Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Freitag, 21. September 2012

QUO VADIS, Pfeife? Eine Nachlese zur Intertabac 2012

Wie soll sie denn nun ausfallen, die Nachlese zur Intertabac 2012?

Copyright: Sven Linke

Tiefes Erschrecken über das neue, angeblich zufällig in die Öffentlichkeit geratene, Papier aus Brüssel, dass zukünftig der Aromatisierung in Tabakprodukten an den Kragen will? Eine neue Strophe im Schwanengesang über den Niedergang der Pfeife? Sicher nicht, denn NIE sah es besser aus, für unsere Leidenschaft.

Natürlich darf man es nicht an der Zahl der Raucher fest machen. Millionen sind wir nicht und werden wir auch nicht mehr. Trotzdem steigt das Interesse an der Pfeife, finden zunehmend auch wieder junge Leute zu unserer Leidenschaft. Zusätzlich finden sich immer mehr Quereinsteiger, die durch die immer schärfere Diskussion in der Öffentlichkeit dazu gebracht wurden, ihr Rauchverhalten zu überdenken... und sich plötzlich Rauchen sogar als bewussten Genuss vorstellen können.

Gemessen an der relativ geringen Zahl der "Zielpersonen" legte sich die Industrie in Dortmund so sehr ins Zeug, wie lange nicht mehr. Das geschieht natürlich nicht aus purer Menschenfreundlichkeit. Es zeigt, dass auch die Marktforscher ein wieder zunehmendes Interesse an der Pfeife registriert haben.

Viel Neues gab es in Dortmund. Doch, nicht nur DAS zählt. Bezeichnend war, wie es präsentiert wurde. Engagiert, liebevoll und selbstbewusst. Das als reine Trotzreaktion ab zu tun, wäre zu billig und falsch interpretiert. Nein, die Pfeife wird wieder als lohnenswert angesehen, als der Mühe wert. Wert, in sie zu investieren, sie in den wirklich profitablen Bereich zurück zu führen.

Copyright: Sven Linke

Was können, was müssen wir als "Endverbraucher", als Liebhaber tun? Nun, zunächst muss mal dieses unsägliche "Internet-Genöle" aufhören. Die Zeit lässt sich nun einmal nicht zurück drehen. "Das Internet ist schuld, dass der Fachhandel verschwindet." Ein oft gehörter Satz und trotzdem dummes Zeug. "Das Internet" kann keine Schuld tragen - es ist nur ein Werkzeug! Seid wann ist der Hammer schuld, wenn man sich damit auf den Daumen schlägt?

Copyright: Sven Linke

Ja, der "Lotto-Laden" von nebenan könnte und wird seine letzten Pfeifenkunden verlieren. Macht nichts, dann kann man sich dort besser um den Verkauf von buntem Tand und billigen Einweg-Feuerzeugen kümmern. Dringend nötiges Fachwissen ist in diesen Läden schon lange Mangelware. Der wirkliche Fachhandel nutzt in der Mehrzahl längst das Netz, um weitere Umsatzmöglichkeiten zu erschließen. Es sind wir, es sind die Kunden, die Schuld tragen, wenn Fachgeschäfte die Konkurrenz des Internet-Angebotes nicht überleben. Wer glaubt, mit seiner "Geiz ist geil"-Mentalität und selbst recherchiertem Halbwissen zum "Pfeifenfuchs" geworden zu sein, ist schuld. Wer in seiner Nähe einen Fachhändler weiß, mit geschultem Personal, gepflegter Auswahl und entsprechendem Ambiente und trotzdem aus reiner Bequemlichkeit und der Gier, ein paar Euro zu sparen, im Internet bestellt, sollte sich schämen. Schämen für die eigene Dummheit. Denn, wenn derjenige eines Tages wirklich nach Beratung und Auswahl vor Ort sucht, wird er feststellen, dass es DIE nicht mehr gibt. Weil er (wie andere Kurzsichtige) durch sein Kaufverhalten dafür gesorgt hat.

Copyright: Sven Linke

Copyright: Sven Linke

Selbst, wer den nächsten Fachhandel nur in großer Entfernung findet und deswegen im Internet kauft, kann das vernünftig tun. ICH kaufe z.B. nur bei Netzanbietern, die auch mindestens ein etabliertes Fachgeschäft betreiben. Die Zeiten haben sich geändert - wir sollten es auch tun. ...und aufhören zu jammern. Über all die Dinge, die waren und nicht mehr sind... über den Staat, der uns Raucher so sehr in die Ecke drängt. 

Beim Volksentscheid in Bayern hat nicht "der Staat" versagt - der hat seine, demokratische Pflicht getan. Versagt haben die Raucher, die, scheinbar der demokratischen Wahl müde, ihren bequemen Hintern nicht zur Wahlurne schleppen wollten. Obwohl klar war, dass von diesem Entscheid gewaltige Signalwirkung ausgehen würde, war die Wurschtigkeit stärker, als der Wille dort zu sprechen, wo man auch GEHÖRT wird. Also, worüber beklagen wir uns?

Schaffen wir Alternativen. Rauchen wir unser Pfeifchen mal auf der stillen Bank im Wald, ordnen unsere Gedanken. Das klappt dort viel besser, als in der lärmenden Kneipe. Treffen wir uns mit Gleichgesinnten privat, machen wir "Pfeifenklatsch". Lecker Bierchen und Frikadelle geht da auch! Hören wir endlich auf, uns selber mutlos zu quatschen! Beraten wir uns stattdessen lieber, wie der längst notwendige Widerstand aussehen könnte, den es zu organisieren gilt. Geniessen wir die Pfeife... nie waren die Bedingungen besser.... vorausgesetzt, man erkennt sie. Die Intertabac 2012 scheint das schon getan zu haben!

Einen Bericht von der Messe gibt es hier:




Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Hi Ralf, wahre Worte! Da sollten wirklich einige mal drüber nachdenken!

    LG
    Tobias

    AntwortenLöschen
  2. Hi Ralf, deine Ausführung über die Jammerer, die den Fachhandel, aufgrund des Internets, aussterben sehen ist schon amüsant. Erst gestern habe ich mich, auf der Suche nach einer günstigen Pfeife aus dem Hause Vauen, in mein Fachgeschäft in Paderborn begeben. Ich fand dort die Pfeife meiner Wahl und durfte zu meiner Freude feststellen, dass dieses Modell dort günstiger als im Internet angeboten wurde. Also: Häufiger mal in den Tabakladen schauen! Es kann einen überraschen, was man dort so alles findet

    AntwortenLöschen