Machart. Nicht über­la­den und über­soßt, aber rich­tig “schma­ckig”. Wer ein bis­sel Geld über hat, sollte ihn pro­bie­ren. Man gönnt sich ja sonst nix.


Autor: Nic Franck
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Montag, 21. Januar 2013

DTM - Ascanian #2 (Sweet & Gentle)

Das ist wie­der einer von den Tabaken gewor­den, bei denen ich nicht bemerkte, dass ich sie täg­lich mehr­fach rau­che. Einer, bei dem mich plötz­lich und uner­war­tet der Dosenboden anschaut. Einer, wegen des­sen Dosenleere ich den nächs­ten – drin­gen­den! – Ladenbesuch pla­nen muss.

Der “Sweet & Gentle” hat also ein­deu­tig das Zeug zum Allday-Tabak.

Er ist nicht ein­fach die Nummer 3 minus Latakia. Sondern ein wirk­lich her­vor­ra­gen­des Rauchkraut, wie es mir behagt. Schon der Geruch aus der Dose: Gra­sig, süß­lich mit einem Hauch Pflaume und Wiesenblüten. Verpackt als ready-rubbed schaut man auf hell­brau­nes und gel­bes Virginiablattgut. Zwei Prisen Orient und (bei der No. 2) 10% Perique “wer­den  für 2 Tage mit 50 bar gepresst, danach in der Spindelpressung für drei Monate rei­fe­ge­la­gert, geschnit­ten und ver­packt” (Dan Pipe) und erge­ben eine ganz beson­dere Melange.


Das Stopfen – vor allem in wei­ten Köpfen – ist kin­der­leicht, das Entzünden braucht schon gern mal zwei, drei Streichhölzer. Doch dann! Ein wei­cher, süßer aber trotz­dem wür­zi­ger Rauch umspielt die Zunge. Je küh­ler der Tabak geraucht wird, desto bes­ser. Das ist Genuss! Ich erschme­cke die Virginias, die dem Tabak Kraft und Fülle geben, ich erahne den Perique, der ein wenig fruch­tige Süße hin­zu­gibt. Die Orients sind nur an einer mini­ma­len Säure zu erah­nen. Jeder Zug ist eine Freude. Und ich bin jedes mal über­rascht, wenn die Füllung bis zu einem klei­nen Häufchen grau-weißer Asche durch geraucht ist. Denn der Tabak braucht kaum Aufmerksamkeit, bil­det nur mini­mal Kondensat und bleibt gleich bis zum Ende.


Es ist mir eine regel­rechte Freude, aus dem Zimmer, in dem rauchte, hin­aus und wie­der hin­ein zu gehen: Der satte Duft nach fri­schem Virginarauch ist betö­rend (jeden­falls für mich) und macht mir gleich Appetit auf die nächste Füllung.

Fazit:
Ich war ja schon von der Nummer 3 “Smooth Latakia” begeis­tert… Der hier begeis­tert mich genau so. Ich wüsste ehr­lich nicht, wel­chem ich den Vorrang geben sollte, wenn ich müsste. Aber ich muss ja nicht! Ich muss nur beide Tabake nach­be­stel­len.


Autor: Nic Franck
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Samstag, 19. Januar 2013

Samuel Gawith - BLACK XX - Finest Kendal Twist

Tja... wat nu'? Rauchen, oder doch eher kauen?

Diese Frage stellte sich mir spontan, als ich den Deckel vom Samuel Gawith "BLACK XX" Finest Kendal Twist öffnete. Ein Strang, sehr dunkler, fast schwarzer Tabak kommt zum Vorschein. Ölig glänzend mit deutlichem "Stallgeruch"...optisch ein wenig an eine Hunde-Hinterlassenschaft erinnernd... naja, man muss diese "Urtabake" schon richtig mögen.

Spätestens, als ich lese: "...kräftig dark fired...12 Stunden in Öl getränkt ...24 Stunden im Ofen gebacken..." beginnt es leise aus der Dose zu knurren: "Ich bin sehrrrrr krrrräftig, nimm` Dich in Acht, Unwissender!"


Ok, ich bin dann mal zur Pfeifengrösse "Fingerhut" rüber und habe mir ein albern kleines Köpfchen ausgesucht. Dann das scharfe Messer gegriffen und vom Strang drei dünne Scheibchen herunter gesäbelt. Schon beim Schneiden verliert sich ein wenig der Respekt. Riecht doch eigentlich lecker. Ein bisschen Leder, ein wenig holzig... tabakig kräftig...urig, ja urig - das trifft es. Die Scheiben etwas zerbröselt und die entstehenden Tabakfäden sorgsam ins Pfeifchen gedreht - kann los gehen!

