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Sonntag, 24. Juni 2012

Pfeifenmacher: Anton Manger (Freehands)

Anton Manger dürfte, wenn er es denn nicht tatsächlich ist, einer der dienstältesten deutschen Freehand-Pfeifenmacher sein. Er ist inzwischen über 80 Jahre alt, wohnt in Wollsbach/Rhön und fertigt unermüdlich Pfeifen mit Wiedererkennungswert. Es wäre schwer unter einer Vielzahl von Rauchhölzern eine Manger nicht zu erkennen.

Anton Manger ist gelernter Bildhauer und Drechsler. In jungen Jahren übernahm er die Landwirtschaft von seinem Vater. In den Nachkriegsjahren reparierte er zunächst Pfeifen und konnte sich in der Folge seit dem Jahr 1957 als selbständiger Pfeifenmacher etablieren. Die Oberflächen seiner Stücke sind glatt, rustiziert und auch teilrustiziert. Manger fertigt vorwiegend für den deutschen Markt mit Filterkammern, einzelne Stücke sind für den Nichtfilterbetrieb vorgesehen. Ein Grading gibt es nicht, die Pfeifen sind zumeist schlicht und einfach mit MANGER und oft zusätzlich mit FREE-HAND gestempelt.

Ich werde des öfteren gefragt, ob es einen preiswerten Einstieg in die Freehand-Pfeifenwelt gibt. Die Antwort lautet eindeutig ja. Manger-Pfeifen werden für den Interessierten bei ebay veräußert (durch den Sohn unterstützt), die erzielten Preise bewegen sich in der Regel zwischen € 50 und 80,-, je nach Oberfläche, selten sind sie teurer. Mit etwas Glück kann man sogar noch preiswerter an eine neue Manger gelangen.

Man sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass eine Pfeife von Anton Manger nicht uneingeschränkt für den feinen Ausgehabend geeignet ist (jedenfalls sehe ich da so). Wer aber ein Unikat für den Garten, für den Schreibtisch und für den Abend vor dem heimischen Kamin sucht, könnte hier durchaus glücklich werden. Man kann die Haptik und das Aussehen als rustikal bezeichnen, und auch das Gewicht eines Exemplars kann schon deutlich sein. Es handelt sich ganz einfach um zumeist gut rauchbare Gebrauchspfeifen, die auch einem Anfänger empfohlen werden können. Denn es sind Einzelstücke, und es gibt durchaus Gründe, diese einer preiswerten Serienpfeife vorzuziehen!






Copyright: René Lehmann

Copyright: René Lehmann

Copyright: René Lehmann

Copyright: Max Buchholz


Copyright: Michael Schmidt



Autor: Ralf Ruhenstroth

Kommentare:

  1. Ich bin mittlerweile 18 Jahre alt geworden und interessiere mich sehr für das Pfeife rauchen. Ich bin daher auf Anton Manger gestoßen auch aus dem Grund, dass er unmittelbar in meiner Nähe lebt, um mit dem Pfeife rauchen zu beginnen. Aber mir stellt sich eine Frage, Sie meinten es sei keine Pfeife für den "uneingeschränkten Ausgehabend" Ich werde eine Pfeife brauchen, die ich mit mir herumtragen kann. Wie meinen Sie diese Aussage und wenn Sie mir dann von Manger in diesem Fall abraten, welche Pfeife könnten Sie mir dann für mich empfehlen?

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    1. Hallo Valentin,

      Manger-Pfeifen sind zum einen recht schwer. Das liegt vermutlich am voluminösen Holz, was verbaut wird. Macht nichts, um so solider und widerstandsfähiger sind die Pfeifen.

      Mit Ausgehabend meine ich ein Event, wo man z.B. etwas feiner angezogen ist. Da passt eine typisch rustikale Mangerpfeife für mich persönlich nicht so sehr. Vergleiche es mit einer Brille. Alles soll zueinander passen und wenigstens ein bisschen aufeinander abgestimmt sein. Schau Dich in der großen Pfeifenwelt um. Du findest auch filigranere Pfeifen, die vermutlich dann etwas passen. Mit dem Preis und der Rauchbarkeit hat das allerdings weniger zutun. Bedenke, dass alleine schon eine 9 mm-Filterkammer die allermeisten Pfeifen etwas wuchtiger erscheinen lassen. Zumindest im Bereich des Holmes.

      VG Jogi

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  2. Da hat sich ein Fehler eingeschlichen: Manger wohnt nicht in Wollsbach/Rhön, sondern in Wollbach/Unterfranken.

    Michael

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  3. Habe gerade eine Pfeife gekauft. Sehr cool, bin sehr neugierig. Mein Pfeife sieht sehr filigran aus. Kann sein, dass er jetzt auch auf Kundenwünsche reagiert hat.
    Könnte mir vorstellen, dass eine wuchtige Pfeife zu 188cm und 94 kg passt!

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