Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Donnerstag, 19. Juli 2012

Sind € 200,- nichts??

Versuchen Sie sich doch bitte mal vorzustellen, wie lange Sie für 200 € netto arbeiten müssen. Und? Ganz ordentlich, was da an Arbeit, Zeit und Verantwortung zusammen kommt, bis diese Summe unterm Strich steht, oder?

Wieso geben einem einige deutsche Pfeifenmacher (darunter auch etliche Nachwuchs-Bauer) dann das Gefühl, diese Summe sei nur ein Taschengeld? Da werden einem, mit sicherem Lächeln, Summen von 300, 500, 600 € um die Ohren gehauen... mit der arroganten Gewissheit, dass wir das schon schlucken. Tun wir das?... und, wenn ja, warum?

Verstehen wir uns nicht falsch. Ich will Freehands nicht über den Preis definieren- , das ist sicher der falsche Weg. Jedem muss freigestellt bleiben, was ihm erstklassigste Materialien, perfekte Verarbeitung und... ja, auch der "richtige" Stempel wert sind.

Ziehen wir aber mal "Image" und aufgeplusterte Show ab, verbleibt der Pfeifenbau als Handwerk. Wenn ich vom Kunst- oder Goldschmied etwas anfertigen lasse, erwarte ich auch eine Aufstellung der Materialien, einen Nachweis der Kosten, die ich dann kritisch überprüfe... oder zumindest plausible Erklärungen zum Preis!

Warum sind wir als Pfeifenraucher dann so anders ?

Da bekommen wir das Argument geliefert, dass unter einer "bestimmten" Summe (nehmen wir ruhig die 200 €) gute Qualität gar nicht möglich ist. Eine freie Erfindung... wie die Bilder dieses Artikels beweisen. KEINE dieser Pfeifen hat diese Preisgrenze überschritten.... und alle sind hervorragende „Werkzeuge“ mit Stil und Schönheit... von wirklich guten Machern!

Oftmals ist es einfach so, dass nach der Devise gehandelt wird: "Verlange soviel du willst - irgendein Depp wird es schon zahlen!"... und oft klappt es auch. Da teilt ein Nachwuchsmann im Brustton der Überzeugung mit: "Tja, ICH könnte mir meine Pfeifen auch nicht leisten!"; da raunzt ein Etablierter: "Na und? Wenn die Deutschen sich meine Pfeifen nicht leisten können, dann kaufen die Japaner eben die Dinger!"

Da werden hinter den Kulissen die Preise künstlich hochgeschraubt und -gehalten und wer ausschert, einfach zu bezahlbareren Preisen anbieten möchte, wird gemobbt und von der "Gemeinschaft" unter Druck gesetzt. ...und wir sollen diese Arroganz abnicken, dieses "Sektengehabe" lächelnd tolerieren? Wohlgemerkt, hier ist von Pfeifenmachern die Rede, bei denen ich auch DIREKT kaufen kann.

Einige Händler haben bereits zu spüren bekommen, dass ihre künstlich aufgeblasenen Mondpreise nicht mehr einfach nur geschluckt werden... wie das kürzliche Desaster eines bayerischen Händlers beweist, der die „Kunstwerke“ eines deutschen Machers letztlich "rausramschen" musste, um sie überhaupt an Frau und Mann zu bringen.

Nein, ich will keine "Revolution". Ich möchte nur dazu auffordern, kritischer zu sein, das "Preis-Leistungs-Verhältnis" nicht aus den Augen zu verlieren... auch und gerade, weil Pfeife Leidenschaft ist. Leidenschaft, die sich auch Normalverdiener noch leisten können sollten!

Nicht vergessen: WIR, als Kunden, machen letztlich die Preise! ...und wir arbeiten zunehmend nicht gerade weniger für unser Geld.

Reinhart Wolter

Reinhart Wolter

Volker Bier

Volker Bier

Maike Paeßens

Peter Lehmann

Claas Roßmann

Tommi Teichmann

Jürgen Börner





Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. DAUMEN HOCH!!! Zum Glück beweisen uns einige das es auch anders geht !!!!

