Willkommen bei Jogi-wan...

Willkommen bei Jogi-wan...

Sonntag, 30. Dezember 2012

DTM - Torben Dansk #13 Cappuccino

Den „Cappuccino“ habe ich eigent­lich nicht bestellt; er kam als Fehllieferung bei mir an. Aber da ich ihn als rauch­bar in Erinnerung hatte, habe ich ihn nicht zurück­ge­schickt, son­dern auf­ge­raucht (Auf dem Foto sieht man die Reste der Packung).


Und meine Erinnerung trügt nicht: ein anstän­di­ger und durch­schnitt­li­cher Tabak, der rauch­bar ist und ohne beson­de­res Geschmackserlebnis und ohne beson­dere Eigenschaften daher kommt.


Seinerzeit schrieb ich schon, dass mich der Geruch und Geschmack nicht so sehr an Cappuccino, wie ihn mir mein Lieblingsitaliener kre­denzt, erin­nert. Sondern mehr an lös­li­chen Kaffee.

An die­sem Eindruck hat sich nicht so viel geän­dert. Allerdings möchte ich heute hin­zu­fü­gen, dass sich das Aroma wirk­lich gut mit den Tabaken der Mixture ver­mischt und ver­trägt. Wie beim „Wappen von Hamburg“ ist die Aromatisierung eher eine Beigabe zum Tabak – und sie erschlägt den Tabak nicht. So mag ich Aromaten – nicht diese in ent­we­der Vanille-Ersatz-Aroma oder Fruchtkompott ersau­fen­den Hocharomaten wie es sie in Unmengen in den deut­schen Tabakläden zu kau­fen gibt.

Dezent ist das Aroma nicht; es ist immer ver­nehm­bar – auch noch am Ende der Füllung. Der „Cappuccino“ lässt sich ein­fach rau­chen und belas­tet nicht. Auch der Raumduft ist eher tabakecht warm, mit einem Hauch der Aromatisierung.

Fazit:
Ein guter Aromat mit Anklängen von natur­be­las­se­nen Tabaken. Nichts, was vom Hocker haut; aber auch nichts, das ich ableh­nen würde (und werde). Grundsolide und von der typi­schen Tabakqualität, die alle DTM-Tabake auf­wei­sen, die als Mischtabake oder eben Timm- und Torben-Danks-Tabake daher­kom­men.


Autor: Nic Frank
Besuchen Sie auch Nics Bloghaus

DTM - Wappen von Hamburg

Ich bin der­zeit dabei, Tabake wie­der zu ent­de­cken, die ich bereits seit Jahren kenne. So auch den „Wappen von Hamburg“, von dem ich im Laufe der letz­ten 15 Jahre meh­rere Kilogramm in Asche ver­wan­delt habe.

Es ist fast nicht zu glau­ben, dass es einen Tabak gibt, den ich bereits so lange kenne und des­sen Produktion noch nicht ein­ge­stellt wurde. Denn die­ses „Glück“ habe ich – beson­ders bei DTM-Tabaken – schon einige Male erle­ben müs­sen. Ich will sie nicht alle auf­zäh­len, aber dass es den „Timm 1000“, den „Kobenhavn No. 37“, den von mir sehr geschätz­ten „Likedeeler“ und zu schlech­terletzt den „Ocean Liners ready rub­bed“ nicht mehr gibt, ist sehr bedau­er­lich. Nun, immer­hin ist der „Wappen von Hamburg“ in der – auch aus­ge­dünn­ten – “Hamburger Serie” von DTM/Dan Pipe noch erhält­lich. Ich hoffe, er bleibt es auch nach die­sem Review.

Michael Karrengarn hat vor Jahren das Geheimnis hin­ter die­sem taba­ckech­ten Aromaten gelüf­tet: Der „Wappen“ ist “ursprüng­lich als Quermischung ver­schie­de­ner ande­rer Sorten aus unse­rer Eigenmarkenreihe ent­stan­den” – inzwi­schen wird er aber wohl gezielt gemischt.

Die Grundmischung des Tabaks ist eine typi­sche DTM-Mixture wie man sie auch aus den Tabaken der Torben-Dansk-Serie kennt. Nichts über­wäl­ti­gen­des, aber dafür grund­ehr­lich. Auch der „Wappen“ ist ein Tabak, der nicht mehr ver­spricht, als er ein­lö­sen kann.

Im Tabak, der ein schö­nes Tabakbild hat, fin­den sich immer wie­der auch Flakestücke. Auch (lei­der) ab und an feste Strünke, die man tun­lichst in die Mitte der Füllung stop­fen sollte – oder gleich ganz ent­fer­nen. Die Aromatisierung ist fruch­tig, ohne dass ich sagen könnte, wel­che Frucht hier Pate stand. Irgendetwas bee­ri­ges viel­leicht. Nicht auf­dring­lich, aber auch im Geschmack und Geruch immer anwe­send.

Der Geschmack ist recht nah am natür­li­chen und wür­zi­gen Geschmack der ver­wen­de­ten Tabake, die Aromatisierung gibt etwas Fülle hinzu. Man darf keine Geschmacksexplosion im Mund erwar­ten, kei­nen noch-nie-erlebten-Geschmack. Dafür aber einen All-Day-Smoke, der ohne Anstrengung auch neben­her geraucht wer­den kann, nicht son­der­lich viel Power hat, aber dafür die Eigenschaft, dass man davon am Tage meh­rere Pfeifen rau­chen kann, ohne dass er lang­wei­lig wird. Es bleibt ein wenig weiß-graue Asche übrig (was für die Qualität der Grundtabake spricht), durch­setzt mit unver­brann­ten Strünken von BC (hier wer­den die Blattachsen mit­ver­ar­bei­tet). Er ist nicht sehr stark – aber auch kein Leichtgewicht, dass nur heiße Luft prä­sen­tiert

Es emp­fiehlt sich den Tabak etwas abtrock­nen zu las­sen, in der frisch geöff­neten Dose ist er etwas zu feucht – es bil­det sich ein wenig zu viel Kondensat für mei­nen Geschmack. Aber das gibt sich nach ein paar Tagen von selbst. Der Raumduft ist ange­nehm, ohne auf­dring­lich zu sein.

