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Donnerstag, 17. Januar 2013

Cornell & Diehl - Interlude

Diesen Flake habe ich schon seit einer klei­nen Ewigkeit im Vorratslager ste­hen. Und als ich ihn öff­nete und das kund gab, riet man mir ihn – offen – noch etwas ste­hen zu las­sen. Das – so möchte ich gleich anmer­ken – war ein guter Tipp!

Auf der Dose steht: “Deep Red Virginia kis­sed with a touch of honey to deve­lop the natu­ral sweet­ness of the leaf then sli­ced into fla­kes.“ Würde es dort nicht ste­hen… vom Honig hätte ich nie etwas geahnt.

Weder im Geruch noch im Geschmack ist davon auch nur ein Hauch zu ver­spü­ren. Das ist allein ein ultra­kräf­ti­ger, kaum süßer (dafür her­ber) Virginia-Flake. Das “Atmen” hat den Tabak dann ein wenig wei­cher gemacht; aber er ist trotz­dem nichts für Weicheier.
Ich bilde mir ja schon ein, dass ich kräf­tige Tabake mag und ver­trage, aber der „Interlude“ hat mir dann doch meine Grenzen auf­ge­zeigt. Der Geschmack ist getra­gen von einem sehr her­ben Virginia-Geschmack (erin­nert ein wenig an die tief­schwar­zen Ropes von der Insel) mit einem Hauch Süße und einer sehr ange­neh­men Würze, die immer dann zum Tragen kom­men, wenn der Tabak nur ganz leise vor sich hin glimmt; wenn man das “an-der-Pfeife-ziehen” eher auf­ge­ge­ben hat. Es hat schon etwas Artistisches, den Tabak so zu rau­chen, dass er nicht zu stark wird und ande­rer­seits auch nicht aus­geht.

Drum habe ich die feuch­ten, zer­frans­ten Flakescheiben und -stü­cken immer gut auf­ge­rie­ben und rela­tiv lose in den Pfeifenkopf gelegt. Nicht fest­ ge­stopft! Denn der Tabak ist ziem­lich feucht und quillt ordent­lich auf, wenn er Glut bekommt. Auch das macht das Rauchen nicht eben ein­fach. Deshalb – und auch sei­ner Stärke wegen – habe ich ihn eher aus klei­nen Köpfen geraucht.

Diese Art Virginias sind nicht so ganz mein Geschmack; es wird andere Raucher geben, die dem „Interlude“ mehr abge­win­nen mögen. Ich mag die süßen Virginia-Flakes ein­fach mehr.


Und er ist mir zu stark. Wenn ich ihn mal so in Betrieb habe, dass er mir nicht unan­ge­nehm kräf­tig ist, dann schmeckt er mir wirk­lich. Aber das ist zu sel­ten der Fall. Ich kann ihn nicht wirk­lich genie­ßen, weil ich immer Angst habe, umzu­fal­len. Denn was da auch an Nikotin aus dem Mundstück kommt, ist schon hart an mei­ner per­sön­li­chen Toleranzgrenze.

Der Tabak sät­tigt nicht nur, er macht pudel­satt. Und ich kann ihn eigent­lich nur als aller­letzte Pfeife des Tages rau­chen. Nur: Er braucht Zeit, Aufmerksamkeit und glimmt sehr sehr lang­sam. Das spricht gegen die Abendpfeife. Denn da bin ich schon fast im Halbschlaf und hab keine Nerven mehr, mich mit dem zicki­gen Flake aus­ein­an­der­zu­set­zen.

Also: Der „Interlude“ ist qua­li­ta­tiv ein abso­lu­ter Gigant. Das, was da an Asche über bleibt, ist kaum zu sehen und puder­fein. Auch der Raumduft ist betö­rend tabakecht, satt, warm und „vir­gi­nia­nisch“.

Allerdings liege ich da irgendwo platt unter den Rauchschwaden und fühle mich schumm­rig. Er ist zu stark, ich bin zu schwach.


Autor: Nic Franck
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