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Montag, 16. Dezember 2013

Verschiedene Stopfmethoden...

Das größte Problem zu Beginn des Pfeiferauchens ist das "richtige" Stopfen (meist zu fest) - ob jetzt "traditionell", "80-20 Methode", "Antigravitation" oder sonstige Techniken.

Folgende Tipps haben sich bewährt:

- eher zu leicht als zu fest stopfen (Nachkomprimieren kann man immer noch!)
- der Zug ohne Filter sollte dem "durch den Strohhalm an einer Cola (nicht Shake ! ) trinken" entsprechen
- ruhig öfters nachzünden (das "von-alleine-durchrauchen" kommt mit der Gewöhnung)
- wenn das letzte Drittel nicht mehr brennen will und/oder nicht mehr schmeckt: Raus damit!

  • zu fest (nach-)gestopft?:
Hat man zu fest gestopft und noch nicht angezündet, ist es sicher das Einfachste zu räumen und nochmals von vorne...

Passiert dies während des Rauchens, kann man vor einer Noträumung (oder blau anlaufen.., ) folgendes probieren:

a) Reinigerdorn (bitte den abgerundeten nehmen!) in der Mitte der Tabakfläcke nach unten drücken und sanft wieder rausziehen
b) bei OFi Pfeifen einen Reiniger vorsichtig Richtung Brennraum schieben 
 (bei MiFi oder stark gebogenen Pfeifen muß man eben warten bis die Pfeife abgekühlt ist )
c) leicht in die Pfeife blasen (hilft manchmal auch schon)

Gerade bei komprimierten Tabaken (Flakes, Curlys o.ä.) kann es trotz "richtigem" Stopfen passieren, dass einzelne Fasern aufquellen und so den Zug blockieren.


  • Mixtures:
traditionelle Methode, für Mixtures und auch "wild cut".

Vorteile: leichtes Anzünden, gleichmäßiges Abbrennen, problemarmes "Zu-Ende-Rauchen" Nachteile: aufwändig

Zuerst nehme ich einen Reiniger, schiebe ihn durchs Mundstück bis in die Brennkammermitte (sollte das nicht gehen, nehme ich das Mundstück ab und schiebe eben durch die Zapfenbohrung) und knicke dann den Reiniger ab - so kann man später beim Rauchen sowohl Kondensat dort absaugen wo es entsteht, als auch gegen Ende der Füllung den Resttabak leicht "anheben" so dass er einfacher verglimmt/nicht verklumpt, oder auch eventuell blockierende Fasern (Blubbergeräusche beim Rauchen deuten darauf hin) zurückbefördern.

Dann etwa die Füllmenge abgeschätzt (Übungssache ... - was zuviel ist kann aber zurück in die Dose) und auf einer Unterlage (Blatt Papier/Dosendeckel, etc.) legen.

Mit den Fingern hebe ich dann Tabakfasern ab und lege sie zur Seite - dies trennt Tabakkrümel von größeren/mittleren Fasergrößen.

Unten in die Brennkammer ein paar mittellange Fasern leicht mit dem Finger drehend einbringen
(größer als das Zugloch -> kann nichts den Zug blockieren , aber möglichst kürzer als der Brennraumdurchmesser -> damit sie nicht zu Klumpen "verbacken").

Als Nächstes in Priesen den restlichen Tabak wiedrrum leicht drehend einbringen (so liegen die Fasern flach und verdreht, was den gleichmäßigen Abbrand fördert )
- ab und zu etwas mit den Fingern gegen den Kopfrand klopfen ("Betonverdichtungsmethode" - kleinere Fasern sickern so in evtl. noch vorhandene "Luftlöcher").
Die breitesten bzw. klumpigsten Fasern möglichst in der Mitte der Stopffläche und der Stopfhöhe plazieren.

Stopfen bis kurz unter dien Brennkammerrand - eventuellen Resttabak zurück in die Dose, die auf der Unterlage verbliebenen Krümel / kleinen Fasern als letzte Schicht obenauf (wie Reisig -> brennt besser an als grobe Stücke).

Ab ca. 1/3 Füllhöhe sollte zwischendurch der Zugwiderstand geprüft werden.