Fazit:
Der „
Wappen von Hamburg“ ist und bleibt wei­ter­hin ein emp­feh­lens­wer­ter Tabak für jeden, der ab und an mal naschen möchte, aber um Hocharomaten einen wei­ten Bogen macht. Ein grund­ehr­li­cher Tabak von guter Qualität zu einem fai­ren Preis.


Autor: Nic Frank
Besuchen Sie auch Nics Bloghaus

Dienstag, 25. Dezember 2012

Tabak: Solani - Virginia Flake (with Perique) - Blend N° 633

Es ist wirk­lich eine kleine Ewigkeit her dass ich den Tabak in mei­nen Pfeifen hatte. In mei­ner Erinnerung ist der Solani „Virginia Flake with Perique (Blend 633)“ ein guter Virgina-Flake mit deut­li­chem Anklang an Perique.

Doch ent­we­der hat sich der Tabak ver­än­dert im Laufe der letz­ten elf Jahre – oder ich. Denn damals beschrieb ich ihn noch als Nikotinbombe; das stimmt so heute nicht mehr. Auch war der Flake in mei­ner Erinnerung süßer. Was ich heute jedoch aus der Dose ent­nehme und in die Pfeifen stopfe ist eher einer der stren­gen, gra­si­gen Virginias. Und der Perique kommt mir nicht mehr pflau­mig vor; son­dern ver­strömt einen eher leicht unangenehm sauer-fauligen Geruch. Wer ein­mal seine Nase in ein Fass Perique gehal­ten hat weiß, was ich meine.



Nichtsdestotrotz ist der Solani „Virginia Flake with Perique“ ein guter und außer­ge­wöhnlicher Flake geblie­ben.

Anders als ich es 2001 beschrieb las­sen sich die wirk­lich schön anzu­se­hen­den Flakescheiben gut von­ein­an­der tren­nen und ein­fach nur gefal­tet und geknickt in Pfeifen jeg­li­cher Größe stop­fen. Der Tabak hat die rechte Feuchte und Konsistenz; er zer­brö­selt nicht, aber er ist auch nicht gum­mi­haft stör­risch. Ein paar Zündversuche und der Tabak glimmt bis zum (oft über­ra­schen­den) Ende zu fei­ner, grauer Asche her­un­ter.

Der Geschmack – und das soll der Schwerpunkt sein – der Geschmack ist ein Erlebnis. Ich muss aller­dings vor­aus­schi­cken, dass ich den Tabak immer ohne Filter oder mit Papierfiltern rauchte; nur so las­sen sich die manch­mal über­ra­schen­den Nuancen erkun­den. Die bereits im Geruch anwe­sende Strenge der Virginias ist auch im Geschmack deut­lich ver­nehm­lich. Keine vor­der­grün­dige Süße ist da; nur wenn man die Pfeife aus dem Mund nimmt und einen Moment ablegt – und natür­lich nach dem Rauchen – bleibt ein selt­sa­mer süßer Geschmack auf der Zunge. Doch der ist wohl eher dem Perique geschul­det; der abso­lut die erste Geige im Orchester spielt. Da ist nichts von vor­neh­mer Zurückhaltung zu erschme­cken. So wie der Perique schon den Duft aus der Dose prägt, ist er auch im Geschmack domi­nant. Hier jedoch nicht muf­fig und ein wenig ekel­er­re­gend. Sondern als voll­mun­di­ges, immer wie­der über­ra­schen­des Geschmackserlebnis. Es ist wie eine ein klit­ze­klei­nes wenig ver­sal­zene Suppe: Man schmeckt den Perique per­ma­nent und immer; aber nicht so, als wäre es zu viel. Ein hal­bes Prozent mehr davon und der Tabak wäre lang­wei­lig gewor­den. So jedoch ist der Geschmack wie eine Gratwanderung und gerade so noch aus­ba­lan­ciert.

Es macht (mir) Spaß, die­sen Grat zu bewan­dern. Anfangs kommt der Tabak noch rela­tiv unspek­ta­ku­lär daher; die ers­ten Züge erin­nern eher an Zigarettentabak – wie der schwarze „American Sprit (with Perique)“, den ich mir ab und an ganz gern drehe. Doch im Laufe der Füllung – und abhän­gig von der Größe der Pfeife – wird der Tabak immer kräf­ti­ger. Das meint den Geschmack ebenso wie den Nikotinanteil. Halsdrücken – wie frü­her – macht der Tabak mir nicht mehr. Aber eine Pfeife von der Größe wie die auf dem Foto sät­tigt dann schon für ein paar Stunden. Wer also nicht son­der­lich niko­tin­re­sis­tent ist, sollte den Solani „Virginia Flake with Perique“ nur aus klei­nen Pfeifen genie­ßen.

Fazit:
Der Flake führt seit gut zwölf Jahren ein Nischendasein auf dem deut­schen Tabakmarkt. Er ist aber auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Man lernt den Perique ken­nen und schät­zen. Ganz sicher wer­den nicht wie­der 12 Jahre ver­ge­hen, bis ich den Tabak mir wie­der kaufe; aber für den täg­li­chen Gebrauch sind mir die süßen Virgina’s dann doch lie­ber.


Autor: Nic Frank
Besuchen Sie auch Nics Bloghaus

Montag, 24. Dezember 2012

Ernten, was man nicht gesät hat!

Zuletzt sah man die Herrschaften der Pfeifen- und Tabakindustrie auf der Intertabac ihre Lach-und Sakkofalten glattstreichen. "Ja", so heißt es im Brustton erbrachter Leistung "die Nachfrage nach der Pfeife sei wieder gestiegen... auch und gerade bei jungen Leuten. Man sehe deutlich den Trend und sei mit sich zufrieden."

 
Zufrieden? Schön... aber womit eigentlich? Womöglich mit nichts? Denn nichts ist genau das, was die Pfeifenindustrie im vergangenen Jahr für das Interesse des Nachwuchses getan hat.

