Willkommen bei Jogi-wan...

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Freitag, 29. Juni 2012

John Aylesbury - Sun Of Kentucky

ähnliche Tabake:

Vauen #10 , Ilsted #66, Peterson Sunset Breeze, diverse Hausmarken... (bei einem small-talk mit einem Tabakexperten meinte dieser, diese Mischung wird eben an xy mit 4% BC, an yz mit 3% BC usw. verkauft - gemischt wird er 3,5%...;-)

Ein recht heftiger Aromat, mit Amaretto - oft habe ich in Geschäften erlebt, daß die bessere Hälfte beim Tabakkauf mitschnuppert... "Den da !" Kann man als derjenige, der es anschließend rauchen soll, böse auf die Nase fallen - beim Sun of Kentucky aber nicht unbedingt !


Der Tabak besteht aus allen Farben-braun bis schwarz, Schnittbreite quer-durch-den-Garten (aber ohne Flake, Curly etc), Aroma natürlich nach allem Anderen als Tabak... "Sun of Kentucky" ist recht einfach zu stopfen, problemlos anzubrennen und in Gang zu halten, die Raumnote tauglich zum schön-Wetter-machen...

und der Geschmack ???

Nun, klar: Amaretto (nicht das alkoholische Getränk, eher die Amarettini), aber auch Würze des Kentucky, mit zunehmender Rauchdauer immer vollmundiger werdend, leichte Virginiaanklänge und vor allem ein konstantes Geschmacksbild, das bis zum Ende durchhält ohne bitter oder pappig zu werden. Nichts für Puristen - einfach etwas zum Entspannen und Süßkramgeniessen.

- es gibt auch "gute Aromaten" (die nicht nur vom Duft blenden, sondern auch schmecken)!


Markenname: John Aylesbury
Hersteller: Kohlhase & Kopp
Mischung: Virginia, Burley, Kentucky, Maryland, Black Cavendish
Schnittbreite: Mixture
Typ: aromatisiert (Amaretto)
Stärke: leicht
Verpackung: 25 g Dose oder 100 g Beutel

Autor: Manfred Arenz

Montag, 25. Juni 2012

Pfeifenmacher: Eckhard Seemann (Freehands)

Eckhard Seemann ist Jahrgang 1953 und wohnt in Putlitz, eine 3000-Seelengemeinde in der Region Pregnitz, nord-westliches Brandenburg. Im Norden der Republik wird plattdeutsch gesprochen, demzufolge ist Eckhard Seemann als der „Piepenmoker“ bekannt. Seemann ist gelernter Brunnenbauer und Sanitärinstallateur, musste seinen Beruf auf Grund gesundheitlicher Probleme aufgeben.

Den Pfeifenbau betrachtet Eckhard Seemann als sein Hobby, einzig die „Beschäftigung im Alter“ steckt als Philosophie dahinter. Seemann baut Freehands und hat seinen Pfeifen einen eigenen Charakter gegeben. Oftmals werden in einem Stück mehrere Farbtöne inkl. der Applikationen verarbeitet, einzelne Pfeifen gehen optisch (je nach Sichtweise) zum „Fancy“ (insbes. Farbe der Mundstücke) über. Die Pfeifen werden über die eigene Website angeboten und vertrieben.

Eckhard Seemann Grading: B

Grading:

A,B,C: bezieht sich ausschließlich auf die Sichtbarkeit von Holzeinschlüssen
X: besondere Form oder Oberfläche
XX: besonderes Grain

Die meisten Pfeifen werden aus Bruyere-Holz mit 9 mm-Filterkammern gefertigt, einzelne Stücke aus Olive, Ebenholz oder Mooreiche. Diese Einzelstücke erhalten die Kategorie S.

