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Mittwoch, 3. Juli 2013

Tabak: Orlik - Dark Strong Kentucky

Das Rezept für einen wahr­haft gran­dio­sen Tabak ist ganz ein­fach: Man nehme eine Dose “Dark Strong Kentucky” von Orlik, lege die zehn bis zwölf Jahre in den Schrank und öffne sie dann…
Ich möchte ehr­lich gesagt nicht wis­sen, wie viel PG im Tabak ist; der Tabak war nach min­des­tens 10 Jahren noch immer von der rech­ten Feuchte um ihn zu stop­fen und zu rau­chen. Und ich kann zudem sagen: Da ich mir auf­grund der Rarität des Tabak die­sen nur alle paar Tage gönnte: Der Tabak ist auch nach fast vier Wochen in der geöff­ne­ten Dose noch feucht…

Und weil wir nicht wis­sen möch­ten, wel­che Chemikalien den Tabak so gut kon­di­tio­niert sein las­sen… kom­men wir zu etwas Erfreulicherem: Dem Anblick, dem Geruch und dem Geschmack.

Der Anblick ist… umwer­fend! Der „Dark Strong Kentucky“ (und seine Nachbauten – oder wie ein Freund sagte: “OEM-Versionen”) ist ein­ma­lig!  Es gibt kei­nen Zwei­ten wie ihn: Rela­tiv dünne, von hell­braun ins schwarze über­ge­hende Flakescheibchen, die jede Tabakfaser erken­nen las­sen. Das sieht nicht nur lecker aus, das riecht auch so. Wenn ich schon beim „Dark Twist“ von “Pumpernickelaroma” sprach… dann ist das hier die Potenzierung. Es gab (gibt?) so ein tief­schwar­zes Früchtebrot – mit Rosinen drin und ver­mut­lich getrock­ne­ten Aprikosen. So riecht der Tabak. Plus einer Spur Bitterschokolade.


Unbeschreiblich ver­füh­re­risch! Ich gönne mir jedes mal, wenn ich die Dose öffne, um mir ein Pipken zu stop­fen, einen tie­fen Nasenzug von dem Aroma. Man möchte den Tabak mit der Gabel fres­sen… so lecker riecht das. Das Verrückte daran ist, dass das Aroma völ­lig natür­lich daher­kommt – also über­haupt nicht nach künst­li­cher Aromatisierung riecht (ob das so rich­tig ist, weiß ich natür­lich nicht).

Beim Stopfen muss man ein wenig Sorgfalt an den Tag legen; ein­fach in den Kopf dre­hen geht zwar, aber dann geht die Glut auch stän­dig wie­der aus. Ich bre­che die Scheibchen ein­mal quer zur Tabakfaser und noch ein­mal längs. Dieses Gewusel stopfe ich dann in große, weite Köpfe, zünde ein bis drei­mal und dann… lehnt Euch zurück! Ihr, die ihr bis­her nur Kraut rauch­tet! Ihr, die Ihr noch nicht wisst, was Genuss bedeu­ten kann. 
 
Im Ernst: Der Tabak ist wirk­lich kaum zu beschrei­ben: Die Zunge wird von einem fül­li­gen, nie­mals krat­zi­gen und zart-würzigen Aroma umspielt. Der Rauch ist unglaub­lich weich und sanft (das ist – wenn ich mich recht erin­nere, bei einer frisch geöff­ne­ten Dose nicht ganz so der Fall; da gibt es auch Spitzen, die schon mal die Zunge pick­sen – das ist ist bei der gela­ger­ten Variante nicht der Fall).

Ich emp­fehle hier – noch mehr als beim „Dark Twist“, den Filter fort­zu­las­sen. Denn nicht nur, dass der Tabak unglaub­lich sanft zur Zunge ist – obwohl man das bei dem Geruch und Geschmack kaum glau­ben mag – er schmeckt ohne Filter ein­fach viel, viel aus­ge­gli­che­ner, viel run­der. Es ist wirk­lich schwie­rig zu beschrei­ben, was den Unterschied aus­macht. Aber mit dem Filter ist das so, als würde man einen fei­nen Rioja aus dem Pappbecher trin­ken. Das hat nicht nur keine Kultur, das ist ein­fach nur banau­sen­haft.

Der Geruch… Kennt Ihr das? Den aus­ge­bla­se­nem Rauch mit der Nase wie­der ein­fan­gen? So ist er! Wenn es die­sen Duft als Räucherstäbchen gäbe – oder als Deo – ich würde ihn benut­zen. Es ist rich­tig Schade, dass es drau­ßen so warm ist, dass hier in der Wohnung alle Fenster offen ste­hen. Da ist der Duft viel zu schnell ver­flo­gen.

Fazit:
Den Tabak liebe ich, seit ich ihn das aller­erste mal geraucht habe – das war sei­ner­zeit die Version von Linzbach (Düsseldorf). Und ich habe ihn lang nicht mehr gehabt. Aber das ist so wie mit einem rich­tig guten Freund: Man muss ihn nicht stän­dig sehen, aber es ist gut zu wis­sen, dass es ihn gibt, und man freut sich jedes mal neu, den Freund zu tref­fen und ist über­rascht, was für einen tol­len Kerl man kennt.


Autor: Nic Frank

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P.S.: Und wer das Original aus dem Hause Orlik zufäl­lig nicht da hat, kann gern auch eine der vie­len “OEM-Versionen” des Tabaks neh­men, wie sie vom Hause K&K deutsch­land­weit bei ver­schie­de­nen Händlern unter ver­schie­de­nen Namen ange­bo­ten wer­den:

Kommentare:

  1. Hey Nic,

    da wäre ja jetzt doch interessant wie die OEM-Versionen davon heissen, bzw welche du meinst.

    Denn wenn ich das richtig sehe wird der Dark Kentucky nicht mehr produziert.

    VG
    Dirk

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    1. die "OEM"-Versionen wurden nicht mitkopiert...
      hier sind sie:
      Peter Heinrichs – Dark Strong
      Keistler – Bivisible
      Kärnbach – Pipemaker Schwarz
      Linzbach – Dark Kentucky
      (es gibt sicherlich noch mehr)

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  2. Danke fürs Review! War mir mal wieder eine Freude zu lesen :)

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  3. Wer in Siegen in die Tabakstube am Bahnhof kommt, da gibt es ihn als Nr. 10.

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  4. Neulich auf einer Dienstreise entdeckt: Hausmischung 29 im Bonner Pfeifen- und Zigarrenhaus - 9,30 € (Stand: Januar 2017).

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  5. http://www.pfeife-tabak-zigarre.de/Pfeifentabak/Pfeifentabak---Hausmischungen/Pfeifentabak-Nr-29-50g.html (St.-Nr.26602 = K&K)

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