Er glimmt gut an, entwickelt mächtigen Rauch, das Aroma ist salzig, teerig, deftig, kraftvoll ...und verdammt lecker! Schnell habe ich kapiert, dass dieser Bursche konzentriert, ruhig und vorsichtig "genippt" werden will. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was geschieht, wenn man ihn zu heiß raucht. Hey... man kann sich sogar entspannt zurücklehnen... er greift nicht an, pöckelt nicht die Zunge, sorgt nicht für Schwindelanfälle. Kein Beissen, Kratzen... kein Backstein im Magen. Cremig-satter Rauch der einen irgendwie... ja, an Seefahrt erinnert. So müssen die Tabake der Sailors gewesen sein!

Ab etwa der Mitte gibt es noch "eine Schaufel" Kraft dazu... schööön ruhig weiter rauchen... konzentrier' Dich... was für Aromen... herrlich! Keine Kondensat-Bildung... übrig bleibt nur ein Hauch dunkelgrauer Asche... und ein glücklicher Raucher. Geschafft.... genossen... und WIE!

Noch ein Pfeifchen davon... vielleicht ein etwas größerer Kopf? Nö... lass' mal. Für den Moment ist es genug. Der Nikotin-Gehalt dürfte bei Beginnern und Liebhabern leichter Mischungen für einen leichten Blackout und Koordinationsstörungen sorgen... und auch der Fan der kräftigen Sachen (ich,ich!) hat dann erst einmal genug. ...aber morgen wecke ich das "See-Ungeheuer" nochmal ...und genieße diesen wirklich urig-ungewöhnlichen Tabak. AHOI!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Donnerstag, 17. Januar 2013

Cornell & Diehl - Interlude

Diesen Flake habe ich schon seit einer klei­nen Ewigkeit im Vorratslager ste­hen. Und als ich ihn öff­nete und das kund gab, riet man mir ihn – offen – noch etwas ste­hen zu las­sen. Das – so möchte ich gleich anmer­ken – war ein guter Tipp!

Auf der Dose steht: “Deep Red Virginia kis­sed with a touch of honey to deve­lop the natu­ral sweet­ness of the leaf then sli­ced into fla­kes.“ Würde es dort nicht ste­hen… vom Honig hätte ich nie etwas geahnt.

Weder im Geruch noch im Geschmack ist davon auch nur ein Hauch zu ver­spü­ren. Das ist allein ein ultra­kräf­ti­ger, kaum süßer (dafür her­ber) Virginia-Flake. Das “Atmen” hat den Tabak dann ein wenig wei­cher gemacht; aber er ist trotz­dem nichts für Weicheier.
Ich bilde mir ja schon ein, dass ich kräf­tige Tabake mag und ver­trage, aber der „Interlude“ hat mir dann doch meine Grenzen auf­ge­zeigt. Der Geschmack ist getra­gen von einem sehr her­ben Virginia-Geschmack (erin­nert ein wenig an die tief­schwar­zen Ropes von der Insel) mit einem Hauch Süße und einer sehr ange­neh­men Würze, die immer dann zum Tragen kom­men, wenn der Tabak nur ganz leise vor sich hin glimmt; wenn man das “an-der-Pfeife-ziehen” eher auf­ge­ge­ben hat. Es hat schon etwas Artistisches, den Tabak so zu rau­chen, dass er nicht zu stark wird und ande­rer­seits auch nicht aus­geht.

Drum habe ich die feuch­ten, zer­frans­ten Flakescheiben und -stü­cken immer gut auf­ge­rie­ben und rela­tiv lose in den Pfeifenkopf gelegt. Nicht fest­ ge­stopft! Denn der Tabak ist ziem­lich feucht und quillt ordent­lich auf, wenn er Glut bekommt. Auch das macht das Rauchen nicht eben ein­fach. Deshalb – und auch sei­ner Stärke wegen – habe ich ihn eher aus klei­nen Köpfen geraucht.

Diese Art Virginias sind nicht so ganz mein Geschmack; es wird andere Raucher geben, die dem „Interlude“ mehr abge­win­nen mögen. Ich mag die süßen Virginia-Flakes ein­fach mehr.


Und er ist mir zu stark. Wenn ich ihn mal so in Betrieb habe, dass er mir nicht unan­ge­nehm kräf­tig ist, dann schmeckt er mir wirk­lich. Aber das ist zu sel­ten der Fall. Ich kann ihn nicht wirk­lich genie­ßen, weil ich immer Angst habe, umzu­fal­len. Denn was da auch an Nikotin aus dem Mundstück kommt, ist schon hart an mei­ner per­sön­li­chen Toleranzgrenze.

Der Tabak sät­tigt nicht nur, er macht pudel­satt. Und ich kann ihn eigent­lich nur als aller­letzte Pfeife des Tages rau­chen. Nur: Er braucht Zeit, Aufmerksamkeit und glimmt sehr sehr lang­sam. Das spricht gegen die Abendpfeife. Denn da bin ich schon fast im Halbschlaf und hab keine Nerven mehr, mich mit dem zicki­gen Flake aus­ein­an­der­zu­set­zen.

