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Donnerstag, 12. Juli 2012

Deutsche Pfeifenmacher der Jahre 1980-1985

Anfang der 80er-Jahre kamen immer noch fast alle deutsche Pfeifenmacher aus dem Norden Deutschlands und lehnten sich in ihren Modellen auch an die schon berühmten dänischen Vorbilder an.



Robert Mewis
 
Robert Mewis hatte ca. 1984 die Werkstatt von Hasso Baudis übernommen. Er war als Freehand-Pfeifenmacher bis ca. 1988 in Oldenburg tätig, bis er merkte, dass man mit Pfeifenmachen schlecht eine Familie ernähren kann. 
 
Heute fertigt er nur noch selten Pfeifen, er hat sich auf den Modellbau verlegt. 
 
Seine Pfeifen waren freie Abwandlungen klassischer Modelle mit gut ausgestaltetem Bissende. Mewis gab 1 Jahr Garantie auf seine Pfeifen.


Markierungen:
Handmade by Mewis“ auf dem Holm, zusätzlich codiert: Grade(Buchstabencode) 
 



JULS - Julian Schäfer

Julian Schäfer (JULS) begann das Pfeifenmachen ca. 1982, nachdem er kurz Former und Barbi über die Schulter geschaut hatte. Leider hat er diesen Beruf Anfang der 90er wieder aufgegeben, ist heute als Künstler tätig und fertigt nur noch selten Pfeifen.

JULS orientierte sich beim Design der Form bevorzugt an der Maserung der Kanteln, meist S-förmige Linien oder Pilz-/Brandyglass-Formen. Oft gewellte Oberflächenform oder Facetten/definierte Kanten.

Meist nutzte JULS Ebonitmundstücke, fertigte ohne Filter und etwas dickerem Biss. Ein Charakteristikum war der asymmetrische Sattel am Mundstück.


Markierungen:
JULS FREEHAND auf der Holmunterseite



Werner Bürmann

Siehe separater Artikel



Holger Frickert

Holger Frickert ist Mitinhaber des Hamburger Versandunternehmens DANPIPE, über dessen Katalog seine Stücke auch erhältlich sind. Über die Reparatur von Pfeifen kam er 1984 zum Pfeifenmachen.

Erste Verkaufserfolge und der direkte Kontakt zu Pfeifenmachern über DANPIPE ermutigten ihn, einen eigenen Katalog mit Formen fertig zu stellen.

Holger Frickert fertigt seine Stücke nach fester Modellpalette, aber komplett per Hand. Das größte Augenmerk gilt der Weiterentwicklung klassischer und bewährter Formen, er fertigt seine Stücke also nicht primär an der Maserung orientiert, sondern legt Wert auf tadellose Raucheigenschaften.

Pfeifen mit uninteressanter Maserung oder Fehlstellen werden rustiziert; straight-grain Stücke entstehen durch dieses Vorgehen eher zufällig.

Leider hat Herr Frickert aus Zeitgründen die Produktion eigener Pfeifen seit ein paar Jahren zurückgestellt – es gab sehr viel Pfeife für relativ wenig Geld.




Markierungen:
"HF" in verschlungener Schreibschrift + "Handcut by Holger" auf der Holmunterseite 

 


Paul Becker
 
Paul Becker kam über Pfeifenreperaturen in seinem Tabakladen 1982 allmählich zum Pfeifenmachen. Nach einer kurzen Lehrzeit bei Barbi widmete er sich seit 1990 hauptsächlich der Pfeifenherstellung.


Mittlerweile hat er sich einen hervorragenden Ruf als Freehander erworben, der auch jenseits der Grenzen Deutschlands ein Begriff ist. 
 
Seine Formen sind zurückhaltende Abwandlungen klassischer und "danish-style"-Modelle mit eigener Note – eine Spezialität sind Pfeifen mit aufsteckbarer Holmverlängerung.
 
Pfeifen mit Filter erhalten meist ein Acrylmundstück, Pfeifen ohne Filter eins aus Ebonit.

selten: Eine "wildere" cavalier-Pfeife aus mehreren Teilen

Markierungen:
"Paul Becker Handarbeit" und Qualitätsstufe auf der Holmunterseite



Bertram Safferling

Bertram Safferling war einer der ersten „Süddeutschen“ unter den Pfeifenmachern.

Seine ersten Modelle fertigte er eher als Hobby (neben Marionetten und anderen Holzobjekten, sowie Lederwaren und Schmuck) in der Gegend von Stuttgart, mittlerweile ist er nach Tirol gezogen und vertreibt seine Pfeifen meist über seine Homepage. Zudem bietet Safferling auch gut besuchte Pfeifenbau-Kurse an.

Safferlings Pfeifenformen sind anders als geläufig, ohne übertrieben zu wirken. Tropfenformen, Facetten , sich weitende Holme oder Kopfränder, Intarsien…. Aber auch klassische Modelle sind in seinem Programm vertreten.

Das Finish der Pfeifen ist eher matt, die Maserung meist „zufällig“, das Mundstück aus Ebonit und meist ohne Filter, am Bissende etwas stärker ausgeführt.


Markierungen:
Viereck mit Doppeltropfen auf dem Holm, zusätzlich Gradierung


Autor: Manfred Arenz

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