Alle Pfeifen werden von Hand mit PM gemarkt. Die Preise befinden sich in den aller meisten Fällen zwischen €100,- und 150,-. Die Verarbeitungsqualität ist nicht zu beanstanden, der Mann versteht sein Handwerk. Der persönliche Kontakt verläuft sehr nett und sympathisch dazu. Sehr ansehnliche und geschmackvoll gestaltete Pfeifen zu einem fairen Preis!






Autor: Ralf Ruhenstroth 


Zusatz: Eckhard Seemann verstarb leider viel zu früh am 05.12.2012. R.I.P.

Pfeifen: Pfeifen aus Ebenholz und nordeuropäischen Hölzern

Ebenholz ist in der traditionellen Schnitzkunst Asiens und Afrika sehr gebräuchlich. Auch Tabaks- und Rauschgiftpfeifen werden in diesen Ländern daraus gefertigt. In Europa führt das Ebenholz ein Nischendasein, bekommt ab und zu einen Hype und verschwindet dann wieder. Unsere Werkstatt fertigt auch ab und zu Ebenholzpfeifen. Die Bearbeitbarkeit ist, soweit man scharfes Werkzeúg hat, befriedigend. Zu den guten Raucheigenschaften ist viel gesagt worden, ich allerdings möchte hinzufügend bemerken, dass das Holz durch die große Dichte ungenügend Kondensat aufnimmt und bei fehlender laufender intensiver Reinigung die Pfeife zum Versotten neigen könnte.

Vor weiteren tropischen Hölzern sollte man sich meines Erachtens hinsichtlich des Pfeifenkopfes hüten, da sie wenig erforscht sind und deren ätherische Öle schaden könnten. Zu Applikationen sind sie dagegen hervorragend geeignet.

Nordeuropäische Laubgehölzer sind bedingt zum Pfeifenbau geeignet, darunter zähle ich die Obsthölzer, die Buche, die sibirische Birke und den Nußbaum. Die Eiche wegen der Gerbsäure wohl besser nur mit Einsatz . Allerdings sollte man kein Wunder erwarten. Aber ab und zu nebenbei ein Pfeifchen aus Kirschholz oder Nuß ist im Trend.

Nachfolgend ein paar Pfeifen dieser Art: 

Copyright PL: Ebenholz

Copyright PL: Ebenholz

Copyright PL: Ebenholz

Copyright PL: Ebenholz

Copyright PL: Calabash-Korpus aus Eiche

 Copyright PL: Calabash-Korpus aus Bine

Copyright PL: Apfel

Copyright PL: Pflaume

Copyright: Kirsche


Copyright PL: Ebenholz

Autor: Peter Lehmann 

Sonntag, 24. Juni 2012

Mac Baren - Plum Cake

Der „Plum Cake“ ist selbstverständlich ein Klassiker aus dem Hause Mac Baren. Eine Mischung bestehend aus Virginias, Burleys, Cavendish und.... mein Klugscheissermodus lässt mich felsenfest behaupten, dass auch eine Prise von Latakia verwendet wird. Das verrät mir auch der Duft aus dem geöffneten Pouch und noch mehr die ersten Züge nach dem Anzünden. (Steht im Übrigen auch auf der Verpackung :-) ) Aber zum Anfang:


Die verwendeten Tabake sind unterschiedlicher Schnittbreite (inkl. Flakestücke) und ohne Frage ist der „Plum Cake“ ein Aromat. Der Hersteller gibt Rum vor... nun ja, das mag so sein. Akzeptiert! Das Flavour ist deutlich, aber ich empfinde es nicht als zu übertrieben. Hängt wohl vom jeweiligen Gewürzprüfer im Gesicht ab, wie intensiv man es einordnet. 


Es empfiehlt sich ein größerer Pfeifenkopf, auf Grund der sehr unterschiedlichen Schnittbreiten sollte man beim Stopfen etwas Sorgfalt walten lassen. Nach dem Entzünden schmeckt der „Plum Cake“ süßlich und nach Aroma, allerdings schwingt zunächst auch Würze und dezente Rauchigkeit mit. Mit zunehmender Dauer übernimmt die Süße die Führungsrolle und irgendwann wird es mir persönlich zu süß, die Rauchigkeit ist verschwunden. Der berüchtigte „Pudding“, von dem so mancher spricht? Der einen klebrigen Eindruck im Mund hinterlässt?

