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Samstag, 23. Juni 2012

Pfeifenmacher: Charatan (Freehands und Serienpfeifen)

Im Jahr 1863 von Frederik Charatan gegründet, ist Charatan eine der ältesten Pfeifenmarken überhaupt. Lange Zeit galten Pfeifen dieses Herstellers als die qualitativ höchstwertigsten Englands, noch renommierter und vor allem seltener als Dunhill - seinen Teil dazu beigetragen hat der amerikanische Importeur Herman Lane.

Charatan war in den 30er Jahren einer der Ersten, der Freehands herstellte (im Sinne von Variationen klassischer Shapes), lange noch vor Stanwell/Ivarsson. Bis 1973 wurden alle Pfeifen komplett per Hand gefertigt, ab 1973 die niedrigen Qualitäten mit maschineller Unterstützung. Jede der Pfeifen wurde von einem einzelnen Handwerker hergestellt, darunter später als Selbstständige bekannte Macher wie Mr.Barnes bei Milville und Barry Jones bei Upshall.

Im Jahre 1977 wurde der Markenname an den Konkurrenten Dunhill verkauft. Böse Zungen behaupten, daß sich Dunhill die Prachtstücke aus der Charatan Fabrik selbst sicherte und als "Collectors" oder "Deadroots" verkaufte. Tatsächlich erlebte die Marke Charatan einen Niedergang, bis sie Ende der 80er zeitweise vom Markt verschwand. Mittlerweile erscheinen wieder Charatans, jedoch werden sie heute in Frankreich (bei BC) gefertigt.

Charatans werden in letzter Zeit wieder in England, angeblich von einem einzelnen Pfeifenmacher, gefertigt. Damit soll wieder das alte Renommee erreicht werden.

Preise

75.- bis 250.- Euro, Freehands 250.- bis 10000 Euro (in der "Blütezeit" bis 10.000 Dollar)

Markierungen

Charatan - Made by Hand (in City of) London auf dem Holm,
zusätzliche Qualitätstufe - manchmal auch "Charatan`s Make"

auf der linken Seite des Mundstücks: CP
rechte Mundstückseite: Patent-Nr. bei Freehands


oft Mundstück mit abgesetztem Biss (Sattelbiß "Double Comfort"),
Mundstück aus Ebonit und manchmal auch mit 9mm .

Leider wurde der Biss in der Zeit der Dunhill - Übernahme und danach sehr dickwandig/plump ausgeführt...

Die Markierungen wurden im Laufe der Zeit öfters graduell abgeändert, für den USA-Import (Lane) wurden andere Stempelungen (z.B. ein "L" im Kreis) verwendet.

Eine "Coronation" trägt z.B. eine Krone und "Charatan" darüber bogenförmig auf dem Holm gestempelt.


Die Stempelungen sind nur ein Ansatzpunkt und wurden nicht konsequent genutzt, was bei Sammlern zu einiger Verwirrung beiträgt und auch ein bischen den "Nimbus" ausmacht ;-)

Qualitäten (aufsteigend)

"Rough", "Rarity": rustiziert/sandgestrahlt "Perfection",
"Belvedere": Serienpfeife glatt in rötlichem Ton

Freehands oder hoch gradierte Serienpfeifen (dann mit Modell-Nr.):
"Special", "Distinction", "Executive", "After Hours", "Selected", "Supreme" , "Coronation", "Achievement", "Royal Achievement", "Crown Achievement", "Summa cum Laude"

zusätzliche Grades: "Extra large" / "XL" für Giant

Im Jahr 1980 wurde eine von vier je hergestellten "Summa cum Laude" für 10.000 Dollar gehandelt. Von einer "Summa cum laude" sind selbst Bilder Mangelware, das einzige im web ist hier.

ttp://www.paronellipipe.it/index.php?option=com_content&view=article&id=4&Itemid=7#

Qualitativ entsprach eine "Special" vor der Dunhill-Übernahme einer Dunhill "Root-Briar".

weitere Infos z.B. hier:

http://www.rarememories.com/Charatan.htm
http://www.tecon-gmbh.de/info_pages.php?pages_id=121

Charatans sind für mich englische Pfeifen mit etwas "spleen", aber nicht ganz so affektiert und mit Mythen versehen wie Dunhill.

Das Holz der "alten" Charatans war Klasse, die Formen durch die Marktausrichtung nach USA ("think big") teilweise riesig


eine Charatan über einer Dunhill Größe ODA (=Extragroß)


eine Supreme (in Dunhill-Größe 5) über einer noch größeren Coronation

Sowohl klassiche und schlanke Formen, als auch riesige "Fleischklopper", die so unförmig waren daß sie schon wieder "schön" sind - wer Riesenmodelle mit Maserung mag...


oder ungewöhnliche, Teils "barocke" Formen (wie es z.T. die Italiener heute noch fertigen)...


oder einfach typisch britische Modelle bevorzugt...


 die auch in den unteren Grades ansehlich sind ...


und das gewisse "extra" (wie zum Beispiel weite Bohrungen) besitzen...


oder einfach einen "Spleen" und genügend Selbstbewußsein hat...


wird bei Charatan sicher fündig werden ;-)



Bezugsquellen:

Estates http://www.novelli.it/eng/index.html

Video: http://www.britishpathe.com/record.php?id=48227


Autor: Manfred Arenz

Kommentare:

  1. Hallo Jogi-wan, ich habe aus einem Nachlass 8 alte Tabakpfeifen (charatan's ́s make london england 4211, old briar s12, grootekleas, Refbjerg, lindstrom, und andere). Ich möchte diese verkaufen hab aber keine Ahnung was die Wert sind. Könnt Ihr mir helfen? VG Michael Roth

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    1. Lieber Michael,

      ich würde mich an Olaf Langner wenden. Olaf ist ein fairer Geschäftsmann und seine Preisidee dürfte realistisch sein. Er vermag die Marktwerte gut zu beurteilen.
      Einfach mal unter olaf.langner@googlemail.com anschreiben, einen Ansichtstermin vereinbaren und sich anhören, was er so bietet.
      Dabei kann es sicher nicht schaden, meinen Namen zu erwähnen.

      Lieben Gruß, Ralligruftie (Ralf)

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