Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Dienstag, 3. Juli 2012

Das "zerzauste" Kraut - Flakes auf rubbeln oder nicht?

Nichts prägt mehr, als eherne Grundsätze in der Erziehung. Das gilt auch für Pfeifenraucher. Mein "Flakelehrer" hatte diese Grundsätze. Es wurde geknickt und gefaltet -  basta!

Irgendwann hatte ich das so sehr in Fleisch und Blut, dass sogar schon der Gedanke an gerissene, gezupfte oder geschnittene Flakes für mich den Tatbestand der Blasphemie deutlich übertraf! Zum Glück pickelt die Neugier gelegentlich einen Stein aus den Mauern, die man in seinem Schädel errichtet hat und lässt einen Dinge tun, die man sich nie zugetraut hätte! Just in der Zeit, in der ich, bei herunter gelassenen Jalousien und Kerzenschein, die ersten so "unerlaubten" Rauchversuche mit zerbröselten Flakes startete -  und mich dabei beinahe sündig fühlte - fiel ein langes Telefonat mit einem Flake-Fachmann hoher Schule.


Für ihn war und ist das Bröseln, Reiben und Schneiden von Flakes absolute Selbstverständlichkeit und er berichtete mir derart begeistert von den verschiedenen "Anrichtungsmöglichkeiten" und ihren Einfluss auf`s Aroma....

 ...und er hat Rech! Nein, nicht alle Flakes profitieren z.B. vom Aufreiben. Der Mac Baren "Navy Flake" fällt sogar ein wenig zusammen und verliert die runde Geschlossenheit im Geschmack. Rattrays "Marlin, DTMs "Veermaster", der Erinmore Flake...SIE reagieren als habe man dadurch ALLE ihre Aromen befreit, werden vielfältiger, delikater, feiner, der "Bracken Flake" von S.Gawith entdeckt plötzlich seine, sensible Seite und, und, und...


Es gilt zu testen...das machen wir Pfeifenraucher doch so gern...und zu probieren....und, es ist kein Risiko, mal eine Füllung aufzureiben...nur zum Spass...aus Neugier. Manche "Wandlung" wird für Begeisterung sorgen - soviel sei versprochen!

Ich bin ein wenig ratlos, ob ich plötzlich das Gegenteil von dem vertreten kann, was ich bislang eisern verteidigte. Doch, dazu lernen schadet nicht und zuzugeben, bislang falsch gelegen zu haben, ist, denke ich, keine Blamage.

Bei den Flake-Reviews, die ich hier zukünftig beisteuern möchte, werde ich übrigens genau angeben, in welcher "Zustandsform" ich den Flake probiert habe. Viel Genuß und "Aha-Erlebnisse" beim Test!

Autor: Ralf Dings

Kommentare:

  1. Liebster Ralf!
    Herzlichen Dank für Deine informative und nie dogmatischen Ansichten. ich finde es einfach toll, wenn man sich einfach keine Sorgen machen muß, in welcher Form man den Tabak in den Pfeifenkopf befördert. Knicken und falten geht ja nicht bei allen Stärken des Flakes gut, daher zerrupfe ich ganz gerne ( ohne es an die große Glocke zu hängen - versteht sich ). Besonders meine McClellands wedren häufig zerkleinert und liefern mir einen gar köstlichen Geschmack.
    Alles Liebe und habe eine gesunde und genussreiche Zeit.
    Dein René

    AntwortenLöschen
  2. Ich gebe zu, das ich zu, dass ich bisher mit der Falt- und Knicktechnik bei Flakes absolut nicht zurechtkomme. Meist entwickelt sich ein unregelmäßiger Tabakabbrand: auf einer Seite der Pfeife ist der Tabak runtergebrannt, auf der anderen Seite steht er hoch und will nicht recht anbrennen. Nachdem 80% der Kopffüllungen mit dieser Methode zu einem Stressfaktor wurden, zerrupfe ich ich ihn in 2-3 mm Stänge, bringe diese senkrecht in den Pfeifenkopf ein, drücke sie leicht an und entzünde sie. Ich habe volles Flake-Aroma mit einem sauberen Abbrand ohne groß nachzünden zu müssen.

    Viele Grüße

    Lutz

    AntwortenLöschen
  3. @Lutz - Dem kann ich nur zustimmen. Lieber Zitronenfalter als Tabakfalter!

    Micha

    AntwortenLöschen