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Sonntag, 15. Juli 2012

Pfeifenmacher: Poul Winsløw (Freehands)

Poul Winslow kam in seiner Lehrzeit als Chemigraf um 1968 zur Pfeife. Da ihn von Anfang an Freehand-Pfeifen begeisterten, bewarb er sich 1969 bei der Pfeifenmanufaktur Preben Holm. Seine Designvorstellungen setzten sich alsbald durch,  schon nach einem Jahr wurde Poul die rechte Hand von Preben Holm. 

Im Jahr 1985 machte sich Winslow selbstständig, bis in die 90er-Jahre fertigte er ca. 450 Pfeifen p.a., welche er meist mit 9mm Filterbohrung nach Deutschland verkaufte.

aktuelles Modell mit Kunststoff-/Holz-/Silberapplikationen

Ab 1987 arbeitete Winslow mit Stanwell zusammen, für die er Einzelstücke aus Serien individuell bearbeitet und beizt. Diese Pfeifen tragen das Stanwell-Logo und einen kleinen Stempel: Poul Winslow. 
Bei Vorführungen stempelt Poul auch zusätzlich die Initialien des neuen Besitzers ein, der sich vorher das Endfinish, das Poul in seinem Beisein fertigt, aussuchen konnte.

Eine Stanwell-Winslow

Seit ca. 1995 arbeiten Poul Winslow zwei weitere Pfeifenmacher zu, wie der Däne Jan Higner, und die Jahresproduktion ist von 900 Pfeifen auf aktuell ca. 3000 Pfeifen pro Jahr gestiegen. Poul selbst hat sich in dieser Manufaktur-Arbeitsweise auf das Endfinish spezialisiert.

ohne Filter, solche kleineren Pfeifen bleiben meist in Dänemark..

Eine Zeit lang arbeitete Winslow auch mit Dunhill zusammen, er entwarf das "Handmade-Pendant" zu den Dunhill-Jahrespfeifen. 

Winslow war und ist vom Design her Trendsetter. Seine ersten Modelle waren noch recht dezent, mit akzentuiert gesetzten Applikationen, danach wandelte er zu Pfeifen mit quietschbunten Mundstücken,  zur Zeit sind gewellte Silberbeschläge und farbige Zwischenringe sein Erkennungszeichen.

Pfeife zur Bundesgartenschau 2011 in Koblenz

Winslow fertigt dänische Freehands in Manufaktur-Arbeitsteilung (wie andere, z.B. zeitweise K. Nielsen oder die Italiener auch), durch einen regen Vertrieb sehr verbreitet am Markt und in "fast jedem Bahnhofskiosk" erhätlich.

Hin und wieder passieren kleine "Nachlässigkeiten" wie Einrauchpaste, welche die Bohrung verstopft oder Einbrand am Zugloch, die aber kulant beseitigt oder ersetzt werden.

Keine raren Spitzenfreehands, aber gute bis sehr gute Designer-Pfeifen zu sehr günstigen Preisen (z.B. für die Crown Modelle).  

Modell zum 50. Geburtstag Winslows 2002

Markierungen:
Mundstück: 2 Silberpunkte (seit ca. 1990), handgeschnitten und meist aus Acryl, für Deutschland mit Filterbohrung.

Am Holm:
Qualitätstufe, Handcut in Denmark, bis ca. 1990 ovaler Stempel mit "Poul Winslow", seit ca. 1990 Stempel "Poul Winslow" mit stilisierter Pfeif.

Als Zweitmarke verwendet Winslow die Marke "Crown" für handgefertigte Modelle mit kleineren optischen Fehlern, welche nicht Winslows Qualitätskriterien genügen. Für Einsteiger sicher ein Tipp, günstig an eine Freehand zu kommen. Die Mundstücke sind meist aus industriell vorgefertigten Preßlingen, dennoch in akzeptabeler Qualität. 


Eine Crown
Eine Private Collection

eine OFi-Bambus Pfeife

Markierungen:

Weiße Krone auf dem Mundstück, "Crown" + "Handmade" auf dem Holm


Autor: Manfred Arenz

1 Kommentar:

  1. Ich darf ergänzen: Auch für Poul Olsen (My Own Blend) fertigte Winslow Pfeifen. Imho = Crown mit Poul Olsen Stempel.

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