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Montag, 17. Dezember 2012

Gandalfs Jünger und die Folgen!

Ja, der Mensch ist so! Wenn er sich im gemeinschaftlichen Rausch befindet, leidet seine Zurechnungsfähigkeit sehr. Das wissen auch die Marketing-Strategen und gerade im Bereich Filme und Serien gelingt es ihnen immer öfter und leichter, einen "Hype" zu entfachen. Spätestens seit der "Herr der Ringe"-Trilogie sind auch die Pfeifenraucher und -fans zum Zielgebiet ihrer Verdienstbemühungen geworden.

Kein Wunder, gehörten doch schon die gedruckten Werke und ihr Autor seit langer Zeit ins "Sympathie-Umfeld" der Pfeife. So bescherten uns die Verfilmungen die passenden Pfeifen aus dem Hause Vauen. Überteuert seien sie, hieß es schnell aus scheinbar berufenem Munde... und das Vauen sich daran eine goldene Nase verdiene. Die Realität sah ein wenig anders aus. Die "goldene Nase" verdiente sich eher die Rechte-Gesellschaft, da die Lizenzgebühren, die Vauen zahlen musste, unglaublich hoch waren. Dazu bemühte sich Vauen redlich um anständige Qualität und ebensolche Umsetzung recht komplexer Formen.

Das trieb die Pfeifen in Preisregionen, wo Spontankäufe eher selten sind... und es trug der Firma Vauen etliches an Häme ein... vor allem von uninformierten Leuten, die mit ihrem "Brutto für netto-Denken" Herrn Eckert schon auf dem goldenen Thron sahen. Bei aller Gehässigkeit wurde gern übersehen, dass Vauen hier nicht nur Devotionalien für eifrige Jünger schuf, sondern ernsthaft zu nutzende Rauchgeräte.

Ein gutes Geschäft wurden die HdR-Pfeifen nicht. Einmal fehlte die wirkungsvolle, weltweite Werbung... und den Rest erledigten die Preise. Trotzdem haben "Bilbo", "Gandalf" und "Aragorn" den Weg in meine Sammlung gefunden.


Ich fand und finde sie schön und rauche sie gern... trotz der Preise und der Tatsache, dass sie nicht einmal den Originalpfeifen aus den Filmen entsprechen. ...und wenn man sieht, welcher Preis-Irrsinn mittlerweile von skrupellosen Geschäftemachern und Sammlern mit Torschluss-Panik um die nicht mehr erhältlichen Pfeifen entfacht wurde, müssen die seinerzeitigen Neupreise schon als Angebot gelten!

Vauen bekam jedenfalls die Prügel, die andere Firmen mehr, als verdient hätten. War man in Nürnberg noch auf Qualität bedacht, zockten Fantasy-Artikel-Versender, wie "Elbenwald" Fans und Raucher richtig ab. Da wurden überzählige Einzelteile bei Vauen erworben und zu "Waldläufer-Pfeifen" zusammen gesteckt und charakterlose Stanwell-Mischungen umgesackt und in bunter Verpackung als "Herr der Ringe-Tabake" vertickt. Nur ein Beispiel dafür, dass legal nicht gleich anständig ist.

Jetzt steht neuer Irrsinn ins Haus und die Augen der Vermarkter triefen bereits vor Gier. Jeder fragte sich, wann wohl die Pfeifen zum "Hobbit" kommen und wer sie wohl macht. ...und dies hier ist der erste Teil der Antwort:


Nein, ich habe dieses "Meisterwerk" auch noch nicht begutachten können - daher steht mir keine Kritik zu. Ich möchte nur ein paar Dinge zu bedenken geben und vor voreiligen Kaufentschlüssen warnen. Keiner weiß, wer sie macht und wo diese Teile geschnitzt werden. Eine Herstellerangabe entfällt (zur Sicherheit) jedenfalls völlig. Die "Fachhändler" geben als Material "HOLZ" an... was einen weiten Interpretationsspielraum zulässt.
Weiter wird dieses Exponat als "voll funktionstüchtig" beschrieben. Nun, das ist eine Stutenkerl-Pfeife (soweit noch aus Ton gefertigt) auch!

Wichtig sind im Text immer die Phrasen "original" und "lizensiert". Wirkt wichtig, sagt aber nichts über die Wertigkeit aus. Der Gesamteindruck dieses Rauchgerätes lässt schon heftige Zweifel aufkommen. Nun, diese Pfeife kostet ja auch "nur" 89 €. Wer sie zur Anschauung in seinem Hobbit-Schrein erwerben will, wird wohl nicht zögern. Romantisch veranlagten Neueinsteigern in die Leidenschaft Pfeife sei aber geraten, diese Investition wohl zu überlegen. Zumal, wenn man bedenkt, dass man sich schon für € 20 – 30,- mehr von Spezialisten wie Peter Lehmann seine, ganz eigene Vorstellung der Hobbit-Pfeife machen lassen kann und dann ein individuelles Einzelstück erhält, was nicht nur gut aussieht, sondern sich auch hervorragend rauchen und genießen lässt!


