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Sonntag, 11. November 2012

Altadis - Tobacco Galleria - Rum & Maple

Vorab eine kurze Beschreibung meiner Umstände: Ich, als deutscher Pfeifenraucher, der derzeit in den USA lebt (und das noch in der Nähe von Chicago, wo sich Tabakfachhändler wie Iwan Ries befinden), muss wohl keinem Gleichgesinnten erzählen, dass dies doch erhebliche Auswirkungen auf meine Tabakbar und Portemonnaie hat. Aber wie heißt es doch so schön: „Je ne regrette rien“. Jedes Mal wenn ich neue - in Deutschland nur schwer bis gar nicht erhältliche - Tabake bestelle und teste, feiere ich mein persönliches, kleines Weihnachten. Gut nur, dass es dazu keinen Weihnachtsbraten gibt... ich hätte mich wohl schon figur-technisch dem amerikanischen Umfeld angepasst.

Nun aber zum heutigen Kandidaten: Es soll um den „Tobacco Galleria Rum & Maple (distributed by Altadis)“ gehen. Laut Hersteller und tobaccoreviews.com handelt es sich um eine Virginia/Burley Mischung, dargereicht im Ribbon Cut und aromatisiert mit Rum & Maple.


Die erste unmittelbare Erfahrung mit dem Burschen hat mich etwas verärgert: Der 1,5oz (~42,5g) Pouch ist nicht luftdicht verschlossen. Da die glorreichen Zeiten, in welchen Pfeifenhändler einen schnellen Warenumschlag hatten, wohl längst vorbei sind, war der Tabak schon recht trocken. Ärgerlich, gerade bei empfindlicheren Aromaten, doch rauchbar war er dennoch. Dem Rest wurde mit Homidrolen nachgeholfen. 
 
Der Geruch ist wahrlich angenehm: Eine schwere, süßliche Note mit deutlichem alkoholischen Unterton. Dazu kann ich noch Vanille erahnen; insgesamt ein sehr cremiges Aroma. Das Ganze erinnert mich etwas an Baileys oder auch an Malibu Likör. Wo ist aber der Maple (syrup)? Der darf bekanntlich in keinem US Haushalt fehlen, deswegen vergleiche ich meinen original kanadischen Ahornsirup 1:1 mit dem Tabak. Selbst der echte Sirup hat nur einen sehr dezenten, süßlich-rauchigen Geruch, den ich auf Grund der anderen dominanten Gerüche im Tabak nicht wiederfinden kann.


Los geht es: Stopfen und Anzünden ist bei diesem Tabak kein Problem. In den ersten 10 Minuten kann ich eine intensive Aromatisierung genießen. Eine sehr harmonische Süße mit deutlichem Alkoholaroma. Und dabei nicht im Ansatz chemisch... toll. Aber es wird noch besser: Irgendwie bilde ich mir ein, so etwas wie Ahornsirup zu schmecken. Hinzu kommt dann eine würzige Tabaknote, wobei sich Rum & Maple weiterhin tapfer halten. Und das bleibt auch bis zum letzten Viertel der Pfeife so. Der Nikotingehalt des Tabaks ist meines Erachtens als eher leicht einzustufen. Kühles und langsames Rauchen ist absolut empfehlenswert, andernfalls beißt dieser Tabak nur und verliert komplett seine Aromen. Aber das ist ja bei fast jedem Aromaten so.

Ich habe ihn aus mittleren und großen Köpfen geraucht, jeweils mit und ohne Filter. Ich fand ihn oFi etwas scharf und kratzend. Das mag aber vielleicht auch daran liegen, dass ich überwiegend Filterraucher bin. Definitiv ein guter Tabak und ein Beweis dafür, dass Amerikaner nicht nur erstklassige reine Virginias und übertriebene, chemische Hocharomaten herstellen, sondern auch durchaus rauchbare (Hoch-) Aromaten. Wer Bezugsquellen hat, sollte ihn definitiv ausprobieren.


Autor: Matthias D.

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