Also: Der „Interlude“ ist qua­li­ta­tiv ein abso­lu­ter Gigant. Das, was da an Asche über bleibt, ist kaum zu sehen und puder­fein. Auch der Raumduft ist betö­rend tabakecht, satt, warm und „vir­gi­nia­nisch“.

Allerdings liege ich da irgendwo platt unter den Rauchschwaden und fühle mich schumm­rig. Er ist zu stark, ich bin zu schwach.


Autor: Nic Franck
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Mittwoch, 16. Januar 2013

Gawith & Hoggarth - Rum Flake

Im Geruch dezent und dann dahinter Gras, ein bisschen Honig... so empfindet mein Geruchssinn diesen Flake aus England. Ein herrlicher Anblick ist das schon, so dass ich kurzerhand dazu übergehe, mir eine Pfeife zu stopfen. Ein Virginia mit einer ordentlichen Portion Burley, dazu tragen Teile des Tabaks das Prädikat „dark-air cured“, was wohl auch zur Anhebung der Stärke beitragen dürfte.


Das Anbrennen funzt problemlos, der Stoff ist bestens konditioniert. Sofort macht sich im Mund das Aroma breit. Irgendwie ein typisches „Gawith & Hoggarth-Lakeland-Aroma“. Ob es zusätzlich wirklich Rum ist? Keine Ahnung. Könnten auch Rosinen sein, ja sogar etwas Honig.

Mit fortschreitender Rauchdauer verliert dieser Flake etwas an Aroma, reiner Tabak tritt in den Vordergrund. Er wird nussig (Burley??). Und er wird zusehends stärker. Da ist ohne Frage ordentlich Nikotin vorhanden. Im Raum ist der „Rum-Flake“ deutlich feststellbar, wenn auch nicht unangenehm. Im Pfeifenkopf bleibt dunkelgraue Asche übrig.

Ruhig und mit Bedacht genossen ist der „Rum Flake“ mit seiner mindestens mittleren Stärke (zum Ende hin legt er noch eine Schippe drauf) eine gelungene Abwechslung, die man sich durchaus mal gönnen sollte. Bekommen kann man ihn auf alle Fälle über die Website von J.N. Barber.


Autor: Ralf Ruhenstroth

Und es kommt doch auf die Größe an!

Den geliebten Beaujolais aus einem dickwandigen Wasserglas genießen? Oder den hochgeschätzten Talisker aus der Sektschale schlürfen? Allein die Vorstellung wird bei einigen Lesern für herab gezogene Mundwinkel sorgen. Was im Kreis der Liebhaber geistiger Getränke längst ein Teil der Kultur geworden ist, schafft bei Anhängern der Leidenschaft Pfeife immer noch gelegentliche Verwirrung. Gerade bei den Rauchern, die noch nicht so lange dem Tabakgenuss aus "Rauchhölzern" frönen.

Copyright: Peter Lehmann

Natürlich reicht für den Genuss aller Tabakarten auch die berühmte "Universalpfeife" mittlerer Kopfgröße. Reichen würde für alle Getränke aber auch das oben erwähnte, Wasserglas. Wer den Genuss steigern und die Möglichkeiten dazu ausreizen will, der sollte experimentieren. Und wer wirklich Leidenschaft für Tabak und Pfeife entwickelt hat, wird das auch gern tun. Ich möchte hier mal meine Erfahrungen und Meinungen zum Thema Pfeifengrößen/Tabakschnittarten erläutern.
 

Teil 1- Klein, aber fein

Kleine Pfeifenköpfe sind wieder im Kommen. Die Industrie hat eine Nische entdeckt und argumentiert damit, dass "dem Pfeifenraucher heute kaum noch Zeit für seinen Genuss bleibt" und rät ihm zu kleinen Köpfen - für den "schnellen Pfeifenspaß zwischendurch". Selten fand ich eine Marketing-Idee schwachsinniger. Also für mich schließen sich "auf die Schnelle" und der Genuss einer Pfeife automatisch gegenseitig aus. Doch jeder, wie er mag.

Copyright: Peter Lehmann

Das einem die Pfeifen "von früher" oft sehr klein vorkommen und das Traditionsunternehmen wie Dunhill die Größe 1 als ganz normal ansehen, hat einen einleuchtenderen und besseren Grund, als den oben zitierten Werbe-Blödsinn.

Copyright: Peter Lehmann

Früher gab es einfach viel mehr fein und sehr fein geschnittene Tabake ...und im Bereich gerade der englischen Mischungen ist das auch heute noch so. Wer sich das aktuelle Schnittbild vom "Early Morning Pipe", oder der "Royal Yacht Mixture" ansieht, wird das schnell feststellen.