    AntwortenLöschen
  2. Wenn man sich die gezeigten Pfeifen so anschaut, dann ist da eine dabei, deren Urheberin sich inzwischen heftig dagegen wehrt, mit dem Etikett "Pfeifenmacherin" versehen zu werden. Kein Wunder bei einem Gesamtwerk, dessen Stückzahl noch einstellig ist... ;-)

    Zu der These des Artikels: Eine "echte" Handmade, also auch mit vollständig handgefertigtem Mundstück, muss mE wenigstens 150 bis 160 Euro kosten, wenn sie auch nur annähernd einen fairen Gegenwert erzielen soll. Immer unter der Voraussetzung, dass sie handwerklich in Ordnung ist - also wenigstens so gut wie eine Stanwell...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, ich kenne die Macherin persönlich recht gut und weiss, dass sie sich gegen den "Titel" noch sträubt.:-)
      Doch, ich gestehe ihn ihr bereits zu...denn sie hat, was man braucht: Passion, Leidenschaft und Talent.
      Mehr Pfeifen werden bald kommen- und begeistern.
      Bei der "Hausnummer" und dem Qualitätsanspruch kann ich nur nicken...da sind wir uns einig.

      Lieben Gruß, RALF

      Löschen
  3. Hallo Ralf
    Gut und treffend anlysiert und niedergeschrieben. "Handwerk" soll seinen Preis haben- aber der soll in jedem Fall vom Kunden detailiert nachvollziehbar sein. Auch sollte wie bei jeder anderen Handwerkerleistung immer hinterfragt werden, wenn utopische Summen angesagt sind, wie sich diese (Materialkosten, Nebenkosten, Arbeitszeit) zusammensetzen.

    liebe Grüße
    Peter Lehmann

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Ralf,

    110% Zustimmung! Ich habe mich auch schon öfters über den einen oder anderen Hobbyschnitzer gewundert, der glaubt eine Pfeife für 200 und mehr Euro anbieten zu können, die weder durch Maserung noch durch Formsprache oder handwerkliche Finesse beeindruckt.
    Letztlich schaden solche Leute glaub ich dennoch nur sich selbst. Denn Käufer, die mehr als 200 Euro ausgeben wollen, greifen dann wahrscheinlich doch lieber zu Werken von renomierteren Pfeifenmachern wie Winslow (den ich aber auch für überteuert halte).
    Was mich auch ärgert, ist wenn Pfeifenmacher auf ihren Websites überhaupt keinen Anhaltspunkt geben, wieviel die Stücke in etwa kosten.

    lg Max

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Ralf, du hast es auf den Punkt gebracht;-) Auch ich möchte das eine und andere dazu sagen: 200 Euro sind ne Menge Kohle! Ich selbst habe noch keine 200 Euro bezahlt. Ich versuche mich an Preise zu halten, die ich selber bereit bin zu bezahlen. Du weisst vovon ich rede;-) Am Anfang habe ich erst Mundstückrohlinge verwendet, und sie in Form so verändert das sie zur Pfeife passen. Ich bin jetzt dran Handcut Mundstücke zu fertigen. Weil doch Form und Farbe nur sehr begrenzt auszuwählen sind? für die Shaps die ich bauen möchte kann man halt nur Handcut Mundstücke verwenden. Doch auch damit werden meine Pfeifen die 200er Marke nicht überschreiten..! Russ Claas

    AntwortenLöschen
  6. Liebster Ralf!
    Du hast absolut ins Schwarze getroffen. Es muß halt auch so etwas wie Nachvollziehbarkeit existieren und dann wird man sehen ob die Schallmauer auch mal durchbrochen werden kann ( als Käufer ).Man darf ja auch nie vergessen, daß die Profiliga von ihren handwerklichen Produkten eine Menge Kosten abdecken muß und dies trifft auf die Hobbywerker nicht zu, so daß man auch mal etwas preiswerter sein dürfte ;).
    Aber , zum Glück können wir uns ja im Rahmen bewegen und trotzdem Freude mit unseren Kunstwerken haben.
    Alles Liebe wünscht Euch
    Dein / Euer René

