Willkommen bei Jogi-wan...

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Freitag, 12. Mai 2017

Vom Underdog zum kleinen Star!

Nö, Sie kennen mich nicht. Ich war immer schon eher unscheinbar und von Geburt an auch nicht zu höheren Weihen berufen. Ich stamme aus einer Zeit, wo es viele wie mich gab. Ohne viel Liebe und Mühe zur Welt gebracht, kaum komplett, schon mit vielen Artgenossen in einem großen Korb. Dort erschien dann gelegentlich eine Männerhand, wühlte uns eher lustlos durcheinander und nahm ein, zwei von uns heraus … ohne uns auch nur einen näheren Blick zu schenken - einfach so. War wohl auch besser, denn ich und viele Artgenossen waren und sind alles andere als fehlerlos.

Nun, zur Arbeit taugten wir. Bei Regen und Wind draußen, oft zugestopft mit billigen und sehr fein geschnittenen Tabakfasern. Mir ging es auch so. Jahrein, jahraus… den ganzen Tag diese Gluthitze, nicht einmal der Schweiß konnte trocknen. Kaum wurde es mal etwas kühler, weil die Glut den Tabak aus meinem Bauch entfernt hatte – ZACK! - steckte die nächste Füllung irgendeines billigen Krauts in mir und die Flamme kam näher.


Tja, das hinterlässt Spuren, macht nicht schöner oder besser schmeckend… und zum Dank für die Knüppelei wirst Du irgendwann, einfach so, mit ein paar Leidensgenossen in eine Plastiktüte geworfen. Na ja, man hat ja nur ein paar Mark gekostet… und doch hätte man sich von seinem Leben ein wenig mehr versprochen. Man glaubt, das war es. Ende…d as „Paradies“ ist eine Plastiktüte, in der man mit anderen unbeachtet vor sich hin stinkt. Ja… stinkt… ich kann nichts dafür. Keine Pflege, sie erinnern sich?


Doch dann kam alles anders. Zunächst griff mich eine Männerhand aus der Tüte, um mich auf ein Brett zu legen… und es kam eine Frauenhand, die auf MICH zeigte und sagte: “DIE ist hübsch. Kriegt man die wieder hin?“ Die Männerhand knurrte daraufhin so einige Dinge. Es ging um viel Dreck, Billigzeug, nicht lohnenden Aufwand, um ein Nylonmundstück und seltsame Verarbeitung - ich denke aber mal, damit war ich nicht gemeint…. denn man entfernte mir die Kohle aus meinem Bauch, bürstete mich innen und außen sauber, schliff mich ab, gab meiner Haut neue Beize, sogar Wachs und polierte mein Nylonmundstück von Hand, da es an der Maschine schnell verbrennt… kurzum, man machte mich quasi wie neu. Zwischendurch hörte ich es wieder von „viel zu viel Aufwand“ und „… was macht man nicht alles“ brummen. Dafür hatte ich aber keine Zeit, musste ich mich doch auf mein zweites Leben vorbereiten, in dem ich die viele Zuneigung für mich mit bester Rauchbarkeit und gutem Geschmack vergelten wollte.


Anscheinend gelingt mir das, denn die Frauenhand, die mich stopft, hält und reinigt, ist sehr sorgsam und lobt mich auch. Die Krönung ist, dass ich in einem Regal wohne… dort habe ich Vauen und Oldenkott als Nachbarn…d a hätte ich früher nicht einmal gewagt, von zu träumen.


Gelegentlich zeigt die Frauenhand mich herum. Dann höre ich „ungewöhnlich“ oder „originell“ und „schön“, das hätte früher, als ich jung war, niemand zu mir gesagt. Na ja, die Hände haben angeblich so eine Seuche… Nostalgie nennt man die… das könnte der Grund sein.

Ist auch egal, mir geht es jedenfalls gut, in meinem zweiten Leben… und man mag mich, weil ich so unkompliziert bin und fein funktioniere… halt einfach so, wie ich es damals mal gelernt habe. Scheint heute nicht mehr so häufig zu sein, deshalb haben die Hände solchen Spaß an mir. Warum ich das alles erzähle? Nun, vielleicht finden IHRE Hände ja mal einen Kollegen von mir. Dann werfen Sie ihn nicht gleich zurück, auch, wenn er abgearbeitet und verbraucht aussieht. Wir sind für jede Zuneigung dankbar und zeigen es auch. Lassen Sie es Ihre Hände doch auch einfach mal versuchen… mehr als einen Euro kostet es selten und vielleicht wird es dann auch eine so glückliche Geschichte wie meine?