Abgesehen davon, dass solche Mischungen gern "ordentlich Gehalt" haben und somit ein größerer Kopf gern des Guten zu viel sein könnte, geht es auch um die Art, wie man solche Tabake rauchen sollte. Feingeschnittene Mixturen verglimmen heißer als ihre gröberen Brüder. Daher empfiehlt sich ein besonders bedachtes, ruhiges Rauchen, um Pfeife und Mischung kühl zu halten. Wer nun auf diese Weise einen "kleinen" Kopf zu Ende raucht, stellt schnell fest, wie rasch zwei Stunden vergehen können. Gute Kontrollierbarkeit der Temperatur, genügend Entfaltungsmöglichkeit für feine Schnitte, gut ausreichende Rauchzeiten... so ergänzen sich feine Tabakschnitte und kleine Köpfe zu einer optimalen "Genuss-Kombination".

Copyright: Peter Lehmann
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Das gilt nicht nur für die hier im Bild gezeigten "Pfeifen-Klassiker", sondern auch für die aktuell so beliebten Lesepfeifen der Fantasy-Fraktion, die, sollen die Proportionen stimmen und die Kopfformen "klassisch" sein, auch eher kleine Füllvolumen aufweisen.

Copyright: Peter Lehmann
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Ein "Spezialfall" sind die Flake-Pfannen. In "Flake-Fanzirkeln" wird trefflich darüber gestritten, ob diese Pfeifen wirklich das Nonplusultra in Sachen Flake-Genuss darstellen.

Copyright: Peter Lehmann

Sie zeichnen sich in erster Linie dadurch aus, dass ihre Bohrungsweite deutlich größer ist, als ihre Tiefe. In einzelnen Fällen mag das für optimale Platzverhältnisse geknickter und gefalteter Flake-Päckchen sorgen, doch sobald die Maße übertrieben werden, sorgen diese Pfeifen oft eher für Probleme, denn für sorglosen Umgang. So befindet sich eine Winslöw-Pfanne in meinem Besitz, die bei 25 mm Bohrungsweite gerade mal 16 mm Tiefe aufweist. Optisch eine Besonderheit... in der Praxis für Flakes nahezu unbrauchbar.

Etliche "Flaker" (zu denen ich mich auch zähle) bevorzugen mittlerweile Bulldogs, Bullcaps, Pots, Brandys etc. in "klassischem" Größenzuschnitt, um ihrer Flake-Leidenschaft zu frönen. Übrigens gern auch ohne konische Böden, über deren "Flake-Tauglichkeit" die Meinungen auch sehr weit auseinander gehen.

Copyright: Peter Lehmann
Copyright: Peter Lehmann
Copyright: Peter Lehmann

Bei "gebröselten" Flakes eher unwichtig, bieten diese Pfeifenarten oftmals etwas mehr Bohrungsweite als Höhe. Sie sind, sozusagen, leicht "überquadratisch"... aber trotzdem hoch genug, um einem, gefalteten Flakepäckchen ein gutes Unterkommen zu bieten. Man sieht also, dass die kleinen Pfeifengrößen sehr wichtig sind, will man Tabake eher klassischen Zuschnitts (und gern mal kräftigen Gehaltes) unter perfekten Bedingungen genießen. Mit Eile und/oder der neuerdings als so erstrebenswert angesehenen "25 Minuten-Pfeife" hat das gar nichts zu tun.
 

Teil 2 - Die "normale" Größe in besonderer Vielfalt

Wer es liebt, sich durch die dänischen Mischungen moderner Prägung zu probieren, wer einen sanfteren Flake gern mal gut "aufbröselt", wer Ready Rubbed Tabake schätzt, wird mit Pfeifen mittlerer Größe besonders glücklich. Die Vielfalt der Formen ist unerschöpflich. Von "größer geratenen" Klassikern, über typisch "dänische Stile" bis zur absoluten Freiform.

Copyright: Peter Lehmann
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 und auch die Auswahl passender Tabake ist gewaltig. Zumeist sind modernere Mixturen im Bereich zwischen 2 und 3 Millimeter Schnittbreite angesiedelt - ihnen kommt zur perfekten Aromaentwicklung eine Pfeife mittlerer Größe genauso goldrichtig, wie den sanft "eingerieselten" Truffles oder feineren Cross-Cuts.

Mehr Füllvolumen brauchen diese Tabake nicht, es wäre häufig dann auch "des Guten zu viel"... weniger Volumen reicht ihnen oft nicht, um ihr ganzes Aroma zu entwickeln - was schade wäre. Ob man sich im Bereich "normale" Größe nun eher zum unteren oder zum oberen Grenzbereich hingezogen fühlt, ist eher abhängig vom persönlichen Geschmack und der gewünschten Rauchzeit. Fest steht, dass auch die "normalen" Pfeifen eigentlich Spezialisten sind und nur mit den passenden Tabaken den maximal möglichen Genuss bieten.


Teil 3 - "Bigger is better"?