    AntwortenLöschen
  7. Jede Arbeit ist ihren Preis wert. Materialien und Gerätschaften, Versicherungen und Räumlichkeiten und natürlich der Lohn haben ihren Preis. 200 € sind in der Autowerkstatt gerade mal 3 Stunden Arbeit! Klingelt es jetzt?

    AntwortenLöschen
  8. Nun, dann würde ich mir mal die tatsächlichen Kosten der Autowerkstatt so Pi mal Daumen errechnen und einen Blick auf den, evtl. leicht überzogenen Gewinn des Ladens werfen...und das würde ich auch bei einigen Pfeifenmachern
    tun. Klingelt es jetzt?

    Beste Grüße, RALF

    AntwortenLöschen
  9. Hi Ralf,

    ich kenne keinen, der mit einer Autowerkstatt reich geworden wäre. Der Mechaniker selbst verdient natürlich einen anderen Stundenlohn, aber da kommen noch die Kosten für die Werkzeuge bis zur Hebebühne dazu, Miete, Strom und Kosten für übriges Personal dazu, und zum Schluss noch Umsatzsteuer.
    Nehmen wir den Pfeifenmacher, hat er die Materialkosten, sagen wir 50 Euro für eine ordentliche Kantel und einen Stangenrohling. Dann Kosten für Schleifbänder, Abschreibung von Drehbank, Werkzeugen etc. und nicht zu vergessen den Strom. Summasummarum sagen wir nochmal 50 Euro. Nehmen wir 8-10 Stunden für eine Pfeife an, so sind wir bei 200 Euro Endpreis bei knapp 10 Euro Stundenlohn. Dafür mache ich in meinem Job nicht mal den kleinen Finger krumm. Aber beim Verkauf kommt noch die Umstazsteuer vom 20% dazu, d.h. er muss um noch weniger arbeiten, oder du zahlst 240 Euro. Kommt dann noch ein Zwischenhändler ins Spiel, bist du bei über 400 Euro (100% Aufschlag sind branchenüblich), aber der Pfeifenmacher ist immer noch ein armer Schlucker. Deswegen bin ich kein Pfeifenmacher...weil ich es mir nicht leisten kann. ;)

    Viele Grüße,
    Peter

    AntwortenLöschen
  10. Hallo Peter,

    nun, da ich in der KFZ-Branche selbstständig bin, könnte ich Dir eine Menge "haarstäubender" Kalkulationen als Beispiel bringen, zumal "reich werden"
    ja relativ ist. Doch, zum Thema:
    Ich wies ja im Text ausdrücklich darauf hin, dass es um Pfeifenmacher geht, bei denen
    ich DIREKT kaufen kann. Die, teils unverschämten Handelsspannen der Händler sind mir
    bekannt. Diese "Preisverdopplung" scheidet also schon einmal aus.
    Ein Kleinunternehmer bis zum Umsatz von 17500 € ist nicht zur Abführung der Umsatzsteuer verpflichtet. Er muss allerdings seinen zusätzlichen Gewinn (investitionsbereinigt) bei der privaten Einkommenssteuer angeben. Inwieweit das passiert, lasse ich mal dahin gestellt.
    Das Lohnniveau in Deutschland ist beachtlich gesunken. Ich gönne Dir von Herzen einen guten Verdienst- der ist nur lange nicht mehr die Regel...und die Gretchenfrage ist doch, ob sich Pfeifenfans ( VIELE davon arbeiten inzwischen für 10 € oder weniger) die angebotenen Pfeifen noch leisten können- und nicht die Frage, ob sich der Macher nach SEINEN Vorstellungen angemessen bezahlt fühlt.
    Die "böse Asien-Äusserung" in meinem Text stammt von einem etablierten "Avantgardisten", der (und das entstammt nicht den Gerüchten) eine Pfeife auch öfter mal in 2-3 Stunden fertig hat...dafür aber gern mal 100-150 € vom Händler bekommt. 30-50 € Stundenlohn finde ich nicht schlecht.
    ...und für die jungen, aufstrebenden Talente gilt für mich ganz klar: Lehrlinge bekommen keinen Meisterlohn. Wer ins Geschäft will, muss investieren. So sind nun mal die Spielregeln der freien Marktwirtschaft.
    Letzlich regeln aber Angebot und Nachfrage den Markt. Niemand ist gezwungen, zu bestimmten Preisen zu verkaufen. Das ist ok...war aber auch nicht der Grund für diesen Artikel.
    Liebe Grüße, RALF

