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Mittwoch, 2. Oktober 2013

Saubere Sache - Über den Umgang mit Pfeifenreinigern


Ich sehe schon einige alte Hasen mit dem Kopf schütteln oder ihrem Unmut sonst wie Luft machen. Was soll DAS denn... wie man eine Pfeife putzt, weiß doch jeder! Ist das so? Während man tausende Ratschläge erhält, wie man eine Pfeife schonend raucht, halten sich die Tipps zur schonenden Reinigung eher in Grenzen... gerade für Beginner. Das man auch beim Reinigen einer Pfeife viel kaputt machen kann, ist vielen unerfahreneren Rauchern gar nicht wirklich bewusst.

Da sitzt ein junger Raucher neben mir, hat seine gerauchte Pfeife zerlegt und beginnt mit Feuereifer, sie sauber zu machen. Reiniger in den Holm, in den Kopf durchschieben - bis zum Widerstand... und dann, wie die rasende Pleuelstange einer Dampflok.... begleitet von einem fröhlichen "Tock-Tock-Tock" geht es dem Schmutz an den Kragen.


Das jedes "Tock" den Reiniger und seinen Draht in fröhlicher "Specht-Manier" gegen den vorderen Kopfrand klopfen und kratzen lässt, ist ihm gar nicht bewusst.... auch nicht, dass er sich damit mit der Zeit ein zusätzliches (und keineswegs erwünschtes) Loch in den Pfeifenkopf schlägt... oder zumindest die Schutzschicht in der Pfeife massiv schädigt. Schon ein kleiner Tipp überzeugt ihn, dass man einen Rauchkanal auch gründlich UND schonend putzen kann. Seitdem macht er es so:


Noch schlimmere Dinge widerfahren Mundstücken mit mittleren bis starken Krümmungen. Im Wissen, dass Reiniger flexibel sind, werden sie ins Mundstück geschoben und mit sanfter (oder nicht so sanfter) Gewalt dazu gezwungen, der Krümmung zu folgen. Wen nicht schon das herzzerreißende Kratzen und Kreischen des Drahtes skeptisch werden lässt, sollte sich Folgendes bewusst machen.
Wer es so angeht:


muss wissen, dass der Draht im Reiniger an dieser Stelle jedes mal etwas vom weichen Kunststoff abträgt (ja, das ist das Kratzgeräusch). Zunächst entsteht dort ein immer tieferer Kanal und irgendwann ist das Material aufgebraucht und das Loch entstanden. Gute Leute schließen solche Löcher mit viel Zauberei... oder ein neues Mundstück muss her. Das kann man sich ersparen, wenn man dem Reiniger eine gewisse Krümmung vorgibt - wie hier... und die hässlichen Geräusche bleiben auch aus!


Ein Hort schierer Verzweiflung ist oft der Reinigungsversuch eines Lippenbisses. Zugegeben, es gibt praktischere Lösungen... doch, mit einem simplen Trick gelingt auch die Reinigung dieser Spezialität ohne Gewalt und Verwünschungen. Hier sagen Bilder deutlich mehr, als Worte:




 

Zur "richtigen Reinigung" von Filterzapfen und Pfeifenholm werden gern ganze "Waffenarsenale" empfohlen. Einlagetampons aus dem Zahnarzt-Bereich, verschiedene Bürsten, zur "Wurst" gedrehtes Küchenkrepp...usw. Halten wir fest: Wer Pfeifen aufarbeitet, wirdf ür solche Helfer dankbar sein - wie auch für diverse Reinigungsflüssigkeiten. Natürlich kommen auch die "Schlampen" (die ihre Pfeifen nur alle halbe Jahre putzen) ohne diesen "Werkzeugkasten" nicht aus. Wer aber seine Pfeifen nach JEDEM Rauchen putzt, dem reichen auch so in Form gebogene Reiniger.



Man kann nämlich auch ALLES im Leben übertreiben! ...und bitte die Bisskanten nicht vergessen. Bisskanten sind wie Mundwinkel - sauber sind sie am attraktivsten!


Kommen wir zur Glaubensfrage! Nichts hält sich immer noch hartnäckiger, als die Geschichte vom Cake. Je dicker er ist, desto besser soll es sein. Es gibt zwar keinerlei objektive Belege für diese Behauptung - aber bitte... niemand soll zur Konvertierung gezwungen werden. Wer den Fachleuten glaubt, dass ein kräftiger Cake das Holz des Kopfes sogar zum Reißen bringen kann, wer den Duft eines Kohlenmeilers nicht SO hoch schätzt, der sollte sich auf minimalen Cake beschränken... und der bildet sich (aus natürlichem Grund) ohnehin. Selbst, wenn man die Pfeife schon nach dem ersten Rauchdurchgang so putzt, wie hier zu sehen:



Noch ein Tipp für Sparfüchse? Bitte sehr! Wer vornehmlich kleinere Pfeifen raucht, kann seine Haushaltskasse durch die Nutzung einer Schere geringfügig entlasten. Nämlich so:


Da aber der Kauf eines Päckchens Reiniger nun nicht gerade desaströse Löcher in die Kasse frisst, gilt für gute Pflege UND ein gutes Gewissen:


An Reinigern zu sparen heißt nämlich, am falschen Ende zu sparen. Soll eine (nicht gerade billige) Pfeife dauerhaft Freude machen und schmecken, soll sie nicht zur "Stinkbombe" mutieren und Brutstätte für kleine Teervorkommen werden, gilt: PUTZEN, BIS SIE SAUBER IST... oder zumindest, bis man mit dem erreichten Ergebnis leben kann. Wenn sich nun ein Beginner fragt, warum bei ihm die doofen Reiniger immer flusen und kleine Häärchen großzügig auf dem Tisch verteilen, kann ich ihn trösten. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass Qualitäten in der "modernen Zeit" selten besser werden. Da machen Pfeifenreiniger leider keine Ausnahme. Zugunsten der Hersteller nehme ich also mal an, dass die nachlassende Güte der Geldgier geschuldet ist... und man nicht etwa zu dämlich ist, vernünftige Reiniger zu produzieren!

Soweit MEINE Tipps. Fröhliches Putzen!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. ein Tip für die Lippenbissmundstücke: manchmal sind sie einfacher vom Zapfen (statt vom Biss ) aus zu reinigen

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  2. Stimmt...das geht tatsächlich in einigen Fällen leichter...hätt`ich auch dran denken können ! :-)

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  3. Und wenn man trotzdem bei den Pfeifenputzer sparen will (so wie ich) schneidet den schmutzigen Teil weg und verwendet den sauberen Teil weiter. Mag für manche lächerlich klingen, aber steter Tropen höhlt den Stein.

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  4. Hallo Oliver,
    Naja...wieso lächerlich...es spart in jedem Falle Geld ! :-) Wenn es auch ein wenig dauern durfte, auf diesem Weg eine neue Pfeife zusammen zu bringen. ;-)
    Lieben Gruß, RALF

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  5. Hallo Ralf,
    wieder mal ein schöner Beitrag von Dir - vielen Dank !
    Gruß von Sybille

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  6. Hallo Sybille,
    schön, dass Dir der Artikel gefällt...und schön, auch HIER von Dir zu lesen ! :-)
    Liebe Grüße, RALF

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