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Mittwoch, 2. Mai 2012

G.L. Pease - Union Square

Alljährlich findet in Chicago die Tabakmesse statt und natürlich ist dies stets der richtige Zeitpunkt, um neue Produkte der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ganz klassisch also. So auch geschehen im Jahr 2009, als Greg Pease seinen „Union Square“ präsentierte. Dieser ist also noch ein recht junger Tabak, der in die bereits bestehende Fog City Serie Einzug erhalten hat, lt. Hersteller natürliche, süßliche, pure Virginias, ganz ohne Flavour.


Öffnet man die 2 Oz-Dose (ca. 57 g), dann begegnet einem zwar ein ganz dezenter Essiggeruch (nicht mit den McClellands zu vergleichen), aber auch süßliche sowie  Heu- und Gräserdüfte steigen in die Nase. Sehr appetitlich, dazu ein fabelhaftes Tabakerscheinungsbild. Die Brauntöne sind etwas dunkler gehalten. Diese versprechen allerdings auch kein Leichtgewicht, denn der „Union Square“ bringt, wie beim Rauchgenuss festgestellt, auch eine nicht zu unterschätzende Stärke mit sich. 

Inzwischen durfte ich einige US-Tabake rauchen, und es ist mir nicht neu, dass insbesondere die Flakes aus den USA zuweilen noch mit etwas Feuchtigkeit ausgestattet ins heimische Wohnzimmer kommen. So auch der “Union Square“. Ein Stündchen an der Luft, ausgebreitet auf einem Blatt Papier,  tut dem Tabak vor dem Einbringen in die Pfeife ganz gut und sorgt dafür, dass das Entzünden wesentlich leichter gelingt.  Die gebrochenen Flakestücke sind so gepresst und anschließend geschnitten (gebrochen), dass ein ausgiebiges Aufrollen zwischen den Fingern von mir dringend empfohlen wird. Und noch etwas: Beim Anzünden bitte nicht die Pfeife bis zum Rand voll stopfen, denn er bäumt sich auf. Will man also Löcher auf Teppich oder Tischdecke vermeiden, ist eine 2/3-Füllung vollkommen ausreichend.


Und so kommt man von Beginn an zu einem feinen und traumhaften Virginiagenuss. Eine Offenbarung. Die Voraussetzung dafür ist allerdings der Faktor Zeit. Denn die muss man unbedingt haben. Abgesehen davon, dass man den „Union Square“ zügig heiß rauchen kann, ist er insofern sehr anspruchsvoll, in dem er eine nochmalige Rücknahme des Rauchtempos fordert. Nur so kann er der Qualität gerecht werden, die er in sich trägt. Der „Union Square“ ist für Virginialiebhaber ein geschmackliches Feuerwerk, mit das Beste, was ich bisher genießen durfte. Diese angenehme und natürliche Süße habe ich bisher nur bei McClellands „Brindle Flake“ gefunden, wobei dieser G.L. Pease die ganze Schose für mich noch ein wenig toppt. Der deutlichste Unterschied dürfte die Stärke sein, denn der „Union Square“ hat Dampf. Da geht sicherlich nichts sprichwörtlich in die Hose, aber man sollte mit Bedacht ran gehen, was aber bei einem sanft durchgeführten Rauchtempo auch kein Problem darstellen dürfte. Da ist eine 60 – 90-minütige Rauchdauer in einem kleinen bis mittelgroßen Kopf vollkommen normal. Ein zwischenzeitliches erforderliches Nachfeuern ist ebenfalls nicht ungewöhnlich. Eine dunkelgraue Asche bleibt am Ende übrig, geschmacklich verliert dieser Broken Flake mit fortschreitender Rauchdauer nichts. Und die Raumnote ist angenehm, allerdings auch wenig bedeutsam. Sie wird nicht zu neuen Bekanntschaften führen.

Fazit: Der „Union Square“ ist ein sehr hochwertiges Produkt. Ich habe noch 2 Dosen davon. Eine davon wird für längere Zeit in eine dunkle kühle Ecke verschwinden, denn ich habe bereits vernommen, dass eine längere Lagerung diesen Tabak nochmals weiter veredeln kann. Ich bin gespannt. Aber auch schon so ist dieser Tabak von G.L. Pease ein Hochgenuss, wenn man denn das richtige Konsumverhalten an den Tag legt. Eine absolute Empfehlung, wenn auch für Anfänger wegen seiner Ansprüche nur bedingt geeignet!

Autor: Ralf Ruhenstroth

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