Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Freitag, 3. August 2012

Pfeifenarchäologie - Zeitgeschichte, die man rauchen kann

Ein "Pirschgang" bei ebay, ein Bummel im Netz, stöbern bei Trödelläden und -märkten... und liebe Freunde, die wissen, dass man diesen "Spleen" hat. All das sind Möglichkeiten, zum Pfeifenarchäologen zu werden.

Oft versteckt, zufällig finden sich Pfeifen, die einen schönen Einblick in die Vergangenheit ermöglichen. "Epoche machende" Erfindungen, die sang-und klanglos verschwanden, skurile Ideen, altes Pfeifenhandwerk - zum Teil sogar ungeraucht.

Der Einblick in die Zeiten, die Lösungsansätze für seinerzeit aktuelle Probleme, die Anpassung an den jeweiligen Zeitgeist... das kann ungeheuer spannend sein!

Zum Beispiel diese Büttner-Pfeife von 1928:



Ein echter Zeitzeuge aus damaligen "Hightech"-Materialien, nämlich Bakelite und Kautschuk. Wer sich für dieses Modell näher interessiert, kann ja HIER mal reinschauen:


Diese Pfeife kam in neuem Zustand zu mir... doch, die Neugier siegte über den Wunsch, diesen Zustand zu erhalten. Ich habe sie geraucht... und sie schmeckt gar nicht schlecht. Faszinierender ist aber der enorme Entwicklungsaufwand für dieses "Hightech-Gerät" der späten 20er.

Ebenfalls interessant ist die immer wiederkehrende Idee der "Frischluftzufuhr" beim Rauchen. In den 70ern sogar mit großformatigen Zeitungsanzeigen beworben: Die Lindströms!



Über deren Herkunft lassen sich nur Mutmaßungen anstellen, spannend ist ihre, zum Teil mutige Oberflächengestaltung und der verdrehbare "Zugring". Wer mehr wissen möchte:


Eine Variante aus den 80ern stammt aus Ohio. Die dort viel beworbene "Aerosphere" von Duncan Hill LTD. (?)


Dieses Exemplar ist immer noch ungeraucht, verfügt ebenfalls über ein, nicht verstellbares, "Nebenluft-System" und eine sehr klassische Form. Bei dieser Pfeife handelt es sich um ein "Ersttags-Exemplar" mit Poststempel, Urkunde und Co. Typisches, mächtiges "Werbe-Brimborium" der 80er.



Meinen lieben Freunden Peter und Bernd verdanke ich einen echten "Schatz". Diese VAUEN-Pfeifen stammen aus den 20er-30er Jahren.



Sie waren allesamt ungeraucht, stammen aus einer eingelagerten Geschäftsauflösung und fanden im originalen "Theken-Display" samt "Aufklärungs-Broschüre" zu mir.

Besonders interessant: Alle verfügen über eine im Boden eingesetzte Metall-Platte mit Mittelzugloch und über Filterung! Gut, sie sind kein Paradebeispiel für Kittfreiheit, rauchen sich aber wunderbar und das Mittelzugloch hat sich als ideal für Flakes erwiesen. Es ist immer wieder ein schöner Nostalgie-Trip, sie zu rauchen!

Nähere Infos dazu hier:


Man sieht, es lohnt sich mal ein wenig zu stöbern, zu "graben", aufmerksam zu lesen und zu schauen. Besondere Stücke finden sich immer wieder. Sie nur zu sammeln wäre zu schade. Gerade beim Rauchen eröffnen sich Einblicke in die Entwicklung der Pfeifen, die einmalig sind.

...und es ist nicht einmal ein teurer Spaß!


Autor: Ralf Dings

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen