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Dienstag, 7. August 2012

Cornell & Diehl - Junkyard Dawg

Mein Appetit auf eng­li­sche Blends war jah­re­lang etwas ver­schüt­tet gewe­sen; der „Junkyard Dawg“ hat meine Liebe neu ent­facht. Eine fast ver­ges­sene Dose aus der Zeit, als es die Cornell & Diehl Tabake in Deutschland zu kau­fen gab (das war 2009!) war­tete seit Längerem dar­auf, geöff­net zu wer­den. Und so habe ich es gewagt und diese Spezialität dem Rauchgott geop­fert…


Das gleich zu Beginn: es lohnte sich! Der Tabak sieht zwar unkon­ven­tio­nell aus: grob geris­se­nes Virginiablatt, kleine Krümel Latakia und braung­raue Sprengsel Burley verströ­men einen betö­ren­den Duft nach naturbe­las­se­nem Rauchkraut. Wenn man die Virginiablätter etwas zer­klei­nert lässt sich der Tabak pro­blem­los in Pfeifen aller Größen stop­fen. Nicht zu fest, da der Tabak zum Glimmen etwas Luft benö­tigt aber auch nicht zu locker, damit er nicht zu schnell abbrennt.

Von Beginn an wird die Zunge von einer zar­ten Süße des Virginias umschmei­chelt, die durch den genau rich­ti­gen Anteil Latakia gewürzt wird. Der Tabak ist leicht und auch nicht reich an Nikotin. Aber sein Geschmack – den ich “span­nend” nen­nen möchte – macht das mehr als wett. Nicht, dass der Tabak bei jedem Zug anders schmeckt – er ist aus­ge­wo­gen und gleich­blei­bend vom ers­ten bis zum letz­ten Zug – aber er über­rascht bei jedem Zug auf Neue. Wie kann ein so (natur)süßer Tabak so gut har­mo­nie­ren mit der rau­chi­gen Würze des Latakias? Hier ist den Blendern von C&D wirk­lich ein meis­ter­haf­ter Wurf gelun­gen. Das lange Lagern hat dem Tabak ver­mut­lich auch gut getan (was sich ja nicht von allen Tabaken sagen lässt).

Ich habe den Tabak fast immer ohne Filter geraucht; einige Male mit Meerschaumfiltern, die dem Tabak etwas an Spritzigkeit und Aromafülle neh­men – aber noch genü­gend von dem ursprüng­li­chen Geschmack belas­sen. Wenn der Tabak nach zwei, drei Feuerzeugeinsätzen glimmt bemerkt man sein Ausgehen nur daran, dass er ein­fach aus ist. Da mel­det sich nichts Dumpfes, Nass-Saueres vor dem Ende, wie es man­che Engländer an sich haben. Der Tabak ist ein­fach aus. (Punkt)

Fazit:
Ein her­vor­ra­gen­des Kraut, das mir selbst bei Hitze schmeckt. Wie gut muss der Tabak erst mun­den, wenn die Herbstnebel über die Felder zie­hen? Immerhin: bei 30 Grad im Hamburger Hafen war es zu ahnen.

Eine unein­ge­schränkte Empfehlung bekommt der “Hund vom Schrottplatz” auf jeden Fall von mir; obwohl er  in Deutschland kaum erhält­lich ist.


Autor: Nic Frank

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