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Sonntag, 29. Dezember 2013

Orlik - Erinmore Flake

Gemeinsam durch dick und dünn!

Na, mein Freund? Ja, ich weiß, dass Du ein Tabak bist... und das ich mich gerade mit einer Dose unterhalte. Doch Pfeifenfuzzis sind gelegentlich seltsam... und außerdem habe ich mit Dir an der Seite schon so viele schöne Momente gefeiert... und so viele schwere Zeiten durchlebt. Das ist weit mehr, als ich über viele menschliche "Freunde" sagen kann.


Dein samtig-milder Mix aus Virginias und Burley, Dein fruchtiges, aber nicht aufdringliches Aroma, Deine Unkompliziertheit im Umgang... Du spielst Dich nie in den Vordergrund, zickst herum oder stellst Ansprüche. Das rechne ich Dir hoch an. Eine bewegte Zeit haben wir hinter uns. Dein Umzug, 2005, nach Dänemark... die Zeit danach, als Dir mancher Raucher den Rücken kehrte, Dir vorwarf, Deinen Charakter verloren zu haben.


Ja... sie haben Dich auf modern getrimmt, sogar Deine Wohnung musstest Du tauschen... weil die kleine Dose und Dein altes Maß nicht in optimierte 08/15 Produktion passt. Ich habe Dich wieder gefunden, Dir die Treue gehalten - weil ich weiß, dass Du im Grunde der Gleiche geblieben bist. Für mich jedenfalls - Freundschaft verzeiht vieles.

Klar gibt es Ablenkungen, Strömungen... oft gab und gebe ich meinem Entdecker-Drang nach und rauche viele andere Kräuter. Du siehst es mit einem Lächeln... weil Du weißt, dass ich immer zurück komme... und weil Dein "Parfum" auch der Frau meines Lebens genehm ist - ein nicht zu unterschätzender Vorteil.


Die Frage nach dem "Tabak für die einsame Insel" hat sich mir nie gestellt. Müsste ich gehen, dann nicht ohne Dich... und sollte ich irgendwann wissentlich meine letzte Pfeife rauchen... dann mit Dir, alter Freund! ...und auch, wenn die "goldene Ananas" oft in abwertender Art erwähnt wird - für mich ist sie ein Zeichen, nach Hause zu kommen. Zumindest, solange sie sich auf gelbem Grund befindet. Komm', wir rauchen eine Pfeife zusammen!

Der Erinmore Flake in seiner alten Wohnung;
Copyright: Ralf Ruhenstroth


Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings


Kommentare:

  1. Toll geschrieben Ralf!
    Eine Homage an die langjährigen Wegbegleiter liest man doch gerne.
    Auch wenns in dem Fall nicht meiner ist :-)
    Ich geh nun erstmal drüber nachdenken, was ich in meine letzte Pfeife stopfen würde :-)

    Beste Grüße

    Tim

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    1. Danke Tim...ja, es ist eine aufschlußreiche Überlegung, welcher Tabak der Letzte wäre...man kommt rasch auch auf "alte Kameraden", die sonst eher in den aktuellen Verlockungen verschwinden.
      Lieben Gruß, RALF

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  2. Einer der Tabake, die immer griffbereit sind. Er ist so alltäglich vorhanden, das er bei den alljährlich stattfindenden Tabak-Wahlen nicht auftaucht, so sehr habe ich mich an dieses Kraut gewöhnt. Daher findet der Artikel meine vollste Zustimmung., und gut geschrieben ist es auch noch ;)

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    1. Ich danke Dir, ?
      Freut mich, dass der "Eri" auch immer noch andere, treue Fans hat...ich hoffe nur, dass er uns noch Ewigkeiten erhalten bleibt.
      Lieben Gruß, RALF

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  3. Einer der Klassiker, den ich noch nicht in der Pfeife hatte.
    Es scheint bei vielen "Pfeifen-Experten" ja Uneinigkeit darüber zu herrschen, ob hier tatsächlich eine Ananas-Aromatisierung verwendet wird. Dem ist tatsächlich so, woraus die STG kein Geheimnis macht.
    Gibt es spürbare Unterschiede zwischen der Flake- und der Ready Rubbed Variante?