Dann Feuer frei und Rauchen, ab und an Nachstopfen (wenn der Zugwiderstand nachlässt - nur so fest nachdrücken, wie es dem Eigengewicht des Stopfers entspricht), nach dem Nachstopfen vielleicht nochmals leicht mit dem Finger gegen den Kopfrand klopfen (so lockert sich die Oberfläche etwas auf - gerade am Rand - und glimmt besser weiter).

Sollte Kondensat oder dennoch Tabakkrümel das Zugloch blockieren (Blubbern, Zugwiderstand wird plötzlich sehr hoch) mit dem Reiniger bis zum abgeknickten Ende in die Brennkammer schieben (klappt bei Filter natürlich nicht - hier kann man aber mit dem Dorn des Pfeifenbesteckst behutsam am Rand bis zum Zugloch "stechen").

Gegen Ende der Füllung kann man ebenfalls den Reiniger nehmen, um den verbliebenen Tabak etwas aufzulockern (Propfen hebt sich leicht an - einfach dezent wieder nachstopfen) und von Feuchte zu befreien.

So ist es einfacher, bis "zum letzten Krümel" zu rauchen (wenn man denn mag, wenn nicht: auch kein Beinbruch).


  • Frank`sche Methode:
hier noch die Methode nach Achim Frank:

Vorteile: leicht zu erlernen, Alternative für Raucher mit Stopf-Problemen

Nachteile: extrem leichter Zug, das Anzünden mit dem Burner kann den Pfeifenrand ankokeln 


  • Mixtures / ready rubbed "rollen":
eine "schnellere" Methode zum Stopfen, einen "hippen engl. Namen" habe ich nicht ;-)

Vorteile : schnell zu stopfen
Nachteile: Abbrand evtl. etwas ungleichmäßiger

In Anwandlung der "traditionellen" Methode klappt es auch mit "ready rubbed" und am Besten mit langfaserigen Mixtures.

Füllmenge auf eine Unterlage geben, einmal mit den Fingern abheben  (um die Krümel zum Anzünden zu separieren), dann wie ein Zigarrenroller eine "Wurst" rollen  (erfordert etwas Übung, sie passend oder kleiner zum Brennkammerdurchmesser zu rollen), die Wurst leicht verdrehend in die Brennkammer geben, zuviel an Länge passend zur Füllhöhe oben abdrehen und zurück in die Tabakdose, Krümel von der Unterlage zum Anfeuern obenauf - Fertig !

Da die Fasern so eher hochkant statt liegend eingebracht sind, kann die Füllung "schief"/ungleichmäßiger abbrennen , aber mit etwas Übung beim Nachstopfen (u.a. auch leichtes Klopfen am Kopfrand zum Auflockern) lässt sich das ausgleichen.


  • Knick & Falt / Flakes:
Die Knick & Falt Methode ist schwierig zu beschreiben, hier gibt es im Web eine Menge Videos auf YT...

Das "Knicken" ist übrigens nicht zwingend, bei kurzen Scheiben oder hohen Pfeifen kann man auch ohne Knicken stopfen. Die Knickstelle am Besten nach unten in den Tabakraum stopfen, so bleibt der Tabak gegen Ende der Füllung eher locker.

Der Flake wird bei dieser Methode auch nicht "gefaltet", sondern zu einer zyllinderförmigen "Wurst" gedreht. Den Abbrand erleichtert es, wenn man so lange "dreht" bis die "Flakewurst" recht weit aufgelockert ist.

Wichtig und leider auch Übungssache ist, den Flake nicht zu fest zu stopfen !

Für meinen Teil lasse ich den "Wurstdurchmesser" kleiner als die Kopfbohrung (leicht durch Probieren rauszufinden) und die Länge etwas länger als die Kopfbohrungshöhe.

Dann in den Brennraum reinstellen und leicht oben den Flake angefasst drehen (bis der komplette Flake mitdreht), dabei sanft nach unten drehend drücken - überstehendes "abdrehen"/zupfen - obenauf entstandene Krümel - Feddisch :-)

So füllt man den Brennraum kompakt ohne große Luftlöcher (die Kondensat provozieren) aus, durch die Drehung brennt der Tabak auch gleichmäßiger ab.

Der Tipp mit dem vorher passend abgeknickten Reiniger in der Holmbohrung gilt auch hier, sollte man etwas zu fest gestopft haben.

