Willkommen bei Jogi-wan...

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Samstag, 31. März 2012

Cornell & Diehl - Afterhours

A night out wasn’t complete without a trip to the „private club” for a Cuba Libre or two…..


Wenn man dieses Döschen voller Enthusiasmus öffnet, dann verschlägt es einem erst einmal die Sprache. Mir ging es jedenfalls so. Bevor ich überhaupt zum Betrachten des Tabakbildes gekommen bin, wuchtete mich der Duft aus der Dose um, so gewaltig war er, aber auch so betörend. Ob es sich hierbei nun wirklich um Rum, oder aber um eine andere chemische Substanz handelt, welche den Eindruck eines tatsächlich in Rum getränkten Tabaks erweckt, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Der „Afterhours“ macht aus seiner Aromatisierung keinen Hehl. Das Haus Craig und Patty Tarler macht dieses Mal keine Gefangenen, wenn es darum geht, den Virginia-Flake-Liebhaber und Aromatenfan in einem Zug zufrieden zustellen. 

Das Tabakbild ist so, wie man es von einem typischen US-Broken-Flake erwartet. Recht dunkel, was auf eine gewisse Stärke schließen lässt, und ein paar vereinzelte helle Sprengsel über die Tabakscheiben verteilt. Oftmals habe ich die Erfahrung gemacht, dass die US-Virginias nicht immer anfängerfreundlich sind. Soll heißen: So mancher ist etwas schwieriger in Gang zu bekommen und auch für den kühlen Rauchgenuss wird ein ums andere Mal mehr Aufmerksamkeit als üblich gefordert. Das ist beim „Afterhours“ an sich anders. Leicht feucht kann man sich getrost ein Portiönchen nehmen und in eine kleine bis höchstens mittelgroße Pfeife stopfen. Das geht idealerweise in einer Flakepfanne besser als in einem Topf mit hohen Hauswänden. Und trotz der dezenten Feuchte brennt der Tabak zügig an und ist während des Rauchgenusses ohne weitere Probleme in Gang zu halten.




Was sich mir dann offenbart, ist ein Rauchgenuss aller erster Güte. Ich gestehe, es ist nicht leicht, mich als Freund naturnaher Virginia-Tabake mit einem Aromaten zu überzeugen. Doch der „Afterhours“ schafft das. Von Beginn bis zum Ende habe ich nicht einen einzigen Moment das Gefühl, ich würde hier irgendeine Rauchpappe nieder brennen. Das Aroma hält sich lange, erst gegen Ende der Pfeife tritt der Virginia, der wie gesagt nicht ohne ist, ein wenig mehr in den Vordergrund. Übrig bleibt dunkelgraue Asche und am Ende das Gefühl, einen hochwertigen und erstklassigen Broken Flake verkonsumiert zu haben. So macht das Spaß!

 
Fazit: Der „Afterhours“ ist ein, auch für Anfänger geeigneter, recht heftig aromatisierter Tabak, der trotz seiner Darreichungsform für jedermann ohne weitere Probleme zu händeln ist. Ich halte ihn für mittelstark und empfehle ihn Aromafreaks sowieso, aber eben auch den Fans der naturnahen Richtung, die mal etwas anderes wollen, aber auf die üblichen, mit Black Cavendish zugekleisterten Fruchtbomben verzichten wollen.
Der Pfyffe Laade in Basel hat den „Afterhours“ im Angebot, allerdings sind die dortigen 22 SFr schon mehr als ein Wort zum Sonntag. Da lohnt es sich doch eher, ein kleines Geschenk eines befreundeten Pfeifenrauchers aus den USA in Empfang zu nehmen. 

Autor: Ralf Ruhenstroth

Donnerstag, 29. März 2012

Samuel Gawith - Full Virginia Plug

Vorweg sei gesagt, dass ich den „Full Virginia Flake“ von Samuel Gawith für einen der besten naturnahen Virginia-Tabake halte. Umso neugieriger war ich auf die „Plug-Version“, die mir allerdings erst ein Pfeifenfreund aus der Schweiz besorgen musste, da der „Full Virginia Plug“ bei uns nicht erhältlich ist. Ich habe es bis dato versäumt, bei Kohlhase & Kopp, die inzwischen den Vertrieb für Deutschland übernommen haben, nach den Gründen nachzufragen. Könnte natürlich daran liegen, dass ein Plug einfach nicht gefragt ist und sich deswegen schlecht verkauft. 


Das ist allerdings sehr schade, denn diese Art der Darbietung kann unerhörte und nicht vermutete Genüsse bieten. Das ist schon ein prächtiger Bursche, dieser mittel- bis dunkelbraune Tabakblock. Das Riechen am Block kann man sich getrost ersparen, für mich ist kein Aroma feststellbar. Die erwarteten hellen Einsprengsel findet man erst richtig beim herunter schneiden der Scheiben. Hat man sich die Füllung in aller Ruhe zubereitet, lässt man die kleinen, selbst geschnittenen Cubes sanft und ohne Nachdruck in den Pfeifenkopf rieseln, dann brennt der Plug hervorragend an.