Autor: Ralf Dings

Dienstag, 18. April 2017

Feuer mit Stil!

Natürlich kann man zur Befeuerung seiner Pfeifen auch zu einem Einweg-Feuerzeug greifen. Vom pragmatischen Standpunkt aus spricht nichts dagegen. Es gibt sogar ganze Gruppen von Pfeifenrauchern, die auf die soliden BIC-Lighter aus Frankreich schwören. Selbst „Upgrading“ ist möglich, erhält man doch unter der Marke „Sillems“ einen, unanständig teuren, Silbermantel, den man besagtem Wegwerfartikel überstülpen kann. Das macht dann, incl. Feuerzeug, auch rund 100 Euro und könnte sogar als kultig bezeichnet werden, durch die Mischung von verschwenderischem Prunk und Billigplastik.

Apropos Kult! Die Old Boy-Fans wird es bei dem Gedanken ebenso schaudern, wie die Verfechter des „Vernunft-Luxus“, die lieber fünfzig Euro sparen und ihren, ebenfalls sehr wertig gearbeiteten „Pearls“ die Stange halten. Damit sind wir bereits mitten im Thema und mitten im Problem. Der Pfeifenfan hat nun einmal gern eine besondere Feuerquelle, irgendwie gehört es dazu. Doch viele Pfeifenfreunde suchen nach besonderen Lichtern, die eben nicht den Gegenwert einer sehr ordentlichen Pfeife verschlingen.Während die traditionelle Streichholz-Fraktion jetzt schon entnervt abwinkt und sich spannenderen Themen zuwendet, wollen wir einmal schauen, was an kernig-kultigen Möglichkeiten besteht, ohne ein bescheidenes Budget zu sprengen.


ZIPPO - das war ja zu erwarten. Für ein Zippo spricht, dass es der Kult-Brenner überhaupt ist, eigentlich das „Feuerzeugdenkmal“ und recht kostengünstig zu erwerben. Selbst ein Mantel mit schickem Design oder in der schwereren, massiveren „ARMOR“-Ausführung muss die Fünfzig-Euro-Grenze nicht überschreiten. Beim Innenleben scheiden sich aber die Geister. Während die Hardcorer ihr Mantra vom unbedingt nötigen Benzin-Einsatz herunter beten, sind auch Gaseinsätze durchaus erhältlich und legitim. Wer nämlich gern große Pfeifenköpfe raucht und schon einmal versucht hat, mit der drucklosen Benzinflamme in tieferen Regionen dieser Pfeifen Restfüllungen zum Glimmen zu bringen, weiß eine weiter reichende, da mit Druck beaufschlagte, Flamme durchaus zu schätzen. Solche Gaseinsätze sind von mehreren Firmen erhältlich.


Richtig solide Lösungen sucht man zwar leider vergebens, die Einsätze von „ANGEL“ sind aber mechanisch durchaus ok und mit weit unter zehn Euro auch gut bezahlbar. Es gibt sie (bislang nur über Bestellung aus den USA) auch als Pfeifenversion. Dann tritt, wie beim Benzinbruder, die Flamme nicht oben, sondern durch ein Loch seitlich aus. Die normale Version mit Flammenaustritt nach oben ist aber für die Pfeife gut nutzbar. Nachteil der Einsätze sind das kleine Tankvolumen, das häufiges Nachfüllen nötig macht, und die etwas fummelige Einstellung, bis die richtige Flammengröße gefunden ist.

Eines muss klar sein. ZIPPO heißt immer auch, einfache, kernige Mechanik und ein robustes Image lieben zu müssen und zu wollen. Nichts funktioniert feinsinnigst und auf Fingerzeig. Klack, ratsch, ping! Das ist ZIPPO…. Fantastisch - wenn man es hemdsärmelig mag.


Windmill heißt die japanische Firma, die die Lizenzen für das legendäre IMCO-Feuerzeug erworben und wieder begonnen hat, dieses Prachtstück archaischer Feuerquellen zu produzieren. Nein, für ein paar Euro gibt es das nun nicht mehr, 25 Euro sind aber trotzdem ein akzeptabler Preis für dieses Stück Lighter-Nostalgie. Das hat nicht jeder, es ist robust, windsicher… aber eben auch mit Benzin betrieben… was zu den gleichen Problemen führen kann, wie beim oben erwähnten Sprit-ZIPPO.