Das Schwierigste ist meiner Erfahrung nach die Balance zwischen zu fest und zu leicht gestopft zu finden - hier hilft einfach nur probieren, manchmal bei jeder einzelnen Füllung 

Sollte beim Rauchen die Füllung ungleichmäßig wegbrennen, hilft oft leichtes Klopfen gegen den Kopfrand (der Pfeife ! ) oder mit dem Besteckmesser leicht am unverbrannten Rand lang fahren und diesen nach innen Klappen.

Auch wenn manche "Autoren" den Tipp als übervorsichtig abtun:
Komprimierte Tabake wie Flakes können punktuell heiß brennen (analog zu den dicken Scheiten beim Grillholz). Passiert dies am Rand einer wenig eingerauchten Pfeife und wird dies nicht bemerkt (weil man abgelenkt ist) ist der Durchbrenner nicht weit 


  • "Hochstapelei" / Curlies:
Curlys hochzustapeln und zu rauchen macht für mich mehr Spaß als sie aufzurubbeln.

Gestopft wird wie der Curly aus der Dose kommt:
Ohne aufrubbeln, die beschädigten Curly-Scheiben kommen als unterste Lage - einzelne Fasern werden zu Krümeln obenauf platziert.

Als Pfeifen nehme ich bevorzugt Modelle mit hoher Rauchkammer, die vom Durchmesser etwas größer als die Curlys sind - ca. 2-Cent- Stück-Größe (also Modelle wie Chimney, Oom Paul, etc).

Beim Stopfen sollten die Curlyscheiben waagerecht plaziert und keinesfalls fest angedrückt werden - ansonsten kann es beim Rauchen schnell zu viel Widerstand entstehen. Bei größeren Brennraumdurchmessern kann man auch spiralförmig stapeln.

Auch und gerade wenn der Tabak relativ trocken wird, lässt er sich (als ganze Curlys geraucht ) bei nicht zu starkem und heftigem Ziehen excellent rauchen.

Fazit:
Nach meinen Erfahrungen unter folgenden Vorraussetzungen ein absolutes Erlebnis:

* Bohrung ca. 20 mm , hohe Brennkammer, nicht aufrubbeln, sondern stapeln
* Unterste Lage: beschädigte Scheibchen, obenauf: zu Krümeln zerrubbelte Fasern
* Entweder gut gelagerten oder in der Dose getrockneten Tabak verwenden
* nicht fest Stopfen oder Nachstopfen, keinesfalls zu schnell und heftig ziehen
* Zeit und Aufmerksamkeit nehmen (ein Rauchopfer kann so 2h dauern)
* nicht auf nüchternen Magen rauchen, ein passendes Getränk bereitstellen (z.B. trockenen   Wein)
* wenn sich der Raum dreht: Pause machen

Gerade Curlys können trotz trockener Tabakscheiben nasser als gewöhnt abbrennen, hier hilft der Tipp mit dem auf Länge abgeknickten Reiniger (kann passieren, daß man die unterste Scheibe damit aufdröselt und mit aus dem Holm zieht - einfach wieder obenauf legen, sie brennt alsbald mit) 


Noch ein Tipp für die in den Dosen befindlichen, staubförmigen Tabakkrümel: Zigarettenselbstdreher können sie als Aufpepper für ihren Drehtabak verwenden...



Autor: Manfred Arenz

Kommentare:

  1. (wieder - siehe anderen Artikel) GENIAL!

    DASS BESTE was ich seit längerem gelesen habe - kompakt & ausführlich ...

    Vorallem tolle Tipps - die ich ab&an auch "bevorzuge" ... meist Tipp "a" ist toll (auch für 'Anfänger' generell zu Empfehlen !!!)

    • B-I-T-T-E - WEITER SO ... ;-)

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  2. Genial, in der Tat!
    Wäre klasse, wenn es noch eine Kategorie / Label "Anfänger" oder "Tutorial" gäbe, damit dieser (und ähnliche) Artikel in Zukunft auch leicht für Einsteiger auffindbar ist.
    (eigentlich müsste dieser Text jeder Pfeife als Gebrauchsanweisung beiliegen...)

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  3. Um die Sache zu ergänzen:
    http://www.youtube.com/watch?v=0XHYPso7TXs
    Es funktioniert tatsächlich...

    Viele Grüße,
    Sascha

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