Es gibt sie... die "Fraktion der Groben" unter den Tabaken. Die "Broad Cuts", "Wild Cuts" und Co. Mischungen, die auch vor einer Schnittbreite von vier und mehr Millimetern nicht zurück schrecken. Meist hinterlassen sie beim Raucher aber keinen bleibenden Eindruck. Weil sie sich in Pfeifen mittlerer Größe nicht wirklich entfalten können. Sie haben dort nicht genug "Luft", um zu zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Noch dazu sind sie, wenn überhaupt, eher sanft aromatisiert. Wenn sie dann nicht "artgerecht" genossen werden, sorgen sie oft für Langeweile in der Pfeife.

Copyright: Peter Lehmann

Hier schlägt die Stunde der "Großkopfeten", der Giants, wie sie heute gerne genannt werden. Stop! Jetzt bitte nicht sofort den Kopf schütteln. Ich meine nicht die Bents im Format eines Tenorsaxophons, oder die Billiards mit dem Fassungsvermögen eines mittleren Blumentopfes. Die "Szene", die sich in den USA rund um die Produkte des Hauses "Boswell" gegründet hat, mag ja ganz putzig sein, stellt aber eher nicht den Pfeifengenuss in den Vordergrund. Man kann die hier gemeinten Giants durchaus auch optisch zurückhaltender gestalten.

Copyright: Peter Lehmann

Wenn bei der "Fingerprobe" des Füllvolumens der Mittelfinger oder der Daumen beinahe zur Gänze im Kopf verschwinden, dann sind wir bei der Pfeifengröße, die diesen Mixturen besonders entgegen kommt. Eher etwas lockerer gestopft, entfalten diese groben Mischungen (Kritiker nennen sie gern auch "Rasenschnitt") in solchen Köpfen Aromen und Feinheiten, die man ihnen kaum zugetraut hätte.

Copyright: Peter Lehmann

So werden Tabake, wie z.B. die "Hamburger" von DTM, der "Springwater", der "Ocean Queen" von Aylesbury und sogar der "Indian Summer" zu einem echten Erlebnis...und die Giants zu unverzichtbaren Werkzeugen für einen exquisiten Genuß!

Copyright: Peter Lehmann

Jeder Raucher genießt seine Tabake anders. Das ist mir klar und gut so. Ich wollte auf diesem Wege einfach mal meine persönliche Sicht darstellen. Meine Theorie, wie man den Genuss noch steigern kann, wenn "Gefäß" und "Inhalt" aufeinander abgestimmt sind. Einen Versuch ist es wert, denke ich!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Tabak: DTM - Midnight Ride

Viel gibt der Werbetext von Dan Pipe zu die­sem Tabak nicht gerade her: “Eine typisch eng­li­sche Mischung aus aro­ma­rei­chen Virginia Grades, fein­her­bem Orientblattgut, einer guten Portion Latakia und einer Prise Louisiana Perique.”

Also ein klas­si­scher Engländer halt. Da aber die Dose schön ist und die Geschichte, die um die Tabake gemacht wer­den, inter­es­sant klin­gen, musste ich die­sen rela­tiv neuen Tabak kau­fen und pro­bie­ren.

Der Tabak ist recht fest in die Dose gepresst und riecht vor allem säu­er­lich. Das hat mich anfangs ziem­lich irri­tiert, da der Geruch ein wenig absto­ßend ist. Ich habe keine Idee, was da so riecht – wenn der Tabak ein wenig abge­trock­net ist, nimmt die­ser Geruch etwas ab und der Tabak riecht, wie ein Engländer halt so riecht: rau­chig und etwas tee­rig.


Über­haupt: Es ist gene­rell ange­ra­ten, den Tabak etwas abtrock­nen zu las­sen. Sicher: Er lässt sich auch aus der frisch geöff­ne­ten Dose rau­chen, aber er grillt dann doch die Zunge ein wenig. Selbst, wenn man einen Filter ein­setzt und nur ganz vor­sich­tig nippt.


Wenn er dann etwas tro­cke­ner ist, wird er zwar nicht unbe­dingt zun­gen­freund­lich (Anfängern ist also vom mit­ter­nächt­li­chen Ritt abzu­ra­ten!), aber doch freund­li­cher. Er lässt sich dann auch ein­fa­cher in die Pfeife ein­brin­gen und ver­klebt dabei nicht. Wenn der Tabak dann glimmt braucht er keine beson­dere Aufmerksamkeit mehr.

Der Geschmack ist vor allem eines: kräf­tig! Der Latakia ist immer und stark im Vordergrund. Von den ande­ren Tabaken ist – bis auf eine immer vor­han­dene leichte Tabaksüße – kaum etwas zu erschme­cken. Einen Hauch von Orient kann ich erah­nen, aber nur dann, wenn die Glut fast aus­ge­gan­gen ist und der Rauch sehr kühl ist. Mir kommt der Tabak daher etwas ein­di­men­sio­nal vor. Ich rau­che ihn ganz gerne, aber ich würde keine drei, vier Füllungen am Tag davon mögen. Denn selbst, wenn ich kräf­ti­ges Schwarzbrot mag; immer möchte ich es dann doch nicht. Ab und an mag ich auch mal eines mit ein wenig Weizen darin.