Da werden von Mac Baren Tabakseminare für Fachhändler abgehalten. Feine Sache, doch damit die Verkaufskraft ihr erworbenes Wissen auch gewinnbringend an Frau oder Mann bringen kann, muss der potentielle Interessent erst einmal vor der Theke stehen. Von sich aus... denn die Industrie tut nichts, um Menschen erst einmal "die Sache Pfeife" näher zu bringen. "Schnupperseminare" für eventuelle Pfeifensympathisanten? Fehlanzeige!

Herr Eckert von Vauen zeigt sich bemerkenswert gut informiert über die Internet-Communitys . Er erkennt die großartige Arbeit an, die dort "ehrenamtlich" für die Pfeife geleistet wird. Was also tut er zur Unterstützung dieser Arbeit? Äh...nichts!


Bei der STG spielt die Pfeife ja ohnehin nur noch die zweite Geige... und doch bringt auch dieses Instrument noch gut Geld in die Kasse... Motivation genug, auch hier etwas für die Nachwuchsförderung zu tun. ...und? Was ist dem Branchenriesen eingefallen? Sie ahnen es schon: nichts!

Na und? Soll sich doch der Fachhändler intensiv darum kümmern, neue Kunden für den Pfeifenbereich zu rekrutieren! Würde er wohl auch gerne... vielleicht mit attraktiven Proben, schönen Einsteiger-Aktionen, guten Werbeideen... und was erwartet ihn an Unterstützung? Richtig: nichts! Das Einzige, was der Industrie immer noch einfällt, sind ihre "Einsteiger-Sets". Zumeist in einer Qualität, für die sich die Herrschaften eigentlich selbst wegen Geschäftsschädigung anzeigen müssten!

WENN dann die Industrie auf die Idee kommt, gemeinschaftlich eine "Aktion für die Pfeife" zu starten und dafür ordentlich Geld in die Hand nimmt, kommt dabei nur ein peinlicher Schlag ins Wasser zustande. So, wie die Kampagne unter Führung des "Elite-Fachmanns" und Sexismus-Clowns Klaus Hölters, der für gutes Geld mit Pfeifen und Tabaken durch die bierselige Atmosphäre der Studenten-Verbindungen zog, um dort mit seinen (kostenlosen) Gaben um sich zu werfen, wie der Nikolaus mit den Nüssen.

Mit deftigen Zoten und glasigen Augen feierte man sich dort als künftige Elite und potentielle Pfeifenraucher ab. Alles nur, weil die Industrie die Pfeife immer noch auf Teufel komm' heraus in die (angeblich) intellektuelle Ecke schieben will. Ein Vorhaben, dass gar nicht weiter weg von den tatsächlichen Begebenheiten entfernt sein könnte. Doch, wie die reale Musik tatsächlich spielt, hört man natürlich nur, wenn man nicht zu abgehoben ist, um die Ohren auch mal aufzusperren!


Der STG, z.B., ist für ihr Lieblingskind, die Zigarre, nichts zu teuer. Da werden sogar "Luxus-Events" mit Promi-Beteiligung in Clubs und Hotels zelebriert. In Sachen Pfeife scheint ihre ganze Konzentration dem Versuch zu gelten, Stanwell und Peterson durch fragwürdige und überteuerte Qualitäten endgültig zum Gespött zu machen.

Dabei ist die Erwartung an die Industrie weder unberechtigt, noch übertrieben.


Es geht gar nicht darum, die Pfeife auf "Luxus-Feten" hochleben zu lassen. Nur ein paar Ideen (nackte Frauen auf Pfeifenplakaten sind keine Idee, liebe STG... DAS ist nur peinlich), ein paar lokale Aktionen, ein wenig Unterstützung für die Händler und die Leute, die sich hier und in anderen Foren, Blogs und Communitys liebevoll auch um die Interessenten und den Nachwuchs kümmern... das wäre doch schon was.

Sich selbstzufrieden zurücklehnen und sich daran erfreuen, dass andere Leute die (kostenlose) Arbeit machen - das reicht nicht... auch, wenn es der mittlerweile üblichen Mentalität entspricht.

Die Pfeife hat wieder Zuwachs und eine Chance... und was tun sie, liebe Industrie? NICHTS!!!

Lieben Dank dafür!


Autor: Ralf Dings

Dienstag, 18. Dezember 2012

Tabak: Tabacum - Flake #222

Pfeifentabak-Hausmarke vom Tabacum in Stuttgart. Folgende Beschreibung findet man auf der Internetseite über den „Tabacum Flake 222“:
Dieser exotisch anmutende, mittelstarke Flake-Tabak aus 100 % Virginia wurde sorgsam mit duftenden, zarten Aromen von Koriander und Rosenöl zur Perfektion gebracht. Eine finessenreiche Spezialität. 100 % Virginia Flake – Koriander Rosenöl”


Fand ich interessant. Zum einen klingt die Kombi von Koriander und Rosenöl schon mal, sagen wir, außergewöhnlich… Und dann auch noch als Aromatisierung eines Pfeifentabaks!? Der erste Eindruck nach dem Öffnen der 100 g Dose war durchaus vielversprechend: Ca. 5 cm breite, 20 cm lange, gelbbraune Tabakstreifen sind ordentlich zu einem Kringel in der Dose zusammengelegt.



Und dann der Duft… Leckerst! Süßer Virginia, mit fruchtiger Note von Trockenpflaumen und vielleicht Rosinen. Leichte alkoholische Note. Damit verwoben dann tatsächlich eine Prise Koriander, allerdings ohne die Strenge des puren Gewürzes. Habe, ich gebe es freimütig zu, im direkten Vergleich zum Tabak an einer Dose getrocknetem Koriander geschnuppert. Sonst hätte ich die Note im Tabak wohl nicht isolieren können, sie ist nicht besonders prägnant. Ach ja, das Rosenöl habe ich nicht wahrnehmen können. Macht aber „nix“, alle Geruchskomponenten passen wunderbar zusammen, die Gesamtkomposition ist sehr gelungen, individuell, und weckt vor allem Vorfreude aufs Rauchopfer!