    AntwortenLöschen
  11. Pfeifenbau mit Kostenwahrer Kalkulation?
    Ich finde die Preise für Handgefertigte Pfeifen generell zu niedrig!
    Niemand der in Deutschland oder Österreich Selbständig als Handwerker arbeitet, kann eine vernünftige Kostenwahre Kalkulation unter einem Betrag von 40-50 Euro pro Stunde erstellen. Bei unseren Standards mit den Steuern sowie Sozial und Pensionsversicherungen ist das nicht wirklich möglich. Als simple Milchmädchenrechnung gilt noch immer der Grundsatz „ Was du netto verdienen willst, musst du mit 2,5 multiplizieren um den Mindestumsatz dafür zu errechnen.“ Diese Rechnung wird ganz klar gesagt nicht immer anwendbar sein, aber sie kommt ganz gut an die Realität ran.
    Abgesehen von den Materialkosten auf die ein Kaufmännisch korrekter Materialaufschlag von mindestens 100% gesetzt werden muss, dauert die Herstellung einer Handgefertigten Pfeife zu mindestens ab 3 Stunden Aufwärts.
    Rechnen wir also € 50 für die Kantel, 3 € fürs Mundstück plus drei Arbeitsstunden zu je € 40 kostet die unterste Kategorie der Handgefertigten Pfeifen ab € 173,00.
    Wie viele Pfeifen verkauft ein Pfeifenbauer im Monat? 5 oder 30?
    Wenn er fünf im Monat verkauft dann ist es eh wurscht dann fällt seine Betrieb und „Hobby“.
    Sollte er dreißig Pfeifen um € 173 verkaufen dann fällt er nicht mehr unter die Kleingewerberegelung.
    Mit dreißig Pfeifen würde er einen Umsatz von € 5190 machen und ca. 2/3 an Miete, Material, Werkzeug, Abgaben und Steuervorauszahlungen an den Fiskus und Sozialversicherung davon abgeben müssen.
    Es würden ihm also € 1730 netto für 160 Arbeitsstunden im Monat überbleiben. Klingt gut oder?
    In Relation gestellt: Aufwand €5190 Gewinn € 1730!!! Netto Stundenlohn € 10,81
    Das ist mehr als absurd und die Realität sieht leider anders aus. Neben der Materialbeschaffung die ordentlich viel Geld kostet wissen wir, wie viele Stücke davon unbrauchbar sind weil sie garstige Einschlüsse haben. Die Kosten für Ausstellungen, Messen oder Händlerspannen lass ich jetzt mal außen vor. Die Arbeitszeit für unbrauchbare Stücke wird sicher nicht mit Einkalkuliert. Das bedeutet der Pfeifenbauer versklavt sich selbst zum Wohle der Pfeifenraucher denen schon € 200 für eine Handgefertigte Pfeife zu viel sind und arbeitet viel eher für € 3 -5 und nicht für € 10,81.
    Wir sollten den Pfeifenbauern unseren Respekt vor ihrer Leistung nicht nur mit wohlgemeinten Worten, sondern auch mit Wertschätzung in Form von Geld offenbaren.
    -Andreas Neubauer-