Wer zwar die urige Optik des Imco möchte, aber nicht darauf erpicht ist, mit Watte, Benzin und Feuersteinen zu fummeln, kann tricksen. Die Firma COLTON bietet ein Gasfeuerzeug mit Piezo-Zündung in genau gleicher Form an. Für unter acht Euro erstaunlich wertig und haltbar… und vielleicht einen Versuch wert. Im weiten Feld zwischen Einweg-Feuerzeug und Prachtflammen vom Schlage eines Dunhill Varaflame oder DuPont dürfte jeder seinen flammenden Liebling finden. Dies hier waren nur populäre Beispiele, die sich im Alltag bewährt haben.

Eine Faustregel kann man allerdings aufstellen: „Wer billig kauft, kauft zweimal“ lässt sich vor allem bei den ZIPPO-Imitaten leicht unterschreiben. Papierdünne Mäntel, häufige Undichtigkeiten und Dienstverweigerungen zu den unpassensten Zeitpunkten sind an der Tagesordnung… und, um die Seele zu fragen, es gehört sich auch nicht! Zum ZIPPO-Feeling gehört der Schriftzug am Boden genauso, wie das charakteristische „Klack-Ratsch-Ping“, das weiter oben schon einmal Erwähnung fand. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Feuer machen !


Ihr Ralligruftie


Autor: Ralf Dings

Die Ruhe steht oft vor dem Sturm!

Liebe Pfeifenfreunde,

über einen langen Zeitraum habt Ihr hier nichts Neues mehr zu lesen bekommen. Dabei hat sich ohne Frage auf dem Pfeifen- und Tabakmarkt viel getan. Für die meisten ist das Pfeiferauchen eine der schönsten Nebensachen der Welt. Das ist es auch für uns. Aber es ist nun mal auch eine Nebensache. Nicht mehr und auch nicht weniger!

Das bedeutet, dass alles, was wir hier im Blog tun und lassen, bereits über das bloße Rauchen und dem eigentlichen Hobby frönen hinaus geht. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir brauchten eine Auszeit.... und die haben wir uns genommen.

Jetzt geht es weiter und in Kürze erscheint der neueste Artikel zu unserer gemeinsamen Leidenschaft!


Ralf Ruhenstroth

Mittwoch, 18. Januar 2017

Kolumne: Die "unrunden" Tabake


Wie verdient man Geld? In dem man Artikel anbietet, die einer möglichst großen Menge an Konsumenten zusagen. „ZUSAGEN“ reicht von „mnja.. ganz ok“ bis „ supaaaa!“ Diesen Bereich abzudecken ist Aufgabe von Produktforschern, Designern oder, in unserem Falle, Mischmeistern. Wenn also ein, bei einem Großunternehmen beschäftigter, Mischmeister zu seinem Chef kommt, um dem eine Idee für einen neuen Tabak zu erläutern, wird die erste Frage des Chefs sein, wie viel sich davon verkaufen lässt, ob es massenkompatibel ist. Nun ist unser Mischmeister ein richtig guter (davon hat auch die Großindustrie welche!) und er erläutert dem Chef begeistert einen ganz großartigen, mutigen Nischentabak, den es bislang noch nicht gibt und freut sich daran, was ihm da Tolles eingefallen ist. Als Antwort erhält er ein Lob für seine, nach wie vor, unverwaschene Individualität, für seinen Mut und Ideenreichtum… und ein NEIN vom Buchhalter, der flugs errechnet hat, dass sich dieser Tabak nicht „lohnen“ wird. Idee im Keim erstickt.

Wir hatten das alles schon - im Brauereigewerbe. Da wurde auf Eigenständigkeit keinen Wert mehr gelegt. Unverwechselbarkeit wurde plötzlich als Manko, als Stolperstein auf dem Weg zum Millionenumsatz gesehen. Die Situation war so pervers, dass man stets nach dem Marktführer schielte, dessen Bier analysierte und die eigenen Leute damit beauftragte, dem Geschmack DIESES Bieres so nah wie möglich zu kommen… um auch einen Teil vom Umsatzkuchen zu erhaschen. Massengeschmack als Gottheit, Mainstream um jeden Preis. Die paar Konsumenten, die etwas anderes wollten, fielen einfach hinten herunter. Sollten sie doch sehen, wo sie bleiben… mit ihnen war schließlich nicht viel zu verdienen. Das Ergebnis war die logische Folge dieser Entwicklung. Beliebig austauschbare Einheitsbrühen, die man nur noch am Etikett unterscheiden konnte. Sie meinen, das sei ein Einzelfall? Ach ja?… Automobildesign, Schokoladengeschmack… es ist überall die gleiche Vorgehensweise.

