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Dienstag, 21. August 2012

Pfeifenmacher: Peter Lehmann (Freehands)

In einem Ortsteil von Colditz in Sachsen, nämlich in Zschadrass, befinden sich die Lehmannsche Werkstätten. Dort betreibt Karl-Peter Lehmann seit einigen Jahren, zusammen mit seiner Frau, einen inzwischen recht gewachsenen Kunstbetrieb. Hier entstehen die über die Grenzen hinaus bekannten Engel (mit den Merkmalen der alten Erzgebirgslichterengel), Spielzeuge und sonstige Unikate aus Holz, aber und vor allen Dingen auch Tabakpfeifen.

Peter Lehmann ist Diplom-Ingenieur, ausgebildeter Schlosser und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Abteilungsleiter im Umweltamt der Stadtverwaltung Leipzig. Im Jahr 2003 trat Peter Lehmann in den Ruhestand und findet seit dem die Zeit und die Muße, fast schon regelmäßig Pfeifen zu fertigen. Klaus Billerbeck aus Hamburg hat ihn vor Jahren angeleitet und inspiriert.

Der Macher war schon immer ein Mann der „klaren Worte“, schnell weiß man, woran man bei ihm ist. Peter Lehmann macht kein Geheimnis daraus, dass er keineswegs das Ziel verfolgt, in der Szene als ein Kunsthandwerker angesehen zu werden, der für äußerst filigrane Arbeiten an der Pfeife bekannt ist und dadurch hervor sticht. Geprägt von reichlich persönlicher Lebenserfahrung sind Lehmann-Pfeifen, stellenweise mutige, Rauchgeräte und Freehands, die sich JEDER leisten kann, wenn er möchte. 

Jogi Edition aus Olivenholz mit Gold-Appli einer Verflossenen :-)
 
Obwohl Lehmann wohl schon einige hundert Pfeifen gefertigt hat und in seiner Werkstatt nie Stillstand herrscht, findet man im Grunde genommen kein vorrätiges Sortiment an Pfeifen. In der Szene bekannt wurde der Macher vor allen Dingen damit, dass er versucht, Wünsche zu erfüllen, und seien sie noch so abstrus, und so Ideen von Kunden umzusetzen. Möchte man also etwas Besonderes, etwas ganz anderes in seiner Formgebung, hat man eine Vorstellung oder Vision, so ist Peter Lehmann DER Ansprechpartner. Es entstehen Pfeifen aus eigenen Zeichnungen, persönlichen, meist telefonischen, Beratungen. Selten hat man so engen Kontakt zu einem Pfeifenmacher, der einem SEINE persönliche Pfeife fertigt. Es genügt, über die Website Kontakt aufzunehmen, eine Antwort ist garantiert.

Pickaxe aus Bruyere

Pickaxe aus Mooreiche

Darüber hinaus ist Peter Lehmann sehr am historischen Pfeifenbau interessiert. Die Geschichte der Pfeife, vor allen Dingen aber auch die seiner Materialien, sind ein Spezialgebiet von ihm. Lest mal seinen Blog.

Marking: Alle Pfeifen werden mit PL von Hand gemarkt.

Mundstücke: In der Regel aus Ebonit oder Acryl, aber auch Bernsteinspitzen kommen zum Einsatz

Lesepfeife aus der Reihe "Die sächsischen Könige" mit Bernsteinspitze

Holz: Lehmann fertigt natürlich zumeist aus Bruyere, aber auch aus Olive, Mooreiche und Meerschaum. Er beschäftigt sich zudem sehr intensiv mit weiteren Holzarten und deren Geeignetheit für den Pfeifenbau.

Applikationen: Meist nur auf eigenem Wunsch, Material ist fast alles möglich

Filter: Ob mFi oder oFi spielt keine Rolle, je nach Wunsch

Preise: Zwischen € 80,- und € 150,-, je nach Aufwand und verwendeten Materialien

Eine persönliche Anmerkung werde ich mir an dieser Stelle erlauben: Peter Lehmann ist ein sehr sozialer Mensch, er ist sehr hilfsbereit und hat mit Teilen seines Kundenstammes persönliche Freundschaften geschlossen. Wer mal in der Nähe der Lehmannsche Werkstätten ist, sollte es nicht versäumen, den Macher persönlich kennen zu lernen (mit Voranmeldung natürlich!!!), evtl. an dem regelmäßig stattfindenden, von ihm mit initiierten Pfeifenstammtisch teilzunehmen, bei dem es IMMER recht zünftig zu geht. Gastfreundschaft ist etwas, was Peter Lehmann lebt!




Copyright: René Lehmann

Copyright: René Lehmann

Copyright: René Lehmann

Copyright: René Lehmann


Autor: Ralf Ruhenstroth

Kommentare:

  1. Liebster Jogi!
    Ich danke Dir für diesen persönlichen bericht, der genau beschreibt wie mein Namensvetter tickt und arbeitet. Respekt und weiterhin viel Freude mit Deinen lehmanns.
    Dein René

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  2. ich habe in der bucht vom pfeifenstammtisch(wusste nicht,dass lehmann etwas damit zu tun hat)eine neue limitierte pfeife nr. 4 der serie-70 jahre
    gekauft.das was ich bekam,versetzte mich zurück in meine schulzeit,in der knaben im fach werken das arbeiten mit holz lernen.ich fand eine schlecht geschliffene pfeife,an der man noch spuren der schleifmaschine sah,schlampige einmalige grauschwarze beizung,ungeschliffenes holmende,eine lachhaft aufgetragene einrauchfarbe?-keine paste!einen blechring als abschluss,den ein bauspengler angebracht haben muss und die schlechteste ver
    schachtelung,die ich in 50 jahren pfeifenumgang
    und einer sammlung von ca 1000 pfeifen gesehen
    habe,diese pfeife hat nicht ein lehrling sondern der gärtner gemacht.das erstaunliche an der sache ist,dass das gute stück eine jubileumspfeife für" 70 jahre+ 70 pfeifen", ist
    quasi eine visitenkarte. na ja....
    keine kaufempfehlung
    wolfgang

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    1. Hallo es gibt ja gute und schlechte Pfeifen. Den Beruf der Bauspenglerei in allen Ehren, aber hingt der Vergleich nicht etwas? Es ist schade, dass die Qualität der Pfeifen nicht so überragend ist.

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  3. Obwohl ich Deine Wortwahl etwas drastisch finde (Gärtner), muss
    ich in der Sache zustimmen. Bei der von mir im Juni 2007 bestellten
    Rallipot stimmt auch einiges nicht. Ähnlich: Verschachtelung, Mundstück schief, Kopfbohrung nicht tief genug, dahertrifft der Rauchkanal nicht den Boden der Rauchkammer, Oberflächen wurden an mehreren Stellen mit der Feile bearbeitet und nicht nachgeschliffen, und überhaupt hatte ich eine in Größe Normal bestellt und erhielt eine Große...
    Ich nehme das jetzt so wie es ist. Eine individuell nach meinen Vorstellungen gefertigtete Pfeife zu d e m Preis hat dann eben ihre Macken und die gehören
    in diesem Fall halt mit zum Produkt.
    In diesem Sinne: Cool bleiben, sonst wird die Pfeife heiß!
    Michael

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