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Sonntag, 28. Juli 2013

Aktuelle Nostalgie - Der "15-Minuten-Genuss"

Ja, dieser Tabak ist ein Reinschnitt. Also gehört er ja wohl nicht hierher?


Ich experimentiere immer mal wieder gern mit feinen Schnitten in kleinen Pfeifen, so, wie mit dem "Maryland" aus dem Hause Roth aus Halwil in der Schweiz

Die Roths und ihre Produkte sind in mehrerlei Hinsicht außergewöhnlich. Ihre Mischungen werden im kleinen Manufaktur-Rahmen hergestellt, auf chemische Hilfsstoffe wird (auch bei Aromatisierungen) gänzlich verzichtet und die verarbeiteten Virginias und Burleys sind "heimatliche Gewächse"- also in der Schweiz angebaut. Interessante Produkte für Leute, die sich für wirklich naturnahe Tabake interessieren... und nicht nur für das modische Gerede darum.


Paradox: Dieser Tabak heißt zwar Maryland, ist aber eine Mischung aus VA und BU... mit ein wenig Aroma aus natürlichen Zutaten. Der Opa der Familie Killer hat ihn seinerzeit so genannt - warum auch immer. Aus Tradition ein guter Grund, den Namen beizubehalten. In jedem Fall ist er sehr aromatisch, mild würzig... und eben besonders! Da die Schweiz kein EG-Land ist, kann die Firma Roth nicht so ohne weiteres nach Deutschland liefern. Wer dort aber in der Nähe weilt oder entsprechende Kontakte ins Land der Eidgenossen hat, sollte sich die Tabake und die spannende Firma Roth mal näher ansehen.

Besondere, lohnenswerte Feinschnitte gibt es aber auch hierzulande. "Akropolis", eine traditionelle Orientmischung von Planta, "Buccaneer" mit Whisky-Aroma, "American Spirit" mit Perique... dazu Klassiker, wie Robert Mc Connells "Special London" - nur, um ein paar Beispiele zu nennen.


Was nun der ganze Feinschnitt-Quatsch soll? Wieder eine neue Mode? Nun, in Wirklichkeit ist Feinschnitt in der Pfeife ein ur-alter Hut. "Shag-Pfeifchen" gibt es schon ewig. Ich erinnere mich gut, in den 60er-, 70er- und frühen 80er-Jahren mit dem Bild vornehmlich älterer Herren mit kleinen Pfeifchen aufgewachsen zu sein. Doch schon weit vorher war es üblich, Zigarrenstummel und günstige Feinschnitte in Pfeifen zu rauchen - vornehmlich der Kosten wegen.

DIE dürften heute, bei der möglichen Renaissance der kleinen Pfeifen, nur eine sekundäre Rolle spielen. Es ist inzwischen eher die mangelnde Zeit und Gelegenheit, eine große Pfeife in Ruhe zu rauchen. Ja, ich sträube mich auch gern, wenn die Begriffe "Zeitmangel" und "Pfeife rauchen" zusammen kommen... doch, Sachzwänge fordern Entwicklung und Antworten. Es geht hier aber nicht um eine "Notlösung"... auch Pfeifenraucher mit Zeit im Überfluss können bei der Kombination kleiner Pfeifen mit Feinschnitten erstaunliche Geschmackserlebnisse auf der Erfahrungsseite buchen. Zumal die dazu angebotenen Pfeifchen mittlerweile nicht mehr günstig zusammengeschusterte Nutzgeräte sind, sondern sehr intensive "HABEN-WOLLEN-Gefühle" auslösen.

Wer zunächst einmal günstig einsteigen und ausprobieren will, kann sich nach den sogenannten "Probierpfeifchen" aus Meerschaum umsehen, die es im Netz immer noch für 10-20 € zu erwerben gibt.


Wer bei Meerschaum bleiben möchte, aber nach mehr Klasse, Stil und Qualität sucht, ist bei Peter Lehmann richtig. Seine "5 Minuten-Pfeifen", aus Restbeständen besten Rulaher Meerschaums sind stilecht gefertigt und ein schönes Beispiel handwerklicher Tradition.


Es gibt sie auch in etwas größer und auf Wunsch mit 6mm-Filter. Den Bruyere-Fans sei zum günstigen Einstieg geraten, sich in Ruhe im Netz umzusehen. Bei ebay tauchen immer wieder solch' kleine Pfeifchen auf, meist mit einigen Jahren auf dem Buckel... aber nicht selten ungeraucht. Dabei kommt man u.U. sehr günstig an Pfeifen mit Charakter, wie an diese kleinen Vauen aus den 30er-Jahren. Mit im Bild hier eine "Ruhlaher" von Peter Lehmann.


Wenn sie es gern edler hätten... auch kein Problem. Nils Thomsen aus Berlin fertigt nicht nur die hier bereits beschriebenen Pfeifchen in Calabash-Art, entweder in sehr originell oder in besonders ausgefallen,




er fertigt auch "konventionelle" Modelle mit kleinem Füllvolumen und 9er Filterung.


Doch nicht nur aus Berlin kommen schöne bis edle Hölzer, mit denen man der "Feinschnitt-Entdeckung" frönen kann... auch Eckhard Stöhr, Ronny Bolz und andere Könner ihres Fachs bieten die zarten Pfeifen mit dem kleinen Volumen an. Man findet Auswahl ohne Ende, wenn man gezielt danach sucht.




Entgegen häufig geäußerter Vorbehalte rauchen sich die Feinschnitte recht unproblematisch. Vor allem die gefürchtete Überhitzung der Hölzer lässt sich vermeiden, wenn man sich des schnelleren Glimmens von Feinschnitten bewusst ist, langsam und bedächtig raucht und auf die Befüllung des Kopfes besondere Sorgfalt verwendet. Dafür entdeckt man u.U. Tabakgenuss, der genau DAS ist, was man gesucht hat... und ein wenig nostalgischen Charme hat die Sache natürlich auch.

Wenn man möchte, lassen sich sogar vernünftige Argumente für diese Art des Rauchens finden. Pfeifenraucher, die nebenbei noch Zigarette rauchen, finden hier einen angenehmen Ausstieg aus der "Glimmstängel-Fraktion" und Leute, die aus Mangel an Zeit noch keine Pfeifenraucher sind, können es werden. Ok, dies sollte eigentlich eine Tabakvorstellung werden... anscheinend ist mir das Thema etwas entgleist - 'tschuldigung!

Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Der Akropolis ist wirklich sehr angenehm, die Tage konnte ich Tommi mit einer Dose positiv begeistern ;-)

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  2. Der ist lecker, gell ? :-)
    Scheint aber ein Geheimtip zu sein- ich kannte ihn auch nicht. War ein Tip von Nils.

    Lieben Gruß, RALF

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  3. Hallo Ralf,

    ich hätte noch ein Tipp für alle, die einen kompetentes Pfeifenfachgeschäft in der Nähe haben. Unter den sog. "Wühltischpfeifen" gibt es auch kleine Köpfe zu studentenfreundlichen Preisen. Manchmal haben die Hölzer kleinere Kittstellen erfüllen aber ihren Zweck!

    Beste Grüße,

    Luki

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