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Mittwoch, 18. Januar 2012

Davidoff - Scottish Mixture

Wenn ich mich schon an einen Aromaten dran wage, dann sollte ich mich  von Beginn an bemühen, nicht die Objektivität zu verlieren. Ich glaube, dass mir das im Fall „Scottish Mixture“ von Davidoff ganz gut gelungen ist, was wohl in erster Linie daran liegt, und deswegen auch gleich ein Fazit vorweg, dass ich nicht im Aromatensumpf versunken bin. Und schon das alleine reicht, um einem Totalverriss zu entgehen, denn alles andere ist und bleibt Geschmackssache.

In der „Scottish Mixture“ entdecke ich hauptsächlich dunkle und helle Virginias und ich meine, dass auch etwas Burley hinzu gefügt wurde, was ich allerdings eher aus meinem Geschmackserlebnis folgere, als das ich es wirklich weiß. Doch dazu später!


Öffnet man die, wie ich finde sehr edel aussehende Dose, dann strömt einem ein süßlicher, deutlich bemerkbarer, nicht einzuordnender Geruch entgegen. Was immer das sein mag, die Chemie hat ihren Auftrag sehr zufriedenstellend erledigt. Machen wir uns nichts vor: Ein Tabak mit Apfelaroma ist nicht gesünder als eine kräftige Latakiamischung, weil sie mehr Vitamine enthält! Der Tabak befindet sich stark ineinander gepresst in der Dose und vermittelt ein ansprechendes Tabakbild. Die „Scottish Mixture“ lässt sich problemlos in die Pfeife stopfen, was natürlich der Schnittbreite geschuldet ist, allerdings muss man den Tabak mit etwas Feingefühl entnehmen und auflockern, um so die richtige Menge für die Füllung zu erhalten. Das Anzünden funktioniert ebenfalls völlig problemlos.


Nach dem Anzünden spürt man das beigefügte Aroma, und wie so oft, bleibt vom eigentlichen Tabakgeschmack wenig bis gar nichts übrig. Aber die Aromatisierung empfinde ich als sehr angenehm, wenn es mir auch nicht gelingt, mich in eine bestimmte Richtung festzulegen. Wenn also hier jemand von einem etwaigen Whiskey-Aroma spricht, dann möge er das tun. Wahrscheinlich ist das die Legitimation dafür, diesen Tabak als „Scottish Mixture“ zu bezeichnen, mehr aber auch nicht. Ansonsten würde ich die Geschmacksrichtung als überdeckend, aber auch zurückhaltend bezeichnen. Da nicht zu aufdringlich, klebt einem auch nicht die Schnauze zu. Und nun noch einmal zum Burley: Etwas nussig finde ich den Geschmack schon, was mich eben auf die dezente Dreingabe von etwas Burley schließen lässt. Aber möglicherweise liege ich damit auch vollkommen daneben.

Noch einmal zu betonen, dass man die „Scottish Mixture“ langsam verkonsumieren sollte, halte ich für überflüssig. Ein gedrosseltes Tempo sorgt für ausreichend Kühle. Der Schnitt ist hierfür geeignet. Und ist man dem etwas längeren Rauchgenuss, auch mit einem aromatisierten Tabak, nicht abgeneigt, dann empfiehlt sich auch hier die Benutzung eines größeren Pfeifenkopfes, denn das Aroma kann sich so viel besser entfalten. Besonders für Filterraucher! Leicht ist diese Mischung ohnehin, nichts für Leute, die etwas mehr Bumms im Kocher favorisieren.

Fazit: Der derzeitige Preis von immerhin € 12,- ist und bleibt für MICH ein viel zu hoher Preis. Ob der Name Davidoff mit bezahlt wird, kann ich nicht beurteilen. Fakt ist aber auch, dass ich zu dem Schluss komme, dass es sich um einen hochwertigen Tabak handelt. Die Verarbeitung ist tadellos, kaum Staub und keine Stränge in der Dose. Wer die „Danish Mixture“ vom gleichen Hersteller mag, sollte die „Scottish Mixture“ durchaus auch mal probieren. Wenn schon einen Hocharomaten, dann auch mal diesen hier. Die Raumnote ist übrigens gut!

Autor: Ralf Ruhenstroth

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