Genau da scheiden sich vielleicht die Geister. Ich persönlich bevorzuge die Aromatisierung der „Mixture – Scottish Blend“ (gleiches Tabakbild ohne Latakia + anderes Flavour). Rauchen lässt sich der „Plum Cake“ an sich völlig problemlos. Es scheint eine Menge an Pfeifenrauchern zu geben, die diesen Tabak sehr gerne mögen. Zum Klassiker wird man nicht alle Tage.

Die Raumnote ist spürbar, sollte man individuell betrachten. Die zurück bleibende Asche des mittel-kräftigen Tabaks ist recht dunkel. Ich habe den „Plum Cake“ die letzten drei Tage mit Filter geraucht, für einen oFi-Gebrauch trifft er einfach zu wenig meinen persönlichen Geschmack. Allen Freunden dieses Klassikers sei er gegönnt.

Autor: Ralf Ruhenstroth

Ilsted - Cedros

Der Cedros ist ein sehr teurer Tabak, ob der Preis durch die Tabakzusammenstellung als Mixture, Flakestücken und Curly gerechtfertigt sein soll (die Bestandteile können ja auch "übrig geblieben" sein ;-) ) oder die eigentlich nutzlose Umverpackung aus Zedernholz (in der ein "duftdichter" PE-beutel sich befindet...) wird wohl nur K&K wissen...

Der Tabak kommt immerhin edel daher, das Mischungsbild ist außergewöhnlich und der Duft des Cedros ist sehr dezent fruchtig, eine Spur Rum und zigarrige Noten. Jedoch kein Zedernholzaroma - obwohl:
wenn man sich die Kiste lange genug ansieht, kommt es einem ab und an in den Sinn...
Der Hersteller K&K erwähnt in der Produktbeschreibung übrigens nur "Cognac und Honig" ;-)

Anzünden und abrauchen geht in großvolumigen Pfeifen problemlos, der Geschmack ist weitgehend tabakecht, mittel füllig mit Anklängen an Rum- und Zigarrenaromen und recht dezent, ohne langweilig zu werden.

Aber: Für mich zu teuer für dieses dennoch eigenständige Raucherlebnis...



Markenname: Ilstedt
Hersteller: Kohlhase & Kopp
Mischung: Virginia, Burley und Kentucky
Schnittbreite: Mixture, mit Flake- und Curly Anteilen
Typ: naturbelassen
Stärke: leicht-medium
Verpackung: 100 Gramm Dose aus Zedern-Holz
Preis: 22,60 €

Autor: Manfred Arenz

Pfeifenmacher: Werner Bürmann (Freehands)

Werner Bürmann war ein Autodidakt im Pfeifenbau und fertigte über 30 Jahre Pfeifen, welche er über seine Homepage und in seinem "Pfeifenlädchen" in Edermünde verkaufte.

Seine Modelle sind meist großvolumig, die Kanteln ließ Werner Bürmann  in einem eigenen Trockenboden eines befreundeten Händlers bis zu 30 Jahre ablagern. Jedes seiner Modelle entstand frei Hand an der Schleifscheibe,  besonderer Wert wurde auf rauchphysikalisch korrekte Bohrungen gelegt. 
 
 "Escudo-Pfeife" No. 905 mit 33mm Brennkammerdurchmesser. 
Die Pfeife läßt sich problemlos rauchen und ist handwerklich sehr gut gearbeitet. 
Rauchdauer mit einer Mixture: > 3 h, 
mit 3 Nuns (1/3 Doseninhalt passt in diese Pfeife...) > 4 h

Das Design seiner Pfeifen ist sicherlich Gesachmackssache, aber Werner Bürmann blieb immer seinem Stil treu. U.a. fertigte er auch Spezialitäten wie Damen- und Jagd-Pfeifen. Werner Bürmann war eher Kunsthandwerker denn Kunstdesigner.


