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Dienstag, 8. Mai 2012

Mac Baren - Virginia Flake

Am „Virginia Flake“ von Mac Baren scheidet sich mein Geist, soll heißen, dass ich manchmal nicht so recht weiß, was ich von diesem Tabak halten soll. Fest steht, dass dieser Flake neben dem „Navy Flake“ aus gleichem Hause in seiner Handhabung einer der anfängerfreundlichsten Presstabake ist. Kaum ein anderer Flake, den ich kenne, ist mit der sog. „Knick- und Faltmethode“ so leicht in die Pfeife einzubringen. Das liegt an der bereits proportionierten Länge, als auch an der Schnittbreite. 


Der hellbraune Tabak verbreitet aus der frisch geöffneten Dose kein feststellbares Aroma. Ohne Zweifel ein Beweis dafür, dass wir uns hier in der naturnahen Ecke des Pfeifentabakgenusses befinden. Nicht einmal das oft typische Mac Baren-Flair ist wahrzunehmen. Eine Portion ist kinderleicht aus der Dose zu entnehmen, bisher bekam ich den „Virginia Flake“ jedes Mal in genau der richtigen Konsistenz, ich konnte ihn bis dato immer direkt nach dem Öffnen auch konsumieren.

 So leicht, wie er sich beim Stopfen der Pfeife handhaben lässt, genau so lässt sich dieser Tabak entzünden. Es bedarf selten mehr als zwei Zündhölzer, um eine gleichmäßige Glut zu erzeugen. Von Beginn an ist eine sehr angenehme Natursüße des Tabaks feststellbar. Also genau das, was ich mir wünsche. Schnell ist aber auch klar, dass man diesen Flake mit Bedacht rauchen sollte. Denn man muss wirklich aufpassen, dass man die Füllung sehr langsam und mit Bedacht raucht, weil der „Virginia Flake“ bei zu schnellem oder zu heftigem Ziehen entweder sehr bissig werden kann und/oder die Pfeife schneller, als gewünscht, heiß wird. Deswegen ist er diesbezüglich evtl. doch nicht so anfängerfreundlich, wie bereits beschrieben. Auf der anderen Seite könnte man den „Virginia Flake“ auch als Übungsrauchopfer betrachten, um zukünftig mit jeder Art von Flakes klar zu kommen. Er verzeiht eben wenig, oder wer diesen Flake rauchen kann, der beherrscht auch die anderen!


Zieht man mit Ruhe und Bedacht, dann brennt dieser Tabak selbstverständlich in aller Gemütlichkeit und Gleichmäßigkeit runter, wobei sich die Geschmacksnuancen bis zum Ende halten. Sehr helle Asche wird am Ende übrig bleiben. Die Raumnote ist unspektakulär. Der Preis geht absolut in Ordnung. 

Fazit: Für naturnahe Freunde hat dieses Produkt auch den Vorteil, dass er neben den vielen anderen Tabaken von Mac Baren für jeden in seiner Nähe zu bekommen sein dürfte. Wer den nicht führt, ist einfach nicht gut sortiert. Ein Lotto- und Toto-Image wäre allerdings nicht gerecht. Der „Virginia Flake“ ist nicht besonders aufregend, aber er ist ehrlich und mittelstark. Wegen der Aufmerksamkeit, die man ihm zuteil werden lassen muss, sollte man ihn nicht unbedingt nebenher beim Rasenmähen rauchen. Ansonsten geht er eigentlich immer, auch wenn er mich nun nicht in den allerhöchsten Virginiahimmel hebt.

Autor: Ralf Ruhenstroth

Kommentare:

  1. Ich steh mit der Meinung zwar ziemlich alleine, aber ich finde ihn den mit Abstand besten Flake von MB. War dafür NIE ein Fan vom Navy Flake, den ich völlig überbewertet finde. Ach ja... die lieben unterschiedlichen Geschmäcker. :-) Auch der kam heute wieder in die Tabakbar.
    Lg

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    1. Hi Jasper,

      auch bei mir zwischendurch immer mal wieder gerne.

      Viele Grüße,
      Jogi

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  2. Weiß nicht, ob jemand von Euch schon diese Erfahrung gemacht hat: Beim ersten Rauchen einer uralten Pfeife kann man das Aroma des Tabaks schmecken, den der vormalige Besitzer vor vielen Jahren in ihr geraucht hat.Ich hatte dies Erlebnis mit einem sicher hundertfünfzig Jahre alten Meerschaumkopf! Allerdings nur einmal - von da an schmeckte man leider nur noch meinen Knaster. Donnerwetter, war der Mann zu beneiden, solch einen Tabak genießen zu können!
    Heute habe ich - mir gefiel die niedliche gelbe Dose so gut - zum ersten Mal Mac Barens Virginia Flake geraucht und traute meiner Zunge nicht. Es ist derselbe Geschmack wie damals aus dem Meerschaumkopf. Ihr könnt mir glauben: Ich schmimme in Raucherseelichkeit!

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    1. Hi,

      es bedarf oft solcher Zufälle, um die Raucherseeligkeit zu erlangen :-)

      VG Jogi

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  3. Einer meiner persönlichen Favoriten unter den Flakes ....gern auch beim Rasenmähen in dem kleinen Peterson Hänger 301..

    Liebe Grüße und vielen Tank für Euren tollen Blog
    Dirk Küste

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  4. Ja, MB Virginia Flake schmeckt so, wie ein heller Virgin schmecken sollte. So wie ein guter Virginia Shag (z.B. OSB 63 oder McConnell Special London). So, wie Streight-Virginia-Zigaretten (sog. "englische Zigaretten") schmeckten, bevor die EU-TabakVO die Zigarettenhersteller zur Produktion fader, heißer Luft verdonnerte, also in etwa bis 1996. Auf die Dauer finde ich zwar Richmond und Capstan interessanter, da vielschichtiger im Geschmack, dennoch kann ich den MB Virginia Flake bedenkenlos empfehlen. Die Stopfeigenschaften sind in der Tat hervorragend, das Entnehmen der Scheiben aus der Dose gestaltet sich indes (wg. der schlanken, engen Dose) geringfügig schwieriger als bei Richmond und Capstan. Vermutlich ist MB Virginia Flake nichts weiter als eine "Kompakt-Ausgabe" des MB Virginia No.1. Er enthält übrigens eine Prise Burley, was absolut nicht untraditionell ist: Capstan hatte früher (zu J.R.R. Tolkiens Zeiten) auch etwas Burley drin. Im Grunde genommen ist das ein klassischer Navy Cut. Das einzige, was ihm fehlt, ist die für Navy Cut typische Citrus-Aromatisierung. Stattdessen hat man dem Virginia mithilfe von Ahornzucker oder Honig in puncto Süße etwas auf die Sprünge geholfen. Raucht man im Anschluß an eine Pfeife MB Virginia Flake wieder Richmond, kommt letzterer einem nahezu herb und rauchig vor, und irgendwie so, wie Tabak schmeckt, wenn ein Schnupfen in Anflug ist...

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