Letztlich funktionierte das auch in der Pfeifentabak-Industrie eine Weile ganz gut. Wenn mal ein „neuer“ Tabak auf den Markt gebracht wurde, war der derart beliebig austauschbar mit anderen, bereits auf den Markt befindlichen Produkten, dass der Raucher eigentlich immer wieder enttäuscht wurde… bis es letztlich zu seinem Desinteresse führte. Einerseits reagierte die Industrie pikiert, weil das „Umsatzvieh“ diese angeblich so tollen, innovativen Tabake nicht abfeierte, am Ende war es aber egal… die Zahl der Pfeifenraucher ging kontinuierlich zurück, der Markt wurde immer unwichtiger. Wenn die paar Hanseln irgendwann kaum noch etwas an Tabak bekommen, werden sie auch den gesichtslosen Schund rauchen, den wir ihnen, billig produziert, vorsetzen - so glaubte man.


Doch es kam anders. Kleine, individuelle Anbieter gab es weiterhin. HU-Tobacco, Dan Pipe, Motzek, Roman Peter und auf der anderen Seite des Teiches Cornell & Diehl. Klugen Riesen, wie Mac Baren, entging nicht, dass die Entwicklung in einer Richtung verlief, die das Brauereigewerbe kurz vorher auch schon erlebt hatte. Kleine Anbieter schufen Biere, die sich gänzlich vom Hauptstrom unterschieden. Statt damit aber Schiffbruch zu erleiden, hatten eben diese Zwergenbrauer teilweise zweistellige Zuwachsraten. WEIL der Geschmack der Menschen eben ganz individuell ist, WEIL man deren Wünsche nach Genuss eben NICHT über einen Kamm scheren kann. Mac Baren registrierte mit Argusaugen, dass gerade die Anbieter besonderer, individueller Tabake ihren Fankreis rapide vergrößerten… und gerade der Erfinder des „Hausgeschmacks“ entschloss sich zu einem, für einen Großanbieter enorm mutigen, Schritt. Die HH-Reihe wurde geboren. Anderenorts wollte man so gern weiter schlafen und mit Phantasielosigkeit die Kohle abschöpfen und schüttelte deshalb verständnislos den Kopf.


Die überlauten Kassandrarufe verhallten ungehört… und sie waren unnötig. In Windeseile entwickelten sich die HH-Tabake zu regelrechten Rennern im Hausprogramm. Zu Rennern, mit denen sich auch tatsächlich Geld verdienen lässt. Chapeau, das war mutig und Dank für das gute Beispiel. Zeitgleich gewannen andere Faktoren enorm an Bedeutung. Einmal die, in absehbaren Jahren zu erwartende, Gefahr des Verbots von Aromen in Tabaken und die Tatsache, dass die Zahl der Pfeifenraucher wieder stieg und immer noch steigt und sich so neue Konsumentengruppen auftun.

Das erfolgreiche Beispiel von Mac Baren und die erwähnten Tatsachen haben dazu geführt, dass sogar ein, einst als „Billigaroma-Anbieter“ verrufenes Unternehmen wie PLANTA, plötzlich seine schlummernden Fähigkeiten entdeckt und auch den Mut hat, sie einzusetzen… und das mit Erfolg und in hoher Qualität. Wer immer noch den alten „Rum and Maple Singsang“ anstimmt, wenn er den Namen PLANTA hört, hat schlicht die Entwicklung der letzten Zeit verschlafen und sollte sich z.B. den „Empire“ mal gönnen. Selbst ein, in Hinsicht auf diese Entwicklung extrem verschnarchter Verein wie die STG (oder schmollen die noch?) reagiert auf den Verlust der Amphora-Tabake aus dem eigenen Portfolio mit der Einführung des „Clan Full Aroma“, der auch eine echte Bereicherung des Angebotes darstellt.



