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Donnerstag, 9. Mai 2013

Amphora - Full Aroma

Letztens war ich mal wie­der in einem “frem­den” Tabakladen und mir stand der Sinn nach etwas Süßem. Groß war das Angebot nicht, aber den Amphora „Full Aroma“ hat­ten sie und da ich mit die­sem Tabak sei­ner­zeit die ers­ten Schritte unter­nom­men habe, wollte ich ihn noch ein­mal pro­bie­ren.

Was soll ich sagen: Na ja. Gegenüber mei­nen Erfahrungen von vor zehn Jahren kann ich dem Amphora nun nicht mehr so rich­tig was abge­win­nen.


Der Geruch aus dem Pouch ist wirk­lich lecker, er erin­nert mich an meine ers­ten Gehversuche mit der Pfeife. Seinerzeit gab es weder daft noch soziale Netzwerke, bei denen einem Novizen wie ich es war, gehol­fen wer­den konnte. Und ich habe mir gna­den­los die Zunge gegrillt, weil mein pfeife-rauchender Opa und mein eben­falls pfeifen-rauchender Vater mir solch wun­der­bare Tipps gaben, wie: “Du musst dran zie­hen, bis die Glut knis­tert.” Und: “Die Pfeife darf nicht aus­ge­hen. Schon gar nicht beim Einrauchen. Sonst geht sie immer wie­der aus.” Es grenzt schon an ein Wunder, dass ich mit sol­cher­lei Ratschlägen und einer gefühl­lo­sen Zunge Tabak und Pfeife nicht in die Ecke gepfef­fert und ver­ges­sen habe.
 
Doch ich wollte zum Amphora etwas sagen: Der Geruch aus dem Pouch ist rela­tiv tabakecht mit einem spür­ba­ren Hauch an Aromatisierung, die irgendwo zwi­schen vanil­lig und leicht zitrus­ar­tig daher­kommt. Ein Geruch, der mir, wohl weil ich ihn seit fast 30 Jahre kenne (im nächs­ten Jahr irgend­wann darf ich drei­ßig Jahre Pfeifenrauch fei­ern), ange­nehm ist.

Das Stopfen und Entzünden ist kein Problem. Mit zwei, drei Streichhölzern glimmt die Oberfläche des Tabaks und dann her­un­ter zu einem win­zi­gen Häufchen puder­fei­ner, wei­ßer Asche. Die Asche ist wirk­lich unglaub­lich fein; wenn man die Pfeife im Mund hat ver­bie­tet es sich zu reden, denn der feine Staub stiebt dabei sofort aus dem Pfeifenkopf.

Im Geschmack ist nur sehr wenig von der Aromatisierung zu ver­neh­men. Der Tabak schmeckt vor allem leicht bit­ter – erstaun­li­cher­weise mehr, wenn man Filter benutzt. Allerdings ist der Tabak wie für Filter gemacht, denn – anders als alle Tabake, die ich kenne – wirkt der Filter auch als Katalysator des Geschmacks. Ohne ist der Tabak rela­tiv gleich­blei­bend rauchig-bitter mit leicht zuneh­men­der (Nikotin)Stärke zum Ende hin. Mit Filter schme­cke ich dann sogar einen Hauch des­sen, was der Geruch ver­spricht; eine Spur Vanille, einen Hauch Zitrone und die Tabake selbst. Der Kentucky drängt sich ein wenig in den Vordergrund – er gibt dem Amphora die Kraft. Der Virginia gehört eher zu den nicht so süßen und bringt – gemein­sam mit dem Burley – eine mäch­ti­ge Rauchmenge zustande. Und ich ver­mute, dass der Orient die zitro­ni­gen Untertöne lie­fert.

Ohne Filter wirkt der Tabak für mich etwas lang­wei­li­ger, mit Filter span­nen­der. Ich benutze – wenn ich denn mal Filter nehme – aller­dings nur Meerschaumfilter. Es kann also sein, dass das mit den übli­chen Kohlefiltern anders ist.

Die Raumnote ist nichts­sa­gend: Rau­chig mit einer Spur Süße. Nichts, womit man aneckt und nichts, womit man auf­fällt.

Fazit:
Der Amphora „Full Aroma“ ist ein Urgestein der Tabaklandschaft. Er hat seine Berechtigung schon allein des­halb, weil er kin­der­leicht zu rau­chen ist und eine gute Wahl für die, die von der süßen auf die natür­li­che Welt umstei­gen (oder pen­deln) wol­len. Und sein Abbrennverhalten sowie die super­feine Asche dürf­ten ihn zum Einrauchen neuer Pfeifen gera­dezu prä­des­ti­nie­ren.

Mir per­sön­lich ist der bit­ter­li­che Unterton auf die Dauer nicht so ange­nehm. An den kann ich mich aller­dings aus der Vergangenheit nicht erin­nern; viel­leicht ist das die Charge? Ich werde ihn ver­mut­lich wie­der in mei­ner Tabakbar sehen – aller­dings nicht so bald.


Autor: Nic Franck
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1 Kommentar:

  1. Hi Nic,

    lustig, den Amphora Red hatte ich auch erst vor ein paar Wochen gekauft, als Reminiszenz an frühere Zeiten. Die ersten paar Füllungen waren sehr aromatisch, dann wurde der Tabak mit zunehmender Trocknung etwas fad. Die leichte Bitterkeit mit Filter kann ich bestätigen, ohne Filter habe ich ihn nicht geraucht. Das kommt meiner Meinung nach vom Kentucky. Wirklich schlecht fand ich ihn nicht, aber nochmal gekauft habe ich ihn auch nicht. Vielleicht sollte ich das tun und mir etwas mehr Zeit nehmen. ich gebe zu, ich wollte ihn dann schnell fertig haben, um den nächsten Tabak öffnen zu können.

    Viele Grüße,
    Peter

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