    AntwortenLöschen
  12. Lieber Herr Neubauer,
    eine sicher ehrenwerte Kalkulation, die in einem Land, in dem JEDE Arbeit angemessen bezahlt würde sicher ihre Berechtigung hätte und hat. Doch, da liegt das Problem der Realität. Wenn ich meine, selbstständige Handwerksarbeit (Fahrzeugreinigungen, Ölwechsel, Räderwechsel u.ä.) nach diesem System kalkulieren würde, stände ich längst in einer Werkstatt ohne Kunden. Weil das allgemeine Lohn-und Abgabenniveau die Summen, die für nicht lebensnotwendige Dinge verbleiben, immer mehr reduziert.
    Jenseits der auch von mir verabscheuten "Geiz ist geil-Mentalität" bleibt vielen Leuten schlicht nicht genug im Säckel, um "Wertschätzung in Form von Geld zu offenbaren".
    Ich wäre übrigens mit rund 1700€ netto für 160 Stunden Arbeit mehr, als zufrieden...wenn ich sie denn erzielen könnte.
    Ein Hauptkritik-Punkt meines Artikels sind die Nachwuchs-Leute, die sich schon zu Beginn ihrer Entwicklung ein Beispiel an den Preisen etablierter Leute nehmen.Verfolge ich den marktwirtschaftlichen Tenor Ihres Kommentares, darf man sagen, dass DER, der erfolgreich in einen Markt will, erst einmal investieren muss.Sprich, sich zunächst einmal durch günstige Einstandspreise interessant machen muss, damit der ( so leichter zu überzeugende) Konsument erst einmal kauft und in Händen hält, wovon er sich dann überzeugen kann. So läuft das Spiel nun mal...und die Youngster, die sich daran gehalten haben und halten, haben es nicht bereut. Während die Anderen zum Teil ordentliche Bauchlandungen hingelegt haben.Die Gruppe von Pfeifenmachern, auf die sie anspielen ( ich sage mal nur 50€ für eine Rohkantel!) hat sicher keine Probleme, ihre Preise am Markt durchzusetzen. Es gibt ja zum Glück auch noch etliche Menschen, die 1700€ netto im Monat für witzig wenig halten. Doch das Gros der Macher wird eher in Schönheit sterben, als Menschen solche Form der Kalkulation zu erklären, die diese Preise schlicht nicht zahlen KÖNNEN.
    Wenn ich eine Pfeife möchte, weiss ich, welche Macher ich darauf anspreche. Ich frage den Macher, ob er für das Geld, was ich erübrigen kann, arbeiten möchte und kann- ohne, dass ich dabei ein schlechtes Gewissen haben muss. Nickt er, sind wir im Geschäft. Lehnt er ab, trennen wir uns lächelnd und in Freundschaft.Bislang funktioniert das grossartig.
    Gelingt mir das nicht mehr, wechsle ich ohne Probleme und Image-Verlust zur höherwertigen Fabrikationspfeife.
    Nicht, weil ich die Macher nicht wertschätze, weil ich sie mir einfach nicht mehr leisten kann...auch das eine Konsequenz des Rechenschiebers.
    Liebe Grüße, RALF