Zu Beginn war der Tabak aus meiner Dose etwas zu feucht, das Anzünden und Durchrauchen hat mir etwas Probleme bereitet. In Summe ein paar Stunden mit geöffnetem Deckel trocknen lassen hat geholfen. Die besten Stopf-Erfahrungen habe ich mit der Knick-Falt-Methode gemacht: Einen Strang der knapp doppelten Höhe der Tabakkammer einmal in der Mitte knicken, nochmal falten, und dann das entstandene Päckchen ohne Druck in die Pfeife geben. Oben noch ein paar Tabakschnipsel vom Boden der Dose drauf erleichtern das gleichmäßige Anzünden.

Den Geschmack finde ich bei vielen Füllungen dann eine echte Offenbarung! Der leckere Geschmack der qualitativ hochwertigen Virginias wird durch eine deutliche Süße unterstützt, aber nicht überdeckt. Die Aromatisierung muss ebenfalls sehr hochwertig sein, da sich die Aromen des Tabakdufts voll im Rauchgeschmack wiederfinden. Wie gesagt, viele Füllungen schmecken einfach grandios…

Manchmal allerdings… keine Ahnung, woran es liegt: Manchmal schmeckt der „Zwozwozwo“ einfach nur nach verbranntem Gras. Gleiche Pfeife, gleiche Stopftechnik, gleicher Filter, gleicher Steffen: Völlig anderer Geschmack, schlechter Abbrand, heiße Pfeife… Kann gut sein dass es an mir liegt, ich bin nicht sonderlich erfahren mit Flakes. Aber andere Tabake sind auf jeden Fall deutlich konstanter im Geschmack!
Habe den Tabak mit Aktivkohlefilter, Balsaholz und ‘mit ohne’ Filter getestet. Am besten fand ich den Kohlefilter: Bei beiden Alternativen wurde es gegen Ende der Füllung kratzig im Hals.

Fazit:
Ein sehr guter Tabak! Ich habe erstaunlich oft zum Tabacum „Flake 222“ gegriffen, so dass meine 100g Dose nun bald leer ist. Immer in der Hoffnung, die Diva an einem der hervorragenden Tage zu erwischen… In Summe empfehle ich den „222“ Virginiafreunden mit Flake-Erfahrung, die vermutlich meine Probleme mit dem Rauchverhalten des Tabaks nicht oder zumindest weniger haben werden. Die interessante Aromatisierung ist auf jeden Fall einen Versuch wert!
Hier kann man den Tabak online ordern: Tabacum Online-Shop


Autor: Steffen Dressler

Besuchen sie auch den Gourami-blog

Montag, 17. Dezember 2012

Gandalfs Jünger und die Folgen!

Ja, der Mensch ist so! Wenn er sich im gemeinschaftlichen Rausch befindet, leidet seine Zurechnungsfähigkeit sehr. Das wissen auch die Marketing-Strategen und gerade im Bereich Filme und Serien gelingt es ihnen immer öfter und leichter, einen "Hype" zu entfachen. Spätestens seit der "Herr der Ringe"-Trilogie sind auch die Pfeifenraucher und -fans zum Zielgebiet ihrer Verdienstbemühungen geworden.

Kein Wunder, gehörten doch schon die gedruckten Werke und ihr Autor seit langer Zeit ins "Sympathie-Umfeld" der Pfeife. So bescherten uns die Verfilmungen die passenden Pfeifen aus dem Hause Vauen. Überteuert seien sie, hieß es schnell aus scheinbar berufenem Munde... und das Vauen sich daran eine goldene Nase verdiene. Die Realität sah ein wenig anders aus. Die "goldene Nase" verdiente sich eher die Rechte-Gesellschaft, da die Lizenzgebühren, die Vauen zahlen musste, unglaublich hoch waren. Dazu bemühte sich Vauen redlich um anständige Qualität und ebensolche Umsetzung recht komplexer Formen.

Das trieb die Pfeifen in Preisregionen, wo Spontankäufe eher selten sind... und es trug der Firma Vauen etliches an Häme ein... vor allem von uninformierten Leuten, die mit ihrem "Brutto für netto-Denken" Herrn Eckert schon auf dem goldenen Thron sahen. Bei aller Gehässigkeit wurde gern übersehen, dass Vauen hier nicht nur Devotionalien für eifrige Jünger schuf, sondern ernsthaft zu nutzende Rauchgeräte.

Ein gutes Geschäft wurden die HdR-Pfeifen nicht. Einmal fehlte die wirkungsvolle, weltweite Werbung... und den Rest erledigten die Preise. Trotzdem haben "Bilbo", "Gandalf" und "Aragorn" den Weg in meine Sammlung gefunden.


Ich fand und finde sie schön und rauche sie gern... trotz der Preise und der Tatsache, dass sie nicht einmal den Originalpfeifen aus den Filmen entsprechen. ...und wenn man sieht, welcher Preis-Irrsinn mittlerweile von skrupellosen Geschäftemachern und Sammlern mit Torschluss-Panik um die nicht mehr erhältlichen Pfeifen entfacht wurde, müssen die seinerzeitigen Neupreise schon als Angebot gelten!

Vauen bekam jedenfalls die Prügel, die andere Firmen mehr, als verdient hätten. War man in Nürnberg noch auf Qualität bedacht, zockten Fantasy-Artikel-Versender, wie "Elbenwald" Fans und Raucher richtig ab. Da wurden überzählige Einzelteile bei Vauen erworben und zu "Waldläufer-Pfeifen" zusammen gesteckt und charakterlose Stanwell-Mischungen umgesackt und in bunter Verpackung als "Herr der Ringe-Tabake" vertickt. Nur ein Beispiel dafür, dass legal nicht gleich anständig ist.