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  4. Nun, ich empfinde den Flake als gleichmässiger im Geschmack, noch ein wenig weicher...da mag es aber geteilte Meinungen geben.
    Liebe Grüße, RALF

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  5. Je nach Dirigent und Orchester bleibt auch beispielsweise Beethoven's Klaviersonate Nr. 21 in c-Dur op. 53 "Waldstein" stets das gleiche Musikstück und hört sich doch völlig unterschiedlich an.
    Ebenso verhält es sich meiner Meinung nach mit den Klassikern unter den Pfeifentabaken. Bleibende Marken Namen unter verschiedenen Herstellern können völlig unterschiedliche Tonarten aufweisen. Als Paradebeispiel möchte ich einen der wenigen von mir ehedem geschätzten Aromaten der niederländischen Schule erwähnen: Amphora. Ich kann ihn nicht mehr rauchen. Theodorus Niemeyer - R.I.P.!
    Als seit Jahren etablierte Konstante in meiner Tabakbar hat sich der McBaren Navy Flake etabliert.
    Aber jeder nach seinem Geschmack oder wie sagt der Lateiner so schön: "Varietas delectat!" "Abwechslung erfreut das Herz" und so soll es sein! Denn nur die individuellen Vorlieben eines jeden von uns garantieren (hoffentlich) auch weiterhin eine gewisse Auswahl am Markt.

    Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Abend,.

    Max

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  6. Hallo Ralf,

    eine schöne "Liebeserklärung" an einen Tabak. Ich persönlich habe ihn noch nicht probiert, nur die Mixture, die mich nicht vom Hocker haut, aber sollte ich ihn wo sehen, ist er gekauft.

    Veränderungen in Hersteller und Rezeptur passieren leider bei vielen Tabaken und auch ich musste schon von einem oft gerauchten Tabak Abschied nehmen, dem Larsen No. 50, der mir nach Rezepturwechsel überhaupt nicht mehr schmeckte. MacBaren ist tatsächlich eine Firma, die eine sehr schöne zeitliche Konsistenz an den Tag legt. Navy Flake und Mixture schmecken wirklich seit Jahrzehnten gleich (gut), was ich dieser Firma hoch anrechne. Was immer auch Orlik/STG, von denen ich relativ viele Lieblinge habe, mit den Tabakrezepten aufführt, solange es diese beiden MBs gibt, macht mir Pfeiferauchen Spass.

    lg,
    Peter

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  7. Danke Peter,
    ja...das stimmt. Mac Baren legt über die Jahre eine erfreulich konstante Linie an den Tag. Mir ist es auch schon geschehen, dass ich langjährig lieb gewonnene Tabake nach ihrem "Update" aufgeben musste, weil sie ihren Charakter verloren oder extrem änderten..auch der 50er Larsen gehörte leider dazu.

    Lieben Gruß, RALF

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  8. Lieber Ralf,
    nach dieser Liebeserklärung habe ich mir auch eine Dose organisiert und muss sagen: wunderbar weich, vollmundig und schön zu rauchen. Ein wunderbarer Flake - auch - für den / die Anfänger/in, leider viel zu wenig beachtet.
    Vielen Dank !
    Lieben Gruß von Sybille

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  9. Guck`mal, "meine" Sybille als Erinmore-Fan ! Das freut mich doppelt, liebe Freundin ! :-)
    ...und mit Deinem Hnweis zur "Kompatibilität" für Beginner hast Du 100%ig recht !
    Liebe Grüße, RALF

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  10. Hallo,
    irgendetwas irritiert mich am Erinmore. Laut Steuernummer 517 ist ja der Hersteller STG, aber im Inneren auf der Papiereinlage, sind die Blätter abgedruckt, die ja eigentlich für K&K stehen? Oder täusche ich mich in der Abbildung der Blätter?
    Liebe Grüße Enrico