Und so geht es mir auch mit dem „Midnight Ride“. Er ist – genau wie sein Verwandter „Discovery“ – ein Tabak, den ich als etwas Besonderes sehe; den ich aber nicht immer rau­chen möchte.

Übrig bleibt ein wenig graue Asche und ein Raumduft, der nur mit viel gutem Willen als “mit­men­schen­ver­träg­lich” zu bezeich­nen ist.

Ich sehe gerade, dass es bei daft.de bereits ein Review zum Tabak gibt. Und das es mei­nem wider­spricht!



Autor: Nic Franck
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Tabak: Planta - Yin Yang Serial 1 - hell

Kurz vor Weihnachten habe ich mir selbst ein kleines Geschenk gemacht und ein paar Tabake bestellt, darunter auch den „Yin Yang-Tobacco Serial 1“ Aromaten.

Der „Yin Yang“ Tabak wird von Planta für die Yin Yang-Pfeifen von db-Design Berling zusammengestellt, es gibt ihn in einer englischen und in der hier vorgestellten “diskreten” Richtung. Aber lassen wir zuerst die Dose selber “zu Wort” kommen:

Der „Yin Yang“-Tabak ist eine weiche Hand-Blend heller, sonnengereifter Virginias aus zehn traditionellen Anbaugebieten. Im Variant-Cut. Das feine Bouquet von Calvados, der gebrannten Seele des Apfels, verleiht der Mischung ihren eigenen Charakter.“


Schon bei der Geruchsprobe werde ich als Fan eher naturbelassener Tabake auf das angenehmste überrascht. Ich sage nur: Schmack-O-Fatz, das Kraut riecht lecker! Der satte süße Geruch vom Virginia und dazu die leicht säuerliche Note des Calvados-Aromas sorgen bei mir für vermehrten Speichelfluss.

Also ab in die Pfeife mit dem Kraut – was nützt der beste Geruch, wenn der Tabak nicht rauchbar ist?

Gleich vorneweg: Der „Yin Yang“ mag es gerne kuschelig – alles über mittlerer Kopfgröße hinaus ist Tabakverschwendung!

Das wirklich dezente Calvados-Aroma taucht etwa beim 3. oder 4. Zug auf und bleibt einem dafür aber auch – zumindest bei kleinen und mittleren Köpfen – bis zum letzten Zug erhalten.


Alles in allem ein Tabak, der vielleicht nicht für jeden Tag geeignet ist, aber bei mir auf jeden Fall einen Stammplatz in der “Aromatenecke” bekommt – und mit € 7,50,-für eine 50 g-Dose ist er auch preislich im fairen Segment angesiedelt.


Autor: Sascha Kraeling

Dienstag, 15. Januar 2013

Tabak: Planta - Virgin Scraps

Nach den ganzen höherpreisigen Tabaken stelle ich Euch heute mal einen ziemlichen Preiskracher vor: „Virgin-Scraps“ von Planta für nur € 6,90,- für einen 100 g-Beutel! Schauen wir uns erst einmal wie üblich an, was der Hersteller meint:
Tabakblatt-Spitzen ausgewählter Tabakprovenienzen, harmonisch abgerundet mit aromatischem Honig. Flockenschnitt. Mild und tabak-süß, ideal geeignet auch zum Mischen mit anderen Pfeifentabaken.“

 Gut, den Honig schmecke ich jetzt nicht wirklich – dafür aber steht der „Virgin-Scraps“ (was so viel wie jungfräuliche Abfälle bedeutet) aber höherpreisigen Virginia-Tabaken, die mehr als das doppelte Kosten, in nichts nach und hat bei mir den Käpt’n Barsdorfs Bester “Bright Virginia” als “All-Day-Smoke” abgelöst – und nicht nur weil er noch einen Tick preiswerter ist (€ 12,95,- für 180 g gegenüber € 13,80,- für 200 g – der KB würde bei 200 g also € 14,39,- kosten)!


Tatsächlich hat er sogar meinen sonst gerne gerauchten „Ranger’s Pleasure“ verdrängt – der Geschmack der jungfräulichen Abfälle (Oder Kleintierstreu wie Farlion ihn auf google+ genannt hat) toppt sogar das mittelpreisige Vergnügen der Waldhüter von Tobacco Factory!
Für mich steht auf jeden Fall fest, dass dieses Kleintierstreu ab sofort in meiner Tabakbar nicht mehr fehlen darf!


Autor: Sascha Kraeling

Tabak: Radford's Rum Royal

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mir je einen Tabak um weniger als 6 Euro gekauft hätte. Für guten Tabak gebe ich gerne Geld aus. Und da ist es mir fast schon egal, ob 50 g 8, 12 oder 14 Euro kosten. Wenn der Tabak schmeckt, dann kaufe ich ihn.

Mein kategorischer Imperativ des Pfeiferauchens lautet also: "Rauche nur den Tabak, von dem du zugleich wollen kannst, dass seine Qualität der allgemeine Maßstab werde."