Jetzt steht neuer Irrsinn ins Haus und die Augen der Vermarkter triefen bereits vor Gier. Jeder fragte sich, wann wohl die Pfeifen zum "Hobbit" kommen und wer sie wohl macht. ...und dies hier ist der erste Teil der Antwort:


Nein, ich habe dieses "Meisterwerk" auch noch nicht begutachten können - daher steht mir keine Kritik zu. Ich möchte nur ein paar Dinge zu bedenken geben und vor voreiligen Kaufentschlüssen warnen. Keiner weiß, wer sie macht und wo diese Teile geschnitzt werden. Eine Herstellerangabe entfällt (zur Sicherheit) jedenfalls völlig. Die "Fachhändler" geben als Material "HOLZ" an... was einen weiten Interpretationsspielraum zulässt.
Weiter wird dieses Exponat als "voll funktionstüchtig" beschrieben. Nun, das ist eine Stutenkerl-Pfeife (soweit noch aus Ton gefertigt) auch!

Wichtig sind im Text immer die Phrasen "original" und "lizensiert". Wirkt wichtig, sagt aber nichts über die Wertigkeit aus. Der Gesamteindruck dieses Rauchgerätes lässt schon heftige Zweifel aufkommen. Nun, diese Pfeife kostet ja auch "nur" 89 €. Wer sie zur Anschauung in seinem Hobbit-Schrein erwerben will, wird wohl nicht zögern. Romantisch veranlagten Neueinsteigern in die Leidenschaft Pfeife sei aber geraten, diese Investition wohl zu überlegen. Zumal, wenn man bedenkt, dass man sich schon für € 20 – 30,- mehr von Spezialisten wie Peter Lehmann seine, ganz eigene Vorstellung der Hobbit-Pfeife machen lassen kann und dann ein individuelles Einzelstück erhält, was nicht nur gut aussieht, sondern sich auch hervorragend rauchen und genießen lässt!


Übrigens ist mir bei der Recherche zu diesem Artikel aufgefallen, dass es z.B. zu einer meiner Lieblingsserien "Game of Thrones" noch gar keine passende Pfeife gibt. Ich habe rasch mal ein paar Einzelteile zusammen gesteckt...


...ob ich die auch für 80 € verkaufen und mir so eine goldene Nase verdienen kann?

Bei aller Begeisterung für tolle Geschichten... auch in Sachen "Hobbit"... werden in nächster Zeit etliche Unsäglichkeiten und Mogelpackungen auf dem Markt erscheinen. Bevor sauer verdientes Geld in aufgeplustertem Durchschnittskram verschwindet, schadet ein Moment der Besinnung sicher nicht!

"Ich sprach laut mit mir selbst. Eine Angewohnheit der Alten: Sie wählen den Klügsten der Anwesenden aus, um mit ihm zu reden; die langen Erklärungen, die die Jungen brauchen, sind ermüdend!"
(GANDALF)


Autor: Ralf Dings

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Cornell & Diehl - Reverie

Der „Reverie“ von Cornell & Diehl gehört in deren „Serenity Series“, was Gelassenheit ausdrücken soll. Für das Parallelunternehmen GL Pease lassen sich die Damen und Herrschaften zuweilen etwas kreativere Namen einfallen, auf der anderen Seite ist das auch vollkommen unwichtig. In der Dose ist fast alles schwarz und dunkelbraun, ein Loose Cut. Eine Zusammensetzung aus hauptsächlich Black Cavendish, Burley, dazu etwas Latakia, Perique und Orients. Oben drauf zur Veredelung ein Nussflavor und Bohnen. Bohnen??? Das kann man so nicht stehen lassen, mir fällt aber auch nicht ein, was das sein sollte. 

 
Der Duft ist an sich recht angenehm, dieses dezente Flavor und der Latakia bestimmen den Geruch. Aber der Latakia hält sich vornehm zurück, keineswegs aufdringlich. Hat man die Pfeife sorgfältig gestopft lässt sich die Mischung sehr leicht entzünden. Das Döschen hier ist schon etwas länger geöffnet, der Tabak ist keineswegs zu feucht. Der „Reverie“ ist sicherlich kein Aromat, wenn überhaupt, dann ein sehr dezenter, dessen Kundschaft wahrscheinlich doch eher bei den Freunden naturnaher Mischungen zu finden ist.

 
Es wird schnell deutlich, dass zu schnelles Ziehen mit Geschmacklosigkeit bestraft wird, sanft genossen gibt es ein nettes Wechselspielchen zwischen etwas Nuss, neben dem Flavor wird wohl auch der beigefügte Burley etwas mithelfen, und einer ganz dezenten Rauchigkeit. Hin und wieder schwingt etwas Saures mit. Das könnte vom Perique stammen, der sicherlich auch die Stärke des Tabaks anhebt.

Ansonsten raucht sich das Kraut problemlos runter, im Kopf findet man zusehends dunkelgraue Asche. Der Raumduft ist nicht zu beanstanden, auch wenn Orients und Latakia leicht feststellbar sind. Die Tür sollte man hinter sich schon schließen, um nicht zum Stein eines Anstoßes zu werden. Insgesamt für mich ein grundsolider Tabak. Ob ich mir den bestellen werde? Schwer zu sagen, das Angebot an herausragenden US-Tabaken ist sehr groß. Am ehesten punktet der „Reverie“ bei mir, weil der Latakia wirklich nur als Würztabak fungiert, für echte und hart gesottene Latakia-Fans ist das hier die falsche Adresse.


Autor: Ralf Ruhenstroth

Samstag, 8. Dezember 2012

Samuel Gawith - Kendal Plug

Ich gebe es zu: So ein Stück Tabakkuchen macht mich an. Was Samuel Gawith mit seinem „Kendal Plug“ angerichtet hat, lässt mein Auge stets leuchten. Das dürfte vom Geruch und vom Aussehen (fast) derselbe Tabak wie der „Best Brown Flake“ sein. Pure Natur, nicht einmal eine Spur Heu ist in der Nase feststellbar, und im Aussehen ist der Plug etwas dunkler als sein Bruder „Full Virginia Plug“ aus selbigen Hause.