Gerne griff er auch Ideen aus Forendiskussionen auf (z.B. eine würfelförmige Pfeife mit quadratischer Innenbohrung) und gab seine Erfahrungen und Tipps an Dritte weiter. Ebenso gehörten Reparaturen oder Mundstückanpassungen zu seinem Repertoire.

Werner Bürmann verstarb am 22.05.2012 während eines Urlaubaufenthaltes in Marseillan (Frankreich). Er wurde 70 Jahre alt.

 

Markierungen:


"W B" auf der Pfeife/Holm und dem Mundstück, sowie Einzelnummer.

 

Qualitäten:


- Probierpfeifen
- Einsteigerpfeifen
- Freehand Unikate
- Sondermodelle (Jagdpfeifen, Damenpfeifen, Auftragspfeifen nach Skizze, etc)

Preise:

Einsteigerpfeifen (Freehands) ab 80 €, 
seine Standardfreehands aus länger gelagertem Holz ab 200 € 

Werner fertigte die Mundstücke meist aus Acryl und mit 9 mm - Bohrung,  oFi Rauchern wurde kostenlos ein Adapter korrekt ins Mundstück eingepasst.

Autor: Manfred Arenz

Mac Baren - HH Acadian Perique

Auch hier steht das „HH“ für Harald Halberg, dem Gründer von Mac Baren. Der „Acadian Perique“ macht irgendwie im Zuge einer für mich wahrnehmbaren „Perique-Welle“ auf sich aufmerksam. Scheint momentan im Trend zu liegen. In der 100 g-Runddose findet man einen Ready Rubbed, mittelbraune Virginia-Tabake, natürlich Perique, Cavendish, Orienttabake und Burley. Dazu gesellt sich eine klitzekleine Portion Dark Fired Kentucky.


Der Duft lässt auf kein weiteres Aroma schließen, die Mischung riecht meines Erachtens weitestgehend unauffällig. Einzig die Orients duften nach etwas Würze, der Perique kann in einer sehr sensiblen Nase etwas kitzeln. Das Stopfen ist easy, nicht zu fest, bei so vielen verschiedenen Aromen sollte ein größerer Kopf zur Anwendung kommen. In Gang zu setzen ist kein Problem.


Der Tabak macht auf Anhieb einen runden und stimmigen Eindruck. Die Virginias liefern eine gewisse Grundsüße, der Cavendish verteilt das natürliche Aroma gleichmäßig, der Burley ist kaum wahrnehmbar. Der Perique macht deutlich von sich reden und die Orienttabake sorgen für einen leicht ätherischen und öligen Geschmack. Das muss man natürlich mögen, sonst gibt es in diesem Fall keine Freundschaft zwischen Raucher und der Fa. Mac Baren.

Die zusätzlichen Kentuckys dürften die Mischung auf mittel-stark heben. Der Duft im Raum ist nicht überragend. Vornehmlich dürfte dies den Orients geschuldet sein. Was übrig bleibt ist mittelgraue Asche einer soliden Mischung. Qualitativ gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Die Zahl der Adressaten dürfte allerdings überschaubar sein und bleiben, zumal es in unseren Gefilden ja auch noch DTMs „Ascanian“ gibt, den ich eindeutig bevorzuge.

Autor: Ralf Ruhenstroth

Pfeifenmacher: Anton Manger (Freehands)

Anton Manger dürfte, wenn er es denn nicht tatsächlich ist, einer der dienstältesten deutschen Freehand-Pfeifenmacher sein. Er ist inzwischen über 80 Jahre alt, wohnt in Wollsbach/Rhön und fertigt unermüdlich Pfeifen mit Wiedererkennungswert. Es wäre schwer unter einer Vielzahl von Rauchhölzern eine Manger nicht zu erkennen.