    AntwortenLöschen
  13. Lieber Ralf!
    Du hast natürlich vollkommen recht und deiner Analyse ist Grundsätzlich nichts hinzuzufügen den sie trifft den Nagel genau auf den Kopf.
    Deine Methode: Ich frage den Macher, ob er für das Geld, was ich erübrigen kann, arbeiten möchte und kann- ohne, dass ich dabei ein schlechtes Gewissen haben muss. Nickt er, sind wir im Geschäft. Lehnt er ab, trennen wir uns lächelnd und in Freundschaft. Bislang funktioniert das großartig – finde vollkommen legitim und fair, aber wenn ich den Satz weiter denke ist es ein doch ein wenig „unfair“ denn die anderen Kunden „wittern“ natürlich auch den Braten und bringen den Macher ebenfalls dazu günstiger zu arbeiten, obwohl sie sich seine Dienstleistung sehr wohl leisten könnten. Das wiederum hat zur Folge dass der Macher seine Preise nie wirklich auf eine höhere Ebene bringen kann. Ich kenne das aus meiner Branche dem Gitarrenbau, da tummeln sich mittlerweile hunderte Newcomer und unterbieten sich gegenseitig das die Tür nicht mehr zugeht.
    Am Ende bleiben die Etablierten Leute dabei oft auf der Strecke, weil die gar nicht mehr für 20 – 30 Euro arbeiten können und wenn der Kunde erst mal gemerkt hat das er eine ähnliche oder sogar die gleiche Qualität um die Hälfte bekommt, ist die lange erarbeitete Kundenbindung mit Beratung und Service seitens des Kunden schon vergessen. Ob derjenige dann Steuern zahlt oder überhaupt nur eine „Edelfirma“ darstellt ist den Kunden dann egal. Da wären wir dann bei deiner von dir angesprochenen “ Geiz ist Geil“ Mentalität die uns vielleicht ALLE über kurz oder lang an den Punkt bringt, wo es keinen Sinn mehr macht irgendetwas zu Produzieren oder überhaupt arbeiten zu gehen, weil es eh nix Wert ist.
    Auf Dauer kann niemand hohe Qualität zum kleinen Preis liefern, es sei denn er macht das als Hobby oder hat eine Frau die gut verdient.
    Der Spruch: „Niemand soll Leiden für die Kunst, aber wer nicht genug verdient leidet allemal“ trifft genau in die Mitte.
    Das worauf es bei den „Newcomern“ für mich persönlich wirklich ankommt ist, ob er für den Preis den er sich vorstellt egal wie hoch er ist auch die entsprechende Qualität abliefern kann. Kann er es nicht wird er mir nichts verkaufen. Von „Hochdienen“ halte ich nicht so viel denn die alte Weisheit „Wer kann, der kann“ gilt nach wie vor.
    By the way, ich kenne all deine Videos und ich steh auf jedes einzelne davon. Ich mag einfach deinen Stil.
    Liebe Grüße aus Wien,
    Andreas

    AntwortenLöschen
  14. Lieber Andreas,
    ich denke, wenn wir das in Ruhe ausdiskutieren würden, kämen wir beinahe am gleichen Punkt heraus-bis auf die vielleicht unterschiedliche Sicht von Teilaspekten.Ich selbst kann es auch nicht als befriedigend empfinden, wenn ich meine Leistung verschenken soll. Das wollte ich mit dem Artikel aber auch nicht einfordern. Es sind spezielle Dinge, die mich genervt reagieren lassen.Da gibt es zum Beispiel einen Star unter den Etablierten, der durch seine Oberflächentechnik sogar noch Schwämmhölzchen zu Kunstwerken machen kann. Da braucht es kein gutes Holz, da höre ich von Fertigungszeiten im Akkord-Bereich...und er erwartet trotzdem, dass man mehrere Hunderter als Kaufpreis auch noch ernst nimmt. Da gibt es Leute, deren Pfeifen ich für die seinerzeit aufgerufenen Summen richtig gut fand. Jetzt, wo die Preise beinahe verdoppelt sind, kann ich diese Meinung nicht aufrecht erhalten. Da frage ich bei einem Youngster ernsthaft interessiert nach den Gründen für seine Preise und deute an, sie für etwas zu hoch zu halten...und muss mich dann mit einem Schnösel-Spruch (siehe Artikel) abspeisen lassen. Das sind Dinge, die die evtl. sogar gebotene Preispolitik nicht gerade erklären helfen. Gänzlich anderer Meinung bin ich beim hochdienen. DAS muss sich der Macher bei mir durchaus. Weil ich erst weiss, was er kann, wenn ich seine Pfeife geraucht habe. Ich bin halt ein wenig anders gepolt- mir fällt ein Spot nur auf, wenn man ihn mir zeigt...weil er mich nicht interessiert. Ausschlaggebend, ob ich von einem Macher mehr als eine Pfeife kaufe, ist für mich ausschliesslich die Rauchbarkeit. Daher kaufe ich bei einem Newcomer die Katze im Sack...und für die gebe ich nur begrenzt Geld aus.
    Über mit Machern ausgehandelte Preise gebe ich übrigens niemals Auskunft...das sollte man generell so handhaben.
    Ein Problem habe ich an der Stelle, wo ich anderweitig gleich gute Qualität zu geringerem Preis bekommen kann. Ist die Qualität wirklich gleich, wechsle ich natürlich zum preiswerteren Anbieter. Das diktiert mir aber wiederum mein Konto. Aus welchen Gründen es sich die Person leisten kann, zu geringerem Preis anzubieten, ist für mich ( durch den Sachzwang) nur von sekundärem Interesse.