Die Prozedur der Zubereitung ist bei einem Plug klar, sanft und locker die Cubes in die Pfeife rieseln lassen und los geht es. Anders als der Stoff in manchen Dosen von Samuel Gawith ist hier nichts zu feucht. Die Pfeife lässt sich also gut anzünden und schon bei den ersten Zügen macht sich eine sanfte und angenehme, natürliche Süße breit. Der Abbrand ist kühl, sanft, langsam... und wenn man das Schritttempo beachtet, dann offenbaren sich neben der Süße der Virginias auch noch Würznoten. Wo die auch immer herkommen, keine Ahnung!

Ganz so stark wie manch andere diesen Tabak beschreiben empfinde ich ihn nicht. Für mich befindet sich der „Kendal Plug“ noch immer im mittelstarken Bereich, aber wahrscheinlich bin ich da nicht der Maßstab, zumal ich für gewöhnlich sanfte Aromaten stets umgehe. Die Asche im Kopf ist recht hell, der Duft im Raum Virginia-typisch. Leider gibt es den „Kendal Plug“ in Deutschland nicht zu kaufen. Das ist sehr bedauerlich und an sich auch ärgerlich, und ich habe noch keine Notiz von Kohlhase & Kopp (die inzwischen den Vertrieb in Deutschland übernommen haben) vernommen, warum und wieso das so ist. Ein Gaumenschmaus für Liebhaber natürlicher Tabake!!! Ein Glück für unsere Freunde in der Schweiz, für die der „Kendal Plug“ stets erreichbar ist. Ein bisschen Neid kommt da bei mir auf...


Autor: Ralf Ruhenstroth

HU Tobacco - United Passion Flake - Dockworker

Herstellerbeschreibung: Ein kräftiger, schokoladig-würziger Malawi Burley steht beim Dockworker Flake im Mittelpunkt. Ergänzt wird dieser von würzigem Orient und Virginias aus Zambia, Indien und den Philippinen. Das Ergebnis ist ein süß-würziger Blend mit herrlicher Burley/Orient Note. Diese nicht alltägliche Mischung überzeugt mit einem sehr komplexen und schön ausbalanciertem Geschmacksbild. Ein mittelkräftiger bis kräftiger Flake für Anhänger prägnanter, urwüchsiger Tabake. No added Flavour!

Der „Dockworker“ kommt von der Dosenaufmachung und der Schnittbreite der Flakescheiben wie eine Dan Pipe Mischung daher, einfach zu stopfen und anzuzünden/zu rauchen.

Copyright: http://www.hu-tobacco.de/

Die Mischung besteht aus viel Virginia, 12% Orient und 20% Burley, das Aroma ist tabakecht mit Naturnoten nach dunkler Schokolade und einem Hauch Vanille.

Voll und tief im Aroma entsteht so ein leicht würziger Genuss mit ausreichend Süße,
ohne Schärfe oder bittere Noten.

Ein Flake mit Charakter und viel Geschmack!

Stärke: medium
Preis: € 9,50,-/50 g (Stand 12/2012)


Autor: Manfred Arenz

HU Tobacco - The Blender's Pride - Herbal Fruit

Herstellerbeschreibung: „Herbal Fruit“ - die heißen Tage sind vorüber und der Spätsommer mit seiner entspannten Melancholie hält Einzug. Das sind die Augenblicke, in denen ein ruhiges Pfeifchen im Freien einen besonderen Genuss darstellt. Der „Herbal Fruit“ ist ein kräftiger Fire Cured Kentucky Broken Flake, der mit einem verführerisch fruchtigen Flavour zart abgetönt wurde. Erdig - natürlich, dezent fruchtig und süß. Der ausdrucksstarke Kentucky Broken bietet die optimale Ergänzung zu den fruchtigen Tönen der Aromatisierung. Das Ergebnis ist wie die warme Sonne eines schönen Spätsommertages. Intensiv und kräftig, dabei doch zart und fruchtig. 

Copyright:http://www.hu-tobacco.de/
 
Herbal Fruit“ ist ein Aromat, allerdings erlebt man die erste Überraschung bereits beim Anblick der Mischung: Dunkel, kurz-faserig gebrochener Flake, dazu ein cremig fruchtiges Aroma nach Beeren.

Das Stopfen ist daher in Pfeifen jedweder Brennkammer problemlos, ebenso das Anzünden.


Die ersten Züge dominiert ein fruchtiges Aroma, das mich zuerst an den Larsen „Signature“ erinnert (obwohl der gänzlich anders gemischt und geschnitten ist). Im Verlauf der Füllung kommen kräftigere Noten dazu, als hätte man dem „Signature“ noch etwas Dark Kentucky Flake von Orlik hinzugefügt.

Der Geschmack ist eine ausbalancierte Kombination aus Virginia, kräftigerem Kentucky und einer jederzeit präsenten Fruchtnote, die zwar nicht genau definierbar ist, aber auch nicht künstlich oder gar pappig wirkt – ein gelungener Crossover Tabak.

Der Abbrand ist vorbildlich, Kondensat entsteht kaum und der Tabak ist irgendwann einfach sauber auf geraucht. Eine gelungene Mischung für Aromaliebhaber, die etwas körperreichere Tabake mögen!

Markenname The Blender's Pride – Herbal Fruit
Aroma: Fruchtcocktail, Mango, Karamell
Stärke: medium
Preis: € 22,10,-/100 g (Stand 12/2012)


Autor: Manfred Arenz

John Aylesbury - Sir John's Curly Cut

Herstellerbeschreibung: Ein reiner Curly Cut, am Strang gesponnen und in Scheiben geschnitten, abgerundet mit Dark Fired Cavendish. Ein ausgeprochen milder Tabakgenuss für die Freunde von naturbelassenen Mischungen. weich und natürlich im Geschmack; mit einem ganz dezenten, kaum wahrnehmbaren Top Flavour.
Eine reine Curly-Mischung, wie man sie von Mac Baren kennt. Vom Aussehen ähnlich dem „Dark Twist“ mit seinen großen Scheibchen, der Geruch tabakecht mit höchstens zu erahnendem Hausflavour richtung Honig, ansonsten würziger durch den dark fired Cavendish.


