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Sonntag, 4. August 2013

Mac Baren - HH Old Dark Fired

VERY BRITISH, INDEED!

HH - das ist mittlerweile ein Kürzel geworden, dass die Freaks und Freunde spezieller Tabake immer wieder erfreut aufhorchen lässt. Mac Baren hat den Mut und die Leidenschaft für Tabak bewiesen, in dem man in einer Zeit immer ähnlicherer, immer mehr "auf Durchschnittsgeschmack gebürsteter" Tabake als Großhersteller beweist, dass man auch ganz anders kann.


Die HH-Tabake sind eine Hommage, eine Verbeugung vor der großen Tabakkunst längst verblichener, britischer Zeiten. So beschreibt es Mac Baren und so sehe ich es auch... und nicht etwa als Versuch, noch verbliebene "Kleinschmieden", wie Samuel Gawith, aus dem Geschäft zu drängen. Der Markt für diese "Spezialkräuter" ist ja noch wesentlich kleiner als es der Pfeifentabak-Markt ohnehin schon ist. Da kann es einem (auf Masse angewiesenen) Tabakriesen nicht hoch genug angerechnet werden, solch' eine edle Serie aufzulegen - wohl wissend, dass man nur einen sehr kleinen Teil an Liebhabern erreicht.

Hier also das fünfte Mitglied der besonderen Familie, der "Old Dark Fired". Nein, sicher kein Flake für Einsteiger. Die über Feuer getrockneten und angeräucherten Burleys sprechen eine deftige Sprache. Zusammen mit den süß-runden Virginias und einem abrundenden, sehr dezenten Fruchtaroma ergibt sich aber ein Wolf im Schafspelz. Obwohl er relativ feucht aus der Dose kommt, ist er recht unkompliziert in die Pfeife (ich mach das mit Knick-Falt-Technik und lockere das Päckchen durch Verdrehen etwas) und zum Glimmen zu bringen. Er ist aber, wie viele andere Flakes auch, kein "No Brainer". Etwas Erfahrung und Sorgfalt vereinfachen den Umgang mit ihm schon.

Der Duft, der aus der Dose steigt, findet sich sofort im Geschmack wieder. Dunkles Brot, ein wenig Bitterschokolade, eine Kaffee-Note, die "berühmten" Rosinen. Erdig, tabakig.... gehaltvoll, aber nicht stark. Wunderbar körperhaft und rund. Ein wenig erinnert er mich an den Peterson „Irish Flake"... der „HHODF“ bleibt aber sanfter - was mir sehr entgegen kommt. Wer jetzt aber glaubt, auf ein leicht-sanftes Raucherlebnis gestoßen zu sein, wird spätestens ab der Hälfte eines Besseren belehrt. Da bekommt das Kraut den zweiten Wind, legt an Gehalt und bemerkbarem Nikotingehalt deutlich zu und gibt sich als Flake "für grosse Jungs" zu erkennen. Für mich rundet das das positive Bild aber nur ab. Er WILL ja voll und kräftig sein - und das gelingt ihm mühelos und meisterlich!


Im Gegensatz zum „Navy Flake“ und anderen, kalt gepressten Flakes wird der ODF heiß gepresst. Das heißt, dass unter Zuhilfenahme heißen Dampfes gepresst wird. Das soll die Verbindung der Aromen verbessern und vertiefen - beim „Old Dark Fired“ scheint mir das mehr als gelungen. Das Raumaroma ist entsprechend erdig und sperrig - kein Womanizer... aber wir sind ja hier auch zum Glück nicht in der Abteilung: "JEDERMANNS LIEBLING".

Vergleichbare Tabake? Nun, wenn es die gäbe, hätte Mac Baren den Burschen hier nicht gemacht. Ein wenig zähle ich ihn zur Richtung "Best Brown" und "XX" von Gawith... ein bisschen hat er auch vom "Irish Flake" von Peterson. Oil, Steam, Darkness... bei mir heißt diese Tabakgruppe "Dampflok-Kräuter"... und ich liiiiiebe sie!


Ganz herzlichen Dank und eine tiefe Verbeugung in Richtung Management von Mac Baren. Es gibt sie also auch in Großkonzernen noch... Leute mit Tabakliebe im Blut, Leute mit Herz für Charakterköpfe! Der „Old Dark Fired“ bekommt bei mir einen festen Platz und HH übersetze ich nun mit "herrlich herzlich".

Ihr Ralligruftie

Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Klingt mir nach nem kräftigen burschen bin zwar anfänger aber sowas schreckt mich nicht ab meinst du Ralf der geht in die richtung Englisch

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    1. rauche seit ca. 40 jahren pfeife. mag solche Tabake. aber wer behauptet dies sei kein kräftiges kraut, der möge nicht den Anspruch erheben, ernst genommen zu werden!

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  2. Bin zwar nicht Ralf - aber er ist nicht kräftig. (Aus meiner Sicht hier ein kleines "leider"). Er ist auch nicht englisch. Und die Tabake, mit denen Ralf verglichen hat, trifft es auf den Punkt. Der ODF ist ja erst seit 07/13 auf dem Markt und einige Dosen sind bei mir bereits durch.

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  3. Ein interessanter Tabak!
    Bemerkenswert finde ich auch die Ähnlichkeit eines gewissen John Aylesbury Dark Virgnia Flake zu dem hier beschriebenen...

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  4. Muss ich probieren ....vielen Dank für das "lecker" Review....

    Liebe Grüße
    Dirk Küste

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  5. Ein ausgezeichneter Tabak! Ich finde ihn durchaus kräftig, aber nicht übertrieben stark. Im Badischen sagt man zu einem vollen, komplexen und sättigendem Schluck Wein "ein Maul voll Wein". Mir fällt kein passenderer Vergleich ein, aber eigentlich sagt das für mich auch schon alles über den Tabak aus. Der Old Dark Fired hat sich jedenfalls gleich einen Spitzenplatz unter "meinen" Tabaken erobert!
    Johannes Kurz

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  6. Auch ich rauche diesen Zeit nun seit ca. einem Jahr und ich muss sagen er hat es in dieser doch recht kurzen Zeit geschafft einer meiner absoluten Lieblingstabake zu werden! Ich könnte jedes Mal wenn ich die Dose reinbeißen in den Flake da er riecht wie frisches dunkles Brot! Auch der Geschmack während dem Rauchen schmeckt stark danach. Als harten Burschen würde ich ihn nicht beschreiben , aber dennoch auch nicht als sanfter Begleiter. Er hat schon seine wie von Ralf beschrieben Höhen in der 2. Hälfte . Von mir eine klare Empfehlung!
    Gruß Dominic

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  7. Moin, bin Pfeifenanfänger. Habe vorher ab und zu mal eine Zigarre / Kuba geraucht. Geht dieser Taback von der Stärke (Nikotin und Geschmack) in Richtung Zigarre?

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