Übrigens ist mir bei der Recherche zu diesem Artikel aufgefallen, dass es z.B. zu einer meiner Lieblingsserien "Game of Thrones" noch gar keine passende Pfeife gibt. Ich habe rasch mal ein paar Einzelteile zusammen gesteckt...


...ob ich die auch für 80 € verkaufen und mir so eine goldene Nase verdienen kann?

Bei aller Begeisterung für tolle Geschichten... auch in Sachen "Hobbit"... werden in nächster Zeit etliche Unsäglichkeiten und Mogelpackungen auf dem Markt erscheinen. Bevor sauer verdientes Geld in aufgeplustertem Durchschnittskram verschwindet, schadet ein Moment der Besinnung sicher nicht!

"Ich sprach laut mit mir selbst. Eine Angewohnheit der Alten: Sie wählen den Klügsten der Anwesenden aus, um mit ihm zu reden; die langen Erklärungen, die die Jungen brauchen, sind ermüdend!"
(GANDALF)


Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Mein lieber Ralf,

    so sehr ich auch Dein Wirken in Sachen Pfeife und Deine Kompetenz in diesem Bereich schätze, komme ich nicht drumherum kritisch anzumerken, dass der Erwerb von drei Pfeifen dieser Serie dann meiner Meinung nach einer kritischen Distanz zur besprochenen Thematik etwas entgegen steht...

    Marco

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    1. Lieber Marco,

      ich denke, zwischen kritischer Distanz und kategorischer Ablehnung ist ein gutes Stück Weg.
      Ich wollte nicht vor zwar teuren, aber hochwertig gemachten "Fan-Artikeln" warnen (wie etwa den Pfeifen von Vauen, den Zinnfiguren von Les Etains du Graal und den LotR-Tabaken von Justforhim), sondern einen kritischen Blick auf den Schund und Tand werfen, der ausschliesslich aus Gewinnstreben auf den Markt geworfen wird- und ich dachte, das sei mir gelungen ?!

      Liebe Grüße, RALF

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  2. Hab mich bei Elbenwald mal telefonisch erkundigt. Die Pfeifen sind (laut eigener Aussage!) NoName Produkte von minderer Qualität aus Fernost. MfG

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    1. Na, großartig...für 3,50 € in Dam-Ping aus Abfall-Holz geschnitzt...damit die Rechtebesitzer und Händler die fette Kohle machen.
      Naja, mit Geld verdienen kennen sich "Elbenwald" und Co. ja aus. Schliesslich kosten dort z.B. 50 Lesepfeifenreiniger 7.50 €...statt der üblichen 3.50 €...ist doch was !
      Lieben Gruß, RALF

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  3. "offiziell lizensierte Filmreplik" wirkt nicht nur wichtig sondern ist völlig falsch und meiner Meinung nach kundenunfreundlich und wettbewerbswidrig. da kaufen kunden die pfeife weil sie glauben sie sei eine offizielle. dabei gibts zu dem film kein offizielles merchandising. elbenwald begibt sich hier auf sehr dünnes eis.

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  4. Das sehe ich genauso ! Übrigens muss man ergänzend anmerken, dass sich nicht nur "Elbenwald" dieser Formulierungen bedient...auch andere "Fantasy-Gemischtwarenläden" gehen mit diesen, "wichtigen" Argumenten auf Kundenfang.
    Mindestens fragwürdig...vorsichtig ausgedrückt !

    Lieben Gruß, RALF

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  5. Bei den Preisen würde ich auch dazu raten, den Pfeifenmacher seines Vertrauens aufzusuchen. Da weiß man, was man hat.

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  6. Hallo Ralf
    Du erwähnst in Deinem Beitrag, dass in unserer Manufaktur ebenfalls diese Art von Pfeifen gefertigt werden
    Vielleicht dazu aber eine kleine Ergänzung, um keine falschen Hoffnungen zu wecken. Unsere Manufaktur wird niemals 1:1 Kopien von Pfeifenmodellen anderer Lesepfeifenhersteller (zB Vauen) bauen. Das gebietet die Achtung vor deren kostspieliger Entwicklungsarbeit.
    Die bis zu 45 cm langen "sächsischen Könige" in Bruyere, Mooreiche, Olive oder Ebenholz sind eigene Kreationen unserer kleinen Firma und sind, so glauben wir, ebenfalls gut geeignet, den Freunden der Fantasypfeifen Freunde zu bereiten.
    Vielleicht wäre noch zu sagen, dass es die shapes der HdR Pfeifenköpfe seit uralten Zeiten gibt und darauf (die Kopfformen) keine Rechte bestehen können- lediglich vielleicht auf das Gesamtprodukt aus Kopf, Rohr und Mundstück - aber auch das wäre sehr unwahrscheinlich. Also bliebe nur der Name "HdR" der geschützt sein könnte - und das sollte auch so - egal von welchem Hersteller langes Lesepfeifen- akzeptiert werden.
    Peter Lehmann

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