Da kaum eine Pfeife einen genügenden Brennraumdurchmesser zum Aufeinanderstapeln der Scheiben aufweist, mus der Tabak entweder zerrubbelt, zu einem Zylinder gerollt oder aufgedreht werden. Einen vernünftigen Abbrand zur 2. Hälfte der Füllung habe ich mit keiner dieser Methode erzielen können – der einzige Wermutstropfen dieser Mischung! Curly-typisch wurden auch eine Menge „Stengel“ mit eingerollt, die den Abbrand ebenfalls
nicht sehr fördern.

Das Anzünden sollte gründlich erfolgen, ansonsten geht der Curly Cut sehr schnell und oft aus, der Tabak dehnt sich etwas beim Brennen aus. Der Geschmack wird weitgehend vom würzigen braunen Cavendish getragen, ein wenig Schärfe wie Pfeffer rundet den Virginia-Geschmack ab und kitzelt mild den Gaumen. Dadurch wird der Rauchverlauf recht abwechslungsreich.
Stopft man nicht sorgfältig (nach), kann etwas mehr Kondensat als üblich entstehen, gegen Ende der Füllung geht der Tabak häufig aus und zumindest ich konnte ich ihn nie ganz durch rauchen….

Für Fans der Mac Baren Curlys sicher ein Muss, etwas würziger und kantiger als der „Dark Twist“. Einsteiger sollten wegen der Brenneigenschaften lieber den „Dark Twist“ versuchen.

Hersteller: Mac Baren
Stärke: medium
Preis: € 18,75,-/100 g (Stand: 12/2012)


Autor: Manfred Arenz

Freitag, 7. Dezember 2012

Broken Pipe - Eckhard Seemann

Letzte Nacht erreichte uns die Nachricht, dass Eckhard Seemann, der Piepenmoker, am 05.12.12 plötzlich und unerwartet verstorben ist. Er war ein sehr lieber Freund, ein großartiger Pfeifenmacher, der mit seinem Herz immer nah an der Basis war. R.I.P. mein Freund, Jogi

Copyright: http://www.piepenmoker.de/




Montag, 3. Dezember 2012

Tabak: McClelland - Christmas Cheer 2012

Als mich diese Dose erreichte, war ich zugegebener Maßen überrascht. Ein Freund (Nichtraucher), der mir ab und an US Tabake mitbringt strahlte, als er mir sagte, dass man Ihm diese Dose besonders empfohlen hatte. Ich sah den kleinen Aufkleber mit $ 29,- und dachte nur: Kein Wunder. Ich befürchtete einen Aromaten erwischt zu haben, da ich bisher keine roten Dosen von McClelland kannte. Nach genauerem studieren des Labels stellte sich Erleichterung ein. Denn dort stand „Handblended, premium pressed Viginia flake pipe tobaccos. A fine vintage, naturally sweet, in limited quantity“.



Beim Öffnen der Dose machte sich ein bekannter Duft breit. Ketchup! Jedoch ist ein deutlicher Unterschied zu den in hellen oder dunkelbraunen Dosen daherkommenden Burschen aus gleichem Hause zu vernehmen. Nun folgte das Beäugen des Tabakbildes und eine gewisse Vorfreude kam auf. Sogleich wurden einige Stückchen zwischen Daumen und Zeigefinger aufgerubbelt und zum Atmen auf einem Kaffeefilter ausgebreitet. Eine passende Pief für das erste Rauchopfer gewählt und was dann geschah, lässt sich einfach beschreiben.

Anerkennend hoben sich meine Augenbrauen und zufriedenes Lächeln machte sich breit. In den folgenden Tagen wurden ca. 20g in mFi Rauchhölzern geopfert und die Begeisterung wusste zu wachsen. Glücklicherweise besann ich mich der Tugend, einen Ami auch mal oFi zu verrauchen. Zu Beginn der Füllung tat ich mich etwas schwer, was als hauptsächlicher Filterraucher verständlich sein mag. Aber dann… Wow! Dieser Tabak gehörte ab diesem Tag in eine Meerschaum ohne Filter. Wenn er erst einmal Marschtemperatur erreicht hat, entwickelt er in vielfältigen Facetten einen herrlichen Virginia-Genuss, bei dem das Runterrauchen Freude macht. Selbst wenn die Gier am Nuckel zuschlägt wird er nicht zickig und verträgt das Nachzünden.


Mein Fazit: Eine Bereicherung für alle, die auf „#22“, „#24“, „#27“ oder Kandidaten wie „St. James Woods“, „Dark Star“ und die leckeren Bulks „2010“ und „2015“ stehen.


Autor: Stefan Rehm

Montag, 26. November 2012

USA: The Iwan Ries Lounge

Wer denkt, dass es (Pfeifen-) Rauchern in Deutschland besonders hart mit restriktiven Rauchverboten getroffen hat, dem ist die gegenwärtige Situation in den USA nicht bekannt. Ja, im Heimatland gigantischer Tabakkonzerne und weitflächiger Tabakanbaugebiete macht sich eben auch in diesem Bereich ein „change“ bemerkbar. War Rauchen hier vor 30 Jahren noch absolut en vogue, so hat in den letzten zehn Jahren eine gesellschaftliche 180°-Wendung in die gegenteilige Richtung stattgefunden. Mannigfaltige Gesetze und Verbote, Anti-Raucherkampagnen, Nichtraucher-Lobbys sowie der allgemeine öffentliche Imagewandel des Rauchens indizieren, dass die Zeiten Marlboro Country‘s passé sind. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, soll jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich will möglichst neutral meine Eindrücke mit euch teilen, die ich in den USA gesammelt habe.

Bedingt durch den in den USA vorherrschenden Föderalismus, ist die Handhabung von Tabak und seines Konsums von Staat zu Staat unterschiedlich. Dabei bestehen weitaus größere lokale Spielräume als in Deutschland. Beispiel Tabaksteuer: Es gibt zwar eine „federal tax“, jedoch ebenso eine variierende „state tax“ und sogar eine „local tax“ auf Tabakprodukte. So kostet eine Schachtel Zigaretten in New York derzeit ca. $ 12.50,-, hingegen in West Virginia $ 4.84,-. Hierzu eine kleine Anekdote: Ich wollte während meines ersten New York Aufenthalts bei einem Tabakhändler nahe der Wall Street zwei Dosen McClelland kaufen. Als der nette Verkäufer dann für die zwei 50 g Dosen $ 36,- haben wollte, war ich doch etwas verdutzt. Ich habe diese dann online zu $ 17,- erstanden.

