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Montag, 24. Dezember 2012

Ernten, was man nicht gesät hat!

Zuletzt sah man die Herrschaften der Pfeifen- und Tabakindustrie auf der Intertabac ihre Lach-und Sakkofalten glattstreichen. "Ja", so heißt es im Brustton erbrachter Leistung "die Nachfrage nach der Pfeife sei wieder gestiegen... auch und gerade bei jungen Leuten. Man sehe deutlich den Trend und sei mit sich zufrieden."

 
Zufrieden? Schön... aber womit eigentlich? Womöglich mit nichts? Denn nichts ist genau das, was die Pfeifenindustrie im vergangenen Jahr für das Interesse des Nachwuchses getan hat.

Da werden von Mac Baren Tabakseminare für Fachhändler abgehalten. Feine Sache, doch damit die Verkaufskraft ihr erworbenes Wissen auch gewinnbringend an Frau oder Mann bringen kann, muss der potentielle Interessent erst einmal vor der Theke stehen. Von sich aus... denn die Industrie tut nichts, um Menschen erst einmal "die Sache Pfeife" näher zu bringen. "Schnupperseminare" für eventuelle Pfeifensympathisanten? Fehlanzeige!

Herr Eckert von Vauen zeigt sich bemerkenswert gut informiert über die Internet-Communitys . Er erkennt die großartige Arbeit an, die dort "ehrenamtlich" für die Pfeife geleistet wird. Was also tut er zur Unterstützung dieser Arbeit? Äh...nichts!


Bei der STG spielt die Pfeife ja ohnehin nur noch die zweite Geige... und doch bringt auch dieses Instrument noch gut Geld in die Kasse... Motivation genug, auch hier etwas für die Nachwuchsförderung zu tun. ...und? Was ist dem Branchenriesen eingefallen? Sie ahnen es schon: nichts!

Na und? Soll sich doch der Fachhändler intensiv darum kümmern, neue Kunden für den Pfeifenbereich zu rekrutieren! Würde er wohl auch gerne... vielleicht mit attraktiven Proben, schönen Einsteiger-Aktionen, guten Werbeideen... und was erwartet ihn an Unterstützung? Richtig: nichts! Das Einzige, was der Industrie immer noch einfällt, sind ihre "Einsteiger-Sets". Zumeist in einer Qualität, für die sich die Herrschaften eigentlich selbst wegen Geschäftsschädigung anzeigen müssten!

WENN dann die Industrie auf die Idee kommt, gemeinschaftlich eine "Aktion für die Pfeife" zu starten und dafür ordentlich Geld in die Hand nimmt, kommt dabei nur ein peinlicher Schlag ins Wasser zustande. So, wie die Kampagne unter Führung des "Elite-Fachmanns" und Sexismus-Clowns Klaus Hölters, der für gutes Geld mit Pfeifen und Tabaken durch die bierselige Atmosphäre der Studenten-Verbindungen zog, um dort mit seinen (kostenlosen) Gaben um sich zu werfen, wie der Nikolaus mit den Nüssen.

Mit deftigen Zoten und glasigen Augen feierte man sich dort als künftige Elite und potentielle Pfeifenraucher ab. Alles nur, weil die Industrie die Pfeife immer noch auf Teufel komm' heraus in die (angeblich) intellektuelle Ecke schieben will. Ein Vorhaben, dass gar nicht weiter weg von den tatsächlichen Begebenheiten entfernt sein könnte. Doch, wie die reale Musik tatsächlich spielt, hört man natürlich nur, wenn man nicht zu abgehoben ist, um die Ohren auch mal aufzusperren!


Der STG, z.B., ist für ihr Lieblingskind, die Zigarre, nichts zu teuer. Da werden sogar "Luxus-Events" mit Promi-Beteiligung in Clubs und Hotels zelebriert. In Sachen Pfeife scheint ihre ganze Konzentration dem Versuch zu gelten, Stanwell und Peterson durch fragwürdige und überteuerte Qualitäten endgültig zum Gespött zu machen.

Dabei ist die Erwartung an die Industrie weder unberechtigt, noch übertrieben.


Es geht gar nicht darum, die Pfeife auf "Luxus-Feten" hochleben zu lassen. Nur ein paar Ideen (nackte Frauen auf Pfeifenplakaten sind keine Idee, liebe STG... DAS ist nur peinlich), ein paar lokale Aktionen, ein wenig Unterstützung für die Händler und die Leute, die sich hier und in anderen Foren, Blogs und Communitys liebevoll auch um die Interessenten und den Nachwuchs kümmern... das wäre doch schon was.

Sich selbstzufrieden zurücklehnen und sich daran erfreuen, dass andere Leute die (kostenlose) Arbeit machen - das reicht nicht... auch, wenn es der mittlerweile üblichen Mentalität entspricht.

Die Pfeife hat wieder Zuwachs und eine Chance... und was tun sie, liebe Industrie? NICHTS!!!

Lieben Dank dafür!


Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Hi Ralf,

    ich glaube, es wird uns Pfeiferaucher obliegen, in der Öffentlichkeit wieder so aufzutreten, dass die Jugend auch sieht, dass es genussvolles Rauchen gibt. Jahrelange Gehirnwäsche in Schulen oÄ zeigt hier eben Wirkung. Die Industrie kann kaum etwas machen, denn sie ist durch Werbeverbote extrem eingeschränkt. Werbeplakate mit Sex Sells sind dann nur noch eine Folge davon, dass junge FH Abgänger damit betraut werden, denn altgediente Werbefritzen verbrennen sich am Reizthema Rauchen nicht mehr dir Finge. Dafür haben die zuviel Ahnung.

    Meine Meinung ist, entweder wir machen das, oder keiner wird es machen, selbst wenn dabei renommierte Firmen, wie Vauen Stanwell etc. irgendwann gar nicht mehre existieren. Die Frage ist, wenn kümmerts, wenn dann eh keiner mehr raucht?

    Frohe Festtage,
    Peter

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  2. Bin eben durch Zufall auf diesen Blog gestoßen und habe gerade diesen Beitrag für sehr gut (wobei eigentlich noch zu nett ;-)) befunden.
    Weiter so! ich werde wieder reinschauen.
    fg

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  3. So, wie es auch gehen kann: Ich bin seit einiger Zeit immer wieder Gast in einer Wuppertaler Studentenverbindung (selbst in HD Mitglied einer solchen). Jetzt wurde ich auf meine Pfeifen angesprochen, die ich auf den Veranstaltungen rauche. Und im nächsten Wintersemester gibt es dann einen Einführungsabend von mir. Ohne Hölters, ohne Zoten, einfach nur Tabak, Pfeifen, Rauch und Geschichte(n).
    Geht doch!
    Gruß
    Hermann

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