    Das wir letztlich auf dem Pfeifensektor das gleiche Problem haben, wie in vielen Branchen auch, ist mir klar. Es wird immer schwieriger, als kleiner Dienstleister und/oder Handwerker von seinem Geschäft zu leben. Ich sehe also auch durchaus den Sinn und die Richtigkeit Deiner Forderungen...ich kann ihnen aber nicht entsprechen, weil ich unter den gleichen Problemen leide.
    Schön finde ich, dass wir als erwachsene Menschen ohne Stress unsere Meinungen austauschen können. An vielen anderen Punkten der Pfeifenwelt ist das schon lange nicht mehr möglich.
    Sollte sich uns die Gelegenheit bieten, wäre es wunderbar, könnten wir das Thema bei einem Kaffee oder Bier vertiefen ! :-)

    Liebe Grüße aus dem Bergischen zurück,
    RALF

    AntwortenLöschen
  15. Lieber Ralf!
    Ich meine wir beide sind sowieso auf Linie und auch ich schätze eine ruhige- sachliche Diskussion zu so heiklen Themen der sich sowieso nicht viele „Foristen“ stellen werden wollen. Jedenfalls freu ich mich dass unsere Debatte über dieses Thema vielleicht mal eine Fortsetzung finden wird, obwohl es auch andere feine Themenbereiche gibt. Da ich mich mit Holz sehr gut auskenne gäbe es da einige Punkte über die ich sehr gut referieren kann und mich damit sicher bei einigen in die Nesseln setzen werde. Was mir aber wie man in Wien sagt „Blunzenwurscht ist. Zur Übersetzung eine „Blunz’n“ ist eine Blutwurst.
    Auf viele heiße Debatten!
    Lieben Gruß,
    Andreas

    AntwortenLöschen
  16. Und im übrigen sind mir "Spots" ebenfalls wurscht obwohl ich sie natürlich sofrt sehe! :-)

    AntwortenLöschen
  17. Es freut mich immer, wenn man sich auch über die "Friede-Freude-Eierkuchen-Themen" hinweg mit der Pfeifenwelt auseinander setzt. (setzen kann!) Allzu schnell wird zu den Waffen gerufen und die eigene Kleingeistigkeit zur Religion erkoren.
    Da ist es umso erfrischender, wenn man gegensätzliche Meinungen einfach mal gelassen, bei einem Pfeifchen, vergleicht. Dank`Dir dafür...und ich hoffe wirklich, dass wir das mal "live" vertiefen können.
    Lieben Gruß, RALF

    AntwortenLöschen
  18. Lieber Ralf,
    wir könnten nach Weihnachten auch mal Skypen mein Skypename lautet NEUBAUERGUITARS. Meine email ist andreas@neubauerguitars.com. Wenn du sehen willst was ich so mache www.neubauerguitars.com
    Die Veröffentlichung dieser Daten ist kein Problem da es sich dabei sowieso um Öffentlich zugängige handelt.
    Liebe Grüße,
    Andreas