Ohnehin muss ich sagen, dass der „Full Virginia-Plug“ gar nicht Gawith-typisch feucht ist. Um es auf den Punkt zu bringen: Er befindet sich genau richtig im ZipLock-Beutel!!! Der Plug erscheint mir zu Beginn der Füllung etwas würziger als sein Bruder Flake zu sein. Er ist sehr sanft zur Zunge und offenbart bei gemächlichem Rauchtempo ebenfalls eine grandiose Süße. Er ist sicherlich sowohl für Pfeifen ohne, als auch für Pfeifen mit Filter geeignet. Ich habe beides probiert, als Filterraucher kommt mir die Mit-Variante etwas mehr entgegen. Der Kopf sollte nicht zu groß sein.

Der Tabak ist sehr gutmütig, verzeiht allerdings ein zu heftiges Traktieren der Pfeife nicht. Aber selbst, wenn die Pfeife für ein paar Minuten ausgegangen ist, nimmt der Plug bereits nach ein paar Zügen sein vorzügliches, natürliches Aroma wieder auf. Im Raum ist er virginia-typisch, die entstehende Asche ist dunkelgrau. Wie den Flake auch, würde ich den „Full Virginia-Plug“ als mittelstark einstufen. Er bildet, als einziger Nachteil, ein wenig Kondensat. Aber das tun viele andere gute Tabake auch. Ich bin inzwischen ein Plug-Fan! Weil ich das erforderliche Zubereiten ebenso mag, wie den herrlichen Virginia-Geschmack. Von mir uneingeschränkt empfohlen!
Autor: Ralf Ruhenstroth

Donnerstag, 22. März 2012

Tabak: Pfeifen Schilde - Grand Cru Selection Gold

Nach meinem Dafürhalten ist das Tabakfachgeschäft Pfeifen Schilde in Essen insbesondere in der „Virginia-Abteilung“ (hehe…die anderen kenne ich nämlich gar nicht) bestens aufgestellt. Neben ganz hervorragenden Flakes, mit Referenzcharakter, bietet das Haus auch ihre Grand Cru Selection-Serie an. Und aus dieser stammt der „Grand Cru Selection Gold“, der es in der Tat in sich hat. Im Grunde genommen ist diese Mischung in der Lage, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, richtet sie sich zum einen natürlich an die Liebhaber der naturnahen Richtung, aber eben auch an Aromatenfans.


Ich kenne den „Grand Cru Selection Gold“ in einem goldenen Behältnis mit schwarzer Aufschrift. Warum mich die letzte Dose in einer schlichten silbernen Dose mit lediglich einem weißen Aufkleber erreicht hat, weiß ich nicht. Und obwohl das Auge mitraucht, kommt es auf die inneren Werte an. Und die stimmen! Nach dem Öffnen offenbart sich ein tolles und geschmackvolles Tabakbild. Mittellang geschnittene Virginias und Burleys, etwas Cavendish und dazwischen vereinzelte Flakestückchen. Der Geruch im Innern bietet aller höchstes etwas Würze.


 Und die Würze ist es, die den Tabakfreund bereits unmittelbar nach dem komfortablen Stopfen und dem Anzünden vereinnahmen kann. Hier wurde etwas beigemischt, was sich als Ergänzung zu den süßen Virginias äußerst positiv bemerkbar macht. Die Würze dominiert sogar. Keine Bange, das ist nicht ähnlich einem frechen Perique, der schon mal die Verhältnisse verschieben kann, nein, der „Grand Cru Seletion Gold“ bietet etwas ganz eigenes.

Man sollte diese Mischung in einem größeren Kopf rauchen, langsam, denn dann ist dieses Kraut so rund und sanft, wie man es nicht oft erlebt. Geht man zu robust an die Sache ran, dann wird der Kopf heiß, gleichwohl der Tabak nach dem erforderlichen Runterkühlen sofort wieder seine unverkennbaren Geschmacksnuancen aufnimmt. Ein äußerst gutmütiger Vertreter. Hersteller wird wohl Kohlhase & Kopp sein. Das Ganze gibt es zu einem erstaunlich freundlichen Preis. Derzeit kostet der „Grand Cru Selection Gold“ € 16,60/100 g, und das ist für so etwas Edles beim besten Willen nicht teuer, sondern mehr als gerecht, mit dem Charakter eines Allday-Smokes, denn die Dose ist ratz fatz leer!
Autor: Ralf Ruhenstroth

Dienstag, 13. März 2012

Tabak: Peter Stokkebye - Irish Slices

Das Haus J.N. Barber in UK bietet im Zuge der zur Verfügung stehenden losen Tabake auch Flakes an. Unter anderem die „Irish Slices“. Da das Bild im virtuellen Shop so gut aussah, habe ich mir mal 25 g bestellt. Die Geschäftsabwicklung ohne Probleme, lag der Flake schon eine Woche später bei mir auf dem Tisch, eingerollt in grünem Plastik und gut verschlossen. Der Hersteller ist mir unbekannt, falls ihn jemand weiß, möge er mir diesen bitte mitteilen, um so diese Wissenslücke zu schließen. Vielleicht schlummert die Idee bei ehemals Murrays?


