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Sonntag, 18. November 2012

Tabak: McClelland - Virginia Matured #27

Las Vegas: Der Superlativ des Konsums. Ich habe keinen Fleck auf der Welt kennengelernt, der sich so sehr der Einnahme und Ausgabe des schnöden Mammons verschrieben hat. Man kann es wohl getrost als das Babylon unserer Zeit bezeichnen. In diesem Übermaß an Übertreibung und Unnatürlichkeit will ich wenigstens in meiner Pfeife einen ehrlichen und soliden Tabak.

Da kommt mir der No. 27 aus der Brown Label Edition (Matured Virginias) von McClelland genau recht. Ich habe 50 g zu $ 8.44,- (derzeit ca. € 6,60,-) erworben. Und Eines vorab: Das ist ein Spottpreis für solch gebotene Qualität! Der Hersteller merkt noch an: “An excellent indoor smoke any time of day, this beautiful, orange-red, shag-cut cake has a mellow flavor and a light, subtle aroma.”


Beim Öffnen der Dose kommt einem der von McClelland gewohnte Essig / Ketchup Duft entgegen - in einer wirklich starken Intensität. Mit „shag-cut cake“ werden hier geschnittene, grob zerrupfte Flakescheiben bezeichnet. Ich persönlich würde die Darreichungsform als „broken flake“ titulieren, da sich in der Packung sowohl noch erkennbare Flakestücke, aber auch langfaserige Tabakfäden befinden. Für den etwas routinierten Raucher sollte das Stopfen jedoch keine großen Probleme darstellen. Ich persönlich nehme mir die passende Menge aus der Dose, forme sie zu einer Kugel und bringe sie in den Pfeifenkopf ein. Ähnlich unkompliziert ist auch das Anzünden: Nach 3 – 4 Streichhölzern brennt das Kraut für gewöhnlich, was auch der guten Konditionierung zu verdanken ist.


Die ersten Züge offenbaren sofort, was dem Raucher in den nächsten 2 Stunden bevorsteht. Dieser sehr ausgewogene, nicht sehr süße Virginia vermittelt wunderbar, dass auch puristischer, nicht mit diversen Chemikalien behandelter Pfeifentabak seine Daseinsberechtigung hat. Vom Essig ist nicht viel zu schmecken; vielleicht dezent im Hintergrund. Riecht man jedoch an der geräumten, erkalteten Pfeife, ist dieses Ketchup-artige wieder leicht wahrzunehmen. Der No. 27 – sowie wie eigentlich alle Vertreter der Brown Label Edition von McClelland – zeichnet sich einfach durch harmonischen und naturnahen Tabakgenuss aus. 
 
Das Aroma bleibt bis zuletzt recht unverändert und verzeiht auch häufigeres Nachzünden. Im letzten Viertel wird er etwas kräftiger. Die Stärke empfinde ich als medium. Die Raumnote ist nichts Besonderes und ähnelt Zigarettenrauch. Zumindest habe ich niemanden vom Roulettetisch vertrieben.
Summa summarum: Nach meinen Begriffen ein empfehlenswerter Virginia, der mild und nicht zu süß ist. Ich finde ihn darüber hinaus tatsächlich für „indoor“ geeigneter, da ich im Freien seine feinen und komplexen Aromen nicht so intensiv wiedererkennen kann.


Autor: Matthias D.

1 Kommentar:

  1. Klingt sehr interessant. Wo bekommt man die mcclelland Tabake in Deutschland?

    Odet anders gefragt, hat jemand eine Tip wo man das Kraut im Ausland bekommt und wie die kosten für zoll usw sind ?

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