Deswegen kann ich auch Tabake rauchen, die gut UND preiswert sind (wie beispielsweise Mac Barens "Scottish Mixture").

Wovon ich aber bisher die Finger gelassen habe, das ist das absolute Billigsegment, zu welchem ich auch Radfords "Rum Royal" zähle. (Für 20 Euro bekommt man die 200 Gramm Dose.) Vor einigen Wochen hat aber die Neugier gesiegt, einmal einen Billigtabak zu probieren. Hergestellt wird der "Rum Royal" von Pöschl. Virginia und Burley wurden angeblich mit echtem Jamaika Rum verfeinert. 

 

Das Tabakbild ist schön hell - wenigstens keine Black Cavendish-Bombe. Der Geruch ist etwas eigenartig. Muffig, ein bisschen Anis, ein bisschen Kokos, aber an Rum muss ich nicht denken. Der "Rum Royal" ist ein sehr leichter Tabak. Wenig Nikotin und wenig Aromaentfaltung. Er schmeckt "auszugsweise" auch wirklich nach Rum. Soll heißen, die Süße des Tabaks erinnert ein bisschen an Rum. Dazu kommt ein Aroma, das an exotische Gewürze und Pfeffer erinnert, aber leider nach den ersten zehn Zügen verschwunden ist. Bis zum Schluss bleibt aber diese leicht „rumige“ Süße und etwas, welches mich entfernt an Anis oder vielleicht Kokos erinnert. Eingebettet ist das Ganze in geschmacklosen Qualm, obwohl die ersten Züge ein recht vollmundiges Rauchvergnügen versprochen haben. Das berüchtigte "letzte Drittel Problem" hat man hier schon nach dem ersten Viertel. Ein Tabak, auf den die Bezeichnung schwachbrüstig in jeder Hinsicht zutrifft. Hier bekommt man nicht wirklich etwas geboten.

Ich werde mir den Tabak nicht mehr kaufen, höchstens noch ein bis zwei Füllungen rauchen. Ich kann nämlich unmöglich wollen, dass die Qualität des "Rum Royal" der allgemeine Maßstab wird!!


Autor: Max Muthsam
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Donnerstag, 10. Januar 2013

DTM - Torben Dansk #16 Sweet Sixteen

Das gleich vorab: Die “Süße Sechszehn” ist wirk­lich nur etwas für Aromatenliebhaber. Naturfreunde wer­den den Tabak mei­den wie Tom den „Season Harvest“.

Da ich so ziem­lich alle Tabake der TD-Serie geraucht habe – und die meis­ten für gut befand – musste nun auch ein­mal die Nummer 16 ran.

Ich bin schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem süf­fi­gen Tabak mit Kirscharoma (fragt mich jetzt bitte nicht, wie das kommt; ich weiß es nicht…) Bei Dan Pipe heißt es zu die­sem Tabak: “Eine über­wie­gend dun­kel gehal­tene, uner­hört sanfte und wun­der­bar zart-fruchtige Mischung aus Black Cavendish und gol­de­nen Virginia Grades. Ihre ganz beson­dere fri­sche Note erhält sie von einer Flavour-Komposition aus Grapefruit und Kirsch, wel­che die Natursüße des Black Cavendish und des Virginia noch unter­streicht.”


Nun: Vom ange­prie­se­nen Kirscharoma kann ich wenig rie­chen und schme­cken. Wenn es nicht im Werbetext stünde, wüsste ich es nicht. Und an Grapefruit erin­nert mich dabei gar nichts. Aber trotz­dem, mir gefällt der Tabak. Denn die Aromatisierung ist ange­nehm beerig-fruchtig (ich denke da an Waldhimbeeren) mit einer Ahnung an die ange­ge­be­nen Kirschen. Wenn Kirsche, dann aber die dunk­len, som­mer­sü­ßen. Mir wird das Aroma nie über (wie es mir oft bei Hocharomaten pas­siert), son­dern bleibt dau­er­haft ange­nehm. Wohl auch des­halb, weil das Aroma im Laufe der Füllung etwas an Kraft ver­liert - zum Ende einer Füllung hin schme­cke ich auch den Tabak her­aus. Aber gegen­über dem neulich review­ten „Cappuchino“ bleibt er dann doch um eini­ges mehr Aromat.

Der ist dann zwar qua­li­ta­tiv von guter bis hoher Qualität (was sich an der homo­ge­nen Asche zeigt), aber mir ein wenig zu leicht. Wie andere bereits fest­stell­ten: Ein wirk­lich guter Vormittags-Aromat. Abends brau­che ich mehr Kraft. Da greife ich dann lie­ber zum „Wappen von Hamburg“. Der ist zwar noch unde­fi­nier­ba­rer in sei­ner Aromatisierung; der Grundtabak hat aber etwas mehr Power.