Und so variieren eben auch die Rauchverbote. Darf man in einigen Staaten nur mit 10 ft. Abstand vor öffentlichen Gebäuden rauchen, kann man z.B. in Las Vegas wirklich noch so gut wie überall qualmen. Die von den Amerikanern so geschätzte „diversity“ schlägt sich hier doch bemerkbar durch. Verallgemeinernd kann man sagen: In Großstädten sowie in progressiveren, politisch liberaleren Staaten, ist der Nichtraucherschutz restriktiver als in den konservativ geprägten. So haben gerade Genussraucher in Metropolen wie Chicago nur noch sehr limitierte Möglichkeiten, ihrem Hobby in der Öffentlichkeit zu frönen. Deswegen öffnen mehr und mehr sogenannte „smoker clubs“ oder „lounges“, in welchen man noch legal Tabak konsumieren darf. Einen solchen Ort will ich heute hier näher vorstellen: The Iwan Ries Lounge.

Iwan Ries ist einer der letzten wirklichen Pfeifen- und Zigarrenfachhändler in Chicago Downtown, also innerhalb des sogenannten Loops. 

Blick auf einen Teil des Loops
Auf den eigentlichen Laden will ich hier nicht näher eingehen. Nur ganz kurz: Ein Besuch ist absolut lohnenswert. Das besagte Geschäft hat aber auch eine exzellente Lounge, um die es im Folgenden gehen soll. Ich will euch einfach kurz meine Eindrücke schildern.

Vor dem Geschäft „Iwan Ries“
Nach einem netten Einkauf bietet es sich natürlich direkt an, seine neuen Schätze auszuprobieren. Gesagt, getan: Einfach einen der wirklich kompetenten Iwan Ries Gentlemen informiert, dass man der Lounge einen Besuch abstatten will, $ 15,- für den „single day“ pass bezahlt (Jahreskarte $ 750,-) … und los geht es. Wem dieses Entgelt viel vorkommt, sei gesagt: Alles - aber wirklich alles - ist in Chicago teuer, da fallen diese $ 15,- nicht mehr ins Gewicht.

Durch eine schwere, deckenhohe Holztür betritt man eine Art Raucherapartment. Dieses besteht aus drei großen Räumen, einer Bar und Toilette. Der erste Eindruck erweckt in mir Erinnerungen an das Betreten einer alten Bibliothek in englischem Stil, nur dass man die Bücher durch Humidore, Aschenbecher und Alkoholflaschen ausgetauscht hat. Ach ja, und natürlich riecht es nicht nach verstaubten Antiquariat, sondern nach Tabak – hauptsächlich nach Zigarre. Wunderbar!

Im „Wohnzimmer“, also im Hauptraum, stehen mehrere Sessel und Couchgarnituren. Die Wände sind mit dunklem Holz getäfelt, wobei eine Seite komplett verglast ist und einen tollen Blick auf die geschäftige Wabash Avenue ermöglicht. Diese natürliche Lichtquelle tut dem ansonsten sehr dunklen und notorisch verrauchten Raum äußerst gut. Dazu sorgt ein großer Flachbildfernseher für eine weitere optionale Möglichkeit der Unterhaltung. Von diesem großen Hauptraum gehen die beiden kleineren Nebenräume ab. Der eine wirkt wie ein Konferenzraum. Ein langer, hölzerner Tisch, der an den Seiten und Enden mit Leder überzogenen Freischwingern umringt ist, füllt den Raum fast komplett aus. Dieser könnte auch der Schauplatz diverser Hollywood-Filme sein – aber natürlich nur alter, da Aschenbecher in Büros heute ein No-Go sind. In der Wand befinden sich integrierte Schließfächer, die man für zusätzliche $ 350,- per annum anmieten kann. Der dritte und letzte Raum ist eine Mischung aus den beiden vorher genannten. Er hat sowohl kleinere Tische, die zu einer Partie Poker einladen, als auch Sessel und Couches. Dieser Raum hat keine natürliche Lichtquelle und wirkt wie ein konspirativer Rückzugsort. Mir schießen Bilder durch den Kopf, wie Ganoven à la Al Capone im Nadelstreifenanzug gewappnet mit Zigarre zwielichtige Geschäfte besprechen. In der Realität jedoch sitzen hier einfach normale Amerikaner wie man sie kennt. Entspannt, leger und freundlich – immer zu einem kleinen Small Talk bereit. Man tauscht sich über Gott, Welt und Tabak aus, fachsimpelt und verbringt eine nette Zeit. An der Bar kann man sich gratis frischen Kaffee brühen oder sich einen Drink genehmigen. Von Whiskey bis zur Williams Birne – Auswahl gibt es genug. Natürlich ist auch für Nachschub an Rauchware gesorgt, der in Humidoren und Tabaktöpfen gelagert wird (es gab auch gratis diverse Blends der Iwan Ries‘ Hausmarke „Three Stars Tobacco“ zu testen).


Kurz gesagt: Ich finde die Lounge klasse. Das Ganze vermittelt einen sehr edlen, elitären Eindruck; ja, es ist ein echter Raucher-Club. Das soll nun aber nicht negativ ausgelegt werden. Im Gegenteil: Die Amerikaner schaffen es nämlich zur gleichen Zeit, durch ihre natürliche Gelassenheit eine angenehme, gemütliche und freundliche Atmosphäre entstehen zu lassen, ohne dabei abgehoben und snobistisch zu wirken.

Diesen amerikanischen Positivismus, also der Versuch mit jeder Situation zurechtzukommen und das Beste daraus zu machen, gefällt mir. Ich hoffe, dass auch in Deutschland mehrere solcher Orte entstehen, an welchen Gleichgesinnte – „brothers of briar“ – zusammenkommen können, um gemeinsam nette Stunden zu verbringen.


Autor: Matthias D.