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  11. Hallo Enrico,
    früher dachte ich auch, die Blätter seien das Zeichen von K&K. Dem ist aber nicht so. Die Blätter stehen für Orlik. Da aber K&K sehr viele Flakes bei Orlik machen lässt, taucht dieses Zeichen recht häufig in (vermeindlichen) K&K-Tabaken auf.
    Liebe Grüße, RALF

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  12. Hi,
    ich rauche ihn gerade zum ersten Mal und zwar mit allergrößtem Genuss.
    Vielen Dank Ralf für deine immer wieder aussagekräftigen und guten Tipps.
    Trotz der Tatsache, dass ich erst seit ca 1 Monat Pfeife rauche habe ich jetzt schon so viele leckere Tabake kennengelernt, dass ich sicher nicht wieder damit aufhören werde.
    Liebe Grüße,
    Hans-Walter

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  13. Ich habe diesen Flake in 30 Jahren noch nicht geraucht ...ich werde ihn mir jetzt einmal besorgen, wenn so ein Pfeifenfuchs ihn für eine Liebeserklärung würdig befindet. Muss ja was dran sein ...bin auch gerade ein bisschen des Latakia müde.

    Liebe Grüße
    Dirk Küste

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  14. So, jetzt hab ich diesen Flake das erste Mal in einer Jeppesen. Für eine Liebeserklärung reicht es nicht, aber doch für eine klare Sympathiebekundung. Ein wirklich "runder", völlig unkomplizierter Flake. Für die einsame Insel bräuchte ich nur etwas Latakia dazu.

    Liebe Grüße
    Dirk Küste

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  15. Welch eine tolle Beschreibung! Ich habe fast feuchte Augen beim Lesen bekommen. Weil ich den Erinmore Flake einfach liebe. Seit den 80ern, als ich anfing, Pfeife zu rauchen. Und nach 30 Jahren Pause habe ich jetzt erst wieder die Muse gefunden, meine alten Pfeifen wieder in Gebrauch zu nehmen. Und wieder meinen Lieblingstabak, Erinmore Flake zu genießen, neben Mc Baren Navy Flake und Amphora Prestige Regular ( weil's den halt an jeder Tankstelle gibt und ich die beiden Anderen immer bestellen muß ).
    Und ich rauche den Erinmore Flake am liebsten aus meiner großen Georg Jensen Plateau von 1980, die übrigens seit 2015 "baugleich" von Stanwell angeboten wird. Ich rauche dann über Stunden mit Unterbrechungen, zünde also immer wieder an und habe den gleichen Rauchgenuß wie am Anfang bei meinem geliebten Erinmore Flake. Andere Tabake nehmen einem das mit bitterem Geschmack übel. Der Erinmore nicht. Deshalb würde er auch in meine allerletzte Pfeife kommen.
    Andreas aus Rostock

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  16. Dankeschön Andreas! Hm...da gibt es bei uns wohl noch mehr Gemeinsamkeiten. Der Prestige Regulär findet auch immer wieder zu mir, genau wie der NF. Ein schönes Gefühl, durch die Jahre hindurch in manchen Tabaken und Pfeifen alte Freunde gefunden zu haben. Zwei Jensens aus den 80ern versehen bei mir auch immer noch gut ihren Dienst!:-)
    Lieben Gruß Ralf

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  17. Nach jahrelanger Abstinenz und einer Verirrung zu Zigaretten habeich mich wieder auf meinen guten alten Erinmore Flake besonnen. Seit der eingeführten EU-Normung kann man Zigaretten ja nicht mehr rauchen, alle gleich und alle gleich widerlich. Zwei Dosen Erinmore Flake lagen seit einigen Jahren unbeachtet und ungeöffnet bei mir herum. Ich hab dann mal spontan eine geöffnet, mir eine Pfeife gestopdt und habe es nicht bereut. Sozusagen eine Rückbesinnung auf alte Werte.
    Gruß Kai

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