„Irish Slices“ ist ein sehr dunkler Tabak, wohl Kentuckys und Virginia. Das lässt auf Stärke schließen, ein echter Engländer? Der Tabak riecht schlicht nur echt, kein Flavour erkennbar. Er lässt sich leicht in die Pfeife einbringen, so, wie man das mit den Flakes eben so macht.  Auch das Entzünden funktioniert denkbar einfach. Schon beim Anzünden der Pfeife merkt man allerdings, dass hier in Sachen „Stärke“ keine Gefangenen gemacht werden. Da steckt, wohl dem Kentucky geschuldet, ordentlich Bumms hinter. Ähnlich dem „Irish Flake“ von Peterson haben die „Irish Slices“ reichlich Nikotin.

Eine typisch irische Richtung halte ich gerne für floral. Seifig, wie der Volksmund sagt. Keine Spur, dieser Tabak schlägt zunächst ein wenig in Richtung Zigarre, offenbart dann ein wirklich dezentes und zartes Fruchtaroma und das war es dann auch. Leicht süßliche Virginias reden ein gehöriges Wort mit. Ansonsten ehrlicher Tabak. Nun, das wäre eigentlich völlig unspektakulär. Dem ist aber nicht so. Ich rauche diesen Flake vorwiegend in einer ungefilterten Pfeife, am liebsten in einer Meerschaum. Und selten war ein Tabak dieser Richtung, mit so einer Stärke, so sanftmütig zu meiner Zunge. Ein gutmütiger Bursche, rund und ausgewogen!

Flake-typisch, ruhig geraucht, mit einem nicht all zu großen Füllvolumen, senkt sich die entstehende dunkel-graue Asche zu Boden. Was bleibt, ist ein kaum an Aufsehen erregender Duft im Raum, eine gewisse Sättigkeit beim Konsumenten und das Gefühl, einem echten Genuss gefrönt zu haben. Für wen sind die „Irish Slices“ zu empfehlen? Den Fans vom „Irish Flake“, und wohl dem „University Flake“ auch, ansonsten dürften Condor- und McQuaid-Enthusiasten eine echte und lohnenswerte Alternative gefunden haben. Beide Daumen nach oben!
Autor: Ralf Ruhenstroth

Samstag, 3. März 2012

DTM - Gold Of Mysore

Was liegt näher, als hochwertige und süße Virginia-Tabake mit einem Flavour zu versehen und so eine Brücke zu den Freunden hoch aromatischer Tabake zu bauen? Der Weg führt auch wieder zurück und es funktioniert. Mit dem „Gold of Mysore“ kann man mir immer noch die Hand reichen, ich nehme das Freundschaftsangebot gerne an. Die Vanille dürfte das  häufigste verwendete Aroma sein, aber dementsprechend viele üble Mischungen finden sich auch auf dem Markt.


Der „Gold of Mysore“ punktet bei mir schon als erstes, da es sich ausschließlich um Virginia-Tabake handelt. Nix Black Cavendish, der, obwohl so häufig verwendet, die Gefahr einer Rauchpappe in sich birgt. Zugegeben, mit einem guten Händchen und viel Sachverstand sind da schon ganz tolle Mischungen entstanden, gerade das Haus DTM hat dies schon oft bewiesen. Das Tabakbild des „Gold of Mysore“ ist eine Augenweide. Dieser helle bis mittelbraune Ready Rubbed besticht, der Duft aus der Dose erledigt das übrige. Das Ganze erinnert auch an den „Sweet Vanilla Honeydew“ aus selbigem Hause, der allerdings, so meine Ahnung, in Sachen Aromatisierung noch eine Schippe drauf legt und deswegen bei mir persönlich nicht ganz so gut ankommt.


Die Handhabung ist denkbar einfach. Nichts ist leichter, als eine Pfeife mit einem möglichst großen Kopf zu stopfen und den Tabak zum Glimmen zu bringen. In einer kleinen Pfeife macht der „Gold of Mysore“ keinen Sinn. Die Aromen sind sehr stimmig, sie entfalten sich bei etwas Platz hervorragend. Die Vanille harmoniert mit der natürlichen Süße des Virginias. Im Raum entfaltet sich ein herrlicher Duft. Dieser Tabak raucht sich auch nicht schnell heiß, er verzeiht allerhand, was bei naturnahen Virginias schon mal in die Hose gehen kann.

Von seiner Stärke her ist der „Gold of Mysore“ nicht herausfordernd, ein Tabak, mit dem man den Tag beginnen kann und/oder der zu einer guten Tasse Kaffee eine ideale Begleitung gibt. Zur späteren Stunde hat er bei mir keine Chance mehr. Ich bin gegenüber Hocharomaten stets sehr skeptisch, aber der „Gold of Mysore“ überzeugt mich auf der ganzen Linie. Eine Dose zu 100 g/Jahr genieße ich absolut, mehr muss es aber auch nicht sein.  Eine Empfehlung, absolut hochwertig und qualitativ überzeugend.
Autor: Ralf Ruhenstroth