und unsere „Kleinen“? Die haben schon extrem freakige Ware im Programm… zum Teil auch schon länger. „Fajun Cake“ oder „Sissinghurst“ bei Hans Wiedemann, der völlig verrückte „BIBO“, den Michael Apitz bei und für Dan Pipe geschaffen hat (obwohl man sich gerade vom Haus Dan Pipe wünscht, dass da endlich mal „ein paar Gäule freigelassen werden“. Die Fähigkeiten hat man allemal, am Mut der Chefetage fehlt es !)… und die neuen Kreationen am laufenden Band, mit denen Tom Darasz (TAK/Motzek) aus Kiel in diesem Jahr die deutsche Pfeifentabak-Szene deutlich geprägt hat. Donnerwetter… es ist wieder richtig was los!


Dem deutschen Pfeifenraucher (und das ist jetzt eine mutige Behauptung!) ist es noch NIE so gut gegangen wie 2016. Solide Einsteigerpfeifen für 39 Euro (Venini, Vauen Basic) in einer Qualität, die aller Ehren wert sind, ein enormes Angebot an Pfeifen, das, durch das Internet bedingt, nie so einfach zu erreichen war, eine Vielzahl an Tabaken, die nun wirklich jeden Nischengeschmack abdecken, eine großartige (wenn auch kleine) Truppe von Fachhändlern, die engagiert hinter dem Produkt Pfeife steht… und stabile Zahlen beim dringend benötigten Nachwuchs.


Schluss jetzt mit der Jammerei und dem Schwarzsehen. Augen auf, informieren, genießen und freuen. Dies ist mein Wunsch an den geneigten Leser, in den letzten Zeilen, die ich im Jahr 2016 für den Blog schreibe. Von meiner Seite wünsche ich Ihnen ein gutes, gesundes Jahr 2017!

Ihr Ralligruftie


Autor:
Ralf Dings

Esoterica - Pembroke

Es gibt Tabakhersteller, die umweht die gewisse Aura des Besonderen. Bei manchen möchte ich sogar den Begriff Mythos verwenden. Eine dieser Firmen ist für mich die Firma J.F. Germain & Son von der britischen Kanalinsel Jersey. Aufgrund der Tatsache, dass diese Firma offenbar derart klein ist, sind die meisten ihrer Tabake so gut wie immer vergriffen. Das ist hierzulande an den tollen Flakes wie „Special Latakia Flake“ oder auch dem „Brown Flake“ zu spüren. Nach telefonischer Auskunft der Firma Planta, die den Import der Germains Tabake für Deutschland organisiert, wird selbst auf Telefonanrufe bei Germains nicht wirklich reagiert. Dies steigert bei Freunden der Jersey Tabake das Verlangen danach nur noch mehr.
Für uns in Deutschland leider nicht erhältlich sind die Germains Tabake der „Esoterica“-Reihe. Das sind durchweg auch in den USA nur sehr selten zu erhaltende Tabake und einige dieser Blends sind zu regelrechten Legenden geworden. Ich spreche in diesem Zusammenhang von „Penzance“ oder auch dem „Stonehaven“. Ein weiterer Tabak aus dieser Familie ist der „Pembroke“. Und der ist übrigens daran Schuld, dass ich zum Esoterica- und somit zum Germains-Fan geworden bin.


Es handelt sich um einen Tabak der englischen Richtung mit einem Flavour. Auf der Dose heißt es „Choice English, Cognac Blend“. Alles klar. Cognac also. Öffnet man die Dose, ist das auch augenblicklich zu riechen. Sogar aus einem Meter Entfernung. Wer jetzt vielleicht denken mag, dass das vielleicht etwas zu heftig sein mag, dem sei versichert, das ist es überhaupt nicht. Der alkoholische Duft in Kombination mit dem Geruch eines guten Engländers ist derart lecker, dass man am liebsten sofort rein beißen möchte. Germains typisch, ist die innere Papierverpackung regelrecht durchgezogen mit dem Tabak. Ein wirklich sicheres Indiz, mit welchem Hersteller man es hier zu tun hat.