    AntwortenLöschen
  19. Lieber Andreas,
    da wir diesen Rechner auch für die kompletten Geschäftsvorgänge nutzen, hat man mir dringend von der Skype-Einrichtung abgeraten (schlecht kontrollierbare Sicherheitslücke).Daran halte ich mich...aber, einem ausführlichen Telefonat im neuen Jahr steht nichts im Wege.:-)
    Liebe Grüße, RALF
    PS: Ich schau`mir Deine Seiten zum Wochenende gern mal an. Neugierig war ich schon immer ! :-)

    AntwortenLöschen
  20. Hallo Ralf,
    ich befinde mich gerade in München und möchte dem Diehl einen Besuch abstatten.Welche Nummer trägt die Hausmischung mit Havanna den du in einem review erwähnt hast?Entschuldige das ich dir hier die Frage stelle, aber wo sonst kann ich dich Kontakt mit dir aufnehmen.
    Liebe Grüße und Guten Rutsch,
    Andreas Neubauer
    PS: Ich werde zu 99% nach Lohmar kommen.

    AntwortenLöschen
  21. Hallo Andreas,
    die Mischung heißt "The Witches".

    Ein gutes neues Jahr,
    RALF

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo
      Ich versuche das Thema noch mal anzuschneiden.
      Geht ihr nicht von falschen Vorraussetzungen aus wenn ihr annehmt das Pfeifenmacher von ihrer Arbeit leben können.
      Nach meinem Wissen sind das in Deutschland nur rund 10 Macher die dies können.
      Ist es nicht so das die meisten der Macher dies nur nebenberuflich als Hobby machen. Also braucht er keine aufwendige Kostenanalyse. Oder??? Entweder er hat Spass andem was er macht und erziehlt damit noch einen "kleinen" Gewinn oder er will Geld verdienen.
      Ich nehme mal den Claas als Beispiel. Er hat Spass an dem was er macht, er ist Perfektionist und das merkt und sieht man seinen Pfeifen an. Aber leben könnte er sicher nicht von seinen Pfeifenmacherei und reich ist er ganz sicher auch noch nicht geworden. Warum sollte es also bei anderen Machern anders sein??
      Das ein Hobby Geld kostet ist eine alte Binsenweisheit, wenn man dann noch ein paar Euro mit seinem Hobby verdienen kann ist es um so besser.
      Lasst die Macher ihre Preise machen, wenn sie nix verkaufen merken sie es. Schliesslich hat der Kunde das letzte Wort ob im eine Pfeife 500-600 Euro wert ist.
      Ich persönlich kenne viele Leute die froh wären 1700 Euro im Monat zu verdienen. Vielleicht sollten auch die Macher mal über dies nachdenken.
      Das sind nur meine Gedanken zu diesem Thema und das Handwerk einen bestimmten Preis haben muss, sind wir uns sicher einig.
      Gruss vom AWO

      Löschen
  22. Hallo ihr lieben kalkulations Rechner,

    meine Gedanken beim lesen der Komentare lässt mich arg schmunzeln.
    Ich bin Bäckermeister von Beruf und ich bin Handwerker in einem Handwerk was zugrunde geht, weil niemand bereit ist diese Handwerkskunst wirklich zu honorieren.
    Wenn ich als Bäckermeister 1700 Euro Netto haben will, komme ich mit 160 Arbeitsstunden nicht hin.
    Das sind dann schon 240-280 Stunden.
    Ihre könnt Euch ja selber ausrechen was ein Bäckermeister in einem Handwerksbetrieb verdient.
    Leute die sich Pfeifen kaufen die 200Euro und mehr kosten, sind genau die, die über die Brot und Brötchen Preise mekern und dann im Discounter (polenbrötchen) kaufen.
    Ich mag auch Pfeifen die das besondere haben, aber sie müssen bezahlbar sein!
    Jürgen

    AntwortenLöschen