Anton Manger ist gelernter Bildhauer und Drechsler. In jungen Jahren übernahm er die Landwirtschaft von seinem Vater. In den Nachkriegsjahren reparierte er zunächst Pfeifen und konnte sich in der Folge seit dem Jahr 1957 als selbständiger Pfeifenmacher etablieren. Die Oberflächen seiner Stücke sind glatt, rustiziert und auch teilrustiziert. Manger fertigt vorwiegend für den deutschen Markt mit Filterkammern, einzelne Stücke sind für den Nichtfilterbetrieb vorgesehen. Ein Grading gibt es nicht, die Pfeifen sind zumeist schlicht und einfach mit MANGER und oft zusätzlich mit FREE-HAND gestempelt.

Ich werde des öfteren gefragt, ob es einen preiswerten Einstieg in die Freehand-Pfeifenwelt gibt. Die Antwort lautet eindeutig ja. Manger-Pfeifen werden für den Interessierten bei ebay veräußert (durch den Sohn unterstützt), die erzielten Preise bewegen sich in der Regel zwischen € 50 und 80,-, je nach Oberfläche, selten sind sie teurer. Mit etwas Glück kann man sogar noch preiswerter an eine neue Manger gelangen.

Man sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass eine Pfeife von Anton Manger nicht uneingeschränkt für den feinen Ausgehabend geeignet ist (jedenfalls sehe ich da so). Wer aber ein Unikat für den Garten, für den Schreibtisch und für den Abend vor dem heimischen Kamin sucht, könnte hier durchaus glücklich werden. Man kann die Haptik und das Aussehen als rustikal bezeichnen, und auch das Gewicht eines Exemplars kann schon deutlich sein. Es handelt sich ganz einfach um zumeist gut rauchbare Gebrauchspfeifen, die auch einem Anfänger empfohlen werden können. Denn es sind Einzelstücke, und es gibt durchaus Gründe, diese einer preiswerten Serienpfeife vorzuziehen!






Copyright: René Lehmann

Copyright: René Lehmann

Copyright: René Lehmann

Copyright: Max Buchholz


Copyright: Michael Schmidt



Autor: Ralf Ruhenstroth

Samstag, 23. Juni 2012

Tabak: W.O. Larsen - Selected Blend No. 32

Der "Larsen No.32" ist von der Schnittart her gesehen ein Exot: Ein Flake Tabak, der wie Curly Cut zu einer Schnecke zusammengerollt ist.

 

Man kann ihn auf mehrere Arten stopfen:

Scheibe zusammengeklappt und leicht verdreht, nur ganz leicht gestopft.
Scheibe zerrieben (wie normale Flakes).
Scheibe zu Streifen aufgedreht.

Der Geruch: leicht nach Karamell und Plätzchen.

Geschmack: leicht, nicht zu süß.

Der Tabak sollte langsam geraucht werden, wie die meisten reinen Virginia-Mischungen. Er ist für die erste Bekanntschaft mit VA-Flake zu empfehlen, da er nicht so kräftig wie die englischen Flakes ist, und nur leicht aromatisiert, so dass man auch noch etwas von dem Virginia schmeckt.

Je nach Größe des Pfeifenkopfes lasse ich die Curlys sogar ganz, in eine Dunnie ODA z.B. passen 2 Scheiben, aufeinandergelegt und leicht zusammengerollt, rein.