Der Tabak an sich präsentiert sich als fein geschnittene dunkle Mischung aus Latakia, Orient und Virginia. Allein die Optik des Schnittbildes lässt schon ein unkompliziertes Rauchvergnügen vermuten. Diese Vermutung wird dann auch vollends bestätigt. Der Tabak lässt sich einfach einfüllen, er benötigt keine Trocknung oder ähnliches, sondern lässt sich ganz einfach mit 1 bis 2 Versuchen zum Glimmen bringen. Das erste Drittel der Füllung wird vom Cognac dominiert. Ich würde aber nie behaupten, es hier mit einem reinen Aromaten zu tun zu haben. Der Latakia, und vor allem der Orient, sind immer deutlich dabei. Vom enthaltenen Virginia kann ich nicht wirklich was schmecken. Wahrscheinlich dient er zur Bereitstellung oder Steigerung der Süße.


Ab dem zweiten Drittel gibt es einen Wechsel des Hauptdarstellers. Die Aromatisierung tritt in den Hintergrund und überlässt dem Orient und dem Latakia die Bühne, blitzt aber immer wieder auf eine angenehme Art hervor. Dieser Geschmackseindruck erhält sich jetzt bis zum Ende der Pfeife. Aromatisierte, englische Mischungen sind sicher nichts für jeden. Wer aber einen qualitativ guten Engländer haben möchte, bei dem die Süße des Latakia und Virginia noch durch ein wenig Cognac unterstützt wird, der wird hier begeistert sein. Sollte einem also, trotz der Seltenheit, mal eine Dose davon zwischen die Finger kommen, man kann sich sicher sein, nicht nur eine Rarität ergattert zu haben, sondern schlichtweg auch einen guten Tabak.

In diesem Sinne mit vielen Grüßen aus Ostfriesland,

Björn Rippen

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Jede Menge Kohle!

Dieses Land ist immer noch geteilt… zumindest, was die Pfeifenraucher angeht, die ihre Hölzer mit Filter genießen. Geteilt, sogar in mehrere Teile. Die beiden größten Gruppen bringt man auch nicht zusammen - keine Wiedervereinigung in Aussicht. Die Fans der Stanwell-Filter loben den freieren Zug, die Vauen-Fans das mildere Aroma. Da ist die Frage, was man bevorzugt, wie man (zum Teil über lange Jahre) konditioniert ist… auch Gewohnheit spielt da eine, nicht zu unterschätzende, Rolle. Die meisten Anhänger beider Lager würden niemals wechseln, sind eingeschworen. Trotzdem suchen viele Raucher gerne mal nach Filteralternativen. Sei es aus reiner Neugier, ob sich das Raucherlebnis noch steigern lässt, sei es, weil der Mensch gern mal spart… wenn es auch oft an der falschen Stelle ist… dazu später mehr.


Ich zähle zur Vauen-Anhängerschaft und frage mich, wie auch die eingefleischten Stanwell-Fans, ob die doch recht kräftigen Preise für unsere bevorzugten Filter gerechtfertigt sind. Fragt man die Industrie, sind die Erklärungen zum Konstruktionsaufwand und zur Güte der verwendeten Materialien vollmundig. Strömungstechnik, Kohle- und Papierqualität u.s.w. sind einleuchtende und beeindruckende Argumentationspunkte. Die Frage ist, was davon fühl- und feststellbar in der Praxis, beim Raucher, ankommt. In letzter Zeit sind zwei mögliche Alternativen für meine bevorzugten „Hochpreisfilter“ bei mir gelandet und ich habe mir (Neugier siegt) mal den Spaß gemacht, beide über längere Zeit zu testen.


OLD BISON Aktivkohlefilter: Robust und markig kommt er daher. Ein schwarzer Bison, aufgedruckt auf ungebleichtem Papier (hallo, Öko-Gewissen) macht ihn, zumindest optisch, unverwechselbar. Eine seltsam grobe und nicht getrichterte Keramikkappe mit nur sechs Löchern sitzt im Vorderteil , den Abschluss bildet eine grüne Plastikkappe mit einer Art gelochtem Kreuz. Was das strömungstechnisch bringt, kann ich nicht sagen, doch schon der Zug am Filter weist deutlich höheren Widerstand auf, als beim Vauen. Der Schütteltest offenbart schon einen möglichen Grund. Es klingt eher sandig und das lässt darauf schließen, dass eine Menge Staub das Innere (neben den üblichen Aktivkohle-Rundstückchen) füllt. Schon beim Zug an der noch nicht befüllten Pfeife hat man oft Kohlestaub auf der Zunge.

