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Mittwoch, 27. November 2013

DTM - Shannon Mellow Flake

Man muss wahrscheinlich schon ein Tabakmeister sein, ein überdurchschnittliches Begleitwissen über die Göttlichkeit des Krautes haben oder eine blühende Fantasie besitzen, wenn man darstellen möchte, warum und wieso die Tabake aus der Serie „Treasures of Ireland“ ein „tribute to Irish tobacco blending tradition“ sind. Nun ja, „Limerick“, „Galway“, „Donegal“, „Killarney“ und „Shannon“ sind Städte und Ortschaften in einem höchst interessanten Land mit malerischen und zugleich schroffen, sowie rauen Landschaften. Und mit dem „Shamrock“ als dreiblättriges Kleeblatt, einer Beigabe des heiligen St. Patrick, setzt DTM namenstechnisch der gesamten Serie die Haube auf.


Als ich vor etlichen Jahren zum ersten Mal in den heiligen Geschäftsräumen der Firma in Lauenburg weilte, forderte ich am Verkaufstresen einen galanten und fruchtigen Tabak. Mit dem Hinweis, dass sich dieses Döschen recht großer Beliebtheit erfreut, überreichte mir der nette Angestellte den „Shannon“. Das war ein ready rubbed-Tabak mit vereinzelten Flakestückchen. Durchaus duftig und beerig roch es aus der Dose, im Geschmack leicht bis mittelstark, ziemlich einfach runter zu rauchen mit einem fruchtigen Aroma und einer sehr anständigen Raumnote. Aber: Es folgte die Zeit, in der ich mich vom aromatischen Rauchkraut immer weiter entfernte. Ich glaube, ausschlaggebend dafür war eine Füllung von einem Bellini, der mich ziemlich hastig zur Noträumung veranlasste und auch den „Shannon“ aus meinem Repertoire strich und mit in den Abgrund zog, obwohl dieser es eigentlich gar nicht verdient hatte.

Jahre später, also jetzt, bietet uns DTM den „Shannon Mellow Flake“ an. Selbiger Tabak, so der Hersteller. Einzig, Michael Apitz, der norddeutsche Lausbub in Sachen Aroma, hilft der Mischung nochmals auf die Sprünge, in dem er sie presst. Heraus kommt der Virginia/Burley/Black Cavendish in lockerer Flakeform. Genau so weich, genau so „dunkelfruchtig“, nur etwas mehr verdichtet, um den Katalog zu zitieren.


Jetzt könnte es natürlich passieren, dass der eine oder andere Interessent davon ablässt, weil er sich mit einem Flake einfach nicht anfreunden kann und/oder will. Diese Sorge ist unbegründet, denn schon beim ersten Stopfen landet die Portion zerbröselt auf den Knien, ohne dass man etwas dafür kann. Das, was zu retten ist, füllt man locker in den Pfeifenkopf, drückt ein wenig an und entzündet das Rauchopfer mit max. einem oder zwei Zündhölzern. Mir ist, als wenn das Fruchtaroma während der ersten Hälfte der Rauchdauer etwas sanfter, ausgewogener und lieblicher ist, im Fortgang zeigt der „Shannon“ durchaus auch einen Hauch von natürlichem Tabakgeschmack. Aufmerksamkeit erfordert er vom Bediener des Rauchinstrumentes auf alle Fälle, ansonsten kann es heiß in der Hand werden. Die Raumnote ist immer noch mitbewohnerfreundlich. Es gibt also von mir nichts zu mäkeln. Einzig, aber das ist mein eigenes Problem: Ich mag Fruchtaromen immer noch nicht besonders gerne. Daran ändert auch Michael Apitz mit seiner Tabakpresse nichts!



Autor: Ralf Ruhenstroth

1 Kommentar:

  1. Der Limerick-Flake, der nach zwei Döschen trotz allem zu meinem meiner Lieblings-Flakes geworden ist kam in zwei verschieden "Konfigurationen" daher. Einmal etwas "seifig", wobei das ETWAS betont werden muss.... (er ist lange noch nicht so seifig wie der CONDOR, den ich mir von den Kanaren mitgebracht habe) und sehr virginialastig, zum zweitenmal Perique-lastiger ohne "Seifigkeit", allerdings doch etwas basisch. Zweimal ein Hochgenuss zum guten Preis.

    Viele Grüße

    Lutz

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