Der Tabak brennt so sehr langsam (ca. 2,5 Stunden), ohne auf der Zunge zu brennen. In kleinen Pfeifen nehme ich nur 1 Scheibe und stopfe sie ebenfalls gerollt. Vor dem Anzünden lockere ich mit dem Pfeifenbesteck die Oberfläche auf, damit der Tabak besser anbrennt. IMO sollte man die Scheiben möglichst wenig rubbeln, höchstens leicht beim Stopfen verdrehen und auch nur ganz dezent stopfen. Auf diese Weise (habe lange dafür üben müssen) hatte ich mit Larsen 32 nie Zungenbrand. Außerdem kommt fast keine Schärfe rüber, allerdings ist die Kondensatbildung etwas höher als beim Aufrubbeln.

Ansonsten : stopfen wie man am Besten klar kommt!

Markenname: W.Ø. Larsen
Hersteller: Orlik
Mischung: helle Virginia
Schnittbreite: schmaler Flake, zu Schnecken gerollt
Typ: leicht aromatisiert
Flavour: Karamell/Butterlekse
Stärke: leicht-medium
Verpackung: 50 g Rechteckdose (seit Neuestem Runddose)


Autor: Manfred Arenz

Tabak: W.O. Larsen - Selected Blend No. 50

"Larsen #50" ist der "typische dänische Tabak" (so wurde er auch jahrelang auf daft.de bei Mitgliederabstimmungen gewählt): zurückhaltend aromatisiert, "zum Reinbeissen", und vom Aroma her passend ausgewogen zu den Grundtabaken.

 

Vor ein paar Jahren wechselten die Markenrechte zu Orlik und Liebhaber des "#50" bemängelten eine veränderte und langweilige Mischung, dies ist aber scheinbar "wieder im Griff" - lediglich die berüchtigte "Zickigkeit" beim Rauchen ist (gottseidank) entfallen. Mir schmeckt der #50 wie früher vor dem Wechsel :-)

Wunderbar ausgewogener Tabakgeschmack, abgerundet mit einer harmonischen Süße nach Plätzchen - im Geruch wie im Geschmack und der Raumnote.

Der Tabak glimmt willig in Pfeifen aller Kopfgrößen, und sollte eher sanft gestopft und mit dezenter Frequenz geraucht werden. Keine süßfruchtige Aromakeule, einfach ein Tabak zum Naschen und "zu Hause gut Wetter machen"...

Dennoch gibt es Tage,  an denen der #50 "flach" wirkt,
ob das am Wetter, der Tagesform oder der Mondphase liegt...keine Ahnung.
An der Pfeife oder gar am Raucher KANN es natürlich nicht liegen ;-)

Markenname: W.Ø. Larsen
Hersteller: Orlik
Mischung: helle Virginia, Black Cavendish, Burley
Schnittbreite: mittelbreite Mixture
Typ: leicht aromatisiert
Flavour: Ahornsirup, Honig, Nuss, Karamell
Stärke: leicht-medium
Verpackung: 50 g / 100g Dose

Autor: Manfred Arenz



Eine zusätzliche Meinung von Dieter Niermann





Pfeifenmacher: Charatan (Freehands und Serienpfeifen)

Im Jahr 1863 von Frederik Charatan gegründet, ist Charatan eine der ältesten Pfeifenmarken überhaupt. Lange Zeit galten Pfeifen dieses Herstellers als die qualitativ höchstwertigsten Englands, noch renommierter und vor allem seltener als Dunhill - seinen Teil dazu beigetragen hat der amerikanische Importeur Herman Lane.

Charatan war in den 30er Jahren einer der Ersten, der Freehands herstellte (im Sinne von Variationen klassischer Shapes), lange noch vor Stanwell/Ivarsson. Bis 1973 wurden alle Pfeifen komplett per Hand gefertigt, ab 1973 die niedrigen Qualitäten mit maschineller Unterstützung. Jede der Pfeifen wurde von einem einzelnen Handwerker hergestellt, darunter später als Selbstständige bekannte Macher wie Mr.Barnes bei Milville und Barry Jones bei Upshall.