Fazit:
Der „
Sweet Sixteen“ ist alle Male einen Versuch und sein Geld wert. Ein ordent­lich gemach­ter und daher ange­nehm über­ra­schungs­freier Tabak mit einem ange­neh­men Aroma (und einem Raumduft, der mich sofort an den Geruch in den Räumen der DTM den­ken läßt), der sich gut raucht, gut riecht und schmeckt.


Autor: Nic Franck
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Tabak: Van Rossem - Troost Slices

Das Schöne am Pfeiferauchen ist doch die Vielfalt, die sich einem offenbart. In Deutschland ist die Auswahl an Tabaken im Vergleich zu anderen Ländern wirklich noch groß(artig), da würden sich auch unsere Nachbarstaaten die Finger nach lecken. Nichtsdestotrotz habe ich jetzt einen Tabak in der Pfeife, den es bei uns (derzeit) leider (immer noch) nicht zu erwerben gibt. Sehr bedauerlich, wie ich finde. Aber zumindest in Holland sind die „Troost Slices“ von Van Rossem gut und reichlich zu bekommen. Und die Chance sollte man bei einem Besuch in den Niederlanden nutzen. Und wenn es nur dazu ist, mal etwas anderes auszuprobieren. Der Reihe nach:

Troost Slices“ sind fast drei Zentimeter breite Flakescheiben, sie sind mittel – dunkelbraun mit recht hellen Einfärbungen. Ein Virginia-Burley, die tatsächlichen Anteile innerhalb der Mischung können sich für mich ausschließlich auf den von mir festgestellten Geschmacksnuancen stützen. Dazu gleich mehr. 

 
Die Flakescheiben sind ein bisschen feucht, ein bis zwei Stündchen bei Raumtemperatur tun dem Rauchopfer vor der Verkostung gut. Der Geruch in der Dose ist kräftig, da findet man Beeren, Pflaumen, aber auch Nuss und Schokolade. Dahinter erhascht man einen echten Tabakduft, so dass man sehr schnell versteht, dass es sich hierbei um einen (leicht) aromatisierten Flaketabak handelt. Ich muss feststellen, dass ich diesen Tabakduft bisher noch nirgends woanders so in dieser Art erschnuppert habe.

Nach dem Anzünden wird es zunächst etwas fruchtig am Gaumen, fast vollmundig, nicht sehr süß mit einer einzigartigen Würze. Für mich spricht das dafür, dass der Anteil von Burley recht hoch ist. Und auch hier komme ich zu der Feststellung, dass ich solch ein Aroma, wie es die „Troost Slices“ bieten, bisher noch nicht geraucht habe. Sehr interessant und abwechskungsreich!

Der Flake ist mittelstark, im Kopf hinterlässt die Mischung grau-weiße Asche. Bis zum letzten Krümel ist die Füllung bekömmlich und schmackhaft. Hersteller dieses Krauts ist lt. Dosenaufdruck schlicht und einfach die Scandinavian Tobacco Group, welches die bisherige Aussage, dass nämlich Orlik Hand anlegt, nicht widerspricht. Mein Tipp: Bei Gelegenheit unbedingt mal ausprobieren. Herzlichen Dank an Bernd, der mir für „nur“ € 7,75,- ein Döschen hat zukommen lassen.


Autor: Ralf Ruhenstroth

Dienstag, 8. Januar 2013

G.L. Pease - Embarcadero

Der Duft des G.L. Pease „Embarcadero“ bei Dosenöffnung lässt mich das Essigaroma vermissen. Er ist eher geprägt von einer Art puren Tabakduftes mit einer erdigen und ledrigen Note. Er liegt in 2 – 3 mm breiten und 1 - 3 cm langen Streifen in der Dose. Die Dicke beträgt nur wenige Millimeter, so dass ein Aufrubbeln nicht nötig ist. 


Es zeigt sich ein herrliches Farbenspiel, vom warmen Gelb bis Braun, welches die Herzen von Virginiafreunden höher schlagen lässt. Das Stopfen geht sehr einfach von der Hand, und nach nur zweimaligem Entzünden marschiert er willig bis zu seinem Ende durch und zeigt eine geringe Kondensatbildung.


Zu Beginn der Füllung ist der „Embarcadero“ für mich noch als mild zu bezeichnen, gewinnt aber ab der Hälfte recht deutlich an Volumen. In einem großen Kopf verraucht ist eine Stärke nicht von der Hand zu weisen. Geschmacklich wird seine Süße von einem malzigen Karamellton begleitet.
  
Für mein Dafürhalten ist der Tabak nur gering mit Izmir Orient Tabak gewürzt . Aber sehr gelungen, was sich in einem köstlichen, vom Virginia getragenen Smoke offenbart. Eine Verwandtschaft zum „Union Square“ oder „Filmore“ lässt sich nicht leugnen. Summasumarum ein exzellenter Tabak aus dem Hause G.L.Pease für Freunde von naturnahen Mischungen, die eine Abwechslung in der Virginiawelt suchen.


Autor: Stefan Rehm