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Mittwoch, 11. April 2012

Tabak: McClelland - Brindle Flake

They’re back… So lautet die passende Überschrift auf der Website der Fa. McClelland aus Kansas City. Und ja, es stimmt. Wenn man ein wenig recherchiert, dann findet man heraus, dass der „Brindle Flake“ bis zum Jahr 2005 unter Ashton firmierte und dann vom Markt genommen wurde. Warum auch immer. Sowohl für Nostalgiker als auch für neue Fans dieses Tabaks spielt das allerdings gar keine Rolle, denn McClelland war schon damals der Hersteller dieses wirklich naturnahen Broken Flakes.


Goldbraun ist die Dose mit einer vielversprechenden Aufschrift „naturally sweet flue-cured virginias“, wobei ich mir sicher bin, dass dieser Spruch ein ganz besonderes Vergnügen bedeuten kann. Schon fast McClelland-typisch erfährt der Pfeifenraucher zunächst mal den etwas penetranten Ketchup- und Essiggeruch, auf den nun beim besten Willen nicht alle Pfeifenfreunde stehen. Irgendwie ist der aber auch schon obligatorisch und wenn man es gut meint, dann bezeichnet man diesen Duft aus der Dose schon einmal als Garant für gute Qualität. Wo immer das auch her kommt, auf ein heuartiges Virginia-Aroma muss der Freak hier, zumindest vor einem kräftigen Auslüften, verzichten.

Die mittelbraunen, überwiegend gebrochenen Flakescheiben liegen dezent feucht in der Dose und es fällt zu dem auf, dass so manche Schnittbreite den Raucher vor Probleme stellen könnte. Ich gebe zu, dass gerade die Knick- und Faltmethode bei den dickeren Scheiben nicht so einfach funktioniert, auch wenn dies in meinen Augen genau die richtige Methode für das genussvolle Konsumieren von Flaketabaken ist und auch bleiben wird. Ich helfe mir vor dem Stopfen, in dem ich die breiteren Flakescheiben mit der Hand durch ein wenig Reiben aufzwirbele und den Tabak so für den Stopfvorgang gefügiger mache. Und habe ich dem Tabak zuvor noch eine halbe Stunde frische Luft spendiert, dann brennt der Stoff hervorragend an. 


Man merkt sehr schnell, dass hier mit der Zugabe von besonders auffälligen Aromen gespart wurde. Und das ist auch gut so. Sehr mild und angenehm raucht sich der „Brindle Flake“, aber man sollte meines Erachtens wirklich aufpassen. Nicht ganz ungewöhnlich für weitestgehend reine Virginias ist die Tatsache, dass man seine Pfeife auch schnell heiß rauchen kann. Deswegen: Sanftheit und Ruhe sind hier der einzig wahre Weg zum Rauchgenuss. Und wenn einem das gelingt, dann offenbart sich ein Virginia-Feuerwerk. Dann funktioniert es ohne jegliches Beißen, Nicht-Filterraucher können davon profitieren, müssen aber wohl noch mehr auf die Kühle achten. Aber sie sind näher am Tabak dran. Vielleicht ist der „Brindle Flake“ mit das natürlichste, was es aus dieser Richtung gibt. Die sanfte, niemals übertrieben wirkende natürliche Süße ist für den Fan ein Highlight, wie man es nicht all zu oft findet. Ansonsten empfehle ich wieder einen eher kleineren Pfeifenkopf.

Fazit: Dieser Tabak spielt bei den naturnahen Flake- und Virginia-Tabaken in der obersten Liga mit. Er ist vielleicht nicht unbedingt für Anfänger geeignet. Dafür benötigt er zu viel Aufmerksamkeit beim Stopfen und auch beim Rauchen. Denn eine falsch bediente Pfeife kann in diesem Fall zu einem Qualmgetöse führen, welches auch Enttäuschung mit sich bringen kann. Wer es aber schafft, den „Brindle Flake“ sanft und ruhig zu rauchen, der schafft sich einen Hochgenuss, wie man ihn nur selten findet!

Autor: Ralf Ruhenstroth

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