Im Jahre 1977 wurde der Markenname an den Konkurrenten Dunhill verkauft. Böse Zungen behaupten, daß sich Dunhill die Prachtstücke aus der Charatan Fabrik selbst sicherte und als "Collectors" oder "Deadroots" verkaufte. Tatsächlich erlebte die Marke Charatan einen Niedergang, bis sie Ende der 80er zeitweise vom Markt verschwand. Mittlerweile erscheinen wieder Charatans, jedoch werden sie heute in Frankreich (bei BC) gefertigt.

Charatans werden in letzter Zeit wieder in England, angeblich von einem einzelnen Pfeifenmacher, gefertigt. Damit soll wieder das alte Renommee erreicht werden.

Preise

75.- bis 250.- Euro, Freehands 250.- bis 10000 Euro (in der "Blütezeit" bis 10.000 Dollar)

Markierungen

Charatan - Made by Hand (in City of) London auf dem Holm,
zusätzliche Qualitätstufe - manchmal auch "Charatan`s Make"

auf der linken Seite des Mundstücks: CP
rechte Mundstückseite: Patent-Nr. bei Freehands


oft Mundstück mit abgesetztem Biss (Sattelbiß "Double Comfort"),
Mundstück aus Ebonit und manchmal auch mit 9mm .

Leider wurde der Biss in der Zeit der Dunhill - Übernahme und danach sehr dickwandig/plump ausgeführt...

Die Markierungen wurden im Laufe der Zeit öfters graduell abgeändert, für den USA-Import (Lane) wurden andere Stempelungen (z.B. ein "L" im Kreis) verwendet.

Eine "Coronation" trägt z.B. eine Krone und "Charatan" darüber bogenförmig auf dem Holm gestempelt.


Die Stempelungen sind nur ein Ansatzpunkt und wurden nicht konsequent genutzt, was bei Sammlern zu einiger Verwirrung beiträgt und auch ein bischen den "Nimbus" ausmacht ;-)

Qualitäten (aufsteigend)

"Rough", "Rarity": rustiziert/sandgestrahlt "Perfection",
"Belvedere": Serienpfeife glatt in rötlichem Ton

Freehands oder hoch gradierte Serienpfeifen (dann mit Modell-Nr.):
"Special", "Distinction", "Executive", "After Hours", "Selected", "Supreme" , "Coronation", "Achievement", "Royal Achievement", "Crown Achievement", "Summa cum Laude"

zusätzliche Grades: "Extra large" / "XL" für Giant

Im Jahr 1980 wurde eine von vier je hergestellten "Summa cum Laude" für 10.000 Dollar gehandelt. Von einer "Summa cum laude" sind selbst Bilder Mangelware, das einzige im web ist hier.

ttp://www.paronellipipe.it/index.php?option=com_content&view=article&id=4&Itemid=7#

Qualitativ entsprach eine "Special" vor der Dunhill-Übernahme einer Dunhill "Root-Briar".

weitere Infos z.B. hier:

http://www.rarememories.com/Charatan.htm
http://www.tecon-gmbh.de/info_pages.php?pages_id=121

Charatans sind für mich englische Pfeifen mit etwas "spleen", aber nicht ganz so affektiert und mit Mythen versehen wie Dunhill.

Das Holz der "alten" Charatans war Klasse, die Formen durch die Marktausrichtung nach USA ("think big") teilweise riesig


eine Charatan über einer Dunhill Größe ODA (=Extragroß)


eine Supreme (in Dunhill-Größe 5) über einer noch größeren Coronation

Sowohl klassiche und schlanke Formen, als auch riesige "Fleischklopper", die so unförmig waren daß sie schon wieder "schön" sind - wer Riesenmodelle mit Maserung mag...


oder ungewöhnliche, Teils "barocke" Formen (wie es z.T. die Italiener heute noch fertigen)...


oder einfach typisch britische Modelle bevorzugt...


 die auch in den unteren Grades ansehlich sind ...


und das gewisse "extra" (wie zum Beispiel weite Bohrungen) besitzen...