Zu Beginn ist der Zug nicht wesentlich schwerer als gewohnt, doch das ändert sich rasch. Sobald der Filter ein wenig feucht wird, scheint sich der Kohlestaub im Filter in Beton zu verwandeln. Spätestens nach der halben Pfeife ist man überzeugt, das Stopfen verlernt zu haben, der Zug wird extrem schwer und erst beim zweiten Gedanken kommt man auf den Filter als Verdächtigen. Der Filter ist bereits nach der halben Füllung extrem durchfeuchtet (ein Vauen fühlt sich an diesem Punkt bei mir allenfalls minimal feucht an) und absolut unbrauchbar. Zwar ist der OLD BISON in diesem Vergleich deutlich günstiger als die Referenzqualität, ein solcher Mist ist aber gar kein Geld wert - soviel darf festgehalten werden.


ERMURI Aktivkohkefilter: Der von der Ermuri-Company angebotene Filter steckt in gebleichtem Papier (das aber sichtbar dünner ist als bei Vauen) und weist vorne und hinten die gleichen, trichterförmigen Kappen mit jeweils sieben Löchern auf. An diesem Punkt sei darauf hingewiesen, dass z.B. der Vauenfilter vorne neun und hinten zwölf Bohrungen besitzt und Herr Eckert, der VAUEN-Chef, in diesem Zusammenhang auf die Wichtigkeit unterschiedlicher Ein-und Auslässe für die Strömungsverhältnisse hinweist. Der Ermuri macht seinen Job recht gut. Der Zug ist etwas leichter als beim Vauen, er ist im ganzen Zuggefühl dem Stanwell deutlich ähnlicher. Die Milde des Rauches geht in Ordnung, die Filterwirkung scheint gut. Wenn, ja wenn da nicht die Serienstreuung wäre. Immer wieder finden sich Filter, an denen z.B. die Kappe auf einer Seite bis auf halbe Länge in die Hülse gedrückt ist. Einige Patronen fühlen sich auch deutlich anders gefüllt an, als das Gros.

Größtes Problem des Ermuri ist allerdings, dass er beim Gebrauch extrem aufquillt und aus einigen Filterzapfen nach dem Rauchopfer kaum zu entfernen ist. Man muss den feuchten Filter im Mundstück trocknen lassen, um ihn gewaltfrei entfernen zu können. Wer ungeduldig ist und es mit sanfter Gewalt versucht, bekommt die mangelnde Reißfestigkeit des Papiers zu spüren, hat den halben Filter in der Hand, die Kohle über den Boden verstreut und das Problem, den nun im Zapfen steckenden Rest entfernen zu müssen. Das macht wenig Freude.


Seltsam schon die Passform des frischen Filters. Obwohl die Schieblehre keine wirklichen Unterschiede in Länge und Umfang der Filter offenbart, scheinen oft schon Zehntel Millimeter über Wohl und Wehe zu entscheiden.

Das Fazit ist recht klar. Im Schnitt kauft man 100 Filter von Stanwell für 9,80 Euro, die gleiche Menge Vauen-Patronen schlagen mit etwa 9,15 Euro zu Buche. Den Ermuri gibt es für 8,40 Euro und Preisbrecher ist der BISON mit 6,95 Euro. Im günstigsten Fall spart man also 2,85 Euro… das macht 2,85 Cent pro Pfeife!



Fragen Sie sich, was Ihre Pfeifen, Ihre Tabake kosten und fragen Sie sich, ob Sie für eine Ersparnis von knapp 3 Cent pro Füllung Ärger und Einschränkungen im Rauchvergnügen hinnehmen wollen. Ermuri und BISON seien hier nur stellvertretend für einige Filtermarken genannt, die ich in letzten Jahren alternativ probiert habe. Meine Ergebnisse waren stets gleich. Ich habe seit gestern wieder eine prall gefüllte Vauen-Filterdose im Schrank und werde mir weitere Experimente in der Zukunft sparen… so intensiv ist meine Neugier dann doch nicht.

Ihr Ralligruftie

Autor: Ralf Dings

Freitag, 23. Dezember 2016

Frohe Weihnachten 2016!

Liebe Tabak- und Pfeifenfreunde,

wir wünschen euch entspannte und tolle Weihnachten. Macht euch ein paar schöne Tage im Kreis eurer Familien und Freunde, vor allen Dingen aber im Zeichen des Genusses.

Merry Christmas,


das Team von Jogi-wan