oder einfach einen "Spleen" und genügend Selbstbewußsein hat...


wird bei Charatan sicher fündig werden ;-)



Bezugsquellen:

Estates http://www.novelli.it/eng/index.html

Video: http://www.britishpathe.com/record.php?id=48227


Autor: Manfred Arenz

Freitag, 22. Juni 2012

Pfeifenmacher: Bang (Freehands)

Seit 1970 fertigen die heutigen Inhaber Per Hansen und Ulf Noltensmeier Freehands unter dem Namen eines ehemaligen Tabakwarenhändlers, S. Bang. Der Markenname besteht seit 1968 , Herr Bang selbst hat nie Pfeifen gefertigt. In der Anfangszeit waren u.a. auch Pfeifenmacher wie Peter Rafn, Ivan Holst Nielsen, Jan Windelov, Ph.Vigen , Ib Olson und M. Thorhauer tätig.

Richtig "in Fahrt" kam die Marke aber erst durch Hansen und Noltensmeier, die beide eine Werkstatt teilen und wie Angestellte ihre 40h-Woche runterkurbeln. Von da her werden für Freehander recht viele Pfeifen produziert, ein zusätzlich gutes Marketing und Vertrieb sorgen dafür, daß Bangs in fast jedem Fachgeschäft weltweit erhältlich sind.

Bang-Pfeifen haben sich seit Mitte der 70er durch innovatives Design und höchste Qualität  einen Spitzenplatz unter den Freehands weltweit erobert.  Dies ist leider, gerade in den letzten Jahren, nicht ohne Auswirkungen auf den Preis der Pfeifen geblieben.

Allen Bangs ist gemeinsam, daß sie in der Funktionalität durchdacht  (also keine Spielereien, die den Rauchgenuß beeinträchtigen) und absolut "perfekt" verarbeitet sind, das Finish ist beständig und greift sich höchstens zu einer "edlen Patina" ab. Die Formen sind immer ausgewogen mit einem gewissen "Schwung" und schmiegen sich geradezu in die Hand.

Die Mundstücke sind durchweg aus Ebonit, der Biss "wie er sein soll" (flach, aufgefächert) und es werden auch Modelle mit Filterkammer angeboten.

An einer Bang kommt meiner Meinung kein Sammler "vorbei", Einsteiger finden durch die weite Verbreitung mit etwas Geduld auch günstige Estates.

Preise:

ca. 400.- bis 5000.- Euro (2012)

Markierungen:

"S. Bang Copenhagen" - "Handmade in Denmark" auf dem Holm (Pfeifen vor ca. 1984 sind mit "Kobenhavn" statt "Copenhagen" gestempelt)

zusätzlich codiert:

Qualitätsstufe und manchmal das Signet des Machers ("PH" oder "UN"); Filterpfeifen tragen das Kainsmal ;-) : "9m"

Qualitäten (aufsteigend):

sandgestrahlt, glatt matt in Goldbraun, glanzpoliert Rot bis Orange.

Code (aufsteigend bei glatten Modellen in Europa): 4, 5, 6, 7, 8, 9, A, B, C, D, E?,
Einzel-Nummer (meist 4-stellige Kombination aus Jahreszahl und fortlaufender Nr/Jahr)

Bang hat viele "dänische Klassiker" im Programm, z.B. kugelige gerade Modelle mit flachem Holm (fehlen noch in der Sammlung...;-) oder wunderschöne Variationen der Bulldog , teilgestrahlt


oder glatt, z.T. mit Applikationen aus Horn, Buchsbaum oder Silber 


"berühmt": die Silberkappe



Stempel: 31te Pfeife 2002, Per Hansen


oder auch Kugelbents mit dem "berühmten Bang-Schwung" (z.B. durch "hochgezogenen" MS-Ansatz)





 und manchmal recht kurzem Holmansatz am Mundstück


 sowie Dublin